Mitgliederversammlung 2013, 22. September 2013, 11.00 – 13.00 Uhr im Schauspielhaus
Eine Zusammenfassung

Die Theatersaison für die Mannheimer Bevölkerung und das Theaterpublikum aus der Region wurde am 22. September mit einem großen Theaterfest im gesamten Haus offiziell eröffnet. Traditionsgemäß beginnt der Vormittag mit der Mitgliederversammlung der Freunde und Förderer. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführenden Intendanten Dr. Ralf Klöter erlebten die in großer Zahl anwesenden Besucher ein hochklassiges musikalisches Programm. Begleitet von Gary Kudo am Klavier haben sich drei neue Ensemblemitglieder sehr eindrucksvoll vorgestellt: Evelyn Krahe, Estelle Kruger und John in Eichen. Das Publikum dankte mit sehr langem Applaus!

Der Kulturbürgermeister der Stadt Mannheim, Herr Michael Grötsch begrüßte die Versammlung, dankte dem Vorstand und dem Verein für die unermüdliche Arbeit zum Wohle des Nationaltheaters. Er nahm Stellung zu den aktuellen Fragen und auch der Sanierung, die in den nächsten Jahren ansteht. Prof. Weizel dankte Herrn Grötsch für die Solidarität der Stadt mit ihrem Theater.


Prof. Dr. Achim Weizel – Originalrede


... Die theaterlose Zeit ist vorüber ... und hier im Schauspielhaus treffen sich die Freunde und Förderer FuF) zu ihrem jährlichen Familientreffen ... Wie immer habe ich versucht, so viele von Ihnen wie möglich persönlich zu empfangen, gestatten Sie bitte, dass ich, stellvertretend für diejenigen, die ich nicht ansprechen konnte, einige Persönlichkeiten namentlich begrüße. Ich beginne mit den Gastgebern, unseren Intendanten, herzlich willkommen im eigenen Haus Andrea Gronemeyer, Prof. Dr. Peter Kehr, Dr. Ralf Klöter, Burkhard C. Kosminski und Kevin O’Day. Wir sind Ihnen dankbar, dass Sie die Zeit gefunden haben, heute bei uns zu sein. Besonderen Dank Prof. Peter Kehr für das wie immer spannende und eindrucksvolle künstlerische Programm.

Ein herzliches Willkommen auch unserem Kulturbürgermeister Michael Grötsch, der auch in diesem Jahr unser Gast ist und damit seine Wertschätzung sowohl für das NT wie auch für die Arbeit der Freunde sichtbar demonstriert.

Es ist mir eine besondere Ehre unser Fördervereinsmitglied, Herrn Folker Zöller bei uns zu begrüßen, dem in diesem Jahr die Ehrenwürde des französischen Honorarkonsul verliehen wurde.


... Die heutige Veranstaltung beginnt mit einer traurigen Note. Unser Freund Arnold Petersen ist tot. Ich darf zu seiner Würdigung den Text verlesen, mit dem die FuF Arnold Petersen im MM gedacht haben:

Arnold Petersen ist in der langen Geschichte des Nationaltheaters Mannheim eine der prägenden und unvergesslichen Persönlichkeiten. In seinem langen Wirken stand immer sein Bemühen im Vordergrund, dem Mannheimer Publikum Theater auf höchstem Niveau zu präsentieren. Die Pflege des Ensembletheaters war eines seiner vordringlichsten Anliegen. Finanzielle Solidität und ein Gespür für Talente zeichneten seine Intendanz aus. Zahllose Künstler verdanken ihm ihre erste Unterstützung. Das Mannheimer Theaterpublikum denkt dankbar an viele im wahrsten Sinne große Aufführungen zurück. Er wird in diesem, seinem Theater weiterleben.

Ich darf Sie bitten, sich im Gedenken an Arnold Petersen zu erheben.


