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Begegnung vom 21.04.2010 mit Anke Schubert und Ulrike Syha
Anke Schubert studierte in Saarbrücken Jura, ging dann auf die Züricher Schauspielschule. In den letzten 30 Jahren arbeitete sie in Freiburg, Darmstadt, Mainz, Oberhausen, Zürich, Wien und Düsseldorf, besonders gerne mit den RegisseurInnen Andrea Breth und Jürgen Gosch. Auch Mannheim ist „ein großes Glück, weil ich Burkhard Kosminski schon lange kenne und andere Ensemblemitglieder treffe oder wieder treffe.“ An den Mannheimern mag sie „das Direkte“. Dank eines freien Aschermittwochs, „eine Seltenheit“, haben sie und ihr Mann, ein Bühnenbildner, nun den Umzug von Düsseldorf nach Mannheim geschafft.
Ulrike Syha wohnt in Hamburg, ist aber in Wiesbaden geboren. Als „Hessin“ würde sie sich trotzdem „nicht bezeichnen“. Überhaupt sind „Heimat“ für sie „eher die Menschen“, die sie liebt, als dass es „ein Ort“ wäre. Ihre Freunde aus dem Bereich des Theaters und der Bildenden Kunst verstehen ihr häufiges Umziehen und arbeitsbedingtes Reisen, z.B. nach Ungarn, Schweden, China oder Italien. Für Ihre Familie dagegen ist es schwerer.
Das Zeit-Problem kennt auch Anke Schubert: „Manchmal wird man einfach nicht mehr eingeladen, nachdem man zum vierten Mal ein Wochenend-Abendessen abgesagt hat, weil man spielen muss“. In Mannheim lebt Ulrike Syha im Collini-Center. An das Nationaltheater ist die 34-jährige als Hausautorin eingeladen. Vor ihrer Zeit als freie Autorin hat Ulrike Syha mehrere Jahre als Regieassistentin am Schauspiel Leipzig gearbeitet, wo ihr erstes Stück auf Begeisterung stieß und sofort gespielt wurde. Ihr „Selbstverständnis als Autorin“ musste sich jedoch erst entwickeln. Heute hat sie zwölf Theaterstücke geschrieben und zwei Hörspiele, außerdem englischsprachige Dramatik ins Deutsche übersetzt. Trotz der beeindruckenden Zahl der Stücke kehrt keine Routine ein: „Manchmal steht am Anfang nur ein einzelner Satz, manchmal kommt der Anstoß zu einem neuen Stück von außen.“ Doch eines Tages wacht sie auf, „und die meisten Figuren sind plötzlich da“. Herr Schuster kauft eine Straße wird Ulrikes Syhas neues Stück heißen und zu Beginn der kommenden Spielzeit uraufgeführt. Ungewöhnlich ist die Figurenkonstellation: ein Stück für vier Frauen und einen Mann.
Anke Schubert spielt am liebsten Figuren, die ihr unähnlich sind, die „bärbeißigen“ und „gemeinen“. Trotzdem ist es immer ihr Ziel, eine Figur mit ihrer Persönlichkeit zu füllen, sei es, dass sie sich das „von innen her“, also „psychologisch“ erarbeitet, wie im Falle der Mattie in Letts’ Eine Familie, oder dass sie einen eher „äußerlichen Zugang“ sucht, wie bei der „bösen Mutter“ in Ostermaiers Fratzen „mit Gehstock und krummem Rücken – das war auch eine schöne und neue Erfahrung für mich“. Ihre Rollen kann sie nicht zuhause lernen: „Ich muss dazu gehen. Dabei auf Tempo sprechen. Es muss vom Kopf in den Bauch gehen. Und das klappt am besten im Herzogenriedpark.“
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