BILANZ DES MANNHEIMER MOZARTSOMMERS 2014

Am Sonntag, den 20. Juli fand nach neun Festivaltagen die fünfte Ausgabe des Mannheimer Mozartsommers mit dem Open-Air-Konzert Schloss in Flammen ihren Abschluss. Mit insgesamt 14.907 Zuschauern und einer Zuschauerauslastung von 94,5 % endete der Mannheimer Mozartsommer 2014. Aufgrund der Ausweitung des Programms auf Spielstätten wie den Speyerer Dom und durch die zahlreichen ausverkauften Vorstellungen konnte die Besucherzahl im Vergleich zur vorherigen Ausgabe (2012: 12.930) erheblich gesteigert werden. Der nächste Mozartsommer findet im Juli 2016 statt.


ERÖFFNUNGSKONZERT, 12.07.,2014, 11.00 Uhr, Mozartsaal
Schloss Schwetzingen
Solisten: Olga Mykytenko, Rudolf Meister
Musikalische Leitung: Ruben Gazarian
Württembergische Kammerorchester Heilbronn

ERÖFFNUNGSKONZERT, 12.07.,2014<br />©Foto:Christian Kleiner
ERÖFFNUNGSKONZERT, 12.07.,2014©Foto:Christian Kleiner

„Im zweiten Teil der Matinee zeigen die Württemberg schließlich, weshalb ihr Ruf so gut ist: Tschaikowskis C-Dur-Serenade gelingt zwar auch etwas bauschig (was auch an der Akustik liegt), doch durchaus gut.“    (Mannheimer Morgen, 14.7.2014)

„Die Streicherserenade spielt es versiert, mit Nachdruck und überaus dynamisch, wobei das Ensemble und sein mit aufwendiger Zeichengebung agierender Dirigent dem Pathos der beiden Ecksätze weitgehend gerecht wurde.“
„An Intensität und Schwung mangelte es freilich auch den Mozart-Aufführungen des Kammerorchesters keineswegs. Ganz im Gegenteil.“
„[…] die ukrainische Sopranistin Olga Mykytenko. Diese, eine Nachtigall wie aus dem Bilderbuch, imponierte durch überaus virtuose Koloraturen und profilierte sich auch als einfühlsame, eminent musikalische Gestalterin. […] Elegant, flexibel, mit feinem Anschlag präsentierte dagegen Rudolf Meister, Rektor der Mannheimer Musikhochschule, den obligaten Klavierpart der Arie „Ch’io mi scordi di te?“, den Mozart für sich selbst geschrieben hatte.“    (Die Rheinpfalz, 14.7.2014)


 

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GROSSE MESSE IN C-MOLL, Premiere 12.07.2014, 19.30 Uhr, Opernhaus Mannheim und 18.07.2014, 20.00 Uhr, Dom zu Speyer
Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Solisten: Astrid Kessler, Valentina Farcas (12.07.), Estelle Kruger (18.07)

GROSSE MESSE IN C-MOLL<br />Premiere 12.07.2014<br />©Foto: Hans Jörg Michel
GROSSE MESSE IN C-MOLLPremiere 12.07.2014©Foto: Hans Jörg Michel

„Perfekt verfugte Stimmlandschaften prägen das „Cum sancto spiritu“, der Chor wurde vom neuen Chordirektor Anton Tremmel dafür bestens austrainiert. So kann Dan Ettinger im mächtigen „Quo tollis“ nicht nur auftrumpfen, sondern mit Fläche und Volumen spielen. Und das „Credo“ sogar swingen lassen.“
„Valentina Farcas führt die vier Gesangssolisten an, Koloraturen sind bei ihr ein feiner Farbsprühregen, Spitzentöne Übungen im Loslassen“     (Mannheimer Morgen, 14.7.2014)

