Pressestimmen Ballett Spielzeit 2012/2013


Tanzstück von und mit Robert Glumbeck und Kevin O’Day
DIE VIER JAHRESZEITEN (UA), Premiere 27.05.2013
Choreografie: Robert Glumbeck / Kevin O’Day

DIE VIER JAHRESZEITEN (UA)<br />Premiere 27.05.2013<br />© Foto: Hans Jörg Michel
DIE VIER JAHRESZEITEN (UA)Premiere 27.05.2013© Foto: Hans Jörg Michel

Kostüme: Heinz-Jürgen Walther
Licht: Damian Chmielarz
Video: Falk Kastell
Musik: Max Richter

Die Rheinpfalz (Antje Landmann):

„dramatisches Kammerspiel in Schwarz-Weiß über das Menschsein“

Ihr Kammerstück wirkt wie eine Graphic Novel, ein künstlerisch anspruchsvoller Comic in Schwaz-Weiß, der mit sparsamen Lichteffekten (Damian Chmielarz) düster  und expressiv gezeichnet ist.

Beide sind inzwischen um die 50 und beschreiben archetypisch das Menschsein in einem existenzialistischen Duett, das unter die Haut geht.

Tranceartiger Tanz, aufpeitscht von Streicherklängen, wechselt sich ab mit Momenten von meditativer Stille.

Mannheimer Morgen (Ralf-Carl Langhals):

Kevin O’Day, Ballettintendant des Mannheimer Nationaltheaters, ist mit seinem langjährigen künstlerischen Weggefährten Robert Glumbek zu Antonio Vivaldis Barock-Evergreen trotz des schiefergrauen Frühlingshimmels Erstaunliches zum viergeteilten Kreislauf der Natur eingefallen.

Um Athletik und Kondition braucht man sich bei den virilen Akteuren indes nicht zu sorgen. Im Verbund mit gestalterischer Erfahrung und magnetischer Bühnenpräsenz hat diese Tanztheater-Uraufführung gar einen Mehrwert, der tiefer berührt als Sprungkraft mit Haltungsbestnoten.

Wohltuend sind hierbei Eleganz und Gelassenheit, mit der das Duo diese Quadratur des Lebenskreises unternimmt.

Kevin  O’Day überzeugt durch akzentuierten Armeinsatz, fließende Übergänge und konzentrierte Ruhe, Robert Glumbek durch theatralische Präsenz. Vor allem am Boden ist er unschlagbar. Eine sichere Bank, wenn männliches Gerangel und Imponiergehabe ebenso wenig zu kurz kommen wie Humor und Ironie.

Wir sehen Konkurrenten und Freundschaften, „Händereichungen“ und den stützenden Arm, den freien Lauf auf weiter Bahn, schauen Sisyphos bei der Arbeit zu, bis das Leben im letzten Quadranten zum finalen Kreissegment wird.  

Rhein-Neckar-Zeitung (Isabelle von Neumann-Cosel):

Da hätte man eine Fortsetzung der früheren Erfolgsgeschichte erwarten können, eine hübsche Revue über Werden und Vergehen. Stattdessen gibt es im Mannheimer Werkhaus Studio eine Stunde lang ernsthaftes Tanztheater vom Feinsten, mit einer ausgeklügelten Beleuchtungsregie (Damian Chmielarz) und Videoprojektionen (Falk Kastell).

Max Richter hat die Vivaldi-Ohrwurmthemen zum großen Hör-Kino arrangiert, mit Drive und melancholischem Unterton. Werden und Vergehen sind da nicht säuberlich nacheinander angeordnet, sondern untrennbar verwoben. Großes Kino ist auch die Bühneninszenierung, in der nicht nur dem Anfang ein Zauber innewohnt, sondern jedem Zauber auch ein beginnendes Ende.

Kevin O’Day und Robert Glumbek sind etwa gleich groß – und damit enden die Ähnlichkeiten schon. Letzterer ist ein markanter Glatzkopf, hinter dessen Bewegungen immer Spannung, dunkles Geheimnis und unerfüllte Sehnsucht zu lauern scheinen. Kevin O’Day dagegen scheint in sich zu ruhen, streckt die Arme immer wieder vertrauensvoll zum unsichtbaren Himmel aus und dehnt sich mit vollendeter Balance und Harmonie. ... eindringliche Bilder von Hoffnungen und Enttäuschungen, von Verzweiflung und Glücksgefühlen, vor allem aber von einer zutiefst humanistischen zwischenmenschlichen Humanität.

Wie sich da zwei gegenseitig stützen und tragen, miteinander leiden und sich einander im besten Sinn hingeben, das hat großes menschliches Format, choreografisches und tänzerisches obendrein. – Und das Publikum musste erst einmal tief Luft holen vor dem berechtigen Jubel. Insgesamt ganz großes Kino – ein ganz kleines bisschen Kitsch und viele Minuten lang atemberaubende Spannung. Whow!

