Pressestimmen Ballett Spielzeit 2009/2010


Kevin O’Day
Film Noir (UA) 19.05.10

Kevin O’Day Film Noir (UA) 19.05.10<br />
Kevin O’Day Film Noir (UA) 19.05.10

In intensiven Bildern beschwört der Mannheimer Ballettdirektor die Ästhetik alter Filmszenen, ihre Aufnahmetechniken, die Verschmelzung der Stars mit ihren Rollen und die realen Gefühle hinter einer künstlichen Welt. Die Rheinpfalz, 21.05.2010

[…] Brian McNeal ist darin der Star des Abends.
Die Rheinpfalz, 21.05.2010

[…] "Film noir" nennt der Chefchoreograf des Mannheimer Nationaltheaters auch seine gehaltvollste, gedankenreichste Arbeit, die er seit seinem Amtsantritt 2002 geschaffen hat.
Mannheimer Morgen, 21.05.2010

Kevin O’Day entfesselt eine Sturmflut von Bildern, Assoziationen, Fragmenten und Verkettungen. […] Aus dem Vielerlei der Eindrücke dringt ein Signal besonders oft durch, und das sagt: Künstler, die so sehr in Flammen stehen, sind glücklich miteinander.
Mannheimer Morgen, 21.05.2010

[…] der überragende Brian McNeal bezeugt sowohl seine Verwandlungsmöglichkeiten als auch die Kreativität des Ballettdirektors, der mit Hilfe sprechender Körper ein mitreißendes Panoptikum der Filmgeschichte zum Leben erweckt.
Mannheimer Morgen, 21.05.2010

Wie bringt man zwei Künste auf der Bühne überzeugend zusammen, die mehr Gegensätze als Gemeinsamkeiten haben – im Film die beliebig oft reproduzierbaren Bilder, im Tanz die einmaligen, in genau derselben Form unwiederholbaren Bewegungen? Kevin O’Days knapp zweistündige Antwort auf diese Frage hat überzeugendes Format. Denn er lässt nicht die Geschichten, sondern die Geschichte des „Film noir“ tanzen – die Archetypen der starken Helden, denen gegenüber die Einordnung in moralische Kategorien von gut oder Böse nicht mehr greift.
Rhein-Neckar-Zeitung, 21.05.2010

„Taumelnde Boxer und trunkene Detektive: Am Nationaltheater Mannheim feiert Ballettchef Kevin O’Day mit seiner Compagnie stilvoll Typus und Pose des Film noir.“
Darmstädter Echo, 21. Mai 2010

„Der Film Noir, die düsteren Krimis und Psychostudien der fünfziger Jahre als Aufhänger für ein Ballett, das ist mal was anderes und klingt wirklich spannend. Tatsächlich bevölkert der Mannheimer Ballettchef Kevin O’Day die Bühne des Schauspielhauses mit grimmigen Einzelgängern in Trenchcoat und Hut, mit lasziven Femmes Fatales und lebensmüden Prügelknaben, nicht unbedingt in Schwarzweiß, aber in den gedämpften Braun- und Grautönen der Nachkriegszeit. Ausstatter Jean-Marc Puissant trifft die etwas distanzierte Atmosphäre der einsamen Rächer und mörderischen Blondinen perfekt, Mark Stanleys raffiniertes Lichtdesign sorgt für unheimliche Schatten.“ Tanznetz.de


Dominique Dumais
Frida Kahlo (UA), Premiere 19.02.10

Musik:
Carlos Chávez, Chavela Vargas, Ludwig Nussbichler,
Edgar Varèse, Chávez/Buxtehude, Einojuhani Rautavaara,      
Silvestre Revueltas, Ramón Montes de Oca Téllez


Viele Zeitungen haben die Uraufführung besprochen. Über die Arbeit der Choreografin schrieben die Stuttgarter Nachrichten: „Sie übersetzt, unterstützt von ihrer Ausstatterin Tatyana van Walsum, die starke Emotionalität von Kahlos Kunst in einfühlsame, packende Tanzszenen. Das Ergebnis ist ein Ballett, das eine enorme Sogkraft hat und dem – auch mit Hilfe von Projektionen – vielschichtige Bildwelten gelingen, durch die Frida Kahlo gleich mehrfach tanzt.“

Das Bühnen- und Kostümbild sowie das Lichtdesign würdigte auch Tanznetz.de: „In Tatyana von Walsums atmosphärischer Ausstattung und der faszinierenden Beleuchtung von Bonnie Beecher tanzen die diversen Frida-Inkarnationen auf einem irreal leuchtenden Blau oder mitten in einem riesenhaften, herausgerissenen Herz. In dem großen, leeren Rahmen im Hintergrund gefrieren die Tänzer immer wieder zu Motiven aus Kahlos Bildern […].“