„Begeisternd war an sich schon die Begegnung mit dem Stück, das neben dem Requiem als Mozarts kirchenmusikalisches Hauptwerk gilt und ebenfalls unvollendet blieb. […] fasziniert das Stück durch seine großartige musikalische Architektur und beglückende melodische Inspiration.“
„Mit Orchester und Chor des Nationaltheaters stand Generalmusikdirektor Dan Ettinger für eine sehr stilvolle, durchweg spannungsgeladene, betont expressive Aufführung ein. Sie bestach durch gezielte Darstellung der hochkomplexem, mehrstimmigen Satzgebilde, […].“
„Als erstklassige Stilistinnen und brillante Koloratursängerinnen erwiesen sich die beiden Solosopranistinnen, Valentina Farcas und Astrid Kessler. […] Tenor Szabolcs Brickner und Bassist Bryan Boyce entledigten sich einwandfrei ihrer weniger exponierten Aufgaben. Exzellent die von ihrem neuen Chef Anton Tremmel einstudierten Chöre.“     (Die Rheinpfalz, 14.7.2014)


 

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W A Mozart und Kurt Schwertsik (Musik) / Add de Bont (Text)
MOZART IN MOSKAU, Uraufführung 13.07.2014, 11.00 Uhr, sowie am 17. & 18.07., JUNGE OPER MANNHEIM, Opernhaus Mannheim
Musikalische Leitung: Lorenzo di Toro

MOZART IN MOSKAU<br />Uraufführung 13.07.2014<br />©Foto: Hans Jörg Michel
MOZART IN MOSKAUUraufführung 13.07.2014©Foto: Hans Jörg Michel

Inszenierung: Daniel Pfluger
Bühne: Tessa-Veronika Janus
Kostüme: Janine Werthmann
Licht: Christina Wurmbach
Video: Thilo David Heins
Dramaturgie: Anselm Dalferth


„Viel mehr geht nicht, und es zahlt sich aus: Der Witz des Stücks besitzt enorm viel Geist – wie es sich ja für echten Witz gehört. Er ist zwar ab acht Jahren freigegeben […] aber auch große Kinder können damit glücklich werden.“
 „Imposant ist Ludovica Bello als 1,90 Meter große Großherzogin […]. Und Nikola Diskic ist ein herrlich ungehobelt-papagenohafter Hausdiener Sebastian.“   (Mannheimer Morgen, 16.7.2014)

 „Ebenso vergnüglich wie virtuos schlüpfen die Darsteller in verschiedene Rollen. Ludovica Bello gibt die zickige Primadonna Aloisia Weber ebenso vergnüglich wie sie mit der Arie der Königin der Nacht für Gaudi sorgt.“
„Hier [in der Kosakenoper] zieht die Regie alle Register und lässt mit virtuos und fantasievoll eingesetzter Videotechnik, mit live bewegten Papierfiguren, Wasserwanne und weiteren Requisiten eine Vorstellung mit wilden Kosaken, Intrigen und Schlachten über die Leinwand gehen, die spontanen Szenenbeifall herausfordert.“
„Regisseur Daniel Pfluger ist jede Menge eingefallen, was das junge und auch ältere Publikum amüsieren wird. Dabei wird schön gesungen […] in den fantasievollen Kostümen von Janine Werthmann und auf der von Tessa-Veronika Janus wandlungsreich eingerichteten Bühne.“    (Die Rheinpfalz, 15.7.2014)

„Mit spielerischer Leichtigkeit gelingt es der Jungen Oper Mannheim, das Thema von jenen zwei Seelen, die in jedes Menschen Brust schlagen, auf die Bühne zu bringen.“
„Regisseur Daniel Pfluger und sein phantasievolles Team haben diesen Plot mit Charme und Instinkt für jugendgerechten Zuschnitt inszeniert.“
„Die Sänger-Darsteller agieren fröhlich und mit ungeheurem Spieltrieb. Ludovica Bello kann […] ihr komisches Talent ausleben, Sebastian Brummer gibt der Sprechrolle des Mozart viel an Temperament und doppelbödiger Mimik mit. […] Nikola Diskić spielt den Diener Sebastian trefflich, und Christian Sturm profiliert sich und die Figuren als Großherzog wie auch Katharina die Große.“
„Das Premierenpublikum ist hellauf begeistert von einer bemerkenswert einfühlsamen Produktion, die Künstler sind es auch.“     Opernnetz (online)


 

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MITRIDATE, RE DI PONTO, Premiere 13.07.2014, 19.30 Uhr,
Rokokotheater in Schwetzingen sowie am 17. & 19.07.
Musikalische Leitung: George Petrou
Inszenierung: Nikolaus Brieger