... Ein aufregendes Jahr liegt hinter dem Theater und den Freunden. Durch das unerwartete Ausscheiden von Frau Gerber war eine schwierige Situation entstanden. Lutz Wengler hat als Kommissarischer Generalintendant mit sehr viel Geschick und Einsatz die Interimszeit überbrückt, bis nach einem schwierigen politischen Prozess die neue Leitungsstruktur etabliert wurde. Im Laufe dieser Hängepartie gab es zeitweise auch einige Dissonanzen zwischen dem Verein und den Verantwortlichen des Theaters. Dies ist völlig normal in einem politischen Prozess und gehört zu unserem demokratischen Verständnis. Dazu gehört dann aber auch, dass man am Ende das demokratische Ergebnis auch anerkennt. Dies ist von Seiten des Vereins geschehen, wichtig sind nicht die persönlichen Empfindlichkeiten einzelner Personen, im Vordergrund steht das Bestreben, dem Nationaltheater eine arbeitsfähige Basis zu schaffen, ich denke, das ist in der Zwischenzeit eingetreten, die Freunde arbeiten vertrauensvoll mit den Verantwortlichen des Theaters zusammen, wir haben gerade in den letzten Monaten sehr viel direkte Unterstützung durch Mitglieder der Intendantengruppe erfahren. Alle unsere Bestrebungen müssen darauf ausgerichtet sein, den Erfolg des Theaters auch in der Zukunft zu sichern. Dazu müssen die Freunde und die Theaterleitung an einem Strick ziehen, und da beide Seiten dazu bereit sind, ist der Boden für eine fruchtbare weitere Zusammenarbeit gegeben.


... Entscheidend ist aber, was auf der Bühne steht. Und hier können wir sehr zufrieden sein. Die letzte Spielzeit ist mit dem erfolgreichen Ring von Achim Freyer und vielen erfolgreichen Produktionen in allen Sparten sehr gut verlaufen, wozu wir den neuen Herren und Damen der Leitung sehr herzlich gratulieren.


... Das Theater geht keinen leichten Zeiten entgegen. Wie alle Kulturstätten in unserem Land steht das Theater unter starken finanziellen Zwängen. Über die Einzelheiten haben Sie Herr Dr. Klöter und BM Grötsch unterrichtet. Als Theaterfreunde sollten wir der Stadt MA dankbar sein, dass sie das Theater nach wie vor so großzügig unterstützt. Wir sollten hier im Gemeinderat solidarisch in allen Fraktionen für den Erhalt des Theaters eintreten. Ohne kontinuierliche und ausreichende Hilfe von Seiten der Stadt ist die Aufrechterhaltung des Betriebes in seiner jetzigen künstlerischen Qualität nicht denkbar, die Mitarbeiter des Hauses arbeiten jetzt schon an der Grenze der Belastbarkeit. Eine geringere Unterstützung durch die Stadt hätte schlimme Folgen. Dies muss vermieden werden.

Auf die notwendige Unterstützung durch das Land wurde schon mehrfach hingewiesen. Ich möchte Sie daher bitten, dass Sie sich in Ihrem persönlichen Umfeld für das Theater aktiv einsetzen und insbesondere die politischen Mandatsträger der Stadt und des Landes immer wieder von der Notwendigkeit der Unterstützung für unser Theater überzeugen.


... Nach diesem allgemeinen Ausführungen nun aber zurück zu unserem Verein selbst. Den Freunden geht es im Prinzip gut, aber auch wir können uns der viel zitierten demographischen Entwicklung nicht entziehen. Wie alle kulturellen Vereine leiden wir darunter, dass jüngere Menschen, aus welchen Gründen auch immer, eine feste Bindung an einen Verein durchaus nicht mehr so leicht eingehen, wie dies früher der Fall war. Wir haben zwar erfreulicherweise mit den NThusiasten eine sehr erfolgreiche und innovative Gruppe von jungen Menschen an uns gebunden, trotzdem gilt auch in diesem Jahr unser Appell Ihnen, liebe Mitglieder, Ihre Freunde und Bekannten, die regelmäßig das Theater aufsuchen, davon zu überzeugen, dass eine Mitgliedschaft bei den Freunden nicht nur dem Theater sondern auch Ihnen hilft. Bitte werben Sie für uns.