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nach Antoine de Saint-Exupéry
DER KLEINE PRINZ, Premiere 27.04.2013
Ballett von Dominique Dumais
Choreografie: Dominique Dumais
Musik: Julien Guiffes (Auftragskomposition) und andere
Ausstattung: Tatjana van Walsum

DER KLEINE PRINZ<br />Premiere 27.04.2013<br />© Foto: Hans Jörg Michel
DER KLEINE PRINZPremiere 27.04.2013© Foto: Hans Jörg Michel

Die Rheinpfalz (Antje Landmann):


Der Kreis dominiert alles: Eine Feuerkugel hockt wie eine untergehende Sonne über zwei schwarzen Hügeln und spiegelt sich im glänzenden Boden – ein überwältigendes Anfangsbild, das Tatyana van Walsum (Bühne und Kostüme) und Bonnie Beecher (Licht) inszenierten.


Geschickt hat Dumais die individuellen Stärken der Tänzer genutzt.


Dargestellt wird er [der Laternenanzünder] von Luis Eduardo Sayago, der auch verdient Applaus erhält als Fuchs, der sich zähmen lässt und – unterstützt von der seelenvollen Musik von John Adams – pantomimisch zeigt: Man sieht nur mit dem Herzen gut.



Deutsche Presse-Agentur:


Mit sehr großem Beifall ist am Samstagabend die Uraufführung des Balletts „Der kleine Prinz“ am Mannheimer Nationaltheater aufgenommen worden.


Die sehenswerte, verzaubernde und ausdrucksstarke Uraufführung ihrer Choreographie erhielt am Samstagabend in Mannheim frenetischen Beifall. Besonders viele Mädchen im Grundschulalter waren nach der 140-minütigen Aufführung verzückt.


Der aus Ungarn stammende Prinzendarsteller Dávid Kristóf tanzte sich dabei mit seiner kindlichen Akrobatik und intensiven Bewegungssprache in die Herzen des Publikums.



Mannheimer Morgen (Ralf-Carl Langhals):


Das Bühnenbild von Tatyana van Walsum ist ebenso zauberhaft wie die ebenfalls von ihr entworfenen Kostüme. Bonnie Beecher taucht Sahara-Dünen, Sonne, Mond und Sterne in betörende Farben. In atmosphärischen Lichtstimmungen begegnet der Titelheld (in Idealbesetzung: Dávid Kristóf) den bekannten literarischen Gestalten, die im Original stark vom Wort und weniger von der Handlung leben. Keine einfache Voraussetzung also für Dumais' erstes Handlungsballett.


Prinz Dávid Kristóf kommt nicht nur seiner Jugend wegen mit natürlichem Kinderstaunen auf die Bühnen, seine Sprünge, seine Spannung im Wechsel mit nie aufgesetzt wirkender Tapsigkeit ist hinreißend und glänzend einstudiert. Malthe Clemens hat als in der Wüste abgestürzter Pilot vor allem große, bewegende Soli der schmerzhaften Erinnerungen und Abschiede mit weiten Bewegungslinien.


Die stärkste choreographische Leistung Dumais' ist es, allzu naheliegende Bilder und Gesten zu vermeiden, um die fünf Figuren einfallsreich zu zeichnen.



Rhein-Neckar-Zeitung (Isabelle von Neumann-Cosel):


Die Choreografin hat ganze Arbeit geleistet und jeder der beteiligten Figuren eigenes Bewegungsmaterial zugewiesen, das vom vielseitigen Mannheimer Ensemble intensiv ausgespielt wird.



Darmstädter Echo (Stefan Benz):


Das Premierenpublikum bejubelt ein poetisches Bildertheater.


Wenn der kleine Prinz auf seine Weltraumreise geht, überwindet das Ballett wundersam den Bühnenraum […]. Wie Saint-Exupérys kleiner Mann da zu den Sternen fliegt, um uns eine Typologie der traurigen Menschen zu zeigen, wirkt die Poesie seines Märchens visuell beflügelt: Vor und hinter den Projektionen von Sternenflecken zieht die Revue der Allegorien vorbei – die machtvolle Königin im Reifrock und die Eitelkeit mit ihren Spiegeln, die Geschäftsfrau in einem Kosmos aus Zahlen und der Geograf, der auf einer Kugel über den Dingen schwebt und seine Grenzen zieht.


Tatyana van Walsums Ausstattung ist fast schon die halbe Miete fürs Gelingen.


Luis Eduardo Sayago kommt als Fuchs im karierten Frack so agil daher, dass er sich auch unauffällig unter die Musical-„Cats“ mischen könnte.

