Pressestimmen Oper Spielzeit 2008/2009


Salvatore Sciarrino
La porta della legge (Quasi un monologo circolare)
Das Tor zum Gesetz (Gleichsam ein kreisender Monolog)
Premiere 18. Juli 2009

Die Mannheimer Premiere von Salvatore Sciarrinos Kafka-Musiktheater "La porta della legge" (Das Tor zum Gesetz) steht auf dem Programm, und wer Sciarrinos Tonsprache schon einmal gehört hat, weiß, dass hier eine klangliche Gegenwelt, eine Art stille Opposition zu unserer Welt dort draußen in den Städten und Dörfern entsteht, die bisweilen nur schwer erträglich ist - freilich im positiven Sinne, trotzt sie uns doch allerhöchste Konzentration bei größtmöglichem Stillhalten ab, einen Zustand kontemplativer Kunststarre. (…)
Weil Sciarrino dem berlusconisierten Italien vorwirft, es hätte sich den Atem stehlen lassen, röchelt es aus der Partitur mehr, als es atmet, wie sonst bei Sciarrino. Natürlich sind da alte Bekannte in der Tonproduktion: das Wehen von Obertönen, das Grummeln des Donnerblechs ziemlich genau die Hälfte des gesamten Werkes lang, die punktuellen aggressiven Attacken von Blechbläsern, die meist das "Ora no", also das "jetzt nicht", des Torhüters markieren, mit dem dieser den Mann, der "Eintritt ins Gesetz" verlangt, immer wieder aufs Neue abweist.
Die Handlung strickt sich denkbar einfach fort: Erst am Ende, wenn der Mann stirbt, erfährt er, dass die über knapp 70 Minuten geöffnete Tür nur für ihn allein geschaffen war. Er hätte also sehr wohl in diesen unbekannten Raum gehen können, den Sciarrino mit einer wunderbar sphärischen Musik im Untergrund der Partitur beschreibt: ganz leise, wie im Himmel, mit - für Sciarrino - ungewöhnlichem Klangreichtum und betörender Obertonmelodik, die zuweilen an Folklore erinnert.
Der Abend hat freilich einen Regisseur. Der gebürtige Heidelberger Johannes Weigand hat einen fesselnden Faden für den "gleichsam kreisenden Monolog" (Untertitel) gefunden. In der ersten Szene (mit Mann I Ekkehard Abele) öffnet sich das Tor zum Gesetz nach hinten hin allmählich über die Distanz von rund 30 Minuten, in der zweiten (mit Mann II Gerson Sales) schließt sich der vordere Bühnenteil nach und nach in der gleichen Zeit. Das Theater findet zwischen diesen beiden "Bühnentoren" auf einem schmalen Bühnenstreifen von ein paar Metern Tiefe statt, die Personenführung geschieht parallel zur Musik mit großer Sparsamkeit, und erst in einem angedeuteten dritten Abschnitt öffnet sich der große Bühnenraum von Jürgen Lier, in dem - ein sensationeller optischer Paternoster-Effekt, der die Protagonisten scheinbar fliegen lässt - per Videokunst (Jakob Creutzburg) beide Männer mit dem Libretto-Text von vorn beginnen. Plötzlich reißt alles ab. Der großartige Abend ist zu Ende. (...) Mannheimer Morgen


Es darf getrost von (großem) Glück im Unglück gesprochen werden. „La porta della legge“ erwies sich als
weit mehr als lediglich eine Notlösung. Vielmehr handelt es sich um ein eminent bedeutendes, fesselndes
Stück zeitgenössisches Musiktheater. (…) 
Vorzüglich die musikalische Wiedergabe unter Tito Ceccherinis gezielter Stabführung; überzeugend Ekkehard
Abele als Mann I (erster Bittsteller) und Michael Tews (Türhüter); äußerst brillant der Countertenor
Gerson Sales (Mann II). Ein weiterer – großer – Glücksfall der Produktion ist Johannes Weigands Inszenierung: ein Regie-Virtuosenstreich erster Güte. Körpersprache und Mimik der Darsteller transportieren eindringlich die Bühnensituationen. Zudem strahlt die von Jürgen Lier entworfene szenische Landschaft starken optischen Reiz aus. Diese Bühnengestaltung ist sehr aussagekräftig – gerade mit dem sich im ersten Teil allmählich erweiternden und im zweiten sich schließenden Tor. Überwältigend wirkt das Schlussbild mit den beiden duettierenden Hauptfiguren und ihren videotechnisch vervielfältigten Doppelgängern in einem Pater Noster. 
Die Rheinpfalz


(…) Tito Ceccherini dirigiert das Orchester des Nationaltheaters Mannheim präzise und mit Gespür für die genauso filigranen wie unverwechselbaren Klanggebilde Sciarrinos. Alles Druckvolle, Eruptive ist ihnen fremd, die Musik zu „La porta della legge“ entsteht hörbar aus dem Nichts – und verschwindet darin auch wieder. Derart auskomponierte und zugleich intensive Fragilität ist selten. (…)  
Frankfurter Rundschau

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Giuseppe Verdi
Macbeth
Premiere 21. Mai 2009

