Pressestimmen Oper Spielzeit 2013/2014


Georges Bizet
CARMEN, Wiederaufnahme, 26.07.2014
Dirigent: Dan Ettinger

„Klar, Marie-Belle Sandis. Die vielfach Bewährte, sang ihre erste Carmen, und Tenor-Schootingstar Martin Muehle seinen ersten Don José.“
„Nach einer eher neutralen Habanera packte sie in Seguidilla und Danse bohème ihr beachtliches Verführungspotenzial aus, schlug die Kastagnetten eigenhändig und sah in der grandios gesungenen Karten-Arie dem drohenden Unheil stolz ins Auge.“
„Weitere Pluspunkte des gelungenen Abends: Astrid Kesslers fabelhaftes Debüt als Micaela, desgleichen die „neuen“ Zigeunerinnen Tamara Banjesevic und Ludovica Bello neben den bewährten Rollenvertretern Berau, Pilgrim, Grappe, Eikötter und Möckel. Bestens vorbereitet die Ensemlbes […], ohne Fehl Chöre und Orchester.“ (Mannheimer Morgen, 29.7.2014)
Bei der Aufführung am 29.07.2014 sprang Mirko Roschkowski für den erkrankten Martin Muehle ein. Er ist dem Mannheimer Publikum als König Mitridate in Mozarts MITRIDATE bekannt.

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MENSCHEN IM NTM
DER NEUE CHORDIREKTOR ANTON TREMMEL IM GESPRÄCH MIT ALEXANDER QUADT, Mannheimer Morgen 25.07.2014

MENSCHEN IM NTM<br />DER NEUE CHORDIREKTOR ANTON TREMMEL IM GESPRÄCH MIT ALEXANDER QUADT, Mannheimer Morgen 25.07.2014<br />© Foto: Rinderspacher<br />
MENSCHEN IM NTMDER NEUE CHORDIREKTOR ANTON TREMMEL IM GESPRÄCH MIT ALEXANDER QUADT, Mannheimer Morgen 25.07.2014© Foto: Rinderspacher

„Bei einer Opernaufführung steht er eigentlich immer im Schatten des Dirigenten und der Solisten, obwohl seine Aufgabe ebenso wichtig und unentbehrlich ist. Gemeint ist der Chordirektor, der nicht nur die Probenarbeit mit Theater- und Extrachor verantwortet, sondern auch während des Spielbetriebs oftmals hinter der Bühne für die Organisation und die exakten Einsätze der Chorsänger sorgt. Er ist somit ebenfalls maßgeblich für das Gelingen einer Aufführung verantwortlich. Für das Nationaltheater Mannheim (NTM) übernimmt das ab der kommenden Spielzeit Anton Tremmel. Er kommt für Tilman Michael, der an die Oper Frankfurt wechselt.

(...) Man spürt in jedem Satz seine Freude an der neuen Aufgabe, die er sogar bereits begonnen hat. So bereitete er mit dem Chor die Wiederaufnahmen von "La Traviata" und "Carmen" vor, und auch Mozarts berühmte c-Moll Messe KV 427 bereitete er mit dem Chor vor, die unlängst im Rahmen des Mannheimer Mozartsommers zur Aufführung kam. Es sei ein ausgesprochen anspruchsvolles Stück für den Chor, und er freue sich, dem Publikum auf diese Weise schon mal eine erste Probe seines Könnens präsentiert zu haben. Die Bedingungen am NTM sind nach Meinung von Tremmel exzellent. Im Unterschied zu seiner bisherigen Tätigkeit in Wiesbaden stünde ihm in Mannheim ein Korrepetitor zur Verfügung, der die Probenarbeit wesentlich einfacher und effektiver mache. Somit trifft ein Profi mit ausgeprägtem Spaß an der Arbeit auf ein (wie Tremmel erfreut berichtet) überaus kooperatives und hilfsbereites Umfeld aus hochmotivierten Chorsängern und Kollegen. Beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche erste Saison am NTM.
(...) Neben den anspruchsvollen Chorparts in Catalanis "La Wally", Berlioz' "La Damnation de Faust" und Glucks "Alceste" freut sich Tremmel vor allem auf die konzertante Darbietung von Haydns "Jahreszeiten", einem ausgeprägten Chorstück, wie er anführt.
Im Gegensatz zur szenischen Aufführung einer Oper, bei der doch mal das eine oder andere musikalische Detail verloren gehen kann, stünde bei dieser konzertanten Aufführung von Haydns Oratorium neben den Solisten der Chor deutlich im Zentrum. "Das tut dem Chor sehr gut", meint Tremmel, und er würde sich freuen, wenn in Zukunft der Opernchor auch eigene Konzertauftritte absolvieren könnte. Weiterhin steht im Frühjahr eine weitere Uraufführung ins Haus. Nach dem famosen Auftritt des Chors bei Adriana Hölszkys "Böse Geister" werden die Sänger bei "Esame di Mezzanotte" von Lucia Ronchetti erneut gefordert sein. Die Partitur wird im Herbst fertiggestellt sein, damit dann die aufwendige Probenarbeit zeitnah beginnen kann. (...)

ZUR PERSON: Mannheims neuer Chordirektor studierte am Mozarteum in Salzburg Chorleitung und Dirigieren. Nach einem ersten Engagement am Theater Basel als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung wurde er zunächst 2. Chordirektor der Oper Leipzig, später 1. Chordirektor.
Zudem übernahm Tremmel für zwei Jahre eine Gastprofessur an der Staatlichen Kunst- und Musikhochschule Tokio und wurde für eine Spielzeit Chorleiter am Opernhaus in Lissabon. Von 2010 bis 2014 war Tremmel als Chordirektor am Hessischen Staatstheater Wiesbaden tätig.


 

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MANNHEIMER MOZARTSOMMER 2014 (12. bis 20. Juli)

MANNHEIMER MOZARTSOMMER 2014 (12. bis 20. Juli)
MANNHEIMER MOZARTSOMMER 2014 (12. bis 20. Juli)

Weitere Informationen unter www.mannheimer-mozartsommer.de
Der Vorverkauf startet am 17. April 2014, Kartentelefon: 0621–1680150

Vom 12.-20. Juli findet in Mannheim und Schwetzingen die fünfte Ausgabe des Mannheimer Mozartsommers statt. Auch die Jubiläumsausgabe bietet wieder ein buntes und innovatives Programm. Neben einer Neuproduktion des Nationaltheaters Mannheim, einer Musik-Uraufführung für junge Menschen und zahlreichen Gastspielen bietet der Mannheimer Mozartsommer Konzerte mit namhaften Künstlern wie Vesselina Kasarova, Olga Mykytenko oder Klaus Maria Brandauer an.