MITRIDATE, RE DI PONTO<br />Premiere 13.07.2014<br />©Foto: Hans Jörg Michel
MITRIDATE, RE DI PONTOPremiere 13.07.2014©Foto: Hans Jörg Michel

Bühne: Raimund Bauer
Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer
Dramaturgie: Elena Garcia-Fernandez


„Es sind Bilder, die trotz eines parallel stattfindenden Fußballspiels in einem fernen Land im kollektiven Gedächtnis der Opernfans bleiben werden: Die sich genital verstümmelnde, blutüberströmte Cornelia Ptassek (Aspasia), der zuerst vor seinem Pop-Art-Gemälde einsam sinnierende, dann zuckende und sterbende Mirko Roschkowski (König Mitridate), das lupenrein Mozart singende bunte Bonbon Eunjo Kwon (Ismene) und dann der stimmlich verletzte, sich aber tapfer durch den Abend spielende Zvi Emanuel-Marial (Sifare), dessen Stimme hier von der Ersatzbank kommt, von der bestens eingestellten Mary-Ellen Nesi.“
„Und George Petrou auf der Trainerbank des NTM-Orchesters macht das clever. Er lässt offensiv spielen, die Streicher zelebrieren ein temporeiches und unverblümt präzises Kurzpassspiel ohne Tonverluste, manchmal fühlt man sich bei den schnell ausgeführten Kontern aus dem Mittelfeld fast an Adam Fischer und seinen historischen Mozartsieg von 2004 erinnert. Besonders auffällig: Wilhelm Bruns' starke Hornstafetten in der Sifare-Arie "Lungi Da Te . . .". In der 80. Spielminute zeigt er, was er auf dem Kasten hat.“
„Der tragischste Moment dieser Begegnung, und Cornelia Ptassek macht das sehr gut und intensiv, auch wenn sie bei der Stimmannahme etwas forciert. Mozart ist für sie längst kein Gegner mehr. Sie kann es mit Verdi und Puccini aufnehmen.“ (Mannheimer Morgen, 15.7.2014)

„Denn die Ouvertüre unterstrich eindrucksvoll, dass das Mannheimer Nationaltheaterorchester wieder zu einem Mozart-Sound gefunden hat, wie seit den Zeiten von Ex-Generalmusikdirektor Adam Fischer nicht mehr. Das war ein Mozart unter Hochspannung. Aufregend, kantig, wo nötig auch höchst dramatisch, aber eben auch wunderbar sensibel. Wenn der Geniestreich eines Vierzehnjährigen so gespielt wird, dann kann man den ganzen späteren Mozart schon mithören, und das heißt: den vielleicht größten Musikdramatiker der Musikgeschichte.“
„Mit einer zauberhaften Mozartstimme begeisterte Eunju Kwon als Ismene, aber auch Mary Ellen Nesi, die für den erkrankten Counter Zvi Emanuel-Marial einsprang. Er agierte auf der Bühne, sie sang im Graben.“    (Die Rheinpfalz, 15.7.2014)

„Besonders die Streicher genossen offenbar eine Einweisung in die (noch-) barocke Spielweise, und das gibt dem Abend ein solide historisch gearbeitetes, modernes Klangbild.“
„Sifares Bruder und Gegenspieler Fernace wurde von dem Countertenor Clint van der Linde als tückischer Machtmensch gegeben. Seine Stimme allerdings erlaubt subtile Zwischentöne, und so war diese Figur die interessanteste, weil vielschichtigste. Die Rolle seiner Verlobten Ismene gewann durch die Sopranistin Eunju Kwon sängerisch starkes Profil: Ihre geschmeidige Stimme hatte viele Nuancen und entwickelte einen faszinierenden Mozart-Ton. Auch der Gouverneur Arbate, gesungen von dem Sopranisten Onur Abaci, begeisterte durch eine tadellose, höhensichere Stimme und eine angenehme, der jeweiligen Gefühlssituation geschuldeten Färbung.“   (Rhein-Neckar-Zeitung, 15.7.2014)

