Pressestimmen Ballett Spielzeit 2011/2012


So war’s 2011/2012 am NTM
Kritische Betrachtung: Wir bilanzieren eine Saison voller Turbulenzen – Der künstlerische Ertrag wirkt durchwachsen

Spielzeit 2011/2012<br />
Spielzeit 2011/2012

Die Mannheimer Morgen Redaktionsmitglieder S. M. Dettlinger und R.-C. Langhals diskutieren die Spielzeit 2011/12.

Im Anfang war ein Aufreger: Die ehemalige Generalintendantin Regula Gerber hat die Corporate Identity des Nationaltheaters geändert. Das geliebte Haus hieß plötzlich NTM, das elegante und transparente Erscheinungsbild machte etwas Monumental-Buntem Platz. Mannheim war entsetzt! Weitgehend. Aber war die Entscheidung falsch? Aus heutiger Sicht kann man durchaus der Meinung sein: Nein! Denn bunter, menschlicher und lebendiger wirkt, was das Theater heute ausstrahlt. Überschattet wurde die Diskussion Mitte der Saison nur noch von Gerbers Krankheit und ihrem Rückzug - Dinge, die mit dem Theater ums Theater und nicht mit ihm selbst zu tun haben. Doch wie sah die Saison ästhetisch aus? Wir blicken zurück.

Musiktheater

Die Pannenstatistik ist so verheerend, da fällt es schwer, über Inhalte nachzudenken. Trotzdem: Nach einem Totalausfall ("Stiffelio"), Regisseurswechseln ("Temistocle", "Ring") und Abreisen ("Outcast", "Temistocle") bleibt ein umstrittenes, aber aufsehenerregendes "Ring"-Projekt von Achim Freyer. Unfallfrei verliefen außerdem zwei eingekaufte Produktionen: "Lucia" und "Avenue Q". Das ist viel zu wenig! Klaus-Peter Kehr schafft es weder, sich mit seiner Arbeit in die Herzen der Menschen zu spielen, noch für ästhetische Aufregung zu sorgen (wie zuletzt noch mit "Lohengrin"). Die Regie-Qualität ist zu schlecht, die Werkauswahl zu einseitig. Zudem: Mit "The Outcast" und "Temistocle" wurden zwei absolute und teure Repertoireleichen produziert. Zwar steht das Sängerensemble gut da, doch hat man den Eindruck, GMD Dan Ettinger bemühe sich zu wenig um die Spielkultur des Orchesters. Nur so lässt sich eine katastrophale Leistung wie in der "Rheingold"-Premiere erklären. Fazit: So geht es nicht weiter. Wir brauchen Publikumslieblinge, aufregendes Musiktheater und hohe musikalische Qualität.
Die neue Saison beginnt mit dem "Baby Tanz Fest" in der Alten Feuerwache am 12. September.
Die eigentliche Eröffnung ist aber am 16. September, wenn das Nationaltheater-Orchester (NTO) und Solisten um 19 Uhr im Opernhaus ihr Eröffnungskonzert mit Ouvertüren und Arien geben. Die Leitung hat nicht GMD Dan Ettinger, sondern der Kapellmeister im Dauereinsatz: Alois Seidlmeier. Dabei werden auch vier neue Sänger zu erleben sein.

Am 23. September ab 14 Uhr findet das traditionelle Theaterfest statt.
www.nationaltheater-mannheim.de

Kevin O'Day Ballett Mannheim

Der Tanz hat es geschafft in Mannheim - zehn Jahre hat es gedauert. Zeitgenössisch Eruptives aus der Hand des Amerikaners Kevin O'Day verstörte Mannheims Tanzpublikum anfangs. Man reagierte, steuerte aber zu stark in Richtung bilderreiche Publikumsnähe, bei Kritikern fiel gar das böse Wort Gefälligkeit. Doch nun hat man den Bogen raus: Als Folge einer Laborentwicklung stehen modernisierte Handlungsballette gleichwertig neben impulsiver Moderne und bildstark getanzten Biografien mit großem Zuspruch. Dominique Dumais' Choreographie "Rilke" ist eine echte Erfolgsgeschichte, die den Spagat zwischen Anspruch und Spielplantauglichkeit glänzend demonstriert. Auch der Ausbau der zunehmend beliebteren (und runderen) Choreographischen Werkstätte hat sich gelohnt: Das Format hat Kultcharakter entwickelt und eine echte Fangemeinde, die sich an kreativen Schnellschüssen und Wagemut erfreut. Das Geheimnis des Erfolges: Man hat das Eine getan ohne das Andere zu lassen - und sich entwickelt.

