Die Historie des Vereins der "Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim e.V."

Nach Kriegsende lag das ehrwürdige Mannheimer Nationaltheater, das mehr als 150 Jahre auf dem Innenstadt-Quadrat B 3 gespielt hatte, in Trümmern. Gespielt wurde auf einer Notbühne im Lichtspielhaus „Schauburg“ in K 1 an der Breiten Straße. Der Hunger nach geistiger Nahrung und die Nachfrage nach Theaterkarten war enorm. Die Stadtverwaltung erwog und verwarf Pläne aller Art, wie ein normaler Theaterbetrieb wieder in Gang gesetzt werden könnte. Der Gedanke einer Fusion mit dem Stadttheater Heidelberg führte zu Protesten der Bürgerschaft und des Theaters. Auf diese Situation antworteten beherzte Mannheimer Bürger am 3. März 1950 mit der Gründung der „Gesellschaft der Freunde des Nationaltheaters Mannheim“. Unter dem Vorsitz von Carl Reuther und Carl Kober forderte die Gesellschaft die Erhaltung und Förderung der traditionsreichen Mannheimer Bühne und griff dabei auch den Wunsch nach einem Theater-Neubau auf, der inzwischen in der Mannheimer Bürgerschaft aufgekommen war.

In einer Zeit größter Wohnungsnot entschloss sich die Stadt Mannheim unter Oberbürgermeister Professor Dr. Hermann Heimerich zum Theaterneubau auf dem Goetheplatz. Die Bürger wurden zur Mitfinanzierung des Großprojekts aufgerufen. Der entscheidende Beitrag der Bügerschaft kam mit Hilfe einer Tombola zustande, die von der Gesellschaft der Freunde initiiert und mit gestifteten Preisen gespickt worden war. In hundert Verkaufstagen wurden 1,2 Millionen Lose abgesetzt und ein Betrag von 1,1 Millionen DM eingenommen – in jener Zeit kurz nach der Währungsreform eine atemberaubende Summe. 1956 folgte eine zweite Tombola, die abermals 460 000 DM einbrachte. Das neue Nationaltheater wurde schließlich durch Stadt und Land mit einem Kostenaufwand von 18 Millionen DM gebaut und 1957 eröffnet.

Die Gesellschaft der Freunde des Nationaltheaters Mannheim hatte mit diesem Kraftakt ideell und materiell maßgebend zum Theaterneubau beigetragen. Nach dieser enormen Anstrengung wurde es stiller um die Gesellschaft. Sie sah sich nach neuen Aufgaben um und fand einen Kooperationspartner in der Mannheimer Abendakademie und Volkshochschule. Die Abendakademie unter Leitung von Heinz Ufer stellte dem Verein nicht nur Organisationseinrichtungen zur Verfügung, sondern sie führte in Zusammenarbeit mit ihm dem Theater neue Besucherschichten zu. Die Sparkasse Mannheim, jetzt Sparkasse Rhein Neckar Nord, trat ab 1990 als hilfreicher Partner in Organisations- und Verwaltungsfragen an ihre Stelle. Im Jahr 1992 beschloß die Mitgliederversammlung die Umbenennung der Gesellschaft in „Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim e.V.“

Der Verein mit dem neuen Namen und bald auch mit einem neuen Vorstand (Vorsitzender Professor Dr. Achim Weizel, Stellvertreter Ulla Hofmann und Karl Heinz Böhler) setzte an bei einer raschen und kraftvollen Mitgliederwerbung. Von 1993 bis heute wuchs der Mitgliederbestand von 150 auf weit über 2.000 Freunde und Förderer. Seit 1996 hat sich dem Verein als Nachwuchsorganisation der „Schnawwl-Club“ zugesellt, der mit großem Erfolg dem Kinder- und Jugendtheater des Nationaltheaters ein junges Publikum zuführt.

Der große Mitgliederstamm des Vereins aus allen Bevölkerungsschichten und aus dem ganzen Umland bildet nun die Lobby des traditionsreichen Mannheimer Theaters, das seit 1779 ununterbrochen spielt. Angesichts der Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand entwickelte sich der Verein auch zum Sprachrohr der Bürger gegen drohende Einschnitte in die Theaterexistenz. Zur Unterstützung des Vorstands bildete sich ein Beirat aus Bürgerinnen und Bürgern, in dem Theaterfreunde wichtige Belange des Theaters mit Vertretern der Wirtschaft und Politikern aus Stadt und Land erörtern. Aus Spenden und Mitgliederbeiträgen hat der Verein zahlreiche Produktionen des Theaters unterstützt und verschiedene Einrichtungen finanziert, so beispielsweise die Übertitelungsanlage im Opernhaus, das Tonstudio oder den Informationsstand im Foyer. Ende 2001 hat der Verein mit einer Initialstiftung die „Stiftung Nationaltheater Mannheim“ auf den Weg gebracht, die in den ersten fünf Jahren Ihres Bestehens ein Kapital von über 800.000 Euro angesammelt hat.

Ansprechpartner
Richard Dietmann
Ruf: 0621-734721


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Bild: © Christian Kleiner













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