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Ballett von Kevin O’Day nach William Shakespeare
OTHELLO (UA), Premiere 16.02.2013
Choreografie: Kevin O’Day
Musikalische Leitung: Joseph Trafton
Musik: John Adams, David Lang, Jefferson Friedman, Philip Glass, Aaron Jay Kernis

OTHELLO (UA)<br />Premiere 16.02.2013<br />© Foto: Hans Jörg Michel
OTHELLO (UA)Premiere 16.02.2013© Foto: Hans Jörg Michel

Das 400 Jahre alte Shakespeare-Stück „Othello“ wird von Ballettdirektor Kevin O’Day […] erfrischend straff und vielschichtig erzählt. Ein imposantes Bühnenbild, raffinierte Kostüme und ein symbolgeladenes Licht konturieren kongenial eine Welt, in der die Figuren gefangen sind.

Welch ein Glück, dass es zu „Othello“ keine Ballettmusik gibt und O’Day sie selbst zusammensuchen musste! Seine Wahl fiel vor allem auf den US-amerikanischen Minimalismus Philip Glass’ und John Adams’: Wiederkehrende Themen bauen sich auf zu kristallinen Strukturen, zart schmelzend gespielt vom Orchester unter Joseph Trafton. […] Minimalistisch hat O’Day auch die Choreographie konstruiert: Motive werden variiert, zerlegt, von anderen Tänzern gespiegelt und gebrochen zurückgeworfen.

Genial tanzt McNeal diesen Übergang zum Getriebenen und später zum eiskalten Mörder seiner Frau Desdemona.

Differenziert zeichnet O’Day die Figuren, gibt jedem ein Motiv: In Othello sind sowohl Unsicherheit als auch Selbstherrlichkeit angelegt. Jago (wunderbar wendig: Luis Eduardo Sayago) wird bei Kampfübungen von Othello gedemütigt. Er benutzt Roderigo, der Desdemona begehrt, als Handlanger und drängt seine Frau Emilia (Zoulfia Choniiazowa), Desdemonas Taschentuch zu stehlen. Während Roderigo (animalisch überzeichnend: Davidson Jaconello) buckelt, tobt und wie ein Hund Männchen macht, wehrt sich Emilia, aber handelt aus Gefallsucht. 

Jeder ist in sich gefangen. Das unterstreicht das abstrakte Bühnenbild von Tatyana van Walsum: Zwei gebogene und rostig abblätternde Festungswände grenzen zwei Räume ein. Ein schräger weißer Baldachin schafft einen dritten und deutet die Intimität eines Gemachs an. Die Drehbühne verändert ständig die Blickwinkel, lässt Menschen tanzend nicht vom Fleck kommen und die Zeit verrinnen. Je blinder Othello wird, desto transparenter wird das Bühnenbild.   Rheinpfalz (Antje Landmann)


Das Orchester des Nationaltheaters unter Joseph Trafton produziert einen faszinierenden akustischen Sog, der zu den stärksten Eindrücken dieses Tanzabends zählt.   Rhein-Neckar-Zeitung (Isabelle von Neumann-Cosel)


Zu „Othello“ nun hat er Musik ausgesucht, die auf den ersten Blick wesensfremd scheinen mag zu den ausgetragenen Leidenschaften, aber sich doch wunderbar kongruent zeigt. […] Diese Musik drückt sehr viel von dem Drama aus, wird zum Seismograf der Befindlichkeiten ihrer Protagonisten. Bald begleiten die Klänge lukullisch harmonisch und in großen elegischen Streichergesängen die Sehnsüchte und Liebesszenen, dann wieder mischen sich Dissonanzen und rhythmische Spannungen in das repetitive Netzwerk.


Berauschende Bilder und ebensolche Musik vereinen sich üppig etwa in der Ballszene. In farbenprächtigen Renaissance-Kostümen lässt die Ausstatterin die Tänzer auftreten. Tänze voller Anmut und Grazie, aber auch von rauschhafter Üppigkeit lässt O’Day über die Bühne gehen.

Ein fesselndes Psychogramm extremer menschlicher Gefühlslagen setzt Brian McNeal in der Titelrolle um. Tanzt seine Visionen und Psychosen fesselnd aus zu irrlichternder Musik. Ihre tiefe Verzweiflung bringt Desdemona (Maria Eugenia Fernandez) in einem expressiven Solo zur Harfenbegleitung zum Ausdruck. Mit einemgroßen Liebes-Pas-de-deux tanzt Othello seine Verbundenheit mit der Gattin aus: zwischen inniger Liebe und Abstoßung, fantasiereichen Hebefiguren und furiosem Über-den-Boden-Schleifen ihres Körpers entspinnt sich ein Drama von fesselnder Faszinationskraft, Poesie und Kraft.