Schauspiel

Burkhard C. Kosminski ist es gelungen, ein Ensemble zu formen, das aller Ehren wert ist. Da steht das Jungtalent neben reifen Darstellern mit beeindruckender Vita. Alle Charakter- und Epochenfarben können besetzt werden. Leider hat Kosminski wieder kein Händchen für "klassische" Stoffe bewiesen. Einzig Ibsens "Nora" und Goethes "Iphigenie" kommen auf respektables, hausübliches Niveau, das aber von überregionaler Ausstrahlung nur träumen kann. Diese ersehnte sich Kosminski mit dem Amerika-Schwerpunkt, der als Flop gewertet werden darf. Wenn Tony-Kushner-Stücke zur deutschsprachigen Erstaufführung für Mannheim übrigbleiben, hat das seinen Grund. Mit dessen "IHo" konnte man deshalb nicht an den Erfolg "Osage County" anschließen. Auch mit den deutschen Hoffnungsträgern Sibylle Lewitscharoff und Dietmar Dath handelte man sich mehr Häme als Ruhm ein. Katastrophal ist das alles nicht, Theater lebt eben vom Versuch. Skandalöses ist in Mannheim ebenso selten wie Genialisches. Doch der Status quo ist ordentlich, wenngleich er nicht zu selbstbewussten Höhenflügen berechtigt.
Kinder- und Jugendtheater

Verwöhnt ist Mannheim vom Schnawwl - und umgekehrt. So modellhaft und vorbildlich das Haus unter Andrea Gronemeyer auch ist und soviel es alltäglich leistet - manchmal müsste man die Frage stellen, ob der Ehrgeiz nach Branchenwertschätzung nicht zu weit oben angesiedelt ist. Anspruch ist gut, Spaß aber auch nicht schlecht im Kindertheater. Internationaler Austausch bringt ebenfalls viel Ehre, aber weniger (renommierte) Ägypten-, Indien-, Brasilienprojekte bedeuteten mehr Spiel für Kinder der Region. Dennoch, so läuft der Hase eben im Jugendtheater, und Mannheim rangiert durch kontinuierliche und (fast zu "seriöse") Arbeit ganz weit oben in der Bundesliga.

Junge Oper

Ähnlich bei der Jungen Oper. Sie arbeitet gut, bringt bisweilen intellektuell trockengelegtes Musiktheater für Kinder und Jugendliche heraus ("Echt?"), hat aber auch richtige Knaller: "Neumond" von Lucia Ronchetti war einsamer Höhepunkt des Mozartsommers. Insgesamt: wichtige Arbeit bei der Heranführung junger Menschen ans (Musik-)Theater.

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CHOREOGRAFISCHE WERKSTATT (UA), 19.07.2012

CHOREOGRAFISCHE WERKSTATT (UA)<br />19.07.2012<br />© Foto: Hans Jörg Michel
CHOREOGRAFISCHE WERKSTATT (UA)19.07.2012© Foto: Hans Jörg Michel

Seit 2005 besteht das Projekt, ursprünglich als choreografisches Experiment für die Tänzer des Ensembles gedacht und inzwischen eine feststehende Größe im Programm des Balletts. Zudem ist es ein großes Plus, dass auch die achte Choreografische Werkstatt von ihrem anfänglich experimentellen Charakter nichts eingebüßt hat.

Vielmehr liegt gerade darin der Reiz, unterschiedlichste Stücke, von sechs bis zu 15 Minuten Länge, zu erleben. Dabei lässt sich jede Arbeit wie ein persönliches Anliegen des jeweiligen Choreografen verstehen. So etwa auch das Stück „I just got here“ von Davidson Jaconello. Als neues Mitglied im Ensemble des Kevin O'Day Balletts zeigt der Künstler bei der "Choreografischen Werkstatt" gleich in dreifacher Weise sein Können: als Choreograf, Tänzer und Musiker. Wenn der Tänzer dem Publikum erklärt, sein Stück sei unfertig, ist das ein gelungener Auftakt für den Abend und die Idee dahinter.

Jaconello tanzt auf seine eigene Musik und spielt sie dann live am Schlagzeug weiter. Ein Multitalent, das auch die Musik für das Stück von Luis Eduardo Sayago geschaffen hat. „Bewohner K8, 19“ zeigt einen ruhelosen Tänzer, von Ängsten und Einbildungen getrieben. Dazu ein in seinen Andeutungen rätselhaft gelungenes Video von Falk Kästle.

Ähnlich getrieben tanzt Brian McNeal sein Werk „Wide Awake“. Schlaflosigkeit kann auf einem zu kurz geratenen Bett und im Ringen mit einem Kopfkissen auch mal seiner Ernsthaftigkeit enthoben werden.

Ebenso witzig wie traurig versteht sich Zoulfia Choniiazowa auf Träumer. „Mein Weg“ zeigt einen Tänzer im dramatisch komischen Tangotanz mit einer aufblasbaren Puppe.

Komik entwickelt auch „Fifth here“ von Hitomi Kuhara, die zwei sich lasziv bewegende Tänzerinnen um einen Tänzer kreisen lässt.

Vom Glück, sich bewegen zu können, handelt „Entlassungstag“. Malthe Clemens erzählt in seiner ersten Choreografie vom eigenen Genesungsprozess nach einer Operation.

Von ganz anderer Stimmung ist Sigmund Hegstads „Lament“ über das Trauern. Minimalistisch gehen die einfachen Gesten der Tänzerin Michelle Cheung auf der Musik von Arvo Pärt im Raum auf. Sie tanzt später zusammen mit Hegstad in ihrem eigenen Stück. „Figment“ zeigt ein komplexes Gewebe aus überraschenden Bewegungen.