„Zur Premiere konnte er wieder spielen, im Orchestergraben stand aber Mary Ellen Nesi und sang die Partie nun doch mit einem weiblichen Sopran. Großartig wurde sie mit der rasch einstudierten Partie fertig, wie überhaupt der Abend ein Triumph der menschlichen Stimme war.“
„Akkurat und farbenreich stellte sich dazu die Orchestermusik unter der Leitung des die Rezitative auch am Cembalo begleitenden Dirigenten, Pianisten und Alte-Musik-Spezialisten George Petrou dar.“
„Briegers Personenführung war auch ansonsten eine starke Sache: Mirko Roschkowski, mit gleißendem, sehr gefordertem Tenor, war ein heikler, in Entschlüssen und Entschlusslosigkeit unberechenbarer, insofern ernsthaft gefährlich wirkender Mitridate; Cornelia Ptassek eine stimmlich wuchtige und auch im Leiden noch megärenhafte Langzeitverlobte Aspasia; Eunju Kwon eine Ismene, die als verachtete Verlobte Farnaces ihr Betrogensein dagegen eher zwitschernd süß durchlitt.“
„Die Kostüme von Andrea Schmidt-Futterer kombinieren mit hohem Schauwert modisches Barock mit einem jediesken „Krieg der Sterne“-Appeal.“    (Frankfurter Rundschau, 16.7.2014)

„Dass es nicht zu lang ist, hat man hier in Schwetzingen erfahren. Wer bisher ein Vorurteil bezüglich dieses Stückes hatte, wurde heute Abend eines Besseren belehrt.“
„Er hat die Musik des jugendlichen Heißsporns Mozart mit einem Drive spielen lassen, mit so viel Schwung und Delikatesse, dass es einen förmlich mitriss.“
„Und die große Kostümbildnerin Andrea Schmidt-Futterer hat wunderbare, asiatisch angehauchte Quasi-Barockkostüme für diese Aufführung entworfen. Diese Kostüme sind eigentlich das Schönste an der Inszenierung.“
„[…] die Sopranistin Mary Ellen Nesi, die bewundernswerterweise in wenigen Tagen die anspruchsvolle Partie des Sifare lernte, hat sie großartig gesungen und damit die Aufführung gerettet. […]Aber nicht nur Mary Ellen Nesi war ein Glücksfall, die ganze Besetzung war es, Mirko Roschkowski sang Mitridate als noblen gebrochenen Helden, Cornelia Ptassek erwies sich in der mörderischen Partie der von drei Männern umworbenen Aspasia als wirkliche Gesangsvirtuosa, die Ismene von Eunju Kwon bezaubert durch ihren klaren Sopran. Ausgezeichnet auch der Countertenor Clint van der Linde als Farnace.“    (Deutschlandradio Kultur, 13.7.2014)

„Das anschließende Duett mit Sifare zeigt den Mozart der Reife. Die kurzfristig eingesprungene Mary-Ellen Nesi sang die Partie mit Souveränität und schönem dunklem Sopran. […] Das Ensemble wurde durch die vorzüglichen Eunju Kwon als Ismene und David Lee als Marzio abgerundet. Die Funken, die Mozart legt, entflammte George Petrou mit knisternder Delikatesse und leidenschaftlicher Hingabe, historisch informiert in der Herangehensweise, aber mit einem geradezu altmodisch schwelgerisch üppigen Klang, oft feurig bis zu letzten Szene, wo im Hintergrund die Flammen des Krieges zündeln und das Bild des Übervaters, gegen den Sifare und Farnace aufbegehren, in lauter Bauklötzchen auseinander bricht.“    (Badische Neueste Nachrichten, 16.7.2014)

„Aber das Stück ist beim Mannheimer Mozartsommer ein gutes Beispiel dafür, wie man aus einem eigentlich in der Versenkung abgetauchten Werk Funken schlagen kann, die Spannung und Faszination erzeugen. Das liegt einerseits an der Musik, die der hoch gelobte George Petrou mit dem Nationaltheater-Orchester bewusst kantig, griffig und mit Biss aufstellt, und zum anderen an der Inszenierung von Nicolas Brieger.“
„In der Titelfigur trumpft der Tenor Mirko Roschkowski aus, denn seine Farben von innigem Selbstzweifel bis unstillbarem Groll sind perfekt gesetzt.“    (Opernnetz, 19.7.2014)