Zum Auftakt am 12. Juli lädt das Nationaltheater um 11.00 Uhr zum Eröffnungskonzert im Mozartsaal des Schwetzinger Schlosses. Das Eröffnungskonzert spürt den Ursprung von Mozarts erster Opera seria Mitridate, re di Ponto nach und gibt einen Vorgeschmack auf die szenische Umsetzung dieses Werkes im Rahmen des Festivals. Es spielt das Württembergische Kammerorchester Heilbronn.
Von der Installationseröffnung ZART, einer Klanginstallation im Dialog mit einer Komposition für Cello solo von Volker Staub im Unteren Foyer des Nationaltheater Mannheim mündet der Eröffnungstag in der Grossen Messe in C-Moll KV 427. Die stilistische Vielfalt ist eine Besonderheit der Messe und mit ein Grund dafür, dass ihre Wirkung und Verbreitung diejenige vieler anderer sakraler Werke Mozarts übertrifft. Es dirigiert Generalmusikdirektor Dan Ettinger. Am Freitag, 18. Juli wird das Konzert im Dom zu Speyer als Benefizkonzert wiederholt.
Am 13. Juli feiert die Junge Oper um 11.00 Uhr die Uraufführung des Auftragswerkes Mozart in Moskau, einem musikalischen Roadmovie für Sängerinnen, Sänger, einem Schauspieler, einer Puppenspielerin und ein Instrumentenensemble. Bekannte Arien aus Mozarts Opern verweben sich in neuen Arrangements mit dem Text des Autors Ad de Bont, der erstmals für die Junge Oper schreibt.  (weitere Termine: 17. und 18. Juli). Ab 14.00 Uhr bereiten Sänger, Tänzer und Instrumentalisten des Nationaltheaters an unterschiedlichen Orten des Schwetzinger Schlossgartens unterschiedliche Auftritte vor, die das Publikum bei Mozart im Park lustwandelnd erleben kann.
Die Aufführung der Neuproduktion Mitridate, re di Ponto bildet den krönenden Abschluss des zweiten Festivaltages am 13. Juli. Mozarts erste Opera seria entstand in nur fünf Monaten als Auftragswerk zur Eröffnung der Mailänder Opernsaison am Teatro Regio Ducale 1770/1771. Mozarts einzigartiges Gespür für dramatische Situationen, die er durch seine Musik erschuf, sicherte ihm schon in dieser frühen Zeit außerordentliche Erfolge.  Es inszeniert Nicolas Brieger unter der musikalischen Leitung von George Petrou. (weitere Termine: 17. und 19. Juli).
Vor der Vorstellung am 13. Juli gibt es einen Festvortrag von Prof. Dr. Manfred Hermann Schmid, einem international anerkannten Mozartexperten und u.a. Herausgeber der Mozart Studien.
Am 14. Juli steht ein Abend mit Klaus Maria Brandauer und dem GrauSchumacher Piano Duo auf dem Programm. Anhand von Briefen und Notizen von Wolfgang Amadeus und Leopold Mozart erzählt Klaus Maria Brandauer die Geschichte des jungen Komponisten, der sich allmählich von der Dominanz des übermächtigen Vaters befreit.
Die Komische Oper Berlin ist am 15. Juli zu Gast in Mannheim. Rauchschwaden, die sich zu Bildern formen, Elefanten, die in Cocktailgläsern schwimmen, fliegende Flöten, tanzende Glöckchen.. .Nichts ist unmöglich in der neuen Zauberflöten-Inszenierung der Komischen Oper. Die witzige, unterhaltsame und anrührende Inszenierung spielt mit den Sehgewohnheiten des Publikums und orientiert sich dabei an der Herkunft des Stückes aus dem Vorstadt-Volkstheater.

Vesselina Kasarova und das Ensemble l´arte del mondo geben am 16. Juli ein Konzert im Opernhaus des Nationaltheaters. Dem Mannheimer Publikum ist die Mezzosopranistin noch aus dem Festlichen Opernabend Werther in der Rolle der Charlotte bekannt.

Ein Crossover-Projekt zwischen Klassik, Jazz und lateinamerikanischen Rhythmen erwartet den Zuschauer am 18. Juli bei Mozart meets Cuba. Witzig, spielerisch und mit feinstem musikalischem Gespür führen für Arrangements von Klazz Brothers & Cuba Percussion Mozart und seine Musik in eine neuartige musikalische Dimension.

Am 19. Juli macht eine ungewöhnliche Wanderbühne Station in Mannheim: Mit Mozarts Le nozze di Figaro präsentieren Solisten, Chor und Orchester der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen ein besonderes Opernprojekt. Die musikalische Komödie, die einst mit politischer Brisanz und viel erotischer Irritation die Gemüter erregte, versetzen Regisseur Peter Staatsmann und Bühnenbildner Stephan Mannteufel in die Welt der Fashion-Shows.

Die Veranstaltung Schloss in Flammen am 20. Juli bildet den festlichen Abschluss des Mannheimer Mozartsommers im Schlossgarten Schwetzingen. Unter freiem Himmel präsentieren Solisten des Nationaltheaters und das Nationaltheaterorchester unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Dan Ettinger Arien und Szenen aus Werken Mozarts. Zum großen Finale erstrahlen Bühne, Garten, Schloss und Himmel in den festlichen Farben eines großen Feuerwerks. 

Das Stipendiatenprogramm MozartPrisma ermöglicht Studierenden aus ganz Europa wieder die Teilnahme an Workshops und Seminaren, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Mozart beschäftigen werden.

Der Mannheimer Mozartsommer 2014 wird ermöglicht durch die Stadt Mannheim, das Land Baden-Württemberg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst) sowie den Generalsponsor BASF SE und den Hauptsponsor Roche Diagnostics GmbH. Das Nationaltheater dankt den Freunden und Förderern des Nationaltheaters Mannheim e V., der Anneliese Rothenberger Stiftung, der Karin und Carl-Heinrich Esser Stiftung, der Heinrich Vetter Stiftung, der Geldermann Privatsektkellerei, Familie Limbourg sowie Brigitte und Rolf Enders für die Unterstützung des Festivals.

Der Mannheimer Mozartsommer findet in Kooperation mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg statt.

Hier können Sie das Programm downloaden.


 

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KINDERCHORKONZERT
DISNEY „Sei hier Gast“, 06.07.2014
Chorleitung: Anke-Christine Kober
Klavier: Charlotte Sabiel
Schagzeug: Jens Knoop
Kontrabass: Michael Herzer
Choreografie: Luches Huddleston Jr.