„Dumais ist eine Meisterin des schönen, fließenden, mit klassischen Elementen unterfütterten Tanzes“, hob die Frankfurter Rundschau hervor. „Dumais stellt Atmosphären und Eindrücke nebeneinander. Leidenschaft und Melancholie, Groteske und Poesie, Schmerz und Stärke. Sie macht Kahlo plastisch und menschlich [... ]. Es ist ein Abend für die wunderbaren Tänzerinnen des Mannheimer Balletts.“

Der Mannheimer Morgen begeisterte sich besonders für die Musik des Abends: „Vielseitig, unerhört und ehrenvoll zusammengetragen ist […] das, was unter der Feder- und Stabführung Günther Albers’ brillant austariert aus dem Graben kommt, etwa Ludwig Nussbichlers „Eklipse“ mit zart drängenden Streichern. Auch die Kahlo-Zeitgenossen Silvestre Revueltas („Sensemayá“) oder Edgar Varèse („Ionisation“ mit punktgenauem Schlagwerk) sind mehr als Koloritlieferanten: Sie sind echte Entdeckungen.“

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Dominique Dumais, Kevin O’Day, Twyla Tharp
Poetic Play, Premiere 14.11.09

Der neue Ballettabend des Kevin O'Day-Balletts in Mannheim bietet mit vier sehr unterschiedlichen Tanzstücken zu Musik von Georg Friedrich Händel bis zur Alternative-Rockband Radiohead ein breites musikalisches Spektrum und ein leistungsstarkes Tanzteam auf hohem Niveau.
Die Rheinpfalz, 16. November 2009

"Poetic Play" nennt sich der neue Tanzabend am Mannheimer Nationaltheater, und er ist einem Zitat Virginia Woolfs nachempfunden, die ihren experimentellen Roman "Die Wellen" ein "Play Poem" nannte, ein gedichtetes Spiel also - oder ein (im experimentellen Sinn) spielerisches Gedicht. In diesem Sinn lassen sich alle vier Choreografien des Abends lesen. Alle vier lassen Tanz leuchten als Ausdrucksmittel der Poesie der reinen Bewegung; alle vier sind inspiriert entweder von der Musik, wie im Fall des großartigen Pas de deux in Kevin O'Days Choreografie "We will ." zu Händels Arie "Lascia ch'io pianga" aus seiner Oper "Rinaldo" oder auch, als veritables Kontrastprogramm, von Songs der Alternative-Rockband
Radiohead in Dominique Dumais' Choreografie "Exit In". Oder sie speisen ihre Inspiration aus der Literatur, wie beim Eingangsstück mit dem Titel "woolf", einer deutschen Erstaufführung.
Die Rheinpfalz, 16. November 2009

Mit "Poetic Play" begeben wir uns in Mannheim auf eine Reise in die Geschichte des modernen Tanzes. So entsteht ein Bild von dem, was war und dem, was neu entsteht. Aber das Außergewöhnliche an diesem Abend ist neben der Musik von Radiohead die Ausdruckskraft, die die Solisten in jede einzelne Choreografie stecken. Nicht nur für Ballettfans sehenswert. 3sat, Kulturzeit, 16. November 2009

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Glumbeck/Huddleston Jr./O’Day
Full Bloom
Premiere 24. Oktober 2009

FULL BLOOM<br />Choreografie/Tanz: Robert Glumbek / Luches Huddleston Jr. / Kevin O’Day<br />Premiere am 24. Oktober 2009 <br />©Fotos: CHRISTIAN KLEINER
FULL BLOOMChoreografie/Tanz: Robert Glumbek / Luches Huddleston Jr. / Kevin O’DayPremiere am 24. Oktober 2009 ©Fotos: CHRISTIAN KLEINER