 

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MOZARTS FREIHEIT, 14.07.2014, 20.00 Uhr, Schauspielhaus Mannheim
Klaus-Maria Brandauer
GrauSchumacher Piano Duo

MOZARTS FREIHEIT<br />14.07.2014<br />©Foto: Scholz
MOZARTS FREIHEIT14.07.2014©Foto: Scholz

„Brandauer wägt einzelne Worte ab, dramatisiert, übersteigt, setzt genau kalkulierte Pausen in die beglückend leicht ausschwingende Satzmelodie, als gäbe es hier einen locker gesponnenen Dialog zwischen formulierter Sprache und komponierter Musik. Für die ist das famose GrauSchumacher Piano Duo zuständig, dessen Spiel immerzu von einer vibrierenden, manchmal sogar funkenstiebenden Lust am Detail beherrscht wird. Und wo beide Künstler die zarten Gewalten musikalischer Prozesse offenen Linien anvertrauen, finden sie zu einer faszinierenden Klarheit und Präzision.“    (Mannheimer Morgen, 16.7.2014)

„Der nicht ganz so junge Brandauer identifizierte sich prächtig mit dem jungen Mozart, schlüpfte in dessen schelmisch ungestüme Seele, wenn er aus dessen Briefen las. Lustvoll hedonistisch sprach und schwadronierte er, kicherte dazwischen, ließ das Salzburger Genie quicklebendig werden.“
„Für jede Figur, jede schreibende, sprechende Person hatte Brandauer einen eigenen Tonfall. […] Richtig in Fahrt kam er bei Mozarts berühmten „Bäsle-Briefen“, die überquellen vor lustvoll gereimten und absurd gereihten Schimpftiraden. Die ohne Punkt und Komma nur von Fäkalsprache gewürzt, den Rezitator in einen wahren Rausch brachten.“
„Mit großen Spannungsbögen rezitierte der sich der österreichische Schauspieler durch dieses Programm, agierte dabei ausgesprochen musikalisch, mit Beschleunigungen und Verlangsamungen, mit reichen Variationen an Sprachfärbung und Sprach-Charakteristik. Bald schnoddrig, dann wieder prononciert.“
„Einige Briefe ließ Brandauer wie Gesänge klingen, die bisweilen auch Klavierbegleitung erhielten. Sonst interludierte das GrauSchumacher Duo mit einzelnen Sätzen von Mozart, aus der Sonate für zwei Klaviere in D-Dur etwa: ein Spiel Auge in Auge, das in den dichten Verwicklungen ebenso klar und präzise tönte wie im Entspannten und Heiteren.“     (Die Rheinpfalz, 16.7.2014 | Rhein-Neckar-Zeitung, 18.7.2014)


 

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DIE ZAUBERFLÖTE, 15.07.2014, 19.30 Uhr, Opernhaus Mannheim, Gastspiel der Komischen Oper Berlin
Musikalische Leitung: Kristiina Poska
Inszenierung: Suzanne Andrade und Barrie Kosky

Animationen: Paul Barritt
Konzeption: „1927“ (Suzanne Andrade und Paul Barritt) und Barrie Kosky

„Entwarnung: Mit der von Barrie Kosky und der britischen Schauspieltruppe „1927“ umgesetzten Produktion verbringen wir rund drei hochamüsante Stunden im Opernhaus. Die 1200 Menschen im ausverkauften Saal lachen immer wieder schallen ob der Einfälle, sich Mozarts spätem Meisterwerk locker, mit Stummfilmästhetik und Anlehnungen an Chaplin, Keaton und Co. sowie Disney und Comic anzunähern. Slapstick inklusive. Ein hinreißender Abend […].“
„Willkommen im cineastischen Wunderland der unbegrenzten Möglichkeiten. Das ist kein Humor mehr. Das ist längst Witz, der noch dadurch gesteigert wird, dass sämtliche Sprechdialoge dieser Spieloper durch eingeblendete Bemerkungen wie beim frühen Stummfilm ersetzt werden.“
„Und unter der Witzoberfläche halten die Macher mehr bereit. Da brodelt es.“ (Mannheimer Morgen, 17.7.2014)