Und zum runden Schluss ein Swing Dance im Stile der 1930er Jahre, den Tyrel Larson mit seinem „Q.W.S.“ sprühend in Szene setzt. Er beweist damit wieder einmal sein ausgezeichnetes Gespür für das choreografische Element.“   Mannheimer Morgen (21.07.2012)


Der Kanadier Davidson Jaconello ist erst seit einem Monat dabei in Kevin O’Days Mannheimer Tanztruppe und hat schon seine erste eigene Zehn-Minuten-Show: „Great! No problem“, begrüßt er das Publikum. „Ich hab nur mal was ausprobiert“, erklärt er auf Englisch: „Ich mache, was ich habe, und versuche Spaß zu haben.“ Spontan Talent zeigen – das ist kein übler Vorsatz für die „Choreografische Werkstatt“ mit neun Miniaturen von Mannheimer Tänzern.

Neuling Jaconello macht den Anfang. „I just got here“ (Bin gerade angekommen) heißt sein „Work in Progress“, das als Tanz- und Trommelsolo zeigt, dass der Tänzer auch Schlagzeug spielen kann, und wie der Beat ihn wirbeln und springen lässt. Das rockt. Und es offenbart, dass die Mannheimer Werkstatt eine gute Bühne ist, um der Kreativität auch über den Tanz hinaus Raum zu geben.

Zoulfia Choniiazowa aus Tadschikistan hat für Luis Eduardo Sayago den Auftritt „Mein Weg“ gebahnt. Als Tramp mit Frack, Koffer und Spielzeughund tritt Sayago auf und legt einen Tango mit einer aufblasbaren Erotikpuppe hin. Diese melancholische Clownerie wirkt stilistisch stimmig und in sich geschlossen […].

Wie man Form und Inhalt passend aufeinander abstimmt, das zeigt Brian McNeal mit seinem Insomnia-Solo „Wide Awake“ mustegültig.

Ballettchef Kevin O’Day, seit zehn Jahren in Mannheim, räumt diesen Arbeiten mittlerweile vier Abende im Spielplan ein. Das ist vorbildlich.   Darmstädter Echo (21.07.2012)


Experimentierfreude, Humor und mitreißende Gefühlsstudien haben die Tänzer des Mannheimer Nationaltheaters in ihrer Choreografischen Werkstatt gezeigt.

Ein rohes Stück ist der passende Auftakt für einen Werkstattabend – zumal von einem Neuling, der die Chance nutzt, sich vorzustellen. Davidson Jaconello bekennt mit charmanter Unbedarftheit in „I just got here“, dass er erst einen Monat bei der Truppe ist, aber doppeltes Talent mitbringt. In seinem Solo lässt er seinen athletischen Tanzstil erahnen und trommelt die Rhythmen selbst auf dem Schlagzeug.

Sigmund Hegstad […] hat mit Michelle Cheung zwei wundervolle, feinfühlige Stücke erarbeitet. „Lamento“ ist eine stille Trauer, getanzt von der ausdrucksstarken Cheung. […] Gefühle sind auch der Motor für Michelle Cheungs choreographisches Debüt. In „Figment“ erzählt sie von einer Beziehung aus der Sicht ihres Duettpartners Hegstad.

Ein Duett hat auch Malthe Clemens für sein erstes Werk gewählt. Am „Entlassungstag“ feiert er die Bewegungsfreude mach einer Reha. […] Clemens gelingt es, aus dem Thema originelle Bewegungen zu entwickeln und Augenzwinkern mit Anspruch zu verbinden.

Eine gelungene Mischung aus Witz und Tiefe trifft Zoulfia Choniiazowa mit „Mein Weg“. […] Der Tänzer Sayago interpretiert das einsame Duett gekonnt auf dem Grat zwischen Komik und Tragik.

Ebenso beeindruckt er (Sayago) später als Nachwuchschoreograph mit „Bewohner K8, 19“, das zu den besten des Abends zählt. Virtuos verbindet er Video, Geräusche und Musik, um eine beklemmende Geschichte zu erzählen.   Die Rheinpfalz (23.07.2012)


Kevin O’Day und Dominique Dumais […] wissen beide, dass künftige Choreografen zu allererst eines brauchen: eine möglichst professionelle Spielwiese, das heißt Tänzer, Probenraum und -zeit und am Ende eine Vorstellung vor Publikum. Die Veranstaltungsreihe „Choreografische Werkstatt“ bietet das alles und hat längst Erfolgsgeschichte geschrieben.

So ist die Choreografische Werkstatt alle Jahre wieder ein hoch spannendes Ereignis: Vielleicht wird das Publikum, allem Werkstattcharakter und den Zwängen einer Low-Budget-Produktion zum Trotz, Zeuge der Geburt eines neuen Sterns am Choreografenhimmel.   Rhein-Neckar-Zeitung (23.07.2012):

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Robert Glumbeck / Brian MCNeal / Luis Eduardo Sayago
THREE TO ONE (UA)
Dreiteiliger Ballettabend, Premiere 21.04.2012

THREE TO ONE (UA)<br />Dreiteiliger Ballettabend, <br />Premiere 21.04.2012<br />© Foto: Hans Jörg Michel
THREE TO ONE (UA)Dreiteiliger Ballettabend, Premiere 21.04.2012© Foto: Hans Jörg Michel

Was der Titel vorwegnimmt, gibt das Bühnenbild von Jürgen Kirner zu verstehen. […] Für "Three to One" schafft er drei ausdrucksstarke Bühnenbilder, die den gemeinsamen Nenner der Stücke herausstellen und gleichzeitig ihre Gegensätzlichkeit unterstützen.

