Begegnung vom 14.03.2007
Kevin O’Day zu Gast bei den Freunden und Förderern des Nationaltheaters


Kevin O’Day verteilt sein Ensemble in die vier Ecken, die Mitte, in den Hintergrund und an die Seiten des Saals im Mannheimer Alstom-Tanzhaus und gibt jeder Paarung zunächst einen Raumweg vor. Schritt für Schritt stellt er ihnen dann individuelle Bewegungsaufgaben; Drehungen, Bodenteile, Sprünge und Hebungen, erst ohne, dann mit Musik. Die exakte Ausführung und den Rhythmus überlässt er ihnen weitgehend selbst.


Innerhalb von 15 Minuten choreographiert der Mannheimer Ballettdirektor vor den Freunden und Förderern eine Sequenz und lässt so im „BallettMonatMärz“ die Reihe „Begegnung mit ...“ zu einer mit dem Tanzen selbst werden. Sogar zu einer sehr intensiven, denn auf der Probebühne in der Käfertaler Galvanistrasse sitzen die Zuschauer hautnah am Geschehen, sehen jeden Schweißtropfen, hören jede Anstrengung, spüren, dass Ballett harte Arbeit voraussetzt, um leicht auszusehen.


Hauptthema des Abends aber war die Entwicklung einer Choreographie. „Manchmal habe ich genaue Vorstellungen, manchmal - so wie heute – arbeite ich ganz spontan“, liess der Amerikaner seinen Manager Steven Markusfeld übersetzen. Und weil O’Day in seinem Ballettabend „Entre Deux“ (Premiere: 12. Mai) auch andere Choreographen einbezieht, gab er Luches Huddleston Jr. Und Robert Glumbek – der eine ist, der andere war Ensemblemitglied in Mannheim – die Möglichkeit, sich bei ihrer ureigenen Arbeitsweise über die Schulter schauen zu lassen.


Aus einer starken eigenen Emotion heraus und ganz von sich selbst ausgehend, entstand 2006 Glumbeks in Toronto preisgekröntes Duett, dessen Schlussteil „Vor dem Sturm“ ihm beim ersten Versuch noch zu aggressiv getanzt wurde, bei der Wiederholung aber seinen ungeteilten Beifall und den der Zuschauer fand. Lust auf mehr machte auch Huddlestons humorvolle „Konversation zweier Körper“, in der Aktion und Reaktion die Sprache ersetzen.


Viel intensiver als auf der Bühne des großen Hauses wirkte „Weather“, der dritte Teil von O’Days „Metamorphosen“. Die auf CD längst nicht so nervös klingende Musik Michael Gordons dominierte nicht mehr und die kaum vorhandene Distanz zum Geschehen ließ O’Days andere Herangehensweise an die Bewegung viel besser erkennen: Nicht Körper und Musik reagieren in einem Raum aufeinander, sondern „hier bewegt der Körper den Raum, die Moleküle, die ihn umgeben, und das wiederum findet in den Bewegungen Widerhall“. Ausgestattet in vom Förderverein finanzierten Kevin-O’Day-Ballett-T-Shierts, bewies das Ensemble viel Lust an diesem Abend mit engem Kontakt zum Publikum, der im Tanzhaus keine Eintagsfliege bleiben soll Doch bevor dafür alle Genehmigungen erteilt sind, gibt es am 30. März in der Kunsthalle bei „Impromptu 12+1“ eine weitere Ballett-Begegnung der besonderen Art.

Text: Sybille Dornseiff, Mannheimer Morgen, 17. März 2007

Apropos:
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Die Zeitschriften ELLE und GQ für die Ballett-Ensemble-Mitglieder hat unser Mitglied Rafaela Hübner von Hübner’s Damen- & Herrenkommode gesponsert. Die Ballettleute haben sich darüber und über die besondere Schokolade sehr gefreut.

Ansprechpartner
Richard Dietmann
Ruf: 0621-734721



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