DISNEY „Sei hier Gast“<br />Kinderkonzert 06.07.2014<br />© Foto: CL<br />
DISNEY „Sei hier Gast“Kinderkonzert 06.07.2014© Foto: CL

„Die Kinderchorleiterin Anke-Christine Kober hatte offenbar die Wahl der deutschen und englischen Texte von der Qualität der Übersetzungen abhängig gemacht. Für ihre rund 180 singenden Kinder und Jugendlichen hatte sie eine informative Lieder-Liste zusammengestellt die darauf hinwies, wie vielgestaltig die Komponisten doch auf die Leinwandhelden eingegangen sind.“
„Diese Einsicht werden wohl viele der hellauf begeisterten Zuschauer mit nach Hause nehmen: Die Auswahl der Songs bestand zum wesentlichen Teil aus Charakterbildern. Das wurde besonders deutlich in dem Solo „Wer bin ich“ aus „Mulan“, in dem Nora Beisel einen Moment der Selbstfindung festhielt.“
„Die Auftritte der Chorgruppen wurden von dem Choreografen Luches Huddleston jr. mit amüsanten szenischen Einlagen garniert.“
„Auf der Bühne des Opernhauses versetzten Charlotte Sabiel am Klavier, Jens Knoop am Schlagzeug und Michael Herzer am Bass nicht nur das Orchester, sondern auch die Lichtregie, denn sie färbten alle Melodien mal afrikanisch, mal nordisch-nebelig ein. Das Trio gab einen Begriff davon, wie und warum die Zeichentrick-Traumfabrik immer noch ihre Reize aussendet.“
(Mannheimer Morgen, 7.7.2014)

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Vertragsverlängerung DAN ETTINGER

„‘Meine Vertragsverlängerung bis 2016 ist für uns alle eine runde Sache, sagte der 1971 geborene Israeli dazu. […] Das Nationaltheater ist ein wunderbares Haus. Wir haben bereits viel erreicht und noch vieles vor. Ich freue mich über das Vertrauen, das man mir entgegenbringt und auf die Arbeit, die vor und liegt.‘ Auch Kehr und Bürgermeister Grötsch zeigten sich zufrieden. ‚So werden wir das hohe musikalische Niveau der Oper weiter steigern können‘, so Kehr.“ (Mannheimer Morgen, 2.7.2014)


 

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Giuseppe Verdi
DON CARLO, FOA 29.06.2014
mit René Pape (Philipp II.)
und Béatrice Uria-Monzon (Prinzessin Eboli)
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier

DON CARLO<br />FOA 29.06.2014<br />© Foto: CL<br />
DON CARLOFOA 29.06.2014© Foto: CL

„Immerhin erlebten wir auch noch vor der Pause, dass die unangenehm hohe Tessitura des Infanten Carlo bei Smith in den allerbesten Händen war und dass sich im Duett Filippo/Posa mit dem zweiten Gast René Pape und Jorge Lagunes ein „basso cantante“ von hohen Gnaden und ein echter Verdi-Bariton gegenüberstanden.“
„Mit Elisabettas hoheitsvollem Auftritt und Prinzessin Ebolis glanzvoll gemeisterter Arie „O don fatale“ baut sich eine gewaltige Spannung auf, die sich im Dialog zwischen Carlo und Posa bis zu Posas Opfertod im Kerker verdichtet.“
„Das Publikum dankte bemerkenswert enthusiastisch für eine bis in die Nebenrollen adäquat besetzte Festaufführung, geizte nicht mit Bravo-Rufen und bezog die stark geforderten Chöre, das Orchester und den Dirigenten in den anhaltenden Beifall ein.“ (Mannheimer Morgen, 1.7.2014)

„Eine prominentere Besetzung als Pape, eine der weltweit führenden Sängergestalten der Opernszene, für die Glanzpartie des spanischen Königs ist heute nicht leicht vorstellbar. Seinen Ruhm bestätigte der Bassist in Mannheim zunächst durch zwingende szenische Präsenz, durch die Aura der souverän dominierenden Bühnenpersönlichkeit. Sein Philipp  war Herrscher und Tyrann, aber auch ein machtloser Mächtiger, der dem dämonischen Großinquisitor (absolut erstklassig: Thomas Jesatko) hilflos gegenübersteht.“
„Kurz: Pape wartete mit einem facettenreichen, suggestiven Rollenporträt auf und sang zudem tadellos, überaus kultiviert, eminent musikalisch, unbedingt differenziert, mit stets wachem Detailgespür.“ (Die Rheinpfalz, 2.7.2014)


 

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MANNHEIMER GERÄUSCHSORCHESTER, Premiere 07.06.2014
Szenisches Konzert frei nach Edgar Allan Poes
„Die Maske des roten Todes“
Uraufführung von und mit 100 Mannheimer Bürgerinnen und Bürgern

MANNHEIMER GERÄUSCHSORCHESTER<br />Premiere 07.06.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel<br />
MANNHEIMER GERÄUSCHSORCHESTERPremiere 07.06.2014© Foto: Hans Jörg Michel

„Gewaltig und stimmungsvoll ist nicht nur der Einstieg bei der Premiere des Mannheimer Geräuschorchesters Nummer 1 am Nationaltheater, so bleibt es während der ganzen Vorstellung. Das Besondere bei dieser Inszenierung: Nicht Profis spielen die Musik, sondern 80 Laien. Die Bürgerbühne wagt sich an die Oper.“
„Es ist wohl vor allem Anselm Dalferth und Johannes Gaudet, den musikalischen Leitern der Produktion, zu verdanken, dass aus diesem gewagten Vorhaben ein gleichsam unterhaltsamer wie künstlerisch anspruchsvoller Abend entstand.“ (Mannheimer Morgen, 12.6.2014)

„Schauer, Mystery, Grusel, Horror lassen das Haus erbeben, denn erzählt wird „Die Maske des roten Todes“ von Edgar Allan Poe, ein Klassiker der schwarzen Schauerromantik. Im Gleichklang mit und in Gegenbewegung zu einem Orchester kann das nur ein professioneller Schauspieler. Uwe Topmann aus dem Schnawwl-Ensemble zieht stimmlich alle Register. Seine Auftritte sind markant inszeniert und illuminiert.“
„Klanglich liefert diese Geschichte viele Inspirationen für ein Geräuschorchester. Im expressiven Dialog mit dem Erzähler entfaltet es eine alle Sinne fesselnde Intensität. Das Bühnenbild besteht aus nicht viel mehr als Videos mit konstruktiven Formen (von Thilo David Heins), aber die optische Wirkung ist umwerfend.“
„Von Anselm Dalferth und Johannes Gaudet wurden sie zusammengesetzt und in nur zwei Orchesterproben im Opernhaus zu einer ästhetisch überzeugenden Produktion verbunden. Verpatzte Einsätze, Disharmonien – Fehlanzeige. Die Dirigenten brachten ihre Gruppen bravourös durch die Aufführung.“ (Die Rheinpfalz, 11.6.2014)


 

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OFFENER BRIEF von Burkhard C. Kosminski
Intendant Schauspiel am Nationaltheater Mannheim
11.06.2014

"Die Kultur erlebt einen Bedeutungsschwund in erschreckendem Ausmaß"

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Wanka,
sehr geehrte Frau Staatsministerin Grütters,
sehr geehrte Frau Ministerin Bauer,
sehr geehrter Herr Minister Stoch,

Das Nationaltheater Mannheim wurde 1839 von einem Hoftheater in die städtische Trägerschaft überführt. Es ist heute das älteste kommunale Theater der Welt.