... Traditionsgemäß folgt jetzt der Bericht über unsere Aktivitäten. Aus Zeitgründen muss ich mich in diesem Jahr kurz fassen.

Wie immer waren wir wieder sehr aktiv: Wir haben die Unterstützung des Theatermagazins fortgesetzt, wir finanzieren den Hausautor jeglichen Geschlechts, auch die Begegnungen wurden in bewährter Weise fortgesetzt, wir bieten einmal im Monat Theaterführungen an. Im Rahmen von zweckgebundenen Einzelförderungen wurden das Ballett, die Schillertage, die Dokumentation des „Achim Freyer Ring“ und eine CD mit Katharina Görres unterstützt ...

Eine finanzielle Förderung ging an das Projekt Treffpunkt Nationaltheater, mit dessen Hilfe Theaterbesuche für sozial Schwache ermöglicht werden, wir unterstützen die Schnawwl-Paten, es gibt eine Kooperation mit dem rem bei dem Heckel-Wagner Projekt, wir helfen den Theatersenioren bei ihrer  Weihnachtsfeier, laden neue Ensemblemitglieder zu einer Stadtrundfahrt ein und haben einen TV Beitrag der NThusiasten finanziell unterstützt. Ein großer Erfolg war die Veranstaltung „Richards Ring“ mit Richard Vardigans im rem, sowie der „Quadratische Ring“ mit den NThusiaten in der Uni. Ein Höherpunkt war im Juni der Besuch von Nico Hofmann, dem Sohn unserer stellvertretenden Vorsitzenden. Er war Gast der Schauspielintendanz und der Freunde. Er ist einer der profiliertesten Persönlichkeiten in der deutschen Medienszene, sein Auftritt zeigte seine nach wie vor große Verbundenheit mit der Region und dem NTM. ... Sabine Schweitzer, der wir die Koordination der Begegnungsreihe verdanken, wurde im Juli im Rahmen einer Begegnung verabschiedet - unvergessen sind das 14-köpfige Spontanorchester mit einem geigenden Dramaturgen und einer Querflöte spielenden Sopranistin ...

... Am 6.11 wird es ein Benefizveranstaltung zu Gunsten der Jungen Oper geben mit

zwei Rednern, den Bestsellerautoren Prof. Dr. Lothar Seiwert und Werner Tiki   Küstenmacher, die vor allem in Wirtschaftskreisen einen exzellente Ruf genießen. ... Auf Initiative von Herrn Bretschneider hat Herr Dr. Schenk vom Stadtarchiv einen Flyer über das NTM als Kulturdenkmal verfasst, den Sie alle erhalten haben, eine größere Dokumentation folgt.


... Sie sehen Ihr Geld ist gut angelegt ...


Wir sind auch außerhalb des Vereins aktiv: Der Vorsitzende, Frau Hofmann und Herr Dietmann sind im Kulturausschuss vertreten. Wir arbeiten zusammen mit der Abendakademie, es gibt eine positive Zusammenarbeit mit den Spickert Filmbetrieben, wir vermitteln Theaterreisen. Der Vorstand der Freunde ist vertreten im Beirat der Stiftung Nationaltheater, in der Musikalischen Akademie, im Vorstand von MUTHEA, wir haben Kontakt zu den MA Philharmonikern, der Dualen Hochschule und der Jungen Wirtschaft.

Die Stiftung Nationaltheater hat inzwischen ein Kapital von 1,3 Mio €, sie steht unter der Leitung von Dr. Marcus Kremer und wird betreut von Frau Kosmala. Aus Stiftungsmitteln wurde Tamara Banjesevic unterstützt.