¿Dónde estabas tú? (Wo warst du?)
So anziehend und vereinnahmend einen das erste Stück schon allein durch lateinamerikanische Rhythmen und bunte Kostüme besticht, so versteht es Luis Eduardo Sayago, den Tanz nicht im hüftschwingenden Klischee zu ertränken. Raffiniert schiebt der aus Venezuela stammende Tänzer und Choreograf den mal neoklassischen, mal zeitgenössischen Bewegungen heimatliche Bolero-Tanzschritte und Gesten unter.
Daraus entfaltet sich ein neues, spannendes Vokabular, dem man nicht müde wird, zuzusehen. "Dónde estabas tú?" (Wo warst du?), ist das gelungene Debüt des Choreografen über Beziehungen zwischen Menschen und Kulturen.

Shifting Silence
Schon Robert Glumbeks Musikwahl ist außergewöhnlich. Johann Sebastian Bach neben Senking, eines der Pseudonyme des Kölner Musikers Jens Massel. Das funktioniert wunderbar, nicht zuletzt weil es Glumbek versteht, sein "Shifting Silence" Szene für Szene einem Gesamten zuzuführen. Pars pro Toto – ein Teil steht für das Ganze – ist Glumbeks Prinzip, das er durch sein hervorragendes Gespür für den Raum einsetzt. Während sich ein Tänzer im Mittelpunkt der Selbstbespiegelung unterzieht, funktioniert das Ensemble wie sein Alter ego. Auch hier fällt wieder Kirners Bühnenbild-Verständnis für die Idee des Choreografen auf: Ein Haus zeigt den Protagonisten wie in einem Korridor, der durch zwei in die Höhe gezogene Wandstücke die Bühne vom Rest trennt. Aus diesem Korridor trifft der Tänzer auf die Gruppe und bringt seine Seelenverstrickung auf den Punkt.   Mannheimer Morgen, 23. April 2012

Es gibt viele gute Gründe, warum die Premiere des Mannheimer Kevin O’Day Balletts am Samstag „Three to One“ genannt wurde. Jetzt kann ergänzt werden: Drei mal Jubel für eine beeindruckende Aufführung, die mal amüsiert, mal beklemmt, mal anrührt.
Allen gemeinsam ist das von Jürgen Kirner clever ausgetüftelte Bühnenbild: der schlichte Umriss eines Hauses. Bewegliche weiße Mauern schaffen andere Gefühlsträume, je nachdem ob sie ausgrenzen oder eingrenzen, ob sie in fahles oder grelles Licht getaucht sind.
[…]
Es zeugt von dem Gespür der beiden Nachwuchschoreographen, wie geschickt sie die Energie ihrer Tänzerkollegen jeweils einsetzen.

¿Dónde estabas tú? (Wo warst du?)
Der Venezulaner erzählt, wie in seinem Heimatland gefeiert wird und sich Paare auf dem Tanzparkett finden. Wenn Männerbande beim Pokern geknüpft werden, hat Sayago die Lacher des Abends auf seiner Seite und streift das Tanztheater. Wenn Liebende beim Bolero anbandeln, riskiert Sayago die Gratwanderung zum Fernsehballett. Wenn da nicht diese ironischen Brechungen wären: Damen lasen sich in Froschhaltungen von den Herrn umherhieven. Es wirkt haarscharf nicht kitschig, sondern grotesk, von einem magischen Realismus erfüllt.

Von Augenblick zu Augenblick
Um unverhoffte Begegnungen auf den Straßen seiner Heimat New York geht es McNeal hier. Um Begegnungen, die inspirieren oder verstören. […] Die elektronischen Klänge, die Julien Guiffes komponiert hat, beben vor banger Erwartung. „Manche Menschen sind arglistig. Man kann nicht gleich erkennen, was sie im Schilde führen“, sagt McNeal und hat dazu ein fesselndes Duett ersonnen.

Shifting Silence
Glumbek kontrastiert nicht nur intime Bach’sche Klaviermusik und pochende Industrieklänge, er wechselt gekonnt die Tempi zwischen explosiver Bewegung und Stillstand, er lässt die Tänzer in Distanz erstarren, dann wieder körperliche Nähe suchen. Mit ungewöhnlichen und dann wieder einfachen Gesten, die so viel bedeuten, überrascht Glumbek.  Die Rheinpfalz, 23. April 2012

Allen drei Choreografien vermochten die Tänzer des Nationaltheaters einen ebenso intensiven wie einzigartigen Ausdruck zu geben.

