Noah Haidle, Hausautor 2017/18

Noah Haidle, Foto © Christian Kleiner
Noah Haidle, Foto © Christian Kleiner

Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte Schauspielintendant Burkhard Kosminski zusammen mit dem Vorsitzenden der Freunde Prof. Dr. Achim Weizel den neuen Hausautor Noah Haidle vor. Noah Haidle ist einer der gefragtesten und erfolgreichsten jungen amerikanischen Autoren als Verfasser von Theaterstücken und Film- und Fernsehdrehbüchern. Am NT wurde mit großem Erfolg sein Stück Götterspeise aufgeführt. Lebendig kommentierte Noah Haidle die unterschiedlichen Theaterverhältnis in den USA und in Deutschland. Regietheater, in dem Sinne wie wir es kennen, findet dort nicht statt, im Vordergrund steht das Stück, der Regisseur hat hier eine eher unterstützende Rolle. Interessant war der Hinweis, dass in dem vorwiegend kommerziell ausgerichteten amerikanischen Theater Stücke mit großer Besetzung und großem szenischen Aufwand keine Chance haben. Aus diesem Grund war Noah Haidle überrascht, als Burkhard Kosminski ihn nach der Premiere von Götterspeise aufforderte, doch „ etwas größeres “ zu schreiben. Dieses neue Stück „ Für immer schön“ wird am 7. Oktober Premier haben. Die Hauptroille hat die als Fernsehkommissarin bekannte Schauspielerin Ulrike Folkerts übernommen. Noah Haidle ist im übrigen erst der zweite Hausautor aus dem nicht –deutschen Sprachraum.


Der Tresen mit Akin Sipal

Ein Abend, der ganz großen Spaß bereitete - Akin Sipal zeigte "Der Tresen"

Keiner unserer Hausautoren hat sich so aktiv vor Ort betätigt wie Akin Sipal. In einer Performance im Schauspielhaus „Der Tresen“ kombiniert er intelligente, witzige Texte mit der eindrucksvollen Video-Performance der Gruppe B-Seite. Die Kombination von Text, Sound und visuellen Eindrücken ergeben einen spannenden Abend. Die Schauspieler David Müller, Klaus Rodewald und Fabian Raabe spielen virtuos drei Gäste, die sich am titelgebenden Tresen eines Lokals einfinden und dort zum Teil absurde Begegnungen erleben (oder imaginieren ?). Ein Abend, der großen Spaß macht!


Soup Surprise mit Akin Sipal - Februar 2017

Unser Hausautor Akin Sipal lädt jeden Monat Freunde und Kollegen zu „ Soup surprise“ in das Casino ein. Im Februar stand der Abend unter dem Thema Fußball. Julius Forster und Bans Tangobay  verteilten zur Einstimmung Trikots unter die Zuschauer. Anschließend lasen sie, in verschiedenen Kostümierungen Texte zum Thema des Abends und kramten anhand von alten Fankarten in der Fußball Historie. Ikonen wie Maradonna und andere nahmen hier prominente Plätze ein. In der Pause wurde passend zum Motto des Abends eine Biersuppe verteilt. Von den legendären Fußballhymnen und Fangesängen wurde „You`ll never walk alone“ von Julius Forster inbrünstig vorgetragen. Nach dem Abpfiff verließen die Zuschauer zufrieden das Stadion ( Casino).

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Autorentreff mit Felicia Zeller, 14.12.2012

Autorentreff mit Felicia Zeller, 14.12.2012<br />© Foto: CL
Autorentreff mit Felicia Zeller, 14.12.2012© Foto: CL

Felicia Zeller liest ihr neuestes Stück X-Freunde


Felicia Zeller ist Hausautorin am Nationaltheater in der Spielzeit 2012/13. Die Hausautorenschaft wird gesponsert von den Freunden und Förderern des Nationaltheaters Mannheim.


"Die Lesung hat Zeller aufwendig inszeniert: Ein Sprachverzerrer verleiht den drei Protagonisten unverwechselbare Stimmen. Mit bemerkenswertem Effekt. Zunächst klingt Anne so, als habe sie versehentlich zu viel Helium inhaliert. Doch mit zunehmender Gewohnheit lässt die piepsige, etwas nervtötende Stimme die unsympathische, überehrgeizige und in ihrer Arbeitswut völlig überdrehte Figur plastisch hervortreten. Holgers letztendlicher Suizid wird immer nachvollziehbarer." [...]