Das Kevin O’Day-Ballett Mannheim eröffnet mit „Full Bloom“ fulminant die Saison und das Tanzhaus in Käfertal.
„Full Bloom“ nennen die Choreographen Kevin O’Day, Robert Glumbek und Luches Huddleston Jr. ihre tiefgründige und dennoch unterhaltsame Bestandsaufnahme über den Lebensabschnitt, in dem sie sich selbst befinden und der bei aktiven Tänzern als „fortgeschrittenes Alter“ gilt. Das Trio tanzt und choreographiert sich selbst und lässt dabei zur Eröffnung des Tanzhaus Käfertal auf dem Alstom-Gelände über 70 Minuten keinen Zweifel daran, dass es wahrlich in voller Blüte steht.
Vom Tollen junger Welpen, vom Flachsen gleichaltriger Kumpel, vom aggressiven Imponiergehabe hündisch kläffender Mannsbilder erfahren wir in eindrücklichen, äußerst abwechslungsreichen Bewegungsformen, die – dem Boden und der Kraft zugetan –männerbündische Sozialisation mal heiter mal subversiv kommentieren.
Der Abend wäre zu kurz gegriffen, würde man ihn als einen sich gegen Alterung aufbäumenden Herrenabend sehen wollen. Mehr als mit Haarausfall, Ischias und Hüftgold beschäftigen sich die drei Choreographen mit ihrer tänzerischen Vita, ja mit ästhetischen Findungsprozessen. Und so geht das Abstreifen des Kostüms, sei es der kommerzielle Business-Anzug, der für klassischen Tanz stehende Gehrock oder das für Broadway-Showtanz stehende Glamour-Jackett, immer auch unter Beteiligung der künstlerischen Freunde vonstatten.
Robert Glumbek ist von erstaunlicher Kraft, geprägt von nahezu akrobatischer Körperlichkeit, während Luches Huddleston Jr. von innen strahlt und diese Eigenschaft in pralle Bühnenpräsenz umzuwandeln weiß. Kevin O’Days offizielle Wiederaufnahme tänzerischer Eigenleistung ist nichts weniger als ein sensationelles Comeback. Übermütig kleinteilig ist seine Bewegungsfreude, die sich mit schwindelerregender Armarbeit, stets neuen Einfällen und schauspielerischer Stärke Bahn bricht.
Gestärkt von der biografischen Aufarbeitung gehen die Drei gemeinsam – nun beherzt und angstfrei – in ein schwarzes Feld der Ungewissheit. Für sie steht fest: Es ist die Zeit der vollen Blüte, die Zeit, weiterzumachen. Mannheimer Morgen, 26. Oktober 2009

„Full Bloom“ ist ein außergewöhnliches Tanzstück, das in seiner existenziellen Ausdruckskraft tief berührt.
Robert Glumbek und Luches Huddleston Jr. sind dem Mannheimer Publikum als Tänzer und auch als Choreografen vertraut. Kevin O’Day dagegen hat sich, seit er 2002 Mannheimer Ballettdirektor wurde, als Tänzer total zurückgenommen. Sein Auftritt kommt einer kleinen Sensation gleich.
Sehr deutlich kommen […] drei grundverschiedene Temperamente zum Ausdruck. Sie werden den Fortgang des Stücks in einer Weise prägen, dass man mit Erstaunen erkennt: Der Mensch ist nirgendwo so ganz Mensch, wie in seinem Körper.
Sehr unterschiedliche Musiken instrumentieren deutlich voneinander abgesetzte Schübe von teils ausgelassenen, teils melancholischen Rückblicken, Gleichheit von Erfahrung und Konfliktbewältigung, intime Gesten gegenseitiger Hilfe.
Unterschiedliche Handschriften (am Chopin-Duo hat auch Dominique Dumais mitgewirkt) in Solos, Trios, Duos sind so vollendet miteinander verwoben, dass in spannender Vielfalt eine strukturierende Einheit sichtbar wird.
Ein allgemeingültiges Bild männlicher Besinnung in der Lebensmitte. Die Rheinpfalz, 26. Oktober 2009


Die Tatsache der Vergänglichkeit nimmt uns Hoffnung und gibt uns Gewissheit über Altern und Tod. Vergänglichkeit ist die einschüchternste Tatsache überhaupt. Die Furcht vor ihr ist grundsätzlich. Wie groß, das lässt sich weder sagen noch tanzen. Auf jeden Fall noch eher tanzen als sagen. Wie man diese Furcht in Tanz umsetzen kann, zeigen Robert Glumbek, Luches Huddleston Jr. und Kevin O’Day, Ballettdirektor und Chefchoreograf am Nationaltheater Mannheim.
Zu Mozart, Chopin oder Neil Young entfalten Glumbek, Huddleston und O’Day eine Ausdruckwselt melancholischer und manchmal wütender Gesten der Verzweiflung, des Schmerzes und des Trotzes.
Die Choreografie hielt Balance zwischen ironisch vorgeführten Schwächeanfällen und hochexpressiven Posen. Das ergab Bewegungsabläufe auf höchstem Niveau, bei dem sich Erfahrung und Können die Hand reichten und wilde Wirbel drehten. Davon hat man möglichst viel, möglichst lange sehen wollen. Rhein-Neckar-Zeitung, 26. Oktober 2009

 

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