Galina Shesterneva gestaltete die Arie der Lady Macbeth überraschend in der Präsenz und Bedingungslosigkeit von Darstellung und Gesang. Ein furioser Dämon, der Blut geleckt hat an der Macht und insistierend ihren zunächst zögerlichen Gatten zum Äußersten treibt. Und gesanglich erfüllte sie die Partie bestechend in dem Registerausgleich, der sie von den satt glühenden Mezooregistern bis in die klangschön strahlenden Sopran-Höhen führte.
Jaco Venter war ein hochpräsent gestaltender Macbeth, der zwischen Wahn und Getriebenheit seinen mörderischen Weg durchzieht (...) Einen prächtig und volumenreich tönenden Bassbariton eröffnete Lang Li als Banco, nicht minder eindrucksvoll war der Macduff des Charles Reid, der bewegende Eindringlichkeit und Strahlkraft in seine Arie "O figlie miei" legte. (...) Mit leichter Hand führte Alexander Kalajdzic am Pult des klangvoll aufspielenden antionaltheater-Orchesters durch die beschwingte Partitur und gab daneben dem Dramatischen starke Inssistenz."   Rhein-Neckar-Zeitung

(.) Die Inszenierung zeigt den Schrecken, der aus den dunklen Weissagungen der Hexen entsteht, die im horizontalen Bühnenausschnitt im Hintergrund ihr bedrohliches Potenzial freisetzen. Das krude Grauen wird durch die blutverschmierte, in Zellophan verpackte Kindsleiche noch potenziert, der Blutrausch von Macbeth transformiert sich in sexuelle Obsession. Einmal mit dem Töten begonnen, ist kein Ende absehbar. Eine zeitlose Metapher für soviel an Unheil und Bösem, die unsere Welt immer wieder aus den Angeln der Humanität reißen.
Sandra Meurer hat für die sensible, gleichwohl mit harten Elementen agierende Regie-Zeichnung eine kühle Bühnenbild-Ästhetik bereitgestellt, die aus der Geometrie heraus und über eine hinreißende Lichtführung (Bernhard Häusermann) imaginative Räume schafft. (.)
Musikalisch hebt Premierendirigent Alexander Kalajdzic mit dem Nationaltheaterorchester und dem Nationaltheaterchor einen stringenten Verdi aus dem Graben: Gewaltsam bis zur Explosion und dennoch immer hervorragend ausbalanciert und austariert mit den Sänger-Darstellern. Tolles Blech, sensible Holzbläser, immerfort präsente Streicher stehen ihm dafür zu Verfügung. Und ein Chor (Tilman Michael), der inszenatorische Bewegungsabläufe mit musikalischen Anforderungen ausgezeichnet vereint. Jaco Venter jagt den Macbeth mit rau grundiertem Heldenbariton und er zeigt ihn als einen aus dem Innersten Getriebenen. Die banale Version, dass diese Figur von der Lady beherrscht wird, versagt sich die Regisseurin. Vielmehr tauchen beide als kongruente Muster auf, weil sie sich gegenseitig bedingen. Galina Shesterneva singt die Lady Macbeth aus strömender Dramatik heraus mit außerordentlicher Unbedingtheit; heftig im Mezzo und lodernd in den Höhen, dabei mit ihrem personalen Timbre auftrumpfend. Sie antizipiert die dunklen Leidenschaften ihres Macbeth, sie weissagt sie eher, als dass sie diese auslöst, denn Regula Gerber verschränkt in ihrer Inszenierung die Zeitebenen und die seelischen Befindlichkeiten der Protagonisten, wie wenn aus dem Chaos Kristallisationspunkte entstehen. Punkte der Aggression, wobei sexuelle und mörderische aus gleicher Grundstruktur erwachsen. Weitere Asse an diesem Abend sind Charles Reid mit heldisch-frischem Tenor als Macduff und der prächtig strahlende Bassbariton von Liang Li Banco. (.)   Opernnetz

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Robert Schumann und Felix Mendelssohn-Bartholdy
Chorkonzert, Premiere 24.04.2009

(…) Wie von fern wehen uns die schwermütigen Harmonien aus Robert Schumanns Requiem für Mignon op. 98b an. Das unaufhörliche Fließen zwischen Moll und Dur, zwischen Trauerarbeit und Aufbruch spiegelt in großer Innigkeit jene subtilen Stimmungen wider, die der Leser bei der Lektüre des achten Kapitels in Goethes Wilhelm Meister-Roman nachempfinden mag. Vom ersten Takt an bauen Chor und Orchester des Nationaltheaters eine enorme Spannung auf, die das dynamische Spektrum im ständigen AufundAbschwellen bis an seine Grenzen ausreizt. Der Chor, durch eine Mittelachse getrennt, wird vom vierköpfigen Solistenquartett miteinander verbunden. Jennifer Piazza-Pick, Claudia Kienzler (beide Sopran) sowie Malaika Ledig und Gerda Marta Sanders (beide Alt) gehören dem Chor an, glänzen im lebhaften Wechselgesang durch ausgezeichnete solistische Leistungen. (…)   Mannheimer Morgen

(…) Am Nationaltheater erfuhren alle drei Stücke anspruchsvolle, ausgewogene, musikalisch überzeugende Wiedergabe. Chordirektor Tilman Michael disponierte am Pult durchweg umsichtig, hatte den Apparat fest im Griff und stand für konzentriertes Musizieren ein. Besonders beeindruckend erschien dabei die erlesene Qualität des bestens austarierten, fülligen, wandlungsfähigen Chorklangs.
Im Orchester wäre dagegen manchmal etwas größere Konturenschärfe vorstellbar gewesen.
Ohne Fehl und Tadel die Chorsolisten im Schumann-Requiem: Jennifer Piazza-Pick, Claudia Kienzler, Malaika Ledig, Gerda Maria Sanders und Vasile Tartan. Vorzüglich die beiden Solosopranistinnen Antje Bitterlich und Iris Kupke und besonders der Tenor Charles Reid im Lobgesang.   Die Rheinpfalz

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Das Paradies und die Peri
Premiere 13. März 2009

Eteri Gvazava, Maximilian Schmitt, Katharina Göres<br />Foto: © Hans Jörg Michel<br />
Eteri Gvazava, Maximilian Schmitt, Katharina GöresFoto: © Hans Jörg Michel