Das Nationaltheater war in diesen 175 Jahren immer ein Zentrum der Öffentlichkeit und Ort des Austauschs unter Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft, vor allem aber war es Ausdruck selbstbestimmter Bürgerlichkeit und selbstbestimmten Lebens. Die Sorge darüber, dass Kultur und Bildung in absehbarer Zukunft diesen Stellenwert in unserer Gesellschaft verlieren, veranlasst mich Ihnen diesen Offenen Brief zu schreiben. Ganz herzlich möchte ich Sie alle für den Herbst 2014 nach Mannheim einladen, um darüber nachzudenken, ob das bisherige Modell Kultur und Bildung von einander zu trennen, noch zeitgemäß ist, oder ob es nicht notwendig ist, gemeinsam eine neue Vision für die Zukunft zu entwickeln.

Die Kultur erlebt einen Bedeutungsschwund in erschreckendem Ausmaß; die öffentlichen Diskussionen sind von Fatalismus geprägt; die Demokratie scheint auf diese Herausforderungen nur schleppend zu reagieren. Die Schuldenbremse, die Bund und Ländern zwingend vorschreibt, von 2020 an keine Schulden mehr zu machen, wird die fatalen Konsequenzen der jetzigen Entwicklung schlagend deutlich machen: Es gibt keine Ziele mehr jenseits des Sparzwangs. Es gibt keine verbindenden Werte jenseits der Ökonomie. Ich möchte nicht, dass unsere Kinder von Schulden erdrückt werden, ich will aber auch nicht, dass sie in einer orientierungs- und wertlosen Welt aufwachsen müssen. Deshalb halte ich es für eine gute Idee, den bislang für andere - und weitgehend erfüllte - Zwecke genutzten Solidaritätszuschlag der deutschen Steuerzahler umzuwidmen und zukünftig für Kultur und Bildung zu verwenden.

Warum dieser dramatische Appell? Die Situation ist nicht nur für viele Theater lebensbedrohlich. Laut Schuldenbremse muss der Bund sein strukturelles Defizit bis 2016 zurückführen. Die Länder dürfen ab 2020 keine Schulden mehr machen. Es ist schon heute absehbar, dass die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse für die Kultur einen radikalen Kahlschlag bedeuten wird. Wenn die Schuldenbremse greift, ist zu befürchten, dass ein Großteil der deutschen Stadttheater und damit ein großer Teil der Kultur von der Landkarte verschwinden wird, denn wo sonst könnten die Kommunen streichen als bei den "freiwilligen Ausgaben" für Kultur? Für die schon heute unterfinanzierten Städte droht eine Ungleichheit nicht nur ökonomisch sondern auch kulturell. Schon jetzt findet innerhalb der kulturellen Eigenbetriebe der Kommunen, wenn es zu Tariferhöhungen kommt, ein brutaler Verteilungskampf statt. Da viele Kommunen hier nicht wie in allen anderen städtischen Bereichen Tarifsteigerungen ausgleichen, stehen viele Theater seit Jahren unter einer dauernden Sparkuratel. Wohl in keiner anderen öffentlichen Institution wurde so viel gespart wie in den Theatern.

Ich frage mich, ob es zulässig ist, von Zuschüssen zu sprechen - Universitäten und Krankenhäuser bekommen ja auch keine Zuschüsse, sondern sind gesetzlich vorgeschriebene Grundversorgung.

Auch Kultur und Bildung sind elementare Bestandteile einer Gesellschaft - wenn dieser Begriff "Gesellschaft" denn noch eine Bedeutung hat. Was passiert, wenn das nicht der Fall ist, kann man in vielen europäischen Ländern sehen. In Griechenland und in Italien wurden zahlreiche Theater und andere Kultureinrichtungen finanziell zugrunde gerichtet. Worum es - auch im größeren Zusammenhang - geht, zeigt sich am altehrwürdigen Teatro Valle in Rom. Ähnlich wie das Nationaltheater Mannheim war das Valle im Jahr 1822 eines der ersten Theater Europas, das Vorstellungen für die generelle Öffentlichkeit anbot. Dieses Theater, in dem einst Mozart, Rossini und später Pirandello arbeiteten, wurde im Juni 2011 von Schauspielern, Theaterangehörigen aber auch anderen Bürgern besetzt, nachdem die kommunale Politik es an private Bieter verhökern wollte. Die Besetzung fand nur Tage nach einem öffentlichen Referendum in Italien statt, bei dem über 95 Prozent der Wähler dafür gestimmt hatten, Wasser als "bene comune", als Gemeingut zu sehen und die kommerzielle Privatisierung zu verbieten. Die Besetzer des Teatro Valle verlangten, dass Kultur wie Wasser auch ein Gemeingut ist, das gesetzlich garantiert werden soll. Mit der Unterstützung namhafter Anwälte schaffte es das Teatro Valle tatsächlich vor Gericht, seinen Status als Gemeingut zu verteidigen - und die Besetzung zu legalisieren. Wollen wir solche Auseinandersetzungen schon bald auch in Deutschland?

Es macht mich traurig und verzweifelt, dass Kultur heute nur über Subventionen definiert und ausschließlich ökonomisch diskutiert wird. Ich wünsche mir, gemeinsam mit Ihnen eine neue Wertedebatte zu führen, jenseits der zynischen Finanz- und Rentabilitätsdiskussion!
Warum sollten wir Angst haben vor einer solchen Auseinandersetzung? Warum können wir die Diskussion, wie wir selbst und unsere Kinder leben sollen und wollen, nicht offen führen?

Zeitgleich mit dem Theatersterben erleben wir eine dramatische Krise der Printmedien. Das Zeitungssterben droht viel umfassender zu werden, als wir uns im Moment noch vormachen. Laut der Bundesagentur für Arbeit gab es in den vergangenen Jahren die größte Entlassungswelle in der Presse seit Kriegsende. Millionenverluste selbst bei den überregionalen Leitmedien haben zu Massenentlassungen, Einstellungsstopps oder zur Insolvenz wie bei der "Frankfurter Rundschau" geführt.

