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Begegnung vom 16.12.2009 mit Dan Ettinger
„Volles Haus“ im Anna-Reiss-Saal beim Besuch von Dan Ettinger im Rahmen der Begegnungen mit den Freunden. Der junge GMD erwies sich ein weiteres Mal als Zuschauermagnet und wurde seinem Ruf als charismatische Persönlichkeit, die die Mannheimer Musikfreunde schon in zwei Akademiekonzerten und in der Carmen-Premiere begeistert hatte, auch an diesem Abend gerecht.
In freundschaftlicher Verbundenheit führte Operndirektor Peter Kehr durch den Abend, der den Freunden biographische und künstlerische Aspekte darbot. Elegant und eloquent wechselte der Gast dabei mühelos zwischen englischer und deutscher Sprache. Dan Ettingers Familie stammt ursprünglich aus Rumänien, seine Kindheit und Jugend spielte sich in Israel ab. Ein künstlerischer Zug läuft seit Generationen durchs seine Familie („it´s in my genes“ - nicht zu verwechseln mit Jeans), so war es nicht verwunderlich, dass der junge Mann in das künstlerische Fach strebte. Obwohl schon immer eine Neigung zum Dirigieren bestand, war Dan Ettinger bis zu seinem 30. Lebensjahr als lyrischer Bariton (Papageno) engagiert. Nach einer Tätigkeit als Chordirigent erfolgt der endgültige Übergang in das neue Fach, wobei er nie formalen Dirigierunterricht genossen hat. Auf Empfehlung gelangte er in die Betreuung durch Daniel Barenboim in Berlin, dort empfing er seine künstlerische Prägung. Leitsatz war die Aussage Barenboims: „Was Du selber mitbringst, muss man Dir nicht beibringen. Was Dir fehlt, lernst Du bei uns.“
Den Kern des Abends bildeten Ettingers Aussagen zu seiner Auffassung über seine Rolle als Dirigent. Sein zentrales Anliegen nennt er Kommunikation, den unmittelbaren und direkten Kontakt mit Musikern und Sängern. Dazu setzt er seinen ganzen Körper ein, er dirigiert im wahrsten Sinne des Wortes wirklich mit Leib und Seele. Dabei ist der engste Kontakt mit Orchester, Sängern und Chor möglich beim Dirigat ohne Partitur (z.B. in Carmen). Ettinger äußerte sich begeistert über die Aufnahme durch das Orchester - Unterhaltungen mit Musikern bestätigen die gegenseitige Achtung. Schwerpunkte seines Repertoires und gleichzeitig seine Lieblingskomponisten sind Mozart, Wagner und Puccini (Verdi’s Traviata ist sein Glücksstück), zeitgenössische Musik ist im Augenblick noch nicht in seinem Repertoire. Ettinger ging auch sehr offen auf die bekannte Problematik der Wagner-Rezeption in Israel ein, bei der er auch in naher Zukunft keine Hoffnung auf Änderung erkennen kann. Der Dirigent bekannte sich vehement zum oft beschworenen „Multitasking“, seine Talent zeigt sich in der Fähigkeit, mehrere Projekte simultan zu verfolgen, zum Beispiel in dem Dreieck Israel, Mannheim, Tokio mit zusätzlichen Abstechern an große Opernhäuser der Welt (Tokio, New York), dabei verfolgt er neben den Operndirigaten weiterhin seine Karriere als Konzertdirigent. Er brachte sehr deutlich zum Ausdruck, dass ein Reiz seines Engagements in Mannheim, im Unterschied zu den Gastrollen, darin liegt, ein Orchester durch kontinuierliche Betreuung nach seinen Vorstellungen zu formen. In einer sehr offenen Fragenrunde bewies Dan Ettinger erneut seine Fähigkeit direkt und aufgeschlossen mit seinem Publikum Kontakt aufzunehmen, die Begeisterung der Freunde am Schluss des Abends zeigte den Dank für seinen Besuch und war Ausdruck der großen Sympathie, die die Mannheimer schon nach kurzer Zeit „ihrem“ jungen GMD entgegenbringen.
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|  Begegnung vom 16.12.2009
mit Dan Ettinger
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