[...] Vortrag und Stil erinnern an Poetry Slams: Extrem unterhaltsame Wortkaskaden mit unendlich vielen Sprachspielen, ironischen Anspielungen und Wortwitzen prasseln in ausführlichen Monologen auf die Zuschauer nieder. Man darf sich auf ein weiteres temporeiches, sarkastisches und bissiges Stück freuen. © Mannheimer Morgen, 17.12.2012

 

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Autorentreff mit Martin Heckmanns
10.11.2012

EINER UND EINE<br />© Foto: Christian Kleiner<br />
EINER UND EINE© Foto: Christian Kleiner

Autor von: EINER UND EINE (UA) 15.12.2012

Mannheimer Morgen vom 13. November:

"Es ist eine tapsige und unsichere Annäherung", sagte Heckmanns über das erste Treffen seiner Protagonisten, das er hier gemeinsam mit Friedel und Chefdramaturg Ingoh Brux als Kostprobe vorlas. Ein Bild für die Liebe in unserer Zeit und all den Bildern, die wir von ihr haben. Wie es sein sollte. Wie es sein könnte. Und wie man hinterher damit umgeht. Das alles steht ausführlich beschrieben auf Magazinzeiten und in Taschenbuchratgebern, so der in Berlin lebende Autor, der unter anderem für "Schieß doch, Kaufhaus!" zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Aber aus all dem Wissen erwächst eigentlich nur noch mehr Unsicherheit. Vergleiche müssen erfüllt werden und man möchte sich ja irgendwann auch gar nicht mehr dem Ganzen aussetzen.

Es ist kein großes Liebesdrama mit Herzblut und ewigem Trompetenspiel, das Heckmanns beschreibt. Sondern eben ein vorsichtiges Herantasten in eher feindseligem Gelände. Ein klarer Blick auf die Lage ist es, den Heckmanns hier in feine Sprachgefechte baut, die sich sanftmütig ihren Witz zimmern und sich sehr konkret den zwischenmenschlichen Kommunikationshemmungen widmen.

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Autorentreff: Strandgespräch, 30.10.11
Philipp Löhle, Hausautor der Spielzeit 2011/12 löst
Ewald Palmetshofer, Hausautor der Spielzeit 2010/11
am Nationaltheater ab

Autorentreff: Strandgespräch, 30.10.11
Autorentreff: Strandgespräch, 30.10.11

Netter Abend unter Palmen

Betrachtet man ihre Texte, scheinen die beiden nicht sehr viel gemein zu haben. Der eine verträumt, nachdenklich, etwas verkopft vielleicht, und der andere so nah am Leben, irgendwie angekommen im Hier und Jetzt. Dennoch bilden Ewald Palmetshofer und Philipp Löhle auf der Studiobühne des Werkhauses ein schönes Paar – man kennt und schätzt sich, spricht von Freundschaft.
Zum „Strandgespräch“ haben sie geladen, um sich über Gott und die Welt, vor allem aber über die Hausautorenschaft am Nationaltheater auszutauschen. Denn während Palmetshofers Zeit in der Quadratestadt allmählich endet, fängt sie führ Löhle nun erst richtig an.
Gemütlich haben sie es sich gemacht. Unter einem Sonnenschirm lümmeln die beiden Theaterdichter auf Sofas, Sand in großen Glasschüsseln und aufblasbare Gummipalmen schaffen sommerliche Gefühle bei dem weit in den Bühnenbereich vorgerückten Publikum. Wien habe einen Strand, London auch, und so sei man auf das Thema gekommen, erklärt Löhle erfrischend unprätentiös.
Kein Moderator wird die intime Atmosphäre stören. Ein wichtiger Aspekt für Palmetshofers Arbeit, versucht er doch bereits im frühen Stadium der Textproduktion angestrebte Stimmungen herzustellen. Er sucht Musik, die atmosphärisch so funktioniert, wie es das Stück später soll. Unwirklich klingt das gebotene Hörspiel, düster und kühl – elektronische Klangflächen bedurfte es zum Schreiben von „Tier“.
Ob das unfertige Spiel funktioniert, einen Grundstock trägt oder von neuem begonnen werden muss, entscheidet sich für beide Autoren auf den ersten 30 Seiten: „Ich sage immer, dass ich keine Krisen habe“, erläutert Löhle seine Arbeit, „doch das ist rückwärtige Verblendung.“ Dass er zwei Wochen geheult habe, darauf müsse ihn erst seine Freundin aufmerksam machen, aber: „Im Nachhinein macht’s Spaß!“ Dabei beschäftigen den Wahlberliner vor allem Zusammenhänge, die er selbst nicht versteht: „Im Stück kann man diese Fragen stellen“, erklärt er, „so haben sie die Leute wenigstens einmal gedacht.“ Anklagen möchte Löhle indes nicht, vielmehr benenne er die Wunden als Mitglied jener Gruppe, die alles falsch mache.Reizvolle Unterschiede
Eine Bereicherung war die Diversität der Texte bereits im kleinen Rahmen des Autorentreffens: Löhles bittersüße, bisweilen überspitzt naive Beispiele wussten ebenso zu gefallen wie die hintersinnigen, kunstvoll formulierten des scheidenden Hausautors, dessen Plots, so Löhle, „kein Mensch versteht“. Während er diesen Umstand auf Palmetshofers Theologiestudium zurückführt, ist es für den Österreicher eher das seinen Landsleuten eigene Misstrauen gegenüber Sprache: „Es geht darum, dass Sprache erst Wirklichkeit schafft“, gibt er zu bedenken. „Das kann Max Frisch auch“, hält Löhle dagegen, „mit drei Worten und einem Punkt.“   Mannheimer Morgen 03.11.11 Dennis Baranski