(…) Der Choreograph und Regisseur Joachim Schlömer hat für das Mannheimer Nationaltheater den Engeln ein Luftballett komponiert quer durch den hohen Bühnenraum samt Lamellen-Kletterfassade und für die Daheimgebliebenen, zwei biedermeierliche Paare und einen Pianisten, einen stummen Reigen um den Konzertflügel: eine Schumannsche Behaglichkeits- Anmutung, die ein wenig die mentale Disposition festlegt, aus der dieser keineswegs schwülstige Tagtraum eines christlich-orientalischen Paradieses entstanden sein mag. (…) Schumanns feinsinniges Zwischengenre, seine filigran schwebende Erzählmusik mit höchstem Respekt vor der zugrunde liegenden Dichtung verlangt dagegen ein Maß an Uneitelkeit, dessen kaum ein Komponist fähig ist. Dazu auch eine – vielleicht doch wieder eitel – selbststilisierte Naivität und Frömmelei, eine nahezu erotische Sehnsucht und Sucht nach Reinheit und Schlichtheit, Unberührtheit und Weihnachtsengeltum. Und die Bewunderung für den Komponisten Schumann ergibt sich dann plötzlich aus einer ganz anderen Perspektive: Man zittert, wie er sich aus dem Kunstland heraus der Kitsch-Grenze nähert, man hört quasi schon die Selbstschussanlagen explodieren, und staunt dann doch, wie sicher Schumann kurz vor dem imaginären Maschendrahtzaun innehält. Das sind spannende Momente, die vor allem der Dirigent in der Hand hat, und Friedemann Layer gelang da mit dem Orchester des Nationaltheaters Mannheim gute Überzeugungsarbeit, im Chor sogar Beachtliches. Auch die Gesangssolisten, insbesondere ein Mezzo, überzeugten (…)    Süddeutsche Zeitung (…)


Der Weg zum Himmel führt über eine hohe und helle Leiterwand mit einem eckigen Loch. Dort will die Peri hinein, jenes Halbwesen aus Engel und Mensch, um das es hier geht. Der das Loch bewacht, hat aber gut trainiert und akrobatische Fähigkeiten, fliegt mit Geschick und Hilfe von sichtbaren Seilen durch blasse Bühnenlüfte. Unten, auf der Erde, spielt jemand Klavier – Schumanns „Von fremden Ländern und Menschen“. Das führt in den Abend ein, der ja in Indien, Ägypten und Syrien spielt. (…) Nun kommt der Regisseur: Joachim Schlömer – jener Tanzspezialist, dem man dieses gar nicht für die Theaterbretter gedachte Werk auf dieselben zu hieven angetragen hat. Und eines gleich: Viel ist Schlömer mit Schumann „Das Paradies und die Peri“ am Nationaltheater Mannheim gelungen. In den Kulissen von Jens Kilian erzählt er in spannenden, bisweilen von einem Boten (Monica Gillette) mit Videoeinspielungen ästhetisierten Bildern, was eigentlich gar nicht zu erzählen geht. Er lässt dem Werk das Oratorische, lässt die Sänger als in der Uraufführungszeit Verortete (Kostüme: Nicole von Graevenitz) majestätisch vor- und zurückschreiten und die Handlung von Tänzern erzählen. Tanzend. Suhlend. Wühlend. Schlömer spielt mit der Dualität von Himmel und Erde genauso wie mit der von Oratorium und Handlungsballett. Er gelangt dadurch zu einer überzeugenden neuen Ausdrucksform, die modern wirkt und packend. Die musikalische und die narrativ getanzte Ebene berühren sich nur selten, immer nur kurz verbinden sich dann Oratorium und Geschehen, das dann plötzlich etwas mit den Sängern anstellt. Das sind die großen Momente des Abends. (…) Da ist Maximilian Schmidt, der den Jünglingen in den ersten beiden Episoden seinen wunderbar leuchtenden und unangestrengt lodernden Tenor verlieh. Und da sind Anne-Theresa Albrecht und Katharina Göres, die bisweilen händchenhaltend in der Mitte der Bühne ausharrten. Die eine, Göres, überzeugte als Jungfrau wie auch in den Sopransoli mit sauberer, quirliger Tonführung, und Albrecht, die andere, ließ als Engel und Solistin einmal mehr ihren edlen Mezzo-Ton wie einen geraden Strahl aus Kraft und Wärme durch das Opernhaus fliegen. (…) Auch Tilman Michaels Chor, die Chorsolisten und das Orchester schufen aus der schwierigen Partitur einen höchst differenzierten Klangkosmos, der auch durch die Akzentuierung des Kleinen, Verästelten und Lyrischen so sängerfreundlich geriet. Dem Chor gelangen sogar Stellen wie das in hohen und heiklen Terzen schimmernde „Weh, er fehlte das Ziel“ bestens. Fazit: ein hochwertiger, szenisch überraschender Abend, der endet, wie er enden muss: mit der Himmelfahrt Peris. Der Abend hat es in sich. Mannheim feiert ihn gebührend.    Mannheimer Morgen


Obwohl Robert Schumann sein Oratorium „Das Paradies und die Peri“ als «nur für den Konzertsaal bestimmt» einstufte, präsentiert das Nationaltheater Mannheim das romantische Meisterwerk jetzt in einer fantastischen, bilderreichen szenischen Fassung. Regisseur Joachim Schlömer interpretierte die Erlösungsgeschichte als Trip in die Innenwelt des Komponisten, als Vorwegnahme von Schumanns eigener psychischer Krise. Die Premiere im Nationaltheater Mannheim überzeugte das Publikum auch durch die hohe musikalische Qualität: freundlicher Beifall und Bravos für die Ausgrabung einer echten Rarität.   dpa

