Begegnung vom 13.11.2006 mit Anke-Christine Kobers Mannheimer Kinderchor
Spürbare Sangesfreude
Wie schön, dass die "Begegnung" mit der Leiterin des neuen Kinderchors am Nationaltheater nicht nur als akademische Podiumsdiskussion stattfand. 50 muntere Kinder und Jugendliche (inzwischen stolze 160) umrahmten - teils a cappella, teils von Philipp Armbruster begleitet - das informative Gespräch zwischen der Dramaturgin Christiane Plank und Anke-Christine Kober im Anna-Reiss-Saal.
Zwischendurch erfuhren die "Freunde und Förderer" allerlei über die Struktur des 2005 gegründeten Kinderchors, der sich in Chor I, Chor II und Jugendchor gliedert, die Vita der Chorleiterin (Gesangsstudium in Berlin, Engagement in Schwerin, Hinwendung zur Chorleitung in Dortmund) und vor allem die imponierende logistische Leistung, Probenstunden und Auftritte zu koordinieren. Hierin wird Anke-Christine Kober, selbst Mutter dreier (natürlich singender) Knaben, tatkräftig von Stefanie Kötter unterstützt. Dass Chorsingen unheimlich viel Spaß macht, auf hohem Niveau auch künstlerische Erfüllung bringt, wissen Millionen singender Menschen. In guten Jugendchören wie diesem kommen dann noch Einzel- und Gruppenstimmbildung, Wochenend-Workshops und individuelle Förderung hinzu. Immerhin können in Mannheim schon die drei adeligen Waisen im "Rosenkavalier", der Hirtenknabe in "Tosca" und auch die besonders anspruchsvollen Partien der drei Knaben in der "Zauberflöte" aus den Reihen des Kinderchors besetzt werden.
Die musikalische Umrahmung war diesmal eine reine Freude. Eine 20-köpfige Auswahl des leistungsstarken Kinderchors II sang einen dreistimmigen Kanon und einen Chorsatz von Carissimi, neun Winzlinge im Vorschulalter (Kinderchor I) etwas Flottes mit "Schubiduwa" und Fingerschnippen, Chor II und Jugendchor das Alleluja aus der Mozart-Motette "Exsultate, jubilate" und "Ich brauche keine Millionen" all dies bemerkenswert intonationssicher und mit spürbarer Freude. Die drei jungen Damen, die schon als "adelige Waisen" auf der Bühne standen, erfreuten später mit einem Mozart-Terzett "Caro bel idol", ehe dann als Höhepunkt des spannenden Abends die drei "Zauberflöten"-Knaben mit "Bald prangt, den Morgen zu verkünden" die suizidgefährdete Pamina (Anke-Christine Kober mit leuchtendem Mozart-Sopran) trösteten. Danach langer, dankbarer Beifall.
Mannheimer Morgen, W.B., 13.11.2006
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