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05.05.2011
Peter Michalzik liest:
Kleist – Dichter, Krieger, Seelensucher

Über Kleist scheint alles gesagt, gehört er doch zu den begehrten Objekten der Biografen. Aber was Michalzik vorträgt, ergänzt durch kluge informative Randbemerkungen, beweist, dass es zu dieser ausufernden Seelenlandschaft noch immer etwas Neues und Überraschendes zu sagen gibt. […] Rätselhaft bleibt dieses Leben zwischen Krieg und Poesie im Dauerzustand verwirrter Gefühle dennoch. Das würde Peter Michalzik wohl auch kaum bestreiten. Immerhin hat er uns als empfindsamer Beobachter einen höchst komplizierten Menschen, der auf Identitätssuche war und sich zugleich davor fürchtete, sein Ich zu finden, entschieden näher gebracht.   Mannheimer Morgen, 7. Mai 2011

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Nachlese zum Autorentreff mit Philipp Löhle
21.02.2011, Moderation: Ingoh Brux

Philipp Löhle
Philipp Löhle

Philipp Löhle hat uns den Text, den er vorgetragen hat, zur Verfügung gestellt.
Wir danken ihm hiefür!


Zu verkaufen: Kleines Land in Osteuropa

Philipp Löhle

In einem kleinen Land in Osteuropa. An der Bar:
Weißt du. Es heißt immer, dieses Land sei arm dran. Und die Menschen in diesem Land noch ärmer. Weil dieses Land in dem großen Zimmer Welt irgendwo ganz hinten untergebracht ist. Da, wo sonst nur noch die alten Klamotten liegen, die keiner mehr anziehen will. Da liegt auch dieses Land. Und so gesehen, sind wir, die Menschen in diesem unbeachteten Land, noch ärmer dran als das Land selbst. Weil wir unbeachtet im Unbeachteten sind.
Das will ich auch gar nicht leugnen. Aber ich sage: Vielleicht sind wir nicht direkt arm dran, sondern nur anders dran. Gut, das hilft dir nicht, wenn du nichts zu fressen hast, oder zu rauchen, oder schlecht bezahlt wirst. Da hilft das nichts. Ist halt so: Mitleid macht nicht satt. War schon immer so. Deshalb war Jesus auch so dünn, als er gestorben ist. Was ich sagen will: Ja, wir sind - auf eine gewisse Weise! - arm dran. Auf eine gewisse Weise! Warum nur auf eine gewisse Weise? Arm dran ist arm dran. Denkste. Wir sind nur auf eine gewisse Weise arm dran, weil wir gar nicht arm dran sein müssten. Und das ist - leider - noch schlimmer als arm dran.
Stell dir vor, du hast Hunger. Das ist schlecht. Es tut weh, wenn der Magen anfängt sich selber zu verdauen. Aber jetzt stell dir vor, du hast Hunger, und du weißt, du müsstest keinen Hunger haben. Da tut es plötzlich nicht mehr so weh, wie sich der Magen selber verdaut. Da tut es nur noch im Kopf weh, dass du in dieser verdammten Zwickmühle steckst, dass du Hunger hast, obwohl du ihn nicht haben müsstest. Und dieses Kopfweh ist um ein Vielfaches schlimmer als der Schmerz, wenn der Magen anfängt, sich selber zu verdauen. Verstehste?
Also, ungern, aber man kann es so sehen, gebe ich zu, dass wir hier in diesem unbeachteten Land - auf eine gewisse Weise! - arm dran sind. Und: es nicht sein müssten. Aber wieso müssten wir es nicht sein? Weil es einen ganz einfachen Plan aus dieser Misere heraus gibt. So. Und wer hat den Plan?