„Nach einem musikalisch absolut überzeugenden „Mitridate“ als Eigenproduktion des Nationaltheaters am Wochenende folgte nun eine der aufregendsten Mozart-Inszenierungen der vergangenen Jahre als Gastspiel: eine „Zauberflöte“ von der Komischen Oper Berlin.“
„Die schnell wechselnden Bilder jedenfalls entwickeln eine Sogwirkung, der man dich ebenso wenig entziehen kann wie der Musik Mozarts. Für die ist an diesem Abend Kristiina Poska verantwortlich, unter deren mitreißendem  und die Sänger an ihre Grenzen führenden Dirigat das Mannheimer Nationaltheater-Orchester den guten Eindruck von der „Mitridate“-Premiere bestätigte.“
„Zu den überragenden Stimmen dieser Produktion zählt die von Beate Ritter als Königin der Nacht. Selten hat man eine so perlend-leichte, auch in der höchsten Lage nie schrill oder unsauber klingende Königin gehört.“    (Die Rheinpfalz, 17.7.2014)

„Die Story wird märchenhaft mit den Mitteln des Trickfilms und der Ästhetik der frühen Filmära erzählt […]. Die Protagonisten agieren darin live. Eine weiße Wand mit Drehtüren auf verschiedenen Ebenen ermöglicht rasche Auf- und Abtritte. Die Faszination dieser sehr gekonnten Filmanimation […] plus Live-Aktion gründet in der fantasievollen, witzigen, ja immer wieder bezaubernden Art und Weise, wie das hier geschieht.“
„[…] die Szenen sind immer etwas fürs Auge und überraschen durch intelligente Komik.“
„Nicht zuletzt ist die Königin der Nacht als Riesenspinne (gestochen scharfe Koloraturen sang Beate Ritter) ein grandioser Hingucker und die kleine Libelle, die als Zauberflöte fungiert und Noten regnen lässt, ein häufig wiederkehrendes poetisches Moment der Inszenierung. Wie überhaupt die Poesie der Bilder immer wieder bezaubert.“    (Rhein-Neckar-Zeitung, 17.7.2014)

„Filmische Elemente in der Oper und Opernheroinen und –heroen im Film: ein Gesamtkunstwerk.“
„Kosky hat sie auch weggelassen, aber durch ganz erfrischende Zwischentitel-Projektionen – in Jungendstilmuster eingerahmt – ersetzt. Knapp und bündig wird so die Handlung mit Halbsätzen vorangetrieben. Wie im alten Kintopp kommt dazu natürlich eine Klavierbegleitung, aber nicht vom schrägen Otto, sondern von Bonnie Wagner, der zu den Titeltexten auf dem Hammerklavier zwei Moll-Fantasien (KV 397 und 475) von Mozart aus dessen gesellschaftlich glücklichsten Jahren in Wien intonierte. Diese gekonnte Lösung bewirkte ohne jeden Substanzverlust eine erfrischende Kürzung des Stücks von etwa 15 Minuten.“
„Keine der Ideen verkommt zum Mätzchen, kein déjà vu und keine Provokation bei der Inszenierung, die letztlich mit vielen witzigen Zutaten immer ganz nah am Libretto bleibt.“
„Beate Ritter als Königin der Nacht brachte aus einer warmen, runden Mittellage ihre kalten, klaren und genau konturierten Koloraturen. […] Mit Bogdan Talos, der in der Premiere noch einen Geharnischten gesungen hat, stand für den Sarastro (und zugleich den Sprecher) ein mächtiger Bass mit eleganten Höhen und überzeugenden sonoren Tiefen zur Verfügung. Adela Zaharia gefiel stimmlich und darstellerisch als quicklebendige Papagena, die als Zirkusprinzessin zu verstehen war.“    (Der Opernfreund, 17.7.2014)


 

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VESSELINA KASAROVA & L’ARTE DEL MONDO, 16.07.2014, 19.30 Uhr, Opernhaus Mannheim
Musikalische Leitung: Werner Ehrhardt

VESSELINA KASAROVA & L’ARTE DEL MONDO<br />16.07.2014<br />©Foto: CL
VESSELINA KASAROVA & L’ARTE DEL MONDO16.07.2014©Foto: CL