Theater, Kunst und Zeitung sind Refugien kritischer Selbstreflexion, ohne die es keine Meinungs- und Willensbildung geben kann, ohne die die Demokratie selbst ihren Wert verliert. Es macht mir Angst, dass gleichzeitig Theater und Zeitungen in dieser Weise bedroht sind. Wo werden wir künftig unsere Meinung sagen dürfen?

Wir brauchen gemeinsame Werte, die in jeder Stadt offen und öffentlich diskutiert werden sollten. Solche Streiträume sind gelebte Demokratie und verhindern radikale Strömungen, Intoleranz und rechtsextreme Tendenzen. Wenn wir es mit Demokratie ernst meinen, dann muss etwas geschehen.

Ich wünsche mir, dass in dieser besorgniserregenden Situation die Politik ihrer Verantwortung gerecht wird. Wie soll die Welt aussehen, in der unsere Kinder zu Erwachsenen werden? Wie wollen wir alle in Zukunft leben? Die Fragen sind einfach, aber man muss sie stellen. Es geht nicht um komplizierte Sachverhalte, es geht um Haltung. Es geht darum, dass wir alle gemeinsam, aber auch Sie als Politiker im Besonderen, diese Verantwortung übernehmen.

In einer Wertedebatte sind Kultur und Bildung nicht länger voneinander zu trennen. Der Rückzug der Schulen in den Achtzigerjahren aus dem musischen und kulturellen Fächerkanon schlägt jetzt als kulturelles Defizit in diesen Generationen zurück. Die immense Bedeutung der kulturellen Bildung für die persönliche Entwicklung zeigt die Berliner Langzeitstudie von Hans-Günther Bastian (2000). Föderalistische Bildungspolitik muss sich, wenn von kultureller Bildung gesprochen wird, neu aufstellen. Die Förderstruktur von Bund und Land muss neu diskutiert werden.

Ich halte es für einen guten Vorschlag, in dieser dramatischen Situation den Solidaritätszuschlag umzuwidmen und zukünftig für Kultur und Bildung zu verwenden.
Mit der Nutzung dieser Abgabe für Kultur- und Bildungszwecke kann die kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft erhalten werden und könnten auch die drängendsten bildungspolitischen Aufgaben erfüllt werden.

Und warum denken wir nicht auch darüber nach, ob der Rundfunkbeitrag auch den Printmedien zugutekommen könnte? Diese Steuer sollte kritischem Journalismus und der Medienvielfalt nutzen und nicht nur den Sendeanstalten und ihren Rentenempfängern.

Ich fordere außerdem gemeinsam mit vielen anderen die Vertreter der Bundesregierung auf, alles dafür zu tun, damit die Kultur aus dem derzeit diskutierten Freihandelsabkommen mit den USA herausgelöst wird. Kultur ist keine Handelsware.

Ich bitte Sie, als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Baden-Württemberg, diese Debatte gemeinsam mit uns zu führen und lade Sie dazu ganz herzlich nach Mannheim ein, wo wir im Herbst das 175-jährige Jubiläum unseres Nationaltheaters in kommunaler Trägerschaft und damit im ältesten kommunalen Theater der Welt feiern.
Ich möchte gern gemeinsam mit Ihnen eine Vision zur Sicherung der Kulturnation Deutschland entwickeln und dieses Signal als Botschaft in die deutsche Kulturlandschaft senden.

Mit freundlichen Grüßen,

Burkhard C. Kosminski
Intendant Schauspiel Nationaltheater Mannheim

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Adriana Hölszky (Komposition) / Yona Kim (Libretto)
BÖSE GEISTER (UA), A-Premiere 31.05.2014
Musikalische Leitung: Roland Kluttig
Inszenierung: Joachim Schloemer

BÖSE GEISTER (UA)<br />A Premiere 31.05.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel<br />
BÖSE GEISTER (UA)A Premiere 31.05.2014© Foto: Hans Jörg Michel

Bühne: Jens Kilian
Kostüme: Heide Kastler
Dramaturgie: Anselm Dalferth
Chor: Timan Michael


„Auf ganz eigene, eigenwillige Weise und in einer sehr persönlichen Klangsprache schreibt sie das Projekt der Moderne fort, für das Namen wie Luigi Nono oder Helmut Lachenmann stehen. Die Ansprüche, die ihre Musik sowohl in geistiger wie spieltechnischer Hinsicht stellt, sind enorm. […] Umso mehr muss man den Mut des […] Mannheimer Intendanten Klaus-Peter Kehr bewundern, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen, das sich in künstlerischer Hinsicht voll ausgezahlt hat.“
„Wer sich Hölszkys „Bösen Geistern“ aussetzt, muss alle traditionellen Vorstellungen von Oper vergessen. […] ist es die Musik selbst, die zum theatralen Ereignis wird und sich ihre eigenen Räume erzeugt.“
„Der Chor befindet sich auf der Empore im Rücken des Publikums, das auf diese Weise von der Musik ganz umkreist wird.“
„Wie in Düsseldorf war auch in Mannheim die musikalische Ausführung unter der Leitung des präzise schlagenden Roland Kluttig exemplarisch. Bewundernswert, neben den exakt agierenden neun Solisten, vor allem der von Tilman Michael mirakulös einstudierte Chor.“    (Stuttgarter Zeitung, 3.6.2014)

„Grinsend, grob und abgestoßen streift dieser Stawrogin zuweilen über die Bühne als zynischer Beobachter von erdiger Robustheit, die ihm Bassbariton Steven Scheschareg treffend verleiht.“
„Was der Chor des Nationaltheaters Mannheim über die gesamte Spieldauer der Oper samt ihren Zwischenspielen leistet, ist grandios: Hölszkys kollektives Sirren, Pfeifen, Schreien, Schnalzen legt sich wie ein fiebriges akustisches Band über die ganze Uraufführungs-Produktion, deren Chorpartien Tilman Michael leitet, während Roland Kluttig das perkussionsdurchsättigte Orchester im Graben führt.“    (Allgemeine Zeitung Rhein Neckar Presse, 3.6.2014)