Genau. Lucky me. Also. Ganz einfach. Der Plan: Verkaufen. Und zwar alles. Das ganze Land. Wie es hier steht. Mit allem. Hund. Katze. Maus. Alles verkaufen.
Für wie viel? Machen wir es günstig. Schließlich gibt's hier Bodenschätze und Fabriken und wir verkaufen nicht irgendwas, sondern ein ganzes Land, also sagen wir: Jeder Einwohner bekommt eine Million. Euro. Moment. Bevor du sagst, das ist zu teuer. Für eine Million Euro bekommst du von jedem, der hier wohnt, alles, was er hat. Sein Haus, seinen Garten, seinen Hund, wenn es sein muss, sogar die Oma. Also. Jetzt habe ich eine Million von dir bekommen und habe gar nichts. Also kaufe ich dir, dem alles gehört, ein Haus ab. Sagen wir für 500 Tausend. Jeder Einwohner kauft dir in seinem Land, das jetzt dir gehört, ein Haus ab. Und du hast nur noch eine halbe Million an jeden Einwohner gezahlt. So.
Bleibt noch eine halbe Million. Muss ich natürlich Steuern zahlen. An dich. Dir gehört das Land, also bist du der Staat, also muss ich an dich Steuern zahlen. Sagen wir 50 Prozent. Also gibt dir jeder Einwohner, dem du eine Million gegeben hast und der dir für eine halbe Million ein Haus abgekauft hat, von der verbleibenden halben Million die Hälfte als Steuern. Bleiben mir nach Ausverkauf des Landes 250 Tausend Euro. So. Was mache ich mit den 250 Tausend Euro? Na ich lebe davon, ohne je wieder auch nur noch einen Finger krumm zu machen. Aber vor allem bringe ich das Geld, damit es nicht zu Hause rumliegt, auf die Bank. Und wem gehört die Bank? Dem, dem das Land gehört. Also hast du auch die letzten 250 Tausend Euro von der Million, die du an mich bezahlt hast, wieder drin und kannst mein Geld in deiner Bank an andere Leute als Kredit vergeben.
So einfach ist das. Du kommst umsonst zu einem ganzen Staat und ich zu einem sorgenfreien Leben. Na ja. Stattdessen sind wir jetzt eben arm dran, ohne dass wir es sein müssten, und ich habe die ganze Zeit Kopfweh, weil ich die Lösung habe und weiß, dass wir gar nicht so arm dran sein müssten.

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Nachlese zum Autorentreff mit Anne Rabe
18.01.2011

Anne Rabe
Anne Rabe

"Natürlich ist die Sprache in meinen Stücken auch verändert und zugespitzt, aber ich glaube, dass sich jeder ausdrücken kann." Zum Ausdruck kommen in beiden vorgestellten Texten die Hoffnungslosigkeit und vor allem Ratlosigkeit der heutigen Jugend. Beim ersten spielt die Handlung komplett in Mecklenburg-Vorpommern, beim zweiten zum Teil auch in Hamburg. Die Spuren der langen Trennung von Ost- und Westdeutschland sind fester Teil dieser Arbeiten, außerdem der Wunsch, etwas verändern zu wollen und einen Ausweg aus dem tristen Alltag zu finden. "Für mich ist der Humor aber ganz wichtig. Auch der Sprachwitz und die Situationskomik", erwidert sie allerdings dem Einwurf, dass ihre Geschichten doch sehr ernst ausfallen würden.   Mannheimer Morgen 20.01.2011, Bernd Mand

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Nachlese zum Autorentreff mit Ewald Palmetshofer, 16.11.2010

