Nachdem vor einiger Zeit drei weibliche Mitglieder des Orchesters bei den Freunden zu Gast waren, hatten die Freunde dieses Mal das Vergnügen, zwei herausragende männliche Solisten begrüßen zu dürfen. Friedemann Döling ist Solocellist im Orchester, Johannes Dölger ist seit vielen Jahren als 1. Solobassist tätig. Mit großer Sachkenntnis, spürbarer Begeisterung und großer Sympathie für die Musiker führte Sabine Schweitzer durch den spannenden Abend.
In ihrer Eröffnung wies sie auf die verschiedenen Charakteristika der beiden Instrumente – Violoncello beziehungsweise Kontrabass - hin, wobei über interessante Parallelen zu den Charakteren der jeweiligen Spieler spekuliert wurde.
Geradlinig führte Friedemann Dölings Weg zur Entscheidung, Cellist zu werden - Kollegen seiner Eltern, beide Berufsmusiker, waren die Vorbilder. Sein Studium absolvierte er zunächst in Hannover, später in Berlin. Als eine Solistenstelle am Nationaltheater vakant wurde, bestätigte ihm sein Lehrer vorab nicht nur die hohe musikalische Qualifikation zum Engagement in Mannheim: Er sei auch „hart im Nehmen“ - ein Hinweis darauf, daß die hohe Belastung der Mannheimer Musiker bundesweit bekannt ist. Dieses erste Probespiel mündete dann auch tatsächlich direkt in ein Engagement als Solocellist am Nationaltheater.
Friedemann Döling sprach sich überzeugt für die Arbeit im Opernorchester aus, deren Vielfältigkeit ihn begeistert. Johannes Dölger wurde ursprünglich von einem Lehrer wegen seiner Körpergröße dem Kontrabass zugeordnet, schnell wurde aber auch seine tiefe Zuneigung und enorme Begabung für das Instrument erkennbar. Und so war er bereits mit 15 Jahren Gaststudent an der Hochschule in Würzburg und machte rasch Karriere in Jugendorchestern wie z.B. dem Jugendorchester der Europäischen Gemeinschaft, er ist außerdem Preisträger von Jugend musiziert. Zunächst studierte er zwar Griechisch, Latein und Geschichte, doch dann überwog die Leidenschaft für den Bass. Und bereits während des letzten Studienjahres in Frankfurt am Main führte ihn sein Weg nach Mannheim.
Beide Musiker berichteten über die Arbeit im Orchester, über die dringend notwendige Harmonie mit den Kollegen der eigenen Gruppe sowie mit den anderen Musikern. Bei einer kleinen Instrumentenkunde wurden den Zuhörern praktische Beispiele für die Möglichkeiten der beiden unterschiedlichen Instrumente gegeben, die Stellung von Violoncello und Kontrabass im Spektrum der Streichinstrumente wurde deutlich. Dass auch sehr viel körperliche Arbeit, insbesondere beim Kontrabass, in der Aufführung langer Stücke steckt, wurde eindrucksvoll demonstriert. Seit 1996 spielen die beiden Musiker als Duo. Gleichermaßen ihre Harmonie als Duo und ihr Können als Solisten demonstrierten sie in virtuosen Ausschnitten aus Rigoletto und Werken von Gioacchino Rossini, Bernhard Romberg sowie des in Mannheim u.a. als Professor einer Kompositionsklasse tätigen, 1992 verstorbenen Komponisten Hans Vogt.
Ein langer Beifall war der Dank für diesen faszinierenden Abend.