„Was Librettistin Yona Kim und Komponistin Adriana Hölszky hier nach Dostojewskis Opus Magnum „Böse Geister“ (früher: „Die Dämonen“) vorlegen, ist ein großes und mutiges Unterfangen, ein Musiktheater, das vieles ist: Alptraum, Psychothriller, symbolisches Jeu macabre und gesellschaftliches Lehrstück, ein sperriges Werk, das wehtut, das mit Hörerwartungen bricht und nichts des schönen Scheines wegen ästhetisch überhöht.“
„Irgendwie aber wirkt doch alles faszinierend zusammen. Hölszkys kompositorische Kraft hält das aus, und so wie der NTM-Chor (Tilman Michael), der das Geschehen stets kommentiert und Räume öffnet, sind, entsteht ein gewaltiges Erleben, das durch die plastische Arbeit des Orchesters unter Roland Kluttig so sehr verstärkt wie durch die Solisten: Steven Scheschareg ist ein überwältigender Stawrogin als Bösewicht ohne Empathie, Martin Busen (als Stepan überzeugend)m Zvi Emanuel-Schmidt (mit lyrischem Altus als Fanatiker Pjotr) sowie Magnus Piontek (Lebjadkin) und Benedikt Nawrath (Schatow) bewältigen die schwierigen Partien ebenso gut.“
„Sängerischer Höhepunkt (neben dem Chor) ist aber das Damenquartett Warwara (Evelyn Krahe), Julia (Iris Kupke), Marja (Ludovica Bello) und Lisa (Thérèse WIncent) – große Klasse.“   (Mannheimer Morgen, 2.6.2014)

„In Mannheim probte der Chor bereits seit Januar, unter seinem auf der Galerie mitdirigierenden Leiter Tilman Michael war er nun der Star des Abends.“    (Frankfurter Rundschau, 2.6.2014)

„Es herrscht Einigkeit: Die Uraufführung für ein höchst anspruchsvolles Stück zeitgenössisches Musiktheater war ein Erfolg.“
„Den beeindruckenden Qualitätsstandard der Uraufführung garantieren die beiden musikalischen Leiter, Roland Kluttig (Orchester) und Tilman Michael (Chor); Joachim Schloemers Regie setzte attraktive szenische Akzente.“
„Dabei  freilich hat Adriana Hölszky Großartiges geleistet. Ihre Behandlung der menschlichen Stimme zeugte von ganz frappanter Virtuosität und Fantasie.“
„Joachim Schloemer wartete – in Jens Kilians Bühnenbild, das die Behausung der Warwara Stawrogina in zwei Wohnräume geteilt hatte – mit einer gezielten, dynamischen Inszenierung aus, die, wie von ihm gewohnt, auch mit Vorliebe auf choreographische Einstellungen setzte.“    (Die Rheinpfalz, 2.6.2014)

„Regisseur Joachim Schloemer und Bühnenbildner Jens Kilian haben eine wundervolle szenische Lösung für diese Vielschichtigkeit des Werkes gefunden: […]“
„Der Chor des Nationaltheaters aber, der hier wie in der griechischen Antike fungiert und agiert, ist der eigentliche Star und Motor dieser Produktion, die man als aussichtsreichen Kandidaten für die „Uraufführung des Jahres“ durchaus heute schon prognostizieren kann.“    (Rhein-Neckar-Zeitung, 2.6.2014)

„Adriana Hölszky, von keinerlei postmodernen Konzessionen angefochten, nutzt den Text als Sprachmaterial. Als Klangmoment. Das Chorpanorama ist das große Faszinosum dieser so kantigen wie aufs Feinste ausgehörten Musik. Ein vokales Klangband ist es, für bis zu 32 Einzelstimmen notiert, das die pausenlosen 75 Minuten beherrscht. Von Klangwellen ließe sich auch sprechen, von Klangsäulen, von einem Gewirr der Stimmen, dass das fabelhafte Mannheimer Kollektiv da entfaltet – […]: Lautmalerei, mit bestechender Kunstfertigkeit gefügt, hier geschärft, dort verschwommen, wie Laute aus der Landschaft des Traums.“
„Das Ensemble kommt mit den sperrigen Intervall-Sprüngen, den haarsträubend schweren Meloszacken exzellent zu Rande.“    (Badische Zeitung, 2.6.2014)

„Unter der Leitung von Roland Kluttig und Tilman Michael wurden Hölszkys Klangaktionen von Chor und Orchester in Mannheim sehr präsent und direkt verlebendigt. Da der Chor auf dem hinteren Logenrang über dem Publikum positioniert war, ergaben sich außerdem eindrucksvolle Raumklang-Wirkungen.“   (Neue Zürcher Zeitung, 2.6.2014)

„In gekonnten Bildern wird das Geschehen auf vier – von Jens Kilian entworfenen – Spielebenen gezeigt: […]“    [Ö1 – Zeit-Ton, 3.6.2014)

„Die aus Bukarest stammende, schon lange in Deutschland lebende und hier hoch dotierte Komponistin nutzte die „Kraftfelder“ der Textvorlage. Die jeweils einen knappen Meter hohen Partiturseiten der neuen Oper bringen einen Raum Musik hervor, deren drei konstituierenden Momente räumlich getrennt voneinander ablaufen, sich doppelchörig und responsorisch verhalten: Die Choristen, ganz hinten oben in den letzten Reihen des ansteigenden Zuschauerraums in Stellung gegangen, bilden einen unvermittelten Kontrast zum übrigen theatralen Geschehen vor und hinter dem Orchestergraben.“    (Deutschlandfunk, 3.6.2014)

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Richard Strauss
DER ROSENKAVALIER, FOA, 25.05.2014
mit Melanie Diener (Marschallin), Daniela Sindram (Octavian), Alfred Muff (Baron Ochs) und Thomas de Vries (Faninal)