Ewald Palmetshofer
Ewald Palmetshofer

„Du sollst nicht falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten.“ - Im Zeichen des achten Gebotes steht das neueste Stück aus der Feder des jungen Österreichers Ewald Palmetshofer.
Dieser ließ es sich nicht nehmen, selbst bei der szenischen Lesung am Dienstagabend in gemütlicher Runde in der Lobby Werkhaus des Mannheimer Nationaltheaters dabei zu sein.
Es ging um Wahrheit, Demokratie, Politik und nicht zuletzt um den Menschen. Drastisch, ein wenig moralisierend und gewohnt wortgewandt führt uns Ewald Palmetshofer wieder einmal vor, was passiert, wenn wir kalte Herzen herzen und dumme Worte wörtlich nehmen.
Für wen das „gedankliche Bungee-Jumping“ zu schnell ging oder wer bei der teilweise sehr fragmentarischen Textstruktur nicht ganz folgen konnte, sich für die ursprünglichen Motive des Stückes interessierte oder einfach so noch ein bisschen über das Gesehene und Gehörte ins Gespräch kommen wollte, dem stand der junge Österreicher in seiner charmanten Art im Anschluss an die Lesung Rede und Antwort. Die Resonanz zeigte: Auch „herzwurst. immer alles eine tochter“ ist polarisierend und bewegt den Menschen, nicht zuletzt, weil es uns mitten aus dem Herzen spricht.   Valeria Blome


Nachlese zum Autorentreff mit Felicia Zeller am 04.10.2010

Felicia Zeller
Felicia Zeller

Felicia Zeller eröffnet in der Spielzeit 2010/11 als Gast des Nationaltheaters die Reihe Autorentreff. Sie beginnt den Abend mit der Lesung eines Textes, der sich unter anderem auch mit dem momentan aktuellen Stuttgarter Hauptbahnhof auseinandersetzt (Felicia Zeller: Die schwätzende Stadt - return of spiderman in: Stuttgarter Zeitung, 24.10.2008).
Stuttgart ist ja auch die Heimatstadt der Autorin und Medienkünstlerin, die mittlerweile jedoch nach Berlin-Neukölln gezogen ist. Nachdem auch ein weiterer Text von ihr, diesmal aus ihrem Prosaband Einsam lehnen am Bekannten (Lilienfeld Verlag Düsseldorf) auf Zuspruch aus dem Publikum stößt, zeigt sie noch den Film Wir aus Baden-Württemberg, den sie 2004 mit ihrer Kollegin Rigoletti M. gedreht hat. Zum Abschluss erfuhren die Zuschauer noch einige Details über ihr Stück Gespräche mit Astronauten (UA), das die Spielzeiteröffnung im Schauspielhaus war und von Schauspieldirektor Burkhard C. Kosminski inszeniert wurde. Eine Autogrammrunde mit der beliebten Autorin beschließt den Abend in der Lobby des Werkhauses…

Felicia Zeller hat uns den Link zu ihrer Homepage zugeschickt und weist hier besonders auf den Film Wir aus Baden-Württemberg hin! http://www.s-line.de/homepages/zellereff

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Nachlese zum Autorentreff mit Gesine Danckwart am 08.06.2010

Gesine Danckwart
Gesine Danckwart

Ein lauer Abend in Mannheim. Gesine Danckwart, Autorin und Regisseurin mehrerer Projekte am Nationaltheater, und Chefdramaturg Ingoh Brux sitzen vor einer Leinwand, inmitten südafrikanisch anmutender Dekoration in der Lobby des Werkhauses. Inmitten dieser fast etwas surreal anmutenden Kulisse sprechen die beiden über das letzte Projekt der Theatermacherin, das sie diesmal ins Studio führte und kill the katz heisst. Charmant stellt Ingoh Brux Gesine Danckwart vor, berichtet kurz über die bisherigen Projekte (Müller fährt ein Straßenbahnprojekt und Und die Welt steht still, ein Projekt im Mannheimer Hafen) und erläutert dann, warum es sich diesmal nicht um ein Außenprojekt handelte, sondern man auf die Studiobühne wanderte:
Schon beim Straßenbahnprojekt lernten Danckwart/Brux den polnischen Intendanten Paweł Łysak kennen, der, begeistert von ihrer Arbeit, eine Koproduktion initiieren wollte. Auch zum Hafenprojekt kam er wieder und man beschloss, dass man eigentlich nach Land und Wasser die Luft erobern müsste. Eine weitere Idee war, den Kanal von Bydgoszcz nach Mannheim per Schiff zu bereisen und daraus ein gemeinsames Projekt zu machen. Nachdem klar war, dass dies leider nicht realisierbar sein würde, spielte Gesine Danckwart mit dem Gedanken von Mannheim nach Polen zu wandern. Schlussendlich wurde aus der Wanderung eine Zugfahrt im Warszawa - Berlin - Express (die Autorin merkt an, dass sie trotzdem viel wanderte, bis zu sechs Stunden am Stück), bis sie in Bydgoszcz, der Mannheimer Partnerstadt ankam und dort die Möglichkeit hatte, Interviews mit den unterschiedlichsten Personen zu führen. Häftlinge, Tischler, Putzfrauen, Au – pairs und Manager wurden befragt.
Zwanzig bis fünfundzwanzig Interviews gab es schließlich, aus denen Gesine Danckwart dann den Text zusammenstellte, beziehungsweise dies alles in ihre eigene Kunstsprache umwandelte und bearbeitete. Diese Arbeitsweise erfordert ein hohes Maß an Flexibilität, auch bei den Schauspielern; der Text war erst kurz vor Probenbeginn fertig und auch ins Polnische übersetzt.