„ (…) Raffiniert ist das Spiel von Innen und Außen, Perspektiven überlagern sich, die Figuren gehen ineinander über. Nie wird „reale“ Handlung simuliert, Bewegungen und Bilder schaffen Äquivalente zu den Text-Musik-Situationen, nie naturalistisch konkret, doch auch nie abstrakt beziehungslos: Die lyrischen Wandlungen von Schuberts Musik finden sich auf der Bühne. Und alle Gefahren pseudosakralen Kitsches sind gebannt. (…) Unter Friedemann Layer agieren Orchester und Chor so intensiv wie subtil; vor allem die Mär von Schumanns mäßiger Instrumentationskunst wurde zwingend widerlegt. (…) Wem an Schumann liegt, der sollte sich auf diese Pilgerreise nach Mannheim begeben.“   Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

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Gaetano Donizetti
Maria Stuarda, Premiere
10.01.2009

Maria Stuarda<br />Premiere 10. Januar 2009<br />Tito Ceccherini und Orchester<br />©Foto: Hans Jörg Michel
Maria StuardaPremiere 10. Januar 2009Tito Ceccherini und Orchester©Foto: Hans Jörg Michel

 (…) In Tito Ceccherini fand Donizettis Dramatik einen beredten Anwalt. Der mit zündendem Brio agierende Mailänder Dirigent setzte in erster Linie auf durchgehende Hochspannung und nervige Intensität der Klangrede. So gelang ihm mit dem gepflegt, konzentriert und sehr beherzt aufspielenden Nationaltheater-Orchester eine Wiedergabe, die durch geschärfte Akzente und Kontrastwirkungen, durch prägnante Umrisse der musikalischen Gestalten ihre unverwechselbare Prägung erhielt. Zudem zeigte sich Ceccherini stets um Differenzierung bemüht und erwies sich auch als flexibler Begleiter der Sänger. (…)

In der Titelrolle war Ludmila Slepneva ganz die große Primadonna. Sie vollzog die Tragödie der Maria Stuarda mit letzter Hingabe und leidenschaftlichen Akzenten, mit beglückend klangvollem Sopran von hellem Schimmer und berückenden Herztönen. Der mächtigen Gegenspielerin, Elisabeth I. von England, gab Marie-Belle Sandis markantes Profil und erwies sich dabei als elegante Virtuosin des Ziergesangs. Der estnische Tenor Juhan Tralla (Leicester) gebietet über ein außerordentlich obertonreiches Organ von metallischem Strahlglanz (…) Markus Butter gab mit schurkischen Elan den Lord Cecil, den Bösewicht der Oper; Radu Cojocariu sang kultiviert den Talbot und Anne-Theresa Albrecht einwandfrei die Partie der Anna Kennedy. Ohne Fehl und Tadel die von Tilman Michael einstudierten Chöre.
   Die Rheinpfalz


 (…) Bei Ludmila Slepneva wird man daran erinnert, dass die Titelrolle bei der Uraufführung an der Scala mit Maria Malibran besetzt wurde, der Callas des Belcanto. Sie versteht sich auf gezackte, aufgewühlte Seelenlandschaften. Aber es strömt  auch jede Menge Melos, und wenn sie vor ihrer Hinrichtung die Beichte ablegt, kommen die Gesangslinien wie aus dem Nichts – und führen ins Unendliche. (…)   Mannheimer Morgen

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Richard Strauss
Ariadne auf Naxos
14.02.2009

Martin Busen, Antje Bitterlich, Hans Jürgen Schöpflin<br />Foto © Hans Jörg Michel
Martin Busen, Antje Bitterlich, Hans Jürgen SchöpflinFoto © Hans Jörg Michel

„Ariadne auf Naxos, ein Gemeinschaftswerk von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal, hat die niederländische Regisseurin Monique Wakemakers inspiriert, die Oper am Nationaltheater in Mannheim zu inszenieren. Dabei steht Wakemakers Grundthema im Mittelpunkt: die Vereinsamung. Dabei legt die Regisseurin Wert auf Details, führt die Figuren stringent und schafft überzeugende Charaktere. Am Nationaltheater Mannheim hat sich Monique Wagemakers dem Kernproblem der "Ariadne"-Oper, nämlich ihrer Verortung, etwas unelegant entledigt. Sie verlegt das Vorspiel vor einen Betonbunker, überall wachen Sicherheitskameras, Plastiksitze laden nicht gerade zum Sitzen ein, seltsame Gestalten lungern herum. Plötzlich erscheint auf einem Monitor der Haushofmeister und berichtet von der zu stemmenden Aufgabe, Komödie und Tragödie wirkungsvoll zu verschalten. Das Gesindel entpuppt sich rasch als Operntruppe, die nervös zu probieren beginnt.Recht unterhaltsam ist das anzusehen und anzuhören, Wagemakers legt Wert auf Details, führt die Figuren stringent und schafft überzeugende Charaktere.Recht unterhaltsam ist das anzusehen und anzuhören, Wagemakers legt Wert auf Details, führt die Figuren stringent und schafft überzeugende Charaktere.Im zweiten Teil sind wir dann im Inneren des Bunkers, hinten steht eine Art Wasserbassin, in dem später Wolken auftauchen. Eine Plastikpalme nebst Mini-Strand steht in der Bühnenmitte, der Rest ist Betontristesse. Nur die Akteure tragen bunte Kleidung, es gibt ebenso Alt-Wiener Roben wie urdeutsche Urlaubsklamotten im Stile Jürgen von der Lippes.Sehr gefühlvoll und klug setzt Wagemakers auch hier das Geschehen in Szene, die wasserstoffblonde Zerbinetta trifft auf die matronenhafte Traurigkeit in Person: Ariadne. Bacchus erscheint als deus ex machina, oder genauer: als Gott aus dem Himmel, er trägt die Reste eines Fallschirmes mit sich. (…)Musikalisch lässt Alexander Kalajdzic das Mannheimer Opernorchester kontrastreich erblühen, stimmlich überzeugen vor allem Marie-Belle Sandis als Komponist und die Zerbinetta der Antje Bitterlich, die ebenso präzise wie höhensicher ihre anspruchsvolle Partie bewältigt. (…)“    Deutschlandradio


