Begegnung vom 25.11.2009
mit Jenny König und Matthias Thömmes


Von Angst war oft die Rede an diesem Abend: Angst vor dem Vorsprechen, Angst vor der Leseprobe, Angst vor dem ersten Auftritt – aber auch Dankbarkeit für die Mannheimer Kollegen und für den Schauspieldirektor, die diese Ängste so rasch auflösen konnten. Denn die beiden jungen Schauspieler Jenny König und Matthias Thömmes, die an diesem Abend bei den Freunden und Förderern des Nationaltheaters zu Gast waren, kommen frisch von der Schauspielschule und erleben in Mannheim ihr erstes Engagement. Jenny König spielt das Kind in „Freie Sicht“ und das Indianermädchen in „Eine Familie“, Matthias Thömmes ist einer der edlen Herren, die im Programmheft der „Johanna von Orleans“ nur summa summarum als „die Männer“ neben der Jungfrau aufgeführt sind.

Jenny König hatte schon in der Schule in Eisenach Theater gespielt und schon mit 14 Jahren Gesangsunterricht. Wollte sie Schauspielerin werden ? Eigentlich wollte sie Musical studieren. Doch das mit dem Tanzen, das klappte nicht so recht. Erst ganz allmählich reifte der Wunsch, Schauspielerin zu werden - „aber dann war er da. Spielen – das ist eine Droge …“ . Ob sie die schwierigen Berufsaussichten bedacht habe ? fragte behutsam der Moderator Chefdramaturg Ingoh Brux. „Anders wo sind sie auch schwierig“, antwortete Jenny. In den siebziger Jahren habe man Theater als politisches Medium begriffen, fuhr Brux fort. Wie sehe eine junge Schauspielerin das heute ? „Wenn Du an etwas glaubst, kannst Du etwas verändern“, antwortete eine nachdenkliche Jenny: „Ist das dann politisches Theater ?“ Sie glaubt an die Macht der Worte, an die Macht der Bühne.

Matthias Thömmes erlebte mit 17 Jahren den Auftritt der großen Schwester in „Hochzeit des Figaro“. Er war begeistert und meldete sich beim nächsten Casting des Koblenzers Theater selbst an. „Ich wurde sogar genommen.“ Doch bevor die Schauspielschule folgte, absolvierte er eine Lehre als Industriekaufmann. Durchaus mit Erfolg – „aber ich wollte etwas ganz anderes“. Mit dem Diplom der Schauspielschule in der Tasche sprach er in München vor und bereitete sich auf das nächste Vorsprechen in Freiburg vor, als ihn ein  Anruf aus Mannheim ereilte : Einen Typ genau wie ihn suche man. Sofort. Und nun ist er am Nationaltheater und spürt an jedem Abend, „was den Menschen antreibt beim Theaterspielen“. Eine ganz neue Erfahrung machte er in der Gemeinschaftsproduktion mit dem Kinder- und Jugendtheater Schnawwl, wo er in „Ronja Räubertochter“ mitspielt. „Kinder sind ein hoch anspruchsvolles Publikum, sie verlangen vom Schauspieler eine außerordentliche Disziplin und eine ganz andere Konzentration … “ .

Ingoh Brux ermunterte die beiden jungen Künstler noch zu zwei überraschenden Einlagen. So spielte Jenny König auf der Gitarre ein Lied von der Angst, allein zu sein „Cold water“ von Damien Rice, und Matthias Thömmes erklärte dem Publikum mit Rio Reiser „Ich werde dich lieben“.

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Begegnung vom 25.11.2009
mit Jenny König und Matthias Thömmes



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