¿Dónde estabas tú? (Wo warst du?)
"¿Dónde estabas tú?" (Wo warst du?) fragt Luis Eduardo Sayago mit seiner Choreografie. Der seit acht Jahren am Haus tätige Tänzer ist stark durch seine venezolanische Herkunft beeinflusst. Eine zentrale männliche Figur im Anzug fungiert als Ich-Erzähler. Umgeben von den südamerikanisch bunt gekleideten Tänzern bewegt er sich als Fremder in einer vertraut erscheinenden Umgebung, sucht Anschluss, kann sich aber nie ganz in die Gruppe integrieren. Erst durch ein kraftvoll getanztes Solo findet der Tänzer zu sich und seiner eigenen Identität, die es ihm ermöglicht – sozusagen auf Augenhöhe – den anderen zu begegnen. Folkloristische Musik aus Venezuela und Kuba sowie eine farbenfrohe Projektion auf die Schlusswand der Bühne unterstrichen den athletisch getanzten Kulturen-Clash.
Von Augenblick zu Augenblick
Völlig anders präsentierte sich Brian McNeal – seit fünf Jahren Tänzer am Theater – mit "Von Augenblick zu Augenblick". Seine Heimatstadt New York steht hier im Zentrum mit all den vielfältigen Begegnungen unterschiedlichster Intensität, die das Leben in der Megacity mit sich bringt. Die Anonymität wurde unterstrichen durch die schwarzen Kostüme (ebenfalls Jürgen Kirner), deren Farbe das einzig Verbindende war in ihrer Verschiedenheit. Schwarze Querstreifen wurden auf die Wände projiziert und vermittelten das Gefühl, im Subway unterwegs zu sein. Senkrecht von der Decke herabgelassene Streifen schufen eine weitere Veränderung der Bühne und einen weiteren Raum, in dem die sechs Tänzerinnen und Tänzer sich flüchtig, freundlich, oberflächlich, intensiv oder auch gar nicht begegnen konnten.
Kurze Momente der Nähe zwischen zwei Frauen – oder zwei bezeichnenderweise Masken tragenden Männern - sorgten dafür, dass nicht die Einsamkeit in der Masse, sondern die sicht- und unsichtbaren Verbindungen zwischen Menschen im Zentrum standen. Unterstrichen wurde die Choreografie durch eine Auftragskomposition von Julien Guiffes: Seine Minimal-Electro-Komposition bezog neben Großstadtgeräuschen auch Sprache und differenzierte Klänge ein und überzeugte durchweg mit Raffinesse und Subtilität. Dass die Komposition teilweise mit der Choreografie zusammen entwickelte wurde, sorgte für eine kongeniale Geschlossenheit zwischen Musik und Bewegung. Rhein-Neckar-Zeitung, 23. April 2012

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Verleihung des Arnold-Petersen-Preises 2011
an Brian McNeal
Tänzer des Kevin O’Day Balletts Nationaltheater Mannheim
08.03.2012 im Schauspielhaus

Verleihung des Arnold-Petersen-Preises 2011<br />an Brian McNeal<br />08.03.2012<br />© Foto:
Verleihung des Arnold-Petersen-Preises 2011an Brian McNeal08.03.2012© Foto:

Wir zitieren den Mannheimer Morgen vom 10.03.2012:

„Gefühle bei Shakespeare und Chopin

Von unserem Redaktionsmitglied Ralf-Carl Langhals



Manchmal findet man ihn ja, den perfekten Rahmen. So geschehen im Schauspielhaus des Nationaltheaters Mannheim, wo ein freundlich applaudierendes Publikum sich über die Verleihung des Arnold-Petersen-Preises an Ballettensemblemitglied Brian McNeal freute. Zuvor war bei der kürzlich wiederaufgenommenen Choreographie "Résonances Chopin" ätherisch Schönes in blumig-fließenden Gewändern, etwa in einem amourösen Pas de deux von Zoulfia Choniiazowa und Tyrel Larson zur Étude f-Moll, zu sehen. Auch originelle Latino-Rhythmen (zur Nocturne b-Moll) entdeckt Choreographin Dominique Dumais in den Läufen - und findet in Brian McNeal ein ideales Instrument, den Resonanzkörper für Chopins Musik.


Doch weder für den perfekten Rahmen oder gar perfekten Körper wird der sympathische New Yorker mit dem seit 19 Jahren jährlich vergebenen Preis geehrt, der mit 5000 Euro dotiert ist. Die nach dem einstigen NTM-Generalintendanten Arnold Petersen benannte und von Unternehmer Roland Ernst seit 1992 jährlich gestiftete Auszeichnung wird für herausragende künstlerische Nachwuchsleistung an ein Ensemblemitglied des Nationaltheaters vergeben.
Die Kontinuität der im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verankerten Roland-Ernst-Stiftung ist nicht selbstverständlich. Daran erinnern sowohl Gastgeber Lutz Wengler (in Vertretung der erkrankten Generalintendantin) als auch Horst-Dieter Schiele, ehemaliger langjähriger Chefredakteur dieser Zeitung, der als Jurysprecher und Laudator lobende Worte für Stifter und Ausgezeichneten fand. Darüber hinaus weist allein schon der von Jurymitglied (und ehemaligem Feuilletonchef dieser Zeitung) Alfred Huber verfasste Urkundentext auf die Feinsinnigkeit und edle Motivation des Preises hin: "Manchmal trifft bei Shakespeare die Liebe wie ein Blitz die Herzen zweier Menschen. (...) Aus der ursprünglichen Einsamkeit zweier Individuen wird für kurze Zeit eine Symbiose. Der Mannheimer Tänzer Brian McNeal hat dieses Gefühl auf wunderbare Weise in Sergej Prokofjews gleichnamigem Ballett darstellerisch und tänzerisch eindrucksvoll umgesetzt."
Berührender Romeo
Zuvor entfaltete der Tänzer zu Chopins Impromptu As-Dur (glänzend: Pianistin Nóra Emödy) auf der Bühne sein ganzes Können. Glaubt man dem Schlussbild von Dominique Dumais, findet der Mensch zur Natur. Das ist einen Traum wert. Nicht nur als Romeo, sondern auch in dieser Rolle wird der "sonst so dunkle Raum menschlicher Existenz plötzlich heller", wie es bei der Verleihung hieß. Zu Recht war diese Leistung der Jury den Arnold-Petersen-Preis wert. Dafür - und dass der Gelobte seinen Kollegen und dem Publikum dankte - gab es herzlichen Applaus.“