„Reisen, wandern, fahren – Was ist deutsch?“

Dann begann die Arbeit mit den Schauspielern, zwei polnischen Kollegen aus Bydgozcz und zwei deutschen Schauspielern aus Mannheim. Danckwart merkt schnell, dass die Erwartung der polnischen Schauspieler darin liegt, dass sie sich mit der deutsch-polnischen Geschichte auseinandersetzen würden, was sie nicht erfüllen kann und möchte. Sie will lieber zeigen, was beide Gesellschaften verbindet, was in den Menschen vorgeht, den Leistungsdruck in einer globalisierten, immer schneller drehenden Welt. Daher rührt auch der Titel kill the katz im Polnischen kill the kac - katz/kac steht für den Kater, den Hangover, den es permanent gilt schnellstmöglich zu überwinden. Im Zentrum steht der neue, stromlinienförmige Mensch.
Immer wieder hatte die Autorin bis zu diesem Zeitpunkt auch Texte vorgelesen, die im Stück nicht mehr vorkommen und auf der Leinwand hinter ihr waren Bilder ihrer Reise zu sehen. Zum Schluss öffnen Ingoh Brux und Gesine Danckwart das Gespräch auch für Fragen des Publikums. Wie der Text umgewandelt wurde, so dass die vier alles spielen konnten? - Sie habe die Texte komprimiert, mehrere Figuren über weite Strecken zusammengefasst und in ihre Sprache transformiert.
Warum sie nicht die deutsch-polnische Geschichte thematisieren wollte?
- Sie habe ein größeres Interesse daran gehabt, dass sich die östlichen Märkte nach ihrer Öffnung mittlerweile in der gleichen Konkurrenzsituation wieder finden, wie die westlichen. Für ihre Generation stünden mittlerweile andere Probleme und Themen im Vordergrund. Gerade deshalb fühle sie sich auch gar nicht als richtig für ein Projekt, dass Geschichtliches in den Vordergrund rücken würde.
Nachdem alle Fragen beantwortet entließ man das Publikum inspiriert in den Mannheimer Abend.

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Nachlese zum Autorentreff mit der Hausautorin Ulrike Syha am 09.12.09

Ulrike Syha
Ulrike Syha

Fünf Schauspieler in fünfzig verschiedenen Rollen
Die neue Hausautorin Ulrike Syha stellt sich und ihr Stück „Privatleben“ im Werkhaus des Nationaltheaters vor

Ulrike Syha ist die neue Mannheimer Hausautorin. Zurzeit arbeitet die 33-Jährige an einem Theaterstück, das Anfang Juni am Nationaltheater uraufgeführt werden soll. Über dessen Inhalt möchte sie noch nichts verraten. In der Reihe „Autorentreff“ im Werkhaus hat sie sich und eine frühere Arbeit vorgestellt.