Es gibt, wann immer wir solch ein ungeheuerliches Klangerlebnis wie jetzt mit Strauss' "Ariadne auf Naxos" am Nationaltheater Mannheim erleben, kein Entkommen und kein anderes Lobpreisen als dieses: An welchem deutschen Opernhaus wird man derzeit einen musikalisch und sängerisch so einwandfreien Strauss-Abend erleben können! Wo fänden sich solche Sänger! Marie-Belle Sandis! Antje Bitterlich! István Kovácsházy! Nun ja, auch Caroline Whisnant! Wo fände sich ein so exzellent aufspielendes Opernorchester, dessen Klang stets wie von Röntgenstrahlen durchleuchtet ist und uns jede Hebung und Bebung des Strauss'schen Klangwunders nahe bringt, subkutan gewissermaßen, obwohl der Vortritt doch immer den Sängern gilt, die wir zudem bestens verstehen! Viel Publikumsjubel. (…) da ist Alexander Kalajdzic am Pult des Kammerorchesters mit Celesta, Klavier und Harmonium und, ja: zaubert eine tiefe klangliche Transparenz und breite Ausdrucksvielfalt in unser Ohr. Da ist die wunderbare Marie-Belle Sandis, die ihre Partie als Komponist mit klaren, warm leuchtenden Tönen versieht, die auch in der Höhe nicht Tiefe verlieren. Da ist die größte und positivste Überraschung: Antje Bitterlich als Zerbinetta. Sensationell! Eine der schwierigsten Arien für Sopran, "Großmächtige Prinzessin ...", führt sie stilsicher, tonschön, leicht, virtuos und bestens phrasiert dorthin, wo gemeinhin die Luft dünn wird: in die Stratosphäre des dreigestrichenen Fis. Sängerischer Irrsinn. Versuchen wir das Vibrato Caroline Whisnants auszublenden, bleibt auch bei ihrer Ariadne eine wunderbar timbrierte Stimme in exzellenter Sprachdiktion. Im erlösenden Schlussduett mit István Kovacsházy (Bacchus), in dem bei Wagemakers beide borniert aneinander vorbeisingen, entwickeln sich großartige Momente, die - nun ja - an Wagners Liebesduette erinnern. Was für ein Traumpaar der Oper! Auch sie überzeugten: der Musiklehrer (auf den Punkt: Thomas Berau), der Tanzmeister (glänzend: Uwe Eikötter), die Sprechrolle des Haushofmeisters (über Bildschirm: Romanus Fuhrmann) sowie die drei Nymphen (homogen: Iris Kupke, Anne-Theresa Albrecht, Hannah Zitzmann) und die Komödianten (stark: Lars Møller, Christoph Wittmann, Martin Busen, Hans Jürgen Schöpflin). Es gibt kein Entkommen vor dieser musikalischen Magie. Mannheim hat ein Super-Ensemble!    Krititk zur A-Premiere Mannheimer Morgen


Spätestens seit ihrem Erfolg mit Puccinis "Madama Butterfly" in Stuttgart vor drei Jahren ist die Regisseurin Monique Wagemakers einem breiteren Opernpublikum keine Unbekannte mehr. Auch mit ihrer jüngsten Arbeit, der Neuinszenierung von Strauss´ "Ariadne auf Naxos" am Nationaltheater Mannheim stellte sie nachhaltig unter Beweis, dass sie ihr Handwerk beherrscht.Für die Mannheimer "Ariadne" hat ihr Thomas Rupert einen rondellartigen, karg und trist anmutenden Raum auf die Bühne gestellt, der bereits im Vorspiel dramaturgische Bedeutung erlangt. Er stellt gleichsam einen Kellerraum dar, in dem die beiden gänzlich unterschiedlichen Theatertruppen, deren Garderoben einen gefängnisartigen Charakter aufweisen, zusammentreffen. Deutlich wird: Die Hässlichkeit ist Mittel zum Zweck, wird damit doch die soziale Zuordnung der Schauspieler zur Unterschicht krass aufgezeigt. Kein Wunder, dass sich der geschniegelte Haushofmeister weigert, in die "Unterwelt" hinabzusteigen, und seine Anweisungen lieber per Bildschirm gibt. Eindringlich ist die Figur des Komponisten gezeichnet, der in Frau Wagemakers Deutung weiblich ist. Ihn zeichnet die Regisseurin mit einem guten Schuss Psychologie. Kern ihrer Überlegungen ist, dass jedem noch so starken Mann immer auch eine schwächere feminine Seite innewohnt, die unter großer seelischer Belastung die Oberhand gewinnen kann.So hier: Angesichts der Verstümmelung seiner Oper gewinnt in immer stärkerem Maße das weibliche Ich des verzweifelten Komponisten die Oberhand. Trost erfährt er bei Zerbinetta, einem Marlene-Dietrich-Verschnitt in Hosenanzug, die als lebenserfahrene, physisch verbrauchte Frau vorgeführt wird. Ihre Begleiter, eine Mischung aus Bühnenmenschen, Rockern und Strippern, sind den Chippendales nachempfunden. Die Insel Naxos in der eigentlichen Oper wird durch Projektionen von Himmel und Meer versinnbildlicht. Ariadne ruht auf einem steinernen Lager. Nahrung entnimmt sie einer Kühltasche. Ihre mit Strandkleidern ausgestatteten Freundinnen sonnen sich auf transparenten Liegen. Der so ganz und gar nicht göttlich gezeichnete Bacchus kommt in einem schäbigen Straßenanzug daher. Seine Funktion beschränkt sich hier darauf, Ariadne wieder aufzurichten. Am Ende verlässt sie ihn. Völlig desillusioniert bleibt er zurück. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. (...)    Mainzer Allgemeine Zeitung