All dies wäre nicht möglich ohne die tatkräftige Unterstützung durch alle Vorstandsmitglieder, die im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit sehr viel Zeit, Kraft, Ideen und, man kann es nicht anders sagen, viel Herzblut eingebracht haben. Ich danke dem Stellvertretenden Vorstandsmitglied Ulla Hofmann, dem Stellvertretenden Vorstandsmitglied Christina Limbourg, unserem Schatzmeister Matthias Bretschneider, unserem Mitgliederbeauftragten Richard Dietmann,

unserem Beiratsvorsitzenden Dr. Manfred Fuchs, unserem Beauftragten für Fundraising Dr. John Feldmann, dem Vertreter der NThusiasten Markus Mertens und dem Ehren-Mitglied HG Kämpgen.

Wie in jedem Jahr gilt unser Dank der tatkräftigen und selbstlosen Unterstützung durch die Sparkasse Rhein Neckar Nord, die unser Schatzmeister vertritt und der wir für die kontinuierliche Hilfe außerordentlich dankbar sind. Der Dank gilt hier auch Frau Schifferdecker, die sich mit großer Geduld den Angelegenheiten der Freunde widmet. Wir bedanken uns bei Frau Liselotte Homering von den rem, die uns mit unendlicher Geduld und Liebenswürdigkeit seit vielen Jahren betreut. Ein besonderer Dank gilt der Presse, deren publizistische Unterstützung unserer Aktivitäten uns eine außerordentliche Hilfe ist. Ich darf persönlich nennen: Waltraud Brunst, Alfred Huber, Peter Ragge, Carlhans Langhals.und Stefan Dettlinger.

Zum Schluss, wie immer ein Dank dafür, dass wir nach der MV bei Brezeln und Getränken zusammen sein dürfen. In erster Linie danken wir unserer Freundin und Gönnerin Sascha Grimminger, deren Brezeln inzwischen ein untrennbarer Teil unserer MV sind, wir danken der Firma Eichbaum und Herrn Fodi Paschalidis.


WERBEN SIE MITGLIEDER – das ist die große Bitte des Vorstandes an Sie alle!!


Die Intendanten Andrea Gronemeyer, Prof. Dr. Peter Kehr, Burkhard C. Kosminski und Kevin O’Day haben im Anschluss sehr informativ zu ihren Sparten gesprochen.


Dr. Manfred Fuchs berichtete über seine Arbeit als Beiratsvorsitzender. Er wird diese Funktion zum Jahresende aufgeben. Die Freunde und Förderer dankten ihm für sein überaus großes und erfolgreiches Engagement und die so wichtige Netzwerkbildung in Wirtschaft und regionaler und überregionaler Politik. Ein besonderer Dank gilt seinem persönlichen finanziellen Einsatz für das Theater. Die Freunde wissen das zu schätzen.


Die Freunde haben im Anschluss an den Bericht von Dr. Fuchs einem völlig überraschten Dr. Fuchs die Ehrenmitgliedschaft im Verein der Freunde und Förderer mit einer kunstvoll umrahmten Urkunde überreicht. Den Text hierzu finden Sie im Anschluss ...


Die NThusiasten – auf dem Podium vertreten durch Markus Mertens – sind ein Erfolgsmodell. Sie haben sich auch in diesem Jahr für den Kulturmarken-Award 2013 beworben und sind nun schon zum zweiten Mal zum „Förderverein des Jahres“ nominiert worden. Markus Mertens hat es verstanden, das anwesende Publikum für die Arbeit der NThusiasten zu begeistern. Unsere Bitte an alle unsere Mitglieder: Machen Sie Werbung für die NThusiasten, sponsern Sie junge Leute ...


Matthias Bretschneider, unser Schatzmeister, schilderte die finanzielle Lage. Wie auch in den Vorjahren ist die finanzielle Lage zwar solide, aber nicht überragend. Er appellierte an die Mitglieder, durch freiwillige Spenden die finanzielle Situation zu verbessern. Das von ihm betreute Projekt „Treffpunkt Nationaltheater“ hat sich dank anderer Mannheimer Organisationen zum Selbstläufer entwickelt. „Theater auf Rezept“ entwickelt sich langsam aber sicher auch erfolgreich.