Lutz hat beschlossen, dass man eigentlich kein Privatleben braucht. Karla hat zu viel Privatleben, vor allem bei der Arbeit, sie hat eine Affäre mit ihrem Chef, und der wird sich bestimmt nie scheiden lassen. Lutz und Karla treffen einander in einem vollbesetzten Zug, wo Karla mittels ihres Mobiltelefons versucht, ihre eigentlich nicht für fremde Ohren bestimmten Angelegenheiten zu regeln, und Lutz muss im Gang stehen, weil sein reservierter Platz von einem „Fußballfreund im Vollrausch“ belegt ist.
„Privatleben“ heißt die im Oktober 2008 in Chemnitz uraufgeführte Geschichte, in der außer Lutz und Karla und deren Vater und dem entscheidungsunfähigen Chef Rainer noch eine Menge weitere Figuren vorkommen, die es dem Leser nicht alle so einfach machen wie diese hier: „Silke aus der Buchhaltung befindet sich in der Buchhaltung.“ „In meinen Stücken spielen meistens vier bis fünf Schauspieler fünfzig bis fünfhundert Charaktere“, sagt Ulrike Syha. Für die Mannheimer Lesung hatte sie Unterstützung durch die beiden Schauspieler Tim Egloff und Thorsten Danner. Die drei trugen die Lesefassung von „Privatleben“ so rasant vor, wie es einer Geschichte gebührt, die vor allem im ICE spielt. Die Protagonisten hauen sich ständig Lebensweisheiten um die Ohren und zerhauen gleichzeitig, was längst in Stein gemeißelt zu sein scheint: „Wir haben die Welt von unseren Kindern nur geliehen – schrecklich.“ „Ich hasse jede Form von Anstrengung, von Engagement.“ Sätze, die klingen wie tausendmal gehört und dann im Abgang noch eine Irritation auslösen: „Deine Mutter hatte schon immer die Angewohnheit, sich in Dinge einzumischen, die sie nicht mal interessieren.“ „Wer immer hier wohnt, scheint kein Interesse zu haben, seine Pflanzen zu katalogisieren.“
Ulrike Syha hat eine sehr jetztzeitgemäße Geschichte geschrieben, in der der kleine Alltag kurz immer mal wieder die großen Fragen unserer zeit streift, die Fragen nach Globalisierung, Kapitalströmen und Terrorismus. Aber wirklich zeit haben die Figuren dafür nicht, auf ihrer Reise zu sich selbst und durch die Bundesrepublik Deutschland. „Heimat“ ist ein Begriff, der Ulrike Syha sehr interessiert. Sie ist selbst ständig unterwegs und musste kurz überlegen, wo sie dieses Theaterstück, ihr zehntes, eigentlich geschrieben hat. In Italien? Nein, in Schöppingen, wo sie Stipendiatin der Stiftung Künstlerdorf war. Und jetzt ist also Mannheim ihre temporäre Heimat, wo sie gerade eine Wohnung bezogen hat. Aber immerhin: „Es fängt an, sich vertraut anzufühlen.“
Nicole Hess (Journalistin, Die Rheinpfalz)

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Autorentreff mit Peter Michalzik 06.05.2009


Nackt oder nicht nackt

Theaterkritiker Peter Michalzik liest im Nationaltheater

 
Wie sollte sich der Theaterzuschauer benehmen? Und was ist überhaupt Theater? Peter Michalzik, Theaterkritiker der „Frankfurter Rundschau“, hat eine „Gebrauchsanweisung fürs Theater zum Theater“ geschrieben. Am Nationaltheater hat er aus seinem launigen Buch „Die sind ja nackt!“ gelesen. „Warum müssen die immer nackt sein?“ und „Warum können die nicht mehr sprechen?“ So lauten die häufigsten Fragen nach einer Aufführung, die Michalzik immer wieder zu Ohren kamen. Das Nörgeln über den Verfall des Deklamationstheaters erklärt er sich aus der über 200-jährigen idealistischen deutschen Aufführungstradition. Aus ihr lässt sich dann auch die Unterdrückung des Körpers, besonders wenn er unbekleidet ist, ableiten. Denn gerecht erscheint dem Kritiker der Vorwurf nicht: „Das Theater ist weniger nackt als das Fernsehen.“

Dem Mannheimer Theater und seinem Publikum erteilt der Kritiker in seinem Buch allerdings ein dickes Lob. Für ihn gehört das Nationaltheater zu den ganz wenigen Spielstätten, die von allen in der Stadt akzeptiert wird. Von allen? Nein, es gab einmal den Lokalpolitiker Sven-Joachim Otto, der vorschlug, das Theater abzuschaffen, und dann nach seiner eigenen Abschaffung als Politiker selbst auf die Bühne trat. In einer „Wallenstein“-Aufführung berichtete er, wie ihn seine Partei als Oberbürgermeister-Kandidaten aufgebaut und dann fallengelassen habe. Der „Wallenstein“ wurde vor vier Jahren von Rimini-Protokoll eigenwillig inszeniert, einem Theater-Kollektiv, das Michalzik als das erfolgreichste der Gegenwart feiert.