Diesmal war die Schlussszene mit dem Hofmannsthalschen Mysterium der Verwandlung, in der die Todessüchtige zur Liebenden und der göttliche Jüngling sich seiner Gottheit bewusst wird, ein Wunder zweier Prachtstimmen, ein Fest sängerischen Wohllauts. Beide Protagonisten begeisterten die Zuhörer durch das edle Timbre, den Strahlglanz und die Durchschlagskraft ihrer leicht ansprechenden Stimmen, die sich mühelos gegen das Klanggewitter aus dem Orchestergraben behaupteten. Dort setzte das unter Alexander Kalajdzics befeuernder Leitung beherzt aufspielende Nationaltheater-Orchester die emphatischen Aufschwünge der Strauss'schen Partitur mit expressivem Nachdruck um. Selten war die Schlussapotheose der „Ariadne auf Naxos“, die mythische Begegnung der auf der einsamen Insel vom athenischen Prinzen Theseus verlassenen Königstochter mit dem Gott Bacchus in so spannungsgeladener Aufführung zu erleben. (…)    Die Rheinpfalz

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Albert Lortzing
Der Wildschütz
06.12.2008

Der Wildschütz<br />Lars Moeller, Katharina Göres<br />©Foto: Hans Jörg Michel
Der WildschützLars Moeller, Katharina Göres©Foto: Hans Jörg Michel

(…) Ein Singspiel lebt (...) durch seine Darsteller. Sind sie gut, können sie in jeder Ästhetik triumphieren, und in Mannheim sind sie gut. Ihre Leistung wird getragen durch das, was aus dem Orchestergraben tönt. Richard Wien am Pult des Orchesters schafft es, den eigentümlichen Lortzing-Sound zwischen Mozart, Weber und Beethoven von vornehmer Zurückhaltung zu schroffer Attacke und romantischem Atmen wandern zu lassen. Zudem wird weitgehend sängerfreundlich begleitet. Das ist gelungen. Stephan Klemm hätte als akkurat trampelnder Baculus freilich auch mit mehr Forte kein Problem gehabt. Sein kräftiger Bass übertönt locker auch wagnersche Klangfluten. Als Schulmeister lüpft er seinem geilen Gretchen schlüpfrig das kurze Kleidchen, um ihr Fragen, ob sie aufs Schloss darf, monumental zu beantworten: "Nein, du bleibst da!" Sie wiederum, Katharina Göres, hat sowohl Stimme als auch Figur für dieses görenhafte Gretchen mit der viel zu großen Brille. Frech, flink und freimütig spielt und singt sie die Partie. Ihr Soubrettensopran fließt mühelos durch die Sechzehntel. Sie und Baculus - ein wahres (Alp-)Traumpaar. Dann ist da Lars Møller als total versnobter Graf in weißer Dandymontur. Eigentlich ist er ein bisschen zu jung, doch die radikale Spielfreude, mit der er die Partie anlegt und in eine Art scheiternden Don Giovanni steigert, verdient höchste Anerkennung (…). Ein großer Abend für ihn. (…) Durchaus eine Entdeckung: Kaja Plessing als Gräfin. Sie wirkt und klingt sehr nobel, hat eine warme, runde Sopranstimme, die sie wohldosiert anwendet. Johannes Wimmers Pankratius, Hannah Zitzmanns Nanette sowie Chor und Kinderchor (Tilman Michael, Anke-Christine Kober) singen auf sehr hohem Niveau. Der Abend steckt voller Andeutungen, Lug und Trug. Ungelogen können wir aber rekapitulieren: Rech ist es, ohne Schmerz zuzufügen, gelungen, Albert Lortzings Witz zu erzählen. Kein Buh. Viel Applaus.  Mannheimer Morgen


In den vergangenen drei Jahrzehnten verschwanden Albert Lortzings Spielopern, die bis dahin zu den beliebtesten Repertoire-Rennern an den deutschsprachigen Bühnen gezählt hatten, fast total von den Spielplänen. Das Mannheimer Nationaltheater stellte jetzt den „Wildschütz", Lortzings wohl reifstes Werk, erneut zur Diskussion - in einer durchdachten, einfallsreichen Inszenierung von Gabriele Rech. Äußerst engagiert widmete sich Dirigent Richard Wien der Partitur. Die Regisseurin hielt es nicht mit der Tradition. Sie wollte sich ihre eigenen Gedanken über Lortzings „Wildschütz" machen. Dementsprechend erteilte ihre Inszenierung eine entschiedene Absage an naive Biedermeier-Gemütlichkeit und suchte nach den Abgründen und gefährlichen Spannungen unter der Oberfläche. Dabei entdeckte Rech ein überaus bösartiges Stück, eine grausame Gesellschaftssatire über Geldgier, Liebe als Spiel, Korrumpierbarkeit und Heuchelei - all das mit direkten Bezugspunkten zur Gegenwart. Die Solisten profilierten sich allesamt als exzellente Schauspieler. (…) In der Rolle der Baronin gefiel Marina Ivanova durch feine Sopranfarbe, makellose Gesangslinie sowie sensible gestalterische Initiativen. Lars Møller sang ausgesprochen kultiviert die Partie des Grafen. (…)   Die Rheinpfalz


