 |
 |
Begegnung vom 20.04.2011 mit dem Schnawwl: Der Junge mit dem Koffer
Dass Kinder- und Jugendtheater nicht nur einen Reiz auf die Zielgruppe der jungen Theaterbesucher ausübt, bewies der überaus zahlreiche Besuch der (erwachsenen) Freunde des Nationaltheaters im Schnawwl: Mit großem Interesse und Anteilnahme folgten die Besucher der Geschichte des „Jungen mit dem Koffer“. Das Stück ist eine zeitlose Parabel über das Schicksal von Menschen, die im Rahmen von Militäraktionen ihre Heimat verlieren und sich als Migranten in fremden Ländern mit fremden Kulturen zurechtfinden müssen. Hauptperson ist ein Junge, der aus der Heimat fliehen muss und wie Sindbad der Seefahrer im Laufe der Reise unterschiedliche Begegnungen und Abenteuer erlebt. Das Stück ist eine Koproduktion des Schnawwl mit dem Ranga Schankara Theater in Bangalore / Indien. Der Austausch mit dem indischen Theater wird seit einiger Zeit vom Goethe-Institut und der Bundeskulturstiftung unterstützt und von beiden Seiten sichtbar mit Leben gefüllt.
Als äußeres Zeichen dieser länderübergreifenden Kooperation wird das Stück zweisprachig aufgeführt mit indischen und deutschen Schauspielern. Schnawwl Dramaturgin Julia Dina Heße, die die Diskussion nach der Aufführung temperamentvoll und kenntnisreich moderierte, stellte den Zuschauern die indischen Partner vor, darunter die Leiterin des Ranga Schankara Theaters Arundhati Nag, sowie Schauspieler, Sänger und Musiker, die in ihrem Heimatland zu den absoluten Stars der Theater- und Musikszene zählen. So wird die Sängerin und Schauspielerin M.D. Pallavi von ihren indischen Fans sogar in Heidelberg erkannt und der Gitarrist Konarak Reddy ist nicht nur eine bekannte Größe in der indischen Musikszene, sondern gibt auch Konzerte in Europa. Ausführlich und nachvollziehbar schilderten die Schnawwl Mitglieder und ihre Gäste den Produktionsprozess, bei dem es auf gegenseitige Rücksichtnahme ankam, aber zugleich stets eine gegenseitige Inspiration stattfand.
Interessant war, zu erfahren, dass Englisch nicht nur die verbindende Sprache zwischen den deutschen Schauspielern und ihren indischen Kollegen war. Auch die indischen Gäste haben wegen der Vielfalt der Sprachen in Indien ebenfalls Englisch als gemeinsames sprachliches Band. Eine große Rolle spielt die Musik in dem Stück, die ebenfalls von deutschen und indischen Musikern zusammengestellt wurde. Auch den Zuhörern wurde deutlich, dass die Kombination der vorwiegend emotionalen indischen Musik mit der stark strukturierten deutschen Musik einen besonderen Reiz der Aufführung ausmacht. Die Entstehungsgeschichte der Aufführung wurde in Erzählungen lebendig. Die Schnawwl Mitglieder hielten sich zu Proben vier Wochen in Indien auf und schwärmten von der Gastfreundschaft der indischen Kollegen. Sie werden die Produktion im Sommer in Indien zeigen. Die indischen Kollegen zeigten sich beeindruckt von dem positiven, freundschaftlichen Klima innerhalb des Schnawwl Ensembles. Der indische Schauspieler B.V. Shrunga fasste seine Eindrücke in dem Satz zusammen: „Everybody who works in the Schnawwl is a happy person.“ – Eine Einschätzung, der sich die Freunde und Förderer nach diesem Abend aus eigener Überzeugung voll anschließen können.
|
|
|



 | 
|  | 
|  Begegnung vom 20.04.2011 mit dem Schnawwl Der Junge mit dem Koffer
|

|
|


|



|