Obwohl Olivier Tambosis „Rosenkavalier“-Inszenierung auf Rokoko-Tändeleien konsequent verzichtet, ist sie auch im 17. Aufführungsjahr ein rauschender Erfolg. Starken Anteil daran hat Frank Philipp Schlößmanns in leuchtenden Farben schwelgende Ausstattung: ... Ein weiterer Pluspunkt, dass die illustren Gäste des Festlichen Opernabends, zu denen mit Thomas de Vries als Faninal noch ein unvorhergesehener vierter kam, mit den durchweg auf Augenhöhe agierenden hauseigenen Protagonisten eine beglückende künstlerische Einheit bildeten.
Gut, dass man sich inzwischen entschlossen hat, das intelligente, poetische Libretto des Hugo von Hofmannsthal, ..., , durch die Übertitelung zugänglich zu machen. Melanie Diener sang eine Marschallin, deren tief empfundener Zeitmonolog ebenso zu Herzen ging wie die lächelnde Entsagung des Finales. Daniela Sindram, ein Octavian aus Samt und Seide mit prachtvoll expandierendem Höhenregister, gehörte früher dem Mannheimer Ensemble an wie Alfred Muff, der auch im siebten Lebensjahrzehnt noch einen saft- und kraftvollen Ochs von Lerchenau auf die Bühnenbretter zaubert. Im Gegensatz zu seiner ländlichen Entourage, vor der keine Zofe und keine Weinflasche sicher ist, blieb er auch in der Blamage des letzten Aktes stets ein Mann von Stand. In effektvollem Kontrast hierzu der in höfischen Dingen noch unsichere Faninal des Thomas de Vries, der zu den erregten Ensembles einen wohlklingenden Bariton beisteuerte. Der zweite Akt wurde geprägt von der Begegnung der Liebenden Sophie und Octavian, als Eunju Kwons kostbar timbrierter Sopran zarte Silberfäden zog und sich ideal mit Sindrams Mezzo mischte. Ein Ereignis auch das perfekt gestaltete Terzett Marschallin/Octavian/Sophie „Hab mir’s gelobt“ im dritten Akt und das traumverlorene Schlussduett.
Aus dem typgerecht besetzten Heer der 32 Solisten ragten noch Astrid Kesslers souveräne Leitmetzerin, das Intrigantenpaar (Benedikt Nawrath und Evelyn Krahe) und Thomas Jesatkos bärbeißiger Polizeikommissar heraus. Michail Agafonovs schwerer Spinto-Tenor war freilich eine luxuriöse Fehlbesetzung für den italienischen Sänger.
Alois Seidlmeier steuerte Ensemble, Chor, Kinderchor und (bestens disponiertes) Orchester souverän durch die komplexe Partitur. Hochverdienter Applaus des vollen Hauses. W.A.


„[…] so strahlend hat man die geniale Komödie an der Mannheimer Oper schon lange nicht mehr gehört. Das hatte vor allem damit zu tun, dass die drei weiblichen Hauptrollen mit Sängerinnen besetzt waren, deren Stimmen perfekt zusammenpassten. Resultat: wunschloses (Opern-)Glück.“
„Daniela Sindram als Oktavian (sie hatte die Partie ja schön während ihrer Mannheimer Zeit gesungen) war ein betörend samten die Möglichkeiten ausspielender Mezzosporan, Eunju Kwon (jung und „hauseigen“, wie man das so nennt) eine Sophie, die nicht nur sopransüß daherzwitschert, sondern auch ein kraftvolles Fundament hören lässt; exzellent textverständlich übrigens waren beide.“    (Die Rheinpfalz, 27.5.2014)



 

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LIEDERABEND MIT HEIKE WESSELS
14.05.2014, Montagehalle

Es muss sich wohl noch herumsprechen, dass die großartige Opernsängerin Heike Wessels eine ebenso exzellente Liedinterpretin ist. Für die Reihe „In der Montagehalle“ hatte sie mit ihrem hervorragenden Klavierbegleiter aus Studientagen, Martin Günther, ein höchst apartes Programm zusammengestellt, das nach romantischem Beginn (Mendelssohn, Brahms) die im Dritten Reich verfemten Komponisten Viktor Ullmann (ermordet) und Erich Wolfgang Korngold (emigriert) in den Mittelpunkt rückte und mit Gustav Mahler schloss. Die emotionalen Ausbrüche in den Ullmann-Liedern (nach expressionistischen Texten von Ricarda Huch) und die wunderschönen englischen Lieder nach Shakespeare von Korngold markierten die Höhepunkte des Abends. Aber auch bei Romantik und Spätromantik (ein Ereignis: Mahlers „Urlicht“) erfreuten sich die Zuhörer am edlen Timbre, den substanzreichen Piani und der immensen Gestaltungskraft der Sängerin, die für den starken Applaus mit zwei originellen Zugaben dankte. W.B.


 

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Nachruf
Klaus Schultz (1947- 2014)
Ehrenmitglied der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim e.V.
Generalintendant des Nationaltheaters Mannheim 1992 - 1996

Klaus Schultz (1947- 2014)<br />© Foto: MM
Klaus Schultz (1947- 2014)© Foto: MM

Unser Ehrenmitglied Klaus Schultz, ehemaliger Generalintendant des Nationaltheaters Mannheim (1992 -1996), ist verstorben. Mit großer Bestürzung und Trauer haben die Freunde und Förderer auf diese Nachricht reagiert. Klaus Schultz hat das Nationaltheater Mannheim in einer außerordentlich schwierigen Zeit übernommen. Unter seiner Leitung fand die Generalsanierung des Hauses mit kompletter Schließung des Spielbetriebes statt. Klaus Schultz und seine Mannschaft haben dieses aufwendige logistische Problem in bewundernswerter Weise bewältigt. Viele Theaterbesucher erinnern sich noch an auf- und anregende Aufführungen auf dem Maimarkt, in Neckarau, im Rosengarten und in   Schwetzingen. Klaus Schultz war ein strenger Verfechter des Ensembletheaters, er hat zahlreiche Talente an das Haus geholt und gebunden. Als Generalintendant fühlte er sich für alle Sparten verantwortlich, er hat die Interessen des Theaters diplomatisch aber konsequent in der Öffentlichkeit und gegenüber der Politik vertreten. Er war für das Mannheimer Publikum ein Intendant „zum Anfassen“, der jede Gelegenheit der Diskussion mit den Theaterbesuchern gesucht und geschätzt hat. Sein Spielplan war gekennzeichnet von einem hohen Qualitätsstreben, immer mit Blick auf die Akzeptanz des Publikums. Durch seine guten Kontakte zu Loriot und Heinz Rühmann hat er den Mannheimern unvergessliche Abende beschert, beispielhaft seien die Aufführungen vom „Ring an einem Abend“ mit Loriot und die Weihnachtslesung mit Heinz Rühmann genannt. Klaus Schultz war ein umfassend gebildeter Mann von bestechender Eloquenz. Sein fast altmodisch vornehmes Wesen, sein feiner Witz und seine Ironie haben manche Diskussion bereichert. Wer ihm nahestand hat seine menschliche Wärme und sein Interesse an der Person des Gegenübers  gekannt und geschätzt.
Die Freunde und Förderer verdanken Klaus Schultz unglaublich viel. In der Aufbauphase, Anfang der neunziger Jahre, hat er sich mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit hinter die Anliegen des Vereins gestellt, er hat persönlich für uns und unsere Anliegen geworben, durch seine Unterstützung wurden zum Beispiel die „Begegnungen“ erst möglich. Im Jahre 1996 wurde er zum  Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Klaus Schultz hat sich auch von München aus regelmäßig für die Aktivitäten des Vereins interessiert und ist so immer einer von uns geblieben.
Sein Tod ist ein äußerst schmerzlicher Verlust, wir haben einen guten und besonders liebenswerten Freund verloren.