(…) Ein neues, junges Sängerensemble macht die Oper sehens- und hörenswert. Da wurde lustvoll gewitzt agiert und auch hörenswert gesungen. Allen voran vom Baculus des Stephan Klemm, einem Erzkomödianten, der über einen prachtvoll farbenreich tönenden Bass verfügt. Seinem Gretchen verlieh Katharina Göres schön zickiges Temperament und eine hübsche, feine Sopranstimme dazu. Lars Møller war ein draufgängerischer Graf von Eberbach (…). Carsten Süß gab den Baron Kronthal mit lyrischem, ansprechend klingendem Tenor, (…). Marina Ivanova war eine resolute Baronin Freimann, die als Bauernmagd verkleidet mit dem umgeschnallten Melkschemel aufs Schloss kommt, um sich ihren Zukünftigen schon mal incognito auszugucken. Stimmlich steigerte sich die Sopranistin im Laufe des Abends zu einer sehr achtbaren Leistung. Trefflich bei Stimme und mit zankendem Temperament war Kaja Plessings Gräfin, gut besetzt waren die kleinen Rollen. Einmal mehr prächtig klang der von Tilman Michael einstudierte Nationaltheater-Chor, der auch in witzig choreografierten Tanzeinlagen für Vergnügen sorgte. Unter der Leitung von Richard Wien musizierte das Nationaltheater-Orchester klangvoll-gepflegt und mit beherztem Schwung in den volkstümlichen Tänzen. (…)   Rhein-Neckar-Zeitung

 

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FAO 23.11.2008
Cavalleria rusticana / Pagliacci
mit José Cura und Carlo Guelfi

„[…] Ziemlich am Ende, wenn aus Spaß Ernst wird und alles auf die zwingende Mordkatastrophe zurast, zieht José Cura plötzlich die Notregister und singt wie ein Gott. Mit immer mehr Nachdruck, mit immer mehr Brillanz, mit immer mehr Kraft fordert er als Canio von Nedda den Namen von deren Liebhaber. . . bevor er beide ersticht. Das Nationaltheater- Orchester unter Alexander Kalajdzic trägt Cura auf einem flammenden Klangfundament des Grauens […].Bei Guelfi ist aber nicht nur der Glanz, die Kraft und Reinheit der Stimme so beeindruckend, sondern auch die Diktion. […]Neben den Stars der Welt singen die der Region. […] Marina Ivanovas Nedda ist vorzüglich. […] Uwe Eikötters Beppo punktet mit seiner makellos geschmetterten Liedeinlage, während Lars Moeller als Liebhaber Silvio mit Energie, Schönheit und kultivierter Phrasierung aufwartet. Eine geglückte Vorstellung.“  Mannheimer Morgen


„José Cura, der gestern im ersten Festlichen Opernabend dieser Spielzeit am Mannheimer Nationaltheater die führenden Tenorpartien in Mascagnis „Cavalleria rusticana“ und „I Pagliacci“ von Leoncavallo übernahm, zählt zu den Fixsternen am Sängerhimmel, den meist gefragten Künstlern der internationalen Opernszene.“   Die Rheinpfalz


Die gute Nachricht: Er kam und sang. Die schlechte: Spitzensänger José Cura […] war schwer erkältet.
So agierte in der „Cavalleria rusticana“ diesmal ein Turiddu mit stets einsatzbereitem Taschentuch in der Hand auf der Bühne des Nationaltheaters. Er schlug sich allerdings bravourös. Cura sang und spielte mit emotionsgeladener Intensität, bedingungslosem Willen zum Ausdruck und leidenschaftlichem Nachdruck der Diktion […].Beide Bühnenfiguren, der feurige sizilianische Dorf-Don-Juan, Draufgänger und Macho Turiddu und Canio, nicht weniger heißblütiger und brutaler Prinzipal einer Wanderschauspieltruppe, erhielten überaus markantes Profil […]. Hinzu kam die erlesene Klangqualität von Curas dramatischem Tenor.
Der andere Gast, der römische Bariton Carlo Guelfi, fing sich nach der etwas raukehlig gesungenen Auftrittsarie des Alfio in der „Cavalleria rusticana“ und gefiel vor allem in „I Pagliacci“ durch fülliges, warm getöntes Organ und Gesangskultur. […] Mit sehr ansprechenden Leistungen warteten die hauseigenen Sänger Marina Ivanova (Nedda) und Lars Moller (Silvio) in „I Pagliacci“ und vor allem Andrea Szántó als Santuzza in der „Cavalleria“ auf. Beide Partituren waren beim Dirigenten Alexander Kalajdzic, seit der Spielzeit 07/08 Erster Kapellmeister am Nationaltheater, in besten Händen.   Die Rheinpfalz

 

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Richard Wagner
Die Meistersinger von Nürnberg
02.11.2008

Die Meistersinger von Nürnberg<br />Premiere 2.November 2008<br />©Foto: Christian Kleiner
Die Meistersinger von NürnbergPremiere 2.November 2008©Foto: Christian Kleiner

"Musikalisch exzellent ist der Abend besonders in Aufzug III, wo das Entsagungsmotiv der Streicher (auch im Vorspiel) immer wieder rührt." Mannheimer Morgen