Frau Prof. Katrin Kölbl hat den Bericht der Kassenprüfer auch im Namen von Herrn Dr. Karl Heidenreich in kürzester Zeit humorvoll vorgetragen und eine mustergültige, sehr gut überschaubare Kontenführung bestätigt.


Herr Bernd Kaiser beantragte die Entlastung des Vorstandes, die einstimmig erfolgte.


Die Mitgliederversammlung wurde pünktlich um 13.00 beendet. Die anschließende Aussprache unter den Mitgliedern mit von Grimminger gesponserten Brezeln und von Fody’s gesponserten Getränken führte natlos in das um 14.00 Uhr beginnende Theaterfest über. Ein herzliches Dankeschön an die Firma Grimminger und Fody’s!


Die Freunde hatten – wie alle Jahre wieder – einen Stand und präsentierten die neue Image Broschüre „Die Freunde und Förderer im Porträt“. Mit von der Partie war die Stiftung Nationaltheater, die sich zum ersten Mal hier vorstellte. Die NThusiasten hatten ihren eigenen, ebenfalls gut besuchten Stand.


Text der Ehrenmitgliedschaft an Dr. Manfred Fuchs:


Ernennung zum Ehrenmitglied

                               Herr Dr. Dr. h.c.  Manfred Fuchs ist seit 8.Juni 2004 Vorsitzender des Beirates der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim. Unter seiner engagierten Führung hat sich der Beirat zu einem wichtigen Instrument der Kommunikation zwischen den verschiedenen am Theater interessierten Personen und Institutionen entwickelt. So formte er aus Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft, Kultur und Politik ein anspruchsvolles Forum, in dem ein freier Austausch von Meinungen stattfindet. Durch die aktive Teilnahme der Theaterleitung und Beiträgen von Künstlern des Theaters wird in den Sitzungen des Beirates der direkte Kontakt zwischen den Beiratsmitgliedern und dem Theater gefördert. Seien vielfältigen Kontakte in die Kommunal- und Landespolitik setzte er stets zum Nutzen des Theaters ein. Als Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Nationaltheater hat Dr. Manfred Fuchs in unermüdlichen Einsatz durch persönliche Beiträge sowie durch Anwerbung von Stiftern und Stifterinnen zum eindrucksvollen Erfolg der Stiftung beigetragen.

        In Anbetracht seines vielfältigen und einmaligen Einsatzes zum Nutzen des Nationaltheaters verleiht der Vorstand der Freunde und Förderer Herrn Dr. Fuchs die Ehrenmitgliedschaft des Vereins.

Herr Dr. Fuchs wird sein Amt noch bis Ende des Jahres ausführen und dann an seinen Nachfolger übergeben. Wir danken Herrn Dr. Fuchs für seinen großen Einsatz für das Nationaltheater Mannheim.


Presse zur MV


Härtere Zeiten

MM vom 23. September 2013

Von Peter W. Ragge zu anstehenden Theater-Problemen


„Die Zeiten für das Nationaltheater werden härter, das zeigten nicht nur die deutlichen Worte bei der Versammlung der Freunde und Förderer. Kulturbürgermeister Michael Grötsch hat - mit Recht - darauf hingewiesen, dass das Theater nicht nur mehr Zuschüsse fordern, sondern sich auch nach der Decke strecken und mehr nach dem Geschmack des Publikums bieten soll, statt reine Minderheitenangebote zu machen.