„Vor dem Auftritt der Diva hatte freilich Werner Ehrhardt mit seinem 2004 gegründeten Spezialensemble für Alte Musik L’arte del mondo mit Antonio Vivaldis Ouvertüre zu „L’olimpiade“ für die erste akustische Sensation gesorgt. […] die ausnahmslos vorzüglichen jungen Streicher, Fagott und Cembalo perfekt integriert, versprühten so viel Feuer und Temperament, wie ihnen ihr Dirigent ohne Taktstock vorlebte.“
„Das mag daran liegen, dass ihre Register trotz aller Kunstfertigkeit – Koloraturen und Triller sind von betörender Schönheit – nicht perfekt verblendet sind. Jedenfalls entfacht ihr Gesang und die Expressivität ihrer Gestaltung, von einer leidenschaftlichen Körpersprache unterstützt, einen wahren Beifallssturm, […]“    (Mannheimer Morgen, 18.7.2014)

„Von märchenhaft-naiv bis erotisch-verrucht reicht die Ausdruckspalette der Bulgarin. Ihre Ausdrucksintensität, ihr Spiel mit musikalischen Affekten ist unglaublich: Jeden Ton scheint sie aus der Tiefe ihrer Seele zu holen. Überirdisch schöne Klänge entströmen ihrem Körper.“
„Gleich nach der Ouvertüre zu Vivaldis Oper „L’Olimpiade“ war klar: dieser Abend wird sich lohnen. Fantastische Musiker hat Dirigent Werner Ehrhardt, vor allem bekannt als früherer Leiter des Kammerorchesters „Concerto Köln“, zu einem Klangkörper zusammengestellt, der nicht nur seinem historisch informierten Anspruch gerecht wird, sondern gleichermaßen einen modernen, von Authentizität unabhängigen spritzigen Sound produziert.“    (Die Rheinpfalz, 18.7.2014)

„Dieses Ensemble nun bereicherte zusammen mit der Mezzosopranistin Vesselina Kasarova – auch sie keine Sängerin, die sich nur mit früher Musik beschäftigt – den Mannheimer Mozartsommer im Opernhaus des Nationaltheaters.“    (Rhein-Neckar-Zeitung, 18.7.2014)


 

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MOZART MEETS CUBA, 18.07.2014, 19.30 Uhr im Rokokotheater Schwetzingen
KLAZZ BROTHERS & CUBA PERCUSSION
Ein Crossover-Projekt zwischen Klassik, Jazz und latein-amerikanischen Rhythmen

MOZART MEETS CUBA<br />18.07.2014<br />©Foto: K. Foster
MOZART MEETS CUBA18.07.2014©Foto: K. Foster

„Die spieltechnischen Voraussetzungen dafür sind bei Klazz Brothers & Cuba Percussion zweifellos gegeben. Bruno Böhmer Camacho, der am Klavier die motivische Hauptlast zu tragen hatte, ist ein Pianist mit beneidenswert flinken Fingern. Tim Hahn am Schlagzeug erfreute das Publikum ebenso durch lässig eingestreute Soloeinlagen wie sein Percussion-Kollegen Elio Rodriguez Luis und Alexis Herrera Estevez – wobei Letzterer auch mit einem Solo auf seinem Spezialinstrument, der „romantischen Triangel“, hervortrat.“    (Mannheimer Morgen, 22.7.2014)


 

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LE NOZZE DI FIGARO, 19.07.2014, 19.30 Uhr, Opernbühne Mannheim, ein Gastspiel der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen in Kooperation mit dem Mozartsommer Mannheim

LE NOZZE DI FIGARO<br />19.07.2014<br />©Foto: Hans Jörg Michel
LE NOZZE DI FIGARO19.07.2014©Foto: Hans Jörg Michel

„Musikalisch hören wir nur junge unverbrauchte Sänger, alle aus der Trossinger Studentenschaft. Wen sollte man hervorheben? Vielleicht die immer ihren Stil wahrende Gräfin Kook Young Jun. Vielleicht den Counter Bagdasar Khachikyan, der den „großen“, abgründigen Cherubino gibt […]. Vor allem aber muss man das kompakte, trotzdem von Affekten aufgewühlte und historisch durchaus „informierte“ Spiel des Trossinger Orchesters unter seinem Chef Sebastian Tewinkel herausstreichen. Das ist für sich genommen schon ein starkes Plädoyer gegen die immer noch im Raum stehende Abwicklung der Hochschule.“ (Mannheimer Morgen, 21.7.2014)