(...) Der modernste, intelligenteste dieser Meister ist der hellsichtige Beckmesser des Thomas Berau, sehr achtbar der Pogner von Frank von Hove. Fast alle Darsteller geben Rollendebüts und werfen insgesamt ein glänzendes Licht aufs Mannheimer Opernhaus, ebenso Cornelia Ptassek als eine Eva der lyrischen Energie und Maximilian Schmitt als hochvirtuoser David. Dass Mannheim auserwählte Wagner-Stadt ist, verbürgt das glänzend einstudierte Opernorchester unter dem souverän umsichtigen und feinfühligen Friedemann Layer. Süddeutsche Zeitung


Selten einmal hat man eine so detaillierte und vom Ensemble konsequent umgesetzte Personenregie erlebt wie in dieser durchdachten Inszenierung. István Kovácsházi könnte als Walther von Stolzing mit seinem strahlenden Belcanto-Tenor zwar auch als Latin Lover durchgehen; in seinem Verhalten bleibt er ein jugendlicher […] Rüpel, […] wenn er mit Hans Sachs (den Tom Fox mit schlanker Figur und ebensolchem Bass ausstattet) das Weinglas erhebt. Cornelia Ptassek ist eine schön anzusehende, naive Eva, die wie das gesamte Ensemble schauspielerisch glänzt  […]. [Mit] dem seine vielen Tenorhöhen sicher meisternden Maximilian Schmidt als Schustergeselle David, dem mit sonorer Fülle ausgestatteten Bass Frank von Hoves als Veit Pogner, sowie Thomas Berau, der die Rolle des Sixtus Beckmesser wie ein Bassbuffo erfüllt, [hat] Friedemann Layer den prächtigen Chor und das Mannheimer Opernorchester, mit einem überaus klangschönen Blechbläsersatz, stets sicher im Griff. Frankfurter Allgemeine Zeitung


Nicht zuletzt die exzellente Besetzung war der Grund, warum dieser von der behäbigen Vereinsmeierei über die anarchische Polternacht bis zum ironisch bebilderten Märchenschluss kühn gespannte Bogen so glänzend aufging. Herzog muss hart mit allen gearbeitet haben. So hart, bis sich schließlich jener spielerische Umgang mit den Figuren einstellte, der Genauigkeit mit Leichtigkeit verbindet. […] Imposant, mit deklamatorisch gut geführter, wenn auch etwas spröder Stimme der Sachs von Tom Fox […]. Thomas Berau als Beckmesser gab den Merker von der traurigen Gestalt wohlklingend und ohne jede Karikatur, der quirlige Maximilian Schmitt den Lehrburschen David mit einem tenoralen Schmelz, als wär es eine Mozartpartie. Köstlich das Liebespaar, das man spielerisch noch selten so munter und temperamentvoll sah. István Kovácsházi sang den Stolzing kraftvoll und doch mit Poesie – eine veritable Entdeckung  im leichteren Wagnerfach. Als wahre Meistersingerin erwies sich Cornelia Ptassek, die mit der Eva die Tür zu einem neuen Rollenfach aufgestoßen hat. […] In der schieflaufenden Debatte um das Regietheater ist Herzogs Inszenierung ein fantasievolles Plädoyer fürs Neue und gegen die Musealisierung von Kunst. Stuttgarter Zeitung


[…] das war ein Fest der Superlative, vor allem für die Sänger, alle Achtung! Das Nationaltheater hat mit dieser Neuinszenierung seinen guten Ruf als Wagner-Bühne von Rang bestätigt und mit seinen Ensemblemitgliedern dem Publikum einen großen Abend beschert. Nennen möchte ich Cornelia Ptassek als Eva, Thomas Berau, hinreißend als Beckmesser, die beiden Tenöre István Kovacshází als Stolzing und Maximilian Schmitt als David, den Chor – das waren Wagners „Meistersinger von Mannheim“. SWR4

 

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Pam Gems
Marlene
27.09.2008

Marlene<br />Premiere 27.September 2008<br />Bild: Georgette Dee<br />©Foto: Christian Kleiner
MarlenePremiere 27.September 2008Bild: Georgette Dee©Foto: Christian Kleiner

Blumen und Jubelpfiffe fliegen auf die Bühne. Dem Nationaltheater ist ein Abend gelungen, der es schafft, das Kleine, Intime groß werden zu lassen. Ein toller Auftakt! Mannheimer Morgen


Georgette Dee hat die Dietrich-Klassiker perfekt drauf. Sie beherrscht das Ordinäre wie das Laszive, die vergiftete Sentimentalität ebenso wie das Konsonantenspucken (...).  Nicht nur an Evergreens wie "Kinder, heut abend da such ich mir was aus, einen Mann, einen richtigen Mann..." merkt man wie, wie entscheidend die Textbehandlung ist. Freilich hätte das Publikum bei einem Auftritt der echten Dietrich sicher nicht so entspannt gekichert und gelacht wie jetzt in Mannheim. Gar keine Frage: Dank Georgette Dees darstellerisch und vokal phänomenaler Kunst schien manchem am Ende die Kopie stimmiger als das Original. Die Rheinpfalz


Wenn Georgette Dee nach einer Stunde im bodenlangen, hautfarbenen Glitzerkleid und weißem Fellmantel (Kostüme: Katharina Kromminga) auf die Bühne tritt und zu singen beginnt, nur begleitet von Michael Frei am Piano, zieht sie das Publikum vollends in ihren Bann. Und der Spagat gelingt: Sie ist Marlene und Georgette gleichzeitig, die beiden verschmelzen zu einer Figur. Als ihre Fassung von "Sag mir, wo die Blumen sind" verstummt ist, rast das Publikum. Der Dee gelingt es, sich die Lieder der Dietrich zu eigen zu machen, ihnen eine eigene Note zu verleihen, ohne sie zu stark zu verfremden. (...) Allgemeine Zeitung Mainz

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