In den nächsten Wochen müssen nämlich gleich zwei Probleme gelöst werden. Natürlich braucht das Theater Planungssicherheit, wie hoch der Zuschuss für den laufenden Betrieb ist. Zudem steht die Frage an, wie die dringend nötige, aber finanziell noch lange nicht abgesicherte weitere Sanierung laufen soll. Das alles wird schwer, denn der Rückhalt für das Theater im Gemeinderat ist spürbar geringer. Da werden gerade ganz andere Prioritäten gesetzt. Zudem fehlt erkennbar jemand, der gegenüber der Politik und in meinungsbildenden Kreisen für das Theater wirbt. Es gibt jetzt zwar fünf Intendanten, aber die sind oft mit sich selbst beschäftigt. Es fehlt die eine bekannte, einflussreiche, anerkannte Stimme - leider.“ pwr


„Es ist nichts mehr da zum Sparen“

MM vom 23. September 2013

Von Peter W. Ragge zur Mitgliederversammlung der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim


„Die Freunde und Förderer des Nationaltheaters haben an die Stadt appelliert, den Etat des Hauses zu erhöhen. "Ohne eine weitere Hilfe ist die Aufrechterhaltung des Betriebes in seiner jetzigen künstlerischen Qualität nicht denkbar, die Mitarbeiter des Hauses arbeiten jetzt schon an der Grenze der Belastbarkeit", mahnte Prof. Dr. Achim Weizel, der Vorsitzende des Vereins, bei der Mitgliederversammlung.

Das bestätigte Schauspielintendant Burkhard Kosminski. "Es ist nichts mehr da zum Sparen, wir können sonst nur noch verlieren, wir sind am Limit", fasste er den Eindruck zusammen, den alle fünf Intendanten bei Gesprächen mit Mitarbeitern gewonnen hätten. Kulturbürgermeister Michael Grötsch machte aber - im Gegensatz zu den Vorjahren - ausdrücklich keine konkreten Zusagen. Vielmehr nannte er es "eine große Herausforderung, in Zukunft die Finanzierung des Nationaltheaters sicherzustellen". Er werde zwar "dafür kämpfen", dass der Zuschuss wieder für fünf Jahre festgeschrieben und die Tarifsteigerung aufgefangen werde. Allerdings müsse man dafür "neue Wege einschlagen und das Land stärker in die Pflicht nehmen". Zugleich sei auch das Theater selbst gefordert, "mehr Einnahmen zu generieren". Daher forderte Grötsch unter dem Beifall der Mitglieder "ein attraktives Programm für die Menschen dieser Stadt, nicht nur zur künstlerischen Selbstverwirklichung".


"Das sind Worte, hinter denen wir alle stehen. So einen Bürgermeister braucht die Stadt", bedankte sich Weizel ausdrücklich. Auch er sprach von der "großen Herausforderung". Das Theater stehe "unter starken finanziellen Zwängen", nun stünden "schwierige Verhandlungen bevor", bei denen er auf die Solidarität aller Fraktionen hoffe, so Weizel. Neben der Stadt sieht der Vorsitzende das Land gefordert. Er erinnerte an die Zusage im Landtagswahlkampf, das Mannheimer Haus wie die Staatstheater Stuttgart und Karlsruhe zu fördern: "Wir können nur hoffen, dass auch eine Umsetzung dieser Absichtserklärung erfolgt!"

Zuvor hatte bereits der Geschäftsführende Intendant Dr. Ralf Klöter den Theaterfreunden für ihre starke Unterstützung gedankt. Die "große Emotion und Begeisterung, mit der die Mannheimer hinter ihrem Theater stehen", sei für das Haus eine Ermutigung. In der vergangenen Spielzeit habe man zwar "sehr gute Einnahmen und Besucherzahlen" erzielt, sagte Klöter unter Vorgriff auf die noch ausstehenden genauen Daten. Da der Zuschuss zuletzt schon die Tarifsteigerungen nicht mehr aufgefangen habe, gehe man aber "nicht ganz leichten Zeiten" entgegen.


Nach Kurzvorträgen aller Intendanten blickten Weizel und Schatzmeister Matthias Brettschneider auf die Arbeit des Vereins zurück. Dabei räumte Weizel ein, dass es während der "Hängepartie" zur Suche nach einem neuen Führungsmodell für das Theater "zeitweise deutliche Reibungen zwischen den Freunden und Verantwortlichen des Theaters" gegeben habe. Nun aber arbeite man vertrauensvoll zusammen.“ pwr

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