Ein großer, ungeheuer fesselnder und fabelhaft getanzter Ballettabend.   Darmstädter Echo (Rainer Köhl)


In rund zwei Stunden, netto, zieht O’Day so klare Handlungslinien ein und schreibt den einzelnen Figuren so prägnant-individuelle Bewegungen auf den Leib, dass er keine Worte braucht.

Der emotionale Gehalt vieler dieser Bewegungen kann unmittelbar erfasst werden, das macht sie so überzeugend. Den Grundstock bildet eine auf halber Spitze getanzte, fast schon neoklassische Moderne, aber originelle Leitmotive geben die nötigen Signale. Manchmal sind sie winzig, eine Handbewegung nur, ein hastiges Flattern und Wedeln oder ein nach oben gereckter Daumen.

Alles entscheidend ist die Fähigkeit des Choreografen, die Figuren mittels Bewegung zu differenzieren – ohne dabei zu den Klischeegestern des Balletts zu greifen.   Frankfurter Rundschau (Sylvia Staude)

 

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R.A.W. (UA), Premiere 04.12.2012
Ballett von Dominique Dumais

R.A.W. (UA)<br />Premiere 04.12.2012<br /><br />© Foto: Hans Jörg Michel
R.A.W. (UA)Premiere 04.12.2012© Foto: Hans Jörg Michel

Choreografie: Dominique Dumais
Musik: Thoma Siffling (auftragskomposition)
Kostüme: Tatyana van Walsum
Licht: Nicole Berry

In der Frankfurter Rundschau
beschrieb Sylvia Staude R.A.W. als „einerseits cool, andererseits sexy. Und voll Energie von Seiten des Tanzes wie der Musik. [….] Es gehört zum Erfolgsrezept des Amerikaners O’Day und seiner Stellvertreterin, dass sie unterhaltsam, aber nicht unter Niveau tanzen lassen. In den (Arm-)Schwüngen und ausgreifenden Pirouetten finden sich auch diesmal beliebte Varianten der Moderne, aber dazu immer der Schuss Individualität, der der Choreografie Frische gibt. [….] Ein feines, auch darstellerisch starkes Ensemble haben sie in Mannheim, es scheint sich aufs Beste zu verstehen mit den exzellenten Musikern.“
 
Für die Rheinpfalz schrieb Antje Landmann: „Mit seiner krassen, energiegeladenen Bewegungssprache zur kongenialen Jazz-Livemusik ist das Ballett-Stück von Dominique Dumais „R.A.W.“, das am Dienstag uraufgeführt wurde, einfach umwerfend. Aber von wegen „roh“: Die Bruchstücke fügen sich zusammen und hinterlassen eine existenzielle Sehnsucht nach Aufbruch und Freiheit. Mit „R.A.W.“ zeigt die Kevin O’Day-Kompagnie des Mannheimer Nationaltheaters, dass sie ganz oben mitspielt – tänzerisch wie choreographisch.“
 
Im Mannheimer Morgen war unter der Überschrift „Kraftstrotzend-zarte Anmut“ zu lesen: „ [….] grooviger Sound und Bewegung sind immer für Spannung und Überraschungen gut. So beim Solo von Brian McNeal zum Bass – einer der Höhepunkte des Abends – oder beim Dialog zwischen der exzellenten Band und Zoulfia Choniiazowa.“ (Sibylle Dornseiff)
 
In der Mainzer Allgemeinen Zeitung nannte Rainer Köhl den Abend „durchweg sehr kurzweilig und voll spielerischer Fantasie“. Und Isabelle von Neumann-Cosel beschrieb in der Rhein-Neckar-Zeitung: „Jede Menge Synergien ergeben sich im Zusammenspiel mit der Musik, die einmal mehr das musikalische Ausnahmetalent von Thomas Siffling unter Beweis stellt. Rau, aber herzlich – so gingen Tanz und Musik miteinander um, zur Begeisterung der Premierenpublikums.“
 
Für die Internet-Plattform Tanznetz.de berichtete Leonore Welzin aus Mannheim: „Dumais‘ Stärke in „R.A.W“ ist einmal mehr der Umgang mit dem Raum. Alle Tänzer sind permanent auf der offenen Bühne präsent, exponieren sich mal ganz nah am Publikum, mal in der Tiefe des Raums oder verschwinden hinter den Zügen. [….] Das Publikum in Mannheim bejubelt das Treffen von Ballett und Live-Jazz samt effektvollem Finale.“
 
R.A.W. steht wieder am 13. Dezember, am 1. Januar und am 29. Januar auf dem Programm. Weitere Termine sind in Planung.

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