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Dominique Dumais
Rilke (UA), Premiere 27.01.2012
Musikalische Leitung: Günther Albers / Joseph Trafton
Musikalisches Konzept: Günther Albers
Ausstattung und Video: Tatyana van Walsum
Licht: Bonnie Beecher

Rilke (UA)<br />Premiere 27.01.2012<br />© Foto: Christian Kleiner
Rilke (UA)Premiere 27.01.2012© Foto: Christian Kleiner

„Wolken ziehen über die Bühne, beflügelt und engelgleich streckt sich der Tänzer und aktuelle Petersen-Preisträger Brian McNeal in die Höhe – scheinbar im Bühnenschwarz schwebend. Konzertmeister Andrei Rosianu greift zum Bogen und beginnt seelenvoll den ersten Satz von Alban Bergs Violinkonzert („Dem Andenken eines Engels“). Hier, das ist bereits in diesem Moment zu spüren, passt vieles zusammen“

„Der Wind weht von Elegie zu Elegie, darin wiegen sich Äste, Arme, Wellen, Flügel und Körper. Und ein berückendes Pas de deux von Zoulfia Choniiazowa und Luis Eduardo Sayago, die sich gegenseitig tragen. Dominique Dumais findet in ihrer Choreographie suggestive Bilder für ein Stück anspruchsvolle Literatur.“
„In seinem berühmten Gedichtzyklus verfolgt Rainer Maria Rilke (1875-1926) schließlich ein hohes Ziel. Durch Lyrik sollen die Leiden des Menschen umfassend zum Ausdruck kommen. Mehr noch: Dem Leben selbst soll auf dichterische Weise ein mythischer Sinn außerhalb bestehender religiöser Systeme gegeben werden. Soweit die Theorie. Aber wie lässt sich das tänzerisch umsetzen? Mit chorisch angelegten, stummen Schreien, mit vom gesamten Ensemble getragener Fließbewegung, mit einem flötensynchronen Hand- oder Fußzittern, mit Wolfsgeheul, mit Herz- und Glockenschlag, mit Jugendstil-Erotik des „verborgenen, schuldigen Flussgottes des Blutes“ in der dritten Elegie. Und natürlich mit einer Compagnie in Topform, die Dumais‘ Ästhetik sichtlich verinnerlicht hat.“

„Tatyana van Walsum hat sowohl mit ihrer Bühne, die trickreich Tiefe, zwei Tanzebenen, Rampen und magische Auftrittsmöglichkeiten liefert, als auch mit ihren atmosphärisch zauberhaften Videoarbeiten Poetisches erschaffen und Bonnie Beecher den großangelegten Reigen kongenial ausgeleuchtet.“
„Mit Ausnahme von Johann Sebastian Bach und Eric Cadesky hat Kapellmeister Günther Albers ausschließlich musikalische Entsprechungen unter Rilkes Zeitgenossen gefunden: Ferruccio Busoni, Charles Ives, Anton von Webern und Alban Berg. Dass er dabei nicht auf zahlreich existierenden Rilke-Vertonungen zurückgreift, sondern anspruchsvolle eigene Wege geht, spricht ebenso für ihn, wie sein interpretatorischer Zugriff und die musikalische Leitung des Nationaltheaterorchesters.“
„Wer nun diese Engel sind? „Pseudonym des christlichen Gottes“, „Maß der größten Seinsnähe“, „Apotheose der reinen Kunst“ sagt die Forschung uneins. Dumais belässt jedem seine eigenen Rätsel, Symbole und Ideen. Keine Angst vor großer Lyrik also, immerhin ist sie ein poetischer Gegenentwurf zu einer technisch-rational gelenkten Welt. Und in nichts Geringeres als in den „Weltinnenraum“ hat uns der bejubelte Abend auch blicken lassen.“    Mannheimer Morgen, Montag, 30.01.2012

