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Begegnung vom 21.10.2009 mit Maximilian Schmitt
„Freunde, das Leben ist lebenswert!“ Maximilian Schmitt, Tenor am Nationaltheater Mannheim, gewann schon mit seinem allerersten Vortrag das Publikum im Anna-Reiss-Saal für sich. Dass er das Leben im allgemeinen und das Leben in der Kurpfalz im besonderen auch persönlich lebenswert findet, hörten die Freunde und Förderer des Nationaltheaters mit einem Schmunzeln. Denn Maximilian Schmitt hat in der kurzen Zeit seines Engagements schon die Pfalz und ihre Burgen und vor allem ihren Wein kennen und schätzen gelernt. Und das Singen – nein, das ist für ihn nicht Arbeit, das ist die Möglichkeit, sein Hobby auszuleben.
Operndramaturg Anselm Dalferth entlockte dem Sänger viele Einzelheiten seines jungen Lebens. Als Regensburger Domspatz kam der Knabe – eines von vier Kindern eines Musiklehrer-Elternpaars - in seiner Heimatstadt schon früh mit der Musik in Berührung. Der große Bruder sang – also sang er auch. Ursprünglich war der Chorgesang sein Metier. Auf das Abitur folgte die Dienstzeit als Gebirgsjäger in Bad Reichenhall, wobei ihm die Bundeswehr in der Reihe der berufsfördernden Maßnahmen den Gesangsunterricht in München finanzierte. Immerhin bestand er danach die Aufnahmeprüfung an der Hochschule.
Erst während des Musikstudiums an der Universität der Künste in Berlin „öffnete sich ein neues Türchen“: eine verwandte Opernfreundin nahm ihn, ob er wollte oder nicht, immer wieder in die Berliner Opernhäuser mit. Und dort entdeckte Maximilian Schmitt, dass er doch lieber als Solist arbeiten würde – in der Oper, im Oratorium, und auch und vor allem im Lied. „Der Liedgesang ist die intimste Begegnung zwischen Sänger und Publikum“, bekannte er. Man wird ihn demnächst auch in Mannheim mit Liedvorträgen hören. Angst vor der Bühne war dem jungen Mann fremd, der seit seinem elften Lebensjahr mit den Domspatzen gesungen hat.
So folgte bald als erste große Rolle der Tamino in der „Zauberflöte“ am Landestheater Salzburg. Mit großem Beifall belohnten die Freunde und Förderer auch jetzt die Bildnis-Arie, die Maximilian Schmitt, am Flügel begleitet von Philipp Adam, mit Hingabe vortrug. Fritz Wunderlich, einst das Stimmwunder aus der Pfalz, ist einer seiner Vorbilder. „Warum soll man als Sänger sich nicht anhören, was ein Großer einst geboten hat?“ Die Gesangskultur wandle sich, der Markt sei schneller geworden, hungriger, es werde nicht mehr nur in Deutsch gesungen, auch der Sänger werde viel stärker als früher kategorisiert – aber Maxmilian Schmitt wird weiterhin mit dem Lied, in der Oper, mit Konzertgesang, in Oratorien zu hören sein. In Mannheim genießt er die Möglichkeit, große und neue Rollen zu studieren, wie jetzt unlängst den Amadis in der wenig bekannten Oper von Johann Christian Bach. Er mag dieses Mannheimer Ensemble, er mag die Stadt, und er ist dankbar für die Gastierfreiheit, die ihm das Nationaltheater gewährt. Er hat inzwischen auf fast allen Kontinenten und in vielen großen Häusern gastiert. Die Mannheimer hoffen, dass sie diese große Stimme noch oft und lange hören werden. Seine Lieblingsoper ist der Eugen Onegin, immer wieder Mozart, ach ja, und den Alfredo aus Traviata, „den will jeder Tenor singen“. Viel Zeit für ein Hobby hat er nicht. Aber er hat eines, „man sieht es ja“: Er ist auch Hobby-Koch.
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|  Begegnung vom 21.10.2009
mit Maximilian Schmitt
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