 

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SCHLOSS IN FLAMMEN – FESTLICHE OPEN-AIR GALA MIT SYNCHRONFEUERWERK, 20.07.2014, 20.00 Uhr im Schwetzinger
Schlossgarten in Kooperation mit Yellow Concerts
Musikalische Leitung: Dan Ettinger

SCHLOSS IN FLAMMEN<br />20.07.2014<br />©Foto: CL
SCHLOSS IN FLAMMEN20.07.2014©Foto: CL

Moderation: Christian (Chako) Habekost
Solisten: Astrid Kessler, Francisco Brito, Nikola Diskic, Tamara Banjesevic, Marie-Belle Sandis, Estelle Kruger, Edna Prochnik, Galina Shesterneva, Karsten Mewes, Michail Agafonov, Juhan Tralla


„So wurde es also – eben dank „Chako“ – mit 14900 Besuchern immerhin fast 15000 dieses Jahr. Ein Rekord in der Geschichte der jungen, ausschließlich Mozart gewidmeten Festspiele, die mit einem gelungenen „Mitridate“ (1770), dem solidarischen „Figaro“ (1786) und einer fantastischen „Zauberflöte“ (1791) gleich drei Opern aus unterschiedlichen Mozartpartien präsentierte […].“
„Ab und an geschehen sogar kleine Wunder, wie im Ausschnitt aus „Madama Butterfly“, wo Ettinger mit ein paar Anfangstakten echte Atmosphäre schafft, bevor Galina Shesterneva und Michail Agafonov auf das große Karussell der Emotionen aufspringen.“
„Tamara Banjesevic liefert die vielleicht schönste Einzelleistung: mit der „Rosemarie“ aus dem „Figaro“ von Mozart, die uns nach Arkadien führen will, dem Paradies auf Erden. Voller feiner Farben und Schattierungen, auch in der Holzbläserbegleitung.“    (Mannheimer Morgen, 22.7.2014)

„Wie im vorigen Jahr bestätigte das Galakonzert, im ersten Teil mit einem reinen Mozart-Programm, im zweiten mit Ausschnitten aus Opern von Rossini, Verdi und Puccini, den ansehnlichen künstlerischen Standard des Mannheimer Opernensembles.“
„Ettinger und das Orchester unterstützten die Sänger aufmerksam und felxibel, und steuerten elegante Aufführungen der Ouvertüren zu Mozarts „Così fan tutte“ und „Figaro“ sowie Rossinis „Wilhelm Tell“ bei. Beschwingt trugen sie schließlich zum Feuerwerk die „Fledermaus“-Ouvertüre und „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß (Sohn), den Radetzky-Marsch seines Vaters und Elgars „Pomp  & Circumstance“ bei. Das Feuerwerk der Pyrotechniker Renzo Cargnelutti und Thomas Fischer geriet zum grandiosen Spektakel.“    (Die Rheinpfalz, 22.7.2014)

„Astrid Kessler brillierte nun mit der Arie der Susanna „Giunse alfin il momento“ aus „Figaros Hochzeit“: Samtig weiche Töne ließ sie himmlisch schweben, sang wunderbar inspiriert, brachte mit berückenden Pianissimi große Sinnlichkeit in ihren Vortrag. Eine fast überirdische Wirkung ging von ihren wie entmaterialisiert klingenden Tönen aus.“
„Die sängerische Krone aber gebührte einmal mehr Galina Shesterneva, die bei Puccini edle Farben ausladend und mit großem Ausdruck strömen ließ. Lyrische Verführung setzte Karsten Mewes als Jago ein, um Otello um den Finger zu wickeln, dem Agafonov heldentenorale Strahlkraft gab.“    (Rhein-Neckar-Zeitung, 22.7.2014)


 

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MANNHEIMER MOZARTSOMMER 2014 (12. bis 20. Juli)

MANNHEIMER MOZARTSOMMER 2014 (12. bis 20. Juli)


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