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Begegnung vom 26.10.2011 mit Nikola Diskic
Eine große Zahl von Theaterfreunden kam zur ersten Begegnung in der neuen Spielzeit mit dem Bariton Nikola Diskic in die REM. Die Künstlerische Betriebsdirektorin Sabine Schweitzer, die für die Freunde die Begegnungen organisiert, begrüßte die Gäste, überbrachte die Grüße des Nationaltheaters und sicherte die Fortsetzung der beliebten Reihe auch in dieser Saison mit reichhaltigem Programm zu.
Marco Misgaiski, Referent der Operndirektion und Projektleiter des Mozartsommers, stellte den Gast des Abends vor. Er band auch den musikalischen Begleiter des Abends, Studienleiter Stephen Marinaro, aktiv in das Gespräch ein. Dieser zählt, neben der Hochschul-Professorin Snezana Stamenkovic, zu den wichtigen Mentoren des jungen Künstlers. Nikola Diskic, der sein Gesangstudium noch nicht beendet hat, ist der erste Sänger, der direkt von der Mannheimer Hochschule in ein Engagement an das Nationaltheater berufen wurde. Trotz seiner Jugend hat er schon eine facettenreiche Lebensgeschichte hinter sich. In Belgrad geboren ist er ein mit Krieg in seinem Heimatland aufgewachsener junger Mensch und war nicht von klein auf mit der Oper vertraut. Zunächst beendete er erfolgreich ein BWL-Studium. Doch nach und nach wurde der Gesang zum Lebensmittelpunkt, und der junge Sänger nahm alsbald sein Studium in Mannheim auf.
Schon früh entstanden dabei Kontakte zum Nationaltheater mit der Übernahme von kleinen und mittleren Rollen in Neu-Produktionen (z.B. in Ariadne auf Naxos, Carmen und Il barbiere di Siviglia). Die „Feuerprobe“ erfolgte dann mit der kurzfristigen Übernahme der Rolle des Heerrufers in Lohengrin an der Seite von Thomas Berau. Diese Aufgabe meisterte der junge Sänger mit Bravour, und als eine Vakanz in seinem Fach entstand, wurde der auch sprachlich hochbegabte Finalist des renommierten Königin-Elisabeth-Wettbewerbs in Brüssel von der Operndirektion sofort als Ensemblemitglied an das Nationaltheater gebunden. Selbstbewusst, ohne dabei arrogant zu sein, erklärte der Gast den Freunden, dass er immer dankbar ist für das kritische Urteil von Menschen, denen er vertraut, dass er aber letzten Endes immer selber die Entscheidung tragen muss, welcher für ihn der richtige Weg ist. Auf diesem Weg, der ihn mit großer Umsicht nach und nach in das große italienische Bariton-Fach führen soll, bleibt Mozart ein äußerst wichtiger Begleiter, denn „man muss immer wieder einmal Mozart singen, damit die Stimme gesund bleibt“. Erste Kostproben seines reifenden Repertoires gab der Bariton mit Arien von Mozart, Verdi, Wagner und Donizetti.
Die Gäste des Abends waren beeindruckt von der Persönlichkeit und der Stimme des jungen Sängers, dem das Nationaltheater in den nächsten Jahren hoffentlich viel Gelegenheit zur Entfaltung seines Talents geben wird.
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