„Dominique Dumais folgt Rilkes Vorgehensweise, indem sie „metaphysische“ Ebenen entwirft. Um das Hier und jetzt, die sichtbare Welt, aufzubrechen und ins Metaphysische zu transzendieren, entwickelt sie das Ballett als multimediales Ganzes.“
„Raumgestaltung, Licht, Bewegung und Musik werden auf eine Weise ineinander verzahnt, die starke Bildwelten entstehen lässt und damit der Rilkeschen Grundstimmung nahe kommen können. Großartig gelungen ist dabei vor allem das Bühnenbild (Tatyana van Walsum: Ausstattung und Video) im ersten Akt, in dem sich das tänzerische Geschehen auf zwei Ebenen abspielt und Videoprojektionen auf Vorhänge im Bühnenvorder- und Hintergrund ins „Unendliche“ zu verweisen scheinen. Ein schwarzer spiegelnder Lackboden scheint den Raum auch noch in die Tiefe zu erweitern und das effektvoll eingesetzte Licht (Bonnie Beecher) – mal spotartig, mal irrlichternd changierend, vertieft die Wahrnehmung eines Raumes, der Grenzen zu überwinden trachtet.“    Allgemeine Zeitung Mainz - Main-Spitze, Montag, 30.01.2012

„Herausgekommen ist ein rund zweistündiger Abend, in dem Text, Tanz und Musik symbiotisch verschmelzen und damit nichts weniger als einen Zugang zu dem komplexen Stoff liefern.“
„Sind die Apologeten der Rilkeschen Texte in knapp 100-jähriger Deutungsgeschichte nicht zu einer einheitlichen Auslegung gelangt, so bietet Dumais einen in sich geschlossenen Interpretationsansatz an. Sie erreicht dies, indem sie die Hauptfiguren, bestimmende Themen und Szenen herauspräpariert und immer wieder in Beziehung zueinander setzt. Ein Engelwesen, die Figur des Helden, eine Puppe, das klassische Liebespaar, eine Artistentruppe, aber auch Tiere vom Vogel bis zum Wolf tauchen in den zehn Elegien wiederholt auf. Es geht um das Leben in seiner Vielfalt, vom unschuldigen Start in dasselbe über die wesentlichen Stationen, Seins- und Gefühlszustände bis hin zum Tod.“
„Die Kreise schließen sich […] zwischen den Kunstgattungen Text, Tanz und Musik. Und das nicht nur auf einer theoretischen, sondern vor allem auf einer sinnlich erfahrbaren Ebene. Neben der konzentrierten, spannungsreichen und in dynamische Extreme führenden Umsetzung durch das Nationaltheaterorchester unter Günther Albers ist dies natürlich vor allem dem Ballettensemble zu verdanken. Auf der Höhe ihrer Ausdruckskraft präsentiert sich die Compagnie, bietet temperamentvollen Tanz in beeindruckender Körperbeherrschung sowohl in den solistischen wie in den Gruppenszenen. Voller Dynamik und fließender Anmut sind die Bewegungsabläufe und Figuren, artistisch manche Einlagen, die sich beispielsweise auf einer rollenden Kugel abspielen.“
„Dominique Dumais‘ Beschäftigung mit Künstlerpersönlichkeiten (2008: Chopin, 2010: Frida Kahlo) findet in „Rilke“ also  eine treffliche Fortführung. Ein Abend, der in Erinnerung bleiben wird.“    Die Rheinpfalz, Montag, 30.01.2012

„Die zehn Klagelieder sind eines der dichtesten, hermetischsten Werke der deutschen Lyrik, von einer metaphernsatten und musikalisch geradezu einlullenden Schönheit der Sprache.
Jetzt stehen sie im Mannheimer Nationaltheater im Zentrum eines ungewöhnlichen, ebenso rätselhaften wie poetischen Tanzabends.“
„Behutsam, mit umfassendem Wissen und einfühlsamer, nie übertriebener Symbolik wagt sich die Kanadierin an Rilke, hält sich in ihren zehn Szenen genau an die Reihenfolge der Elegien und überträgt deren ausgeprägte Bildsprache in starke, symbolträchtige Bilder.
Ferne Glockenschläge hallen durchs Auditorium, Vogelschreie evozieren das Schloss hoch über dem Meer und die Weite des Raumes, als »Weltinnenraum« eines der zentralen Motive der Elegien. Stark abstrahiert deutet Tatyana von Walsums Ausstattung einen Park an, die offenen Haare der Frauen und ihre schwingenden Kleider weisen auf den Jugendstil hin.
Der Engel, bei Rilke das ewige Gegenbild des zweifelnden, vergänglichen Menschen, wandelt ebenso durch diesen getanzten Rilke-Kosmos wie der Jüngling und die Mutter, wie Picassos Gaukler oder leere Menschen-Puppen.“
„Nur wenige Ausschnitte aus Rilkes Versen werden zwischen den Musikstücken eingespielt, die Dirigent Günther Albers zu einer stillen, eindringlichen Partitur an der Grenze von Spätromantik und Moderne zusammengestellt hat.“
„Auch wenn man diese Bilder von dunkler Trauer erst bei mehrfachem Sehen ganz entschlüsseln kann – wo sich ihre weniger ambitionierten Kollegen in der Hoffnung auf Zuschauer einfach berühmte Titel der Weltliteratur von »Carmen« bis »Anna Karenina« unter den Nagel reißen, da erinnert uns Dominique Dumais daran, zu welch tiefen Gedanken das Tanztheater fähig ist.“    Reutlinger Generalanzeiger, Dienstag, 31.01.2012

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I’m with the band (Uraufführung), Premiere 12.11.2011
Ballett von Kevin O’Day
Choreographie: Kevin O’Day
Musik (Auftragskomposition): John King
Ausstattung: Thomas Mika
Licht: Mark Stanley