Seine höchste Bewunderung gilt jedoch dem Regisseur Jürgen Gosch, dessen Düsseldorfer „Macbeth“ einen Skandal provozierte und Michalziks Buch den Titel gab. Die Darsteller nämlich waren samt und sonders nackt, männlich und suhlten sich in Blut und Kot. „Der größte lebende Theaterregisseur zumindest in Deutschland“, sagt Michalzik über Gosch.

Nebenbei stellt er Benimm-Regeln für Zuschauer auf, so die, einen Hustenanfall in der Armbeuge zu ersticken. Dem Theaterschlaf dagegen will er freien Lauf lassen, weil der Schlaf stärker ist. Seine Definition von Theater schließlich ist weit. Wenn zwei sich begegnen und der eine dem anderen zuschaut, findet Theater statt. Da erscheint es nur schlüssig, wenn Michalzik meint, wir lebten „in einer vollkommen „durchtheatralisierten Welt“.
Hans-Ulrich Fechler, Die Rheinpfalz

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Autorentreff mit Gesine Danckwart 02.04.2009

„In der lockeren Atmosphäre der Werkhaus-Lobby erzählte Danckwart unterhaltsam von ihren Erlebnissen und Bekanntschaften bei der Planung. So brachte sie ein Besuch in Mannheims Schifferkinderheim auf den ungewöhnlichen Namen der von Bewegung geprägten Arbeit: erleben die Schifferkinder die Welt zunächst nur als gemächlich vorbeiziehende Kulisse, steht sie bei ihrer Einschulung auf einmal still.“ Mannheimer Morgen

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Autorentreff mit Jan Naumann 26.03.2009

„So führte der gebürtigen Münchner zusammen mit Dramaturg Volker Bürger in das Leben und Schaffen eines Mannheimer Hausautoren ein. Das imaginäre Rattern des Projektors im Ohr, gewährte er einen Rundgang durch die karge Hausautoren-Wohnung, erzählte von mühsamen Kämpfen mit der Hausautoren-Waschmaschine und dem spannenden Treiben vor dem Hausautoren-Balkon. Streitende Ehepaare, küssende Liebende oder urinierende Fasnachter – für den leidenschaftlichen Beobachter Neumann ein Quell der Inspiration. Anregungen des Alltags, die in der Stückentwicklung „Königs Moment“ ihren Weg auf die Bühne fanden.“ „Dank lustiger Anekdoten und den gelesenen Textausschnitten, lässt er tief in seine Arbeitsweisen blicken, schlägt Brücken und gewinnt die Sympathien des zahlreich erschienenen Publikums.“ Mannheimer Morgen

 

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Autorentreff mit Albert Ostermaier 25.02.2009

„…die Publikumsbeteiligung ist für einen „Autorentreff“ rekordverdächtig. Das spricht zum einen für die Popularität des seit 1997 immer wieder nach Mannheim zurückkehrenden Dramatikers, Lyrikers und Autors, zum anderen auch für eine stringentere und weiter zunehmende Zusammenarbeit von Nationaltheater, Freunden und Förderern, den neu gegründeten jugendlichen „NThusiasten“ und des Seminars für Deutsche Philologie, das sich „Theater und Dramatik der Gegenwart“ ebenso widmet wie „Friedrich Schiller bis Jan Neumann – Hausautoren am Mannheimer Nationaltheater.“ „Ostermaier fordert Theater als Ort der Wahrnehmung, der nicht nur nach Feuilletons, Berliner Theatertreffen und Auslastungszahlen schielt.“ Mannheimer Morgen

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Autorentreff mit Theresia Walser 04.12.2008

Theresia Walser war der erste Gast der neuen Reihe der Autorentreffs in der vollbesetzten Lobby des Werkhauses. In entspannter Atmosphäre - mit Weinprobe auch für das Publikum - stellten die Autorin, Burkhardt C. Kosminski und das Ensemble das neue Stück „Monsun im April“ vor. Abwechselnd lasen mal die Schauspieler, mal Theresia Walser aus dem neuen Stück vor. Das Publikum erfuhr auch über den nicht immer leichten Weg einer Stückentwicklung und die Namensgebung des Stückes.

 

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