I’m with the band (Uraufführung)<br />Premiere 12.11.2011<br />© Foto: Christian Kleiner
I’m with the band (Uraufführung)Premiere 12.11.2011© Foto: Christian Kleiner


„Kevin O'Days Choreographie ist eine Liebeserklärung an den Jazz, an die Stadt Mannheim, an seine künstlerischen Weggefährten und an den Tanz als reine Lust an der Bewegung.“
„Die Tänzer in knappen Shirts und Höschen schlüpfen durch den Vorhang; als Einzelne, zu zweit, in kleinen Gruppen. Sie gleiten in dynamischen Formationen durcheinander, beschwingt, lyrisch, manchmal ein wenig kapriziös, immer in strukturaler Strenge. Man sieht viele wunderschöne Trios mit flüssigen Hebungen.“
„Die Tempi sind heftig, pulsierend, athletisch, dabei stets durch strenge Ästhetik gebändigt. Nur beim Blues werden sie etwas ruhiger. Die Choreographie gestaltet sich zu einem wahren Kraftakt für die technisch glänzende Truppe.“   Die Rheinpfalz, 14. November 2011

„Lange spenden die Zuschauer Applaus, begleitet von begeisterten Ausrufen. Sie erweisen Tänzern, Musikern, dem Ausstatter Thomas Mika und dem Licht-Designer Mark Stanley sowie dem Choreographen Kevin O'Day ihre volle Anerkennung.“
„2002 hatte der Choreograph mit dem Stück "Fielding Sound" in Mannheim seinen Einstand gegeben. Zehn arbeitsintensive Jahre später gibt es genügend Anlass zum feiern. O'Day lässt seinen 14 Tänzern dafür ausreichend Freiraum. Aus einem Pool an vorgegebenen Bewegungen konnten sie auswählen und das Material in eine individuelle Anordnung bringen. Damit reagiert die Choreographie auch auf den improvisatorischen Charakter der Musik. Mal belegen die Tänzer alleine, mal als Duo oder Trio oder als ganzes Ensemble die Bühne. Dabei fallen die unzähligen Hebungen besonders ins Auge.“   Mannheimer Morgen,14. November 2011

„Da tanzen selbst die Kulissen. Mit „I’m with the Band“ hat Kevin O’Day alle Register gezogen und ein wirkungsmächtiges Stück Tanz geschaffen […]. Von Beginn an geht die Inszenierung enge Verbindungen mit der Band ein, die der Mannheimer Chefchoreograf O’Day mit auf die Bühne geholt hat. Hier agieren die zehn Instrumentalisten, allesamt verdiente Musiker aus der Jazz- und Popszene in Mannheim und darüber hinaus, zunächst hinter einem weißen, halbdurchsichtigen Vorhang, der am Ende des ersten Teils in einer spektakulären Wellenbewegung zu Boden stürzt.“  
[…] die bislang wohl „amerikanischste“ Choreografie O’Days. Das zeigt sich nicht allein an den eingebauten uramerikanischen Tanzstilen wie dem Line-Dance, sondern vor allem an der vorwärts treibenden, positiven Energie, die diese überaus sinnliche Arbeit verströmt.
„In Bewegung gerät dieses Mal auch […] die gesamte Kulisse. Der Hamburger Bühnen- und Kostümdesigner Thomas Mika hat hierfür die Voraussetzungen geschaffen und bewegliche Bühnenelement gebaut, die ein bedeutender Teil der Choreografie werden. Große schwarze Lettern auf hohen Stellwänden bilden das Wort „Band“. Die Wände werden im Rhythmus der Musik nach Belieben verschoben, sie strukturieren den Raum immer wieder neu, lassen die Band erneut verschwinden, fallen am Ende jedoch lautlos um und vereinen so Tänzer und Musiker erneut. Das sind witzige Ideen, die beim Publikum auf fruchtbaren Boden fallen. Weniger spektakulär wirkt das sparsam eingesetzte Lichtdesign, das jedoch auf unauffällige Weise größte Wirkung erzeugt.“
„Die Energie der Produktion manifestiert sich schließlich im kraftvollen Tanz, in der Freude der Tänzer an der Bewegung. Diese bildet gewissermaßen den Kern der Jubiläumschoreografie, ist Sinn und Zweck zugleich. Das Publikum feiert die Truppe am Ende mit minutenlangem Applaus.“   Wiesbadener Tagblatt, 15. November 2011

„Alle tänzerische Bewegung fließt. Aber nicht wie ein träge gleitender Strom, sondern wie ein munter sprudelnder, über Klippen rauschender Wildbach. In Kevin O’Days Tanz-Performance „I’m With The Band“ […] geht es auch nicht um bloße Bebilderung von Musik. Vielmehr verkörpern die tanzenden Protagonisten in leichtfüßig rasanter Verwandlung Tonreihen, Akkorde, Klänge.“
„Doch obwohl synchroner Ensemble-Tanz keinerlei Chance hat, spürt man beim Zuschauen die unerhörte Exaktheit und Disziplin in der mühelos scheinenden Kreativität. Ein faszinierender Abend.“  Die Deutsche Bühne, 17. November 2011

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