 

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BLUES BROTHERS – UNTERWEGS IM AUFTRAG DES HERRN
Premiere 27.04.2014
Bühnenfassung von Matthias Gehrt
Musikalische Leitung : Willi Hasselbecl
Inszenierung: Matthias Gehrt

BLUES BROTHERS – UNTERWEGS IM AUFTRAG DES HERRN<br />Premiere 27.04.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel
BLUES BROTHERS – UNTERWEGS IM AUFTRAG DES HERRNPremiere 27.04.2014© Foto: Hans Jörg Michel
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Bühne: Gabriele Trinczek
Kostüme: Petra Wilke
Licht: Guido Pyczak
Choreografie Ralph Frey
Dramaturgie: Dr. Dorothea Krimm / Martin Vöhringer


„Regisseur Matthias Gehrt […] hat die Bühnenfassung bereits 2012 für sein Stammhaus erarbeitet. Die Version am NTM glänzt durch liebevolle, witzige Detailarbeit – am deutlichsten bei der Umsetzung der ins Absurde übersteigerten Verfolgungsjagden des Films, für die im Opernhaus zum Amüsement des Publikums zwei kleine Modellautos und viel Fantasie ausreichen müssen.“
„Was bleibt ist der Unterhaltungsaspekt einer rasanten Soul-Rock-Musical-Revue: Vor allem Düllmann hat die Ikonografie der Blues Brothers bis in die kleinste Geste verinnerlicht, auch Jaksch schlägt sich bravourös […].“
„Die Sänger, allen voran Whitley und Stephen Shivers, überzeugen – vor allem, wenn man bedenkt, dass sie sich mit Legenden wir Ray Charles, James Brown, John Lee Hooker oder Cab Calloway messen müssen. Songs wie „Shake A Tail Feather“ und das von Stefanie Köhm im Restaurant „Aretha’s“ etwas quietschig angelegte „Think“ reißen am meisten mit . auch in einer von zwei stürmisch geforderten Zugabe.“    (Mannheimer Morgen, 29.4.2014)

„Minimalistisch und gewitzt ist die Inszenierung, und da sind auch die Autorennen keineswegs ausgeklammert oder auf die Videoleinwand verlegt. Diese sausen vielmehr als Modellautos über die Bühne, während unsere Blueshelden im Stehen pantomimisch dazu Gas geben.“    (Rhein-Neckar-Zeitung, 29.4.2014)

„Unter der musikalischen Leitung des umjubelten Lokalmatadoren Willi Haselbek spielte in Mannheim eine Live-Band die bekannten Hits wie „Everybody needs somebody to love“, „Gimme some lovin“ oder „Soulman“ ganz furios. Das Ensemble hatte dazu viele große Stimmen zu bieten.“    (Die Rheinpfalz, 29.4.2014)


 

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Pressestimmen zum 90. Geburtstag
von FRANZ MAZURA

„Über die Stationen Mainz und Braunschweig stieß er 1964 zum Ensemble des Nationaltheaters Mannheim und prägte dort die legendäre, glanzvolle Horst-Stein-Ära mit Kollegen wie Elisabeth Schreiner, Jean Cox, Hannelore Bode etc.“    (Der neue Merker, April 2014)

„Wenn Franz Mazura die Szene betritt, verändert sich wundersam die Aufführung: Plötzlich wird sich der Zuschauer bewusst, dass der Schauspieler, der Sänger das Zentrum des Theaters bildet.“    (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.4.2014)

„Es gibt wenige Opernsänger, die sich derart nachhaltig schon beim ersten Hören ins Gedächtnis einbrennen:[…]“    (Rhein-Neckar-Zeitung, 22.4.2014)


 

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Franz Mazura zum 90. Geburtstag - 22. April 2014

Franz Mazura zum 90. Geburtstag - 22. April 2014<br />
Franz Mazura zum 90. Geburtstag - 22. April 2014
Programmzettel zur WA von „DON CARLOS“ vom 20. Juni 1964<br />
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Wir gratulieren sehr herzlich dem Doyen der deutschen Oper, dem großen Bassbariton, der nicht nur mit seiner Stimme, sondern mit seiner gesamten Spiel- und Bühnenkunst Theatergeschichte schrieb.


Franz Mazura galt aufgrund der dunklen Färbung seiner Stimme und seiner schneidenden Diktion als hervorragender Interpret klassischer Bösewichter der früh- bis spätromantischen Oper (Don Pizarro in Fidelio, Alberich in Der Ring des Nibelungen, Klingsor in Parsifal, Scarpia in Tosca), hat sich aber einen noch größeren Namen im modernen Repertoire gemacht: als Moses in Moses und Aron, als Lautsprecher in Der Kaiser von Atlantis und als Wozzeck. 1979 sang er in der Pariser Uraufführung der von Friedrich Cerha fertig orchestrierten, dreiaktigen Version von Alban Bergs Lulu unter Pierre Boulez und Patrice Chéreau die Rolle des Dr. Schön.


Franz Mazura wurde in Salzburg geboren und studierte Gesang an der Musikakademie in Detmold. Schon während seines Gesangsstudiums war er als Schauspieler am Landestheater Detmold engagiert. Es folgten Festengagements in Kassel, Mainz, Braunschweig und am Nationaltheater Mannheim, wo er über zwanzig Jahre lang wirkte. Er war zu Gast auf Opernbühnen und in Konzertsälen in der ganzen Welt, u.a. in Barcelona, Mailand, London, Wien und New York. 1960 sang er erstmals bei den Salzburger Festspielen; 1971 debütierte er bei den Bayreuther Festspielen, wo er bis 1995 regelmäßig auftrat, 1973 sang er erstmals an der Hamburgischen Staatsoper. Er gastierte an der Bayerischen Staatsoper, an der Metropolitan Opera, am Teatro Colón in Buenos Aires sowie an der Pariser Oper - dort u. a. 1976 in Wagners Rheingold unter Georg Solti und Peter Stein.1980 wurde Mazura zum Kammersänger ernannt, 1990 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft des Nationaltheater Mannheim verliehen. 2010 erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.


Über seine Stimmlage befragt, antwortete Mazura in einem Interview: "Bass-Bariton - das sind interessante Figuren, die aber oft larmoyant angelegt werden. Mir half der Schauspielunterricht, die Rollen von Innen aufzubauen: Der Schauspieler hat nicht die Musik als Hilfe, der muss seine "Musik" von ersten Probentag an suchen. Der Körpereinsatz ist ein anderer. Darum kann ich unabhängig von meinem Körper singen. Das heißt, ich singe in jeder Position, egal, ob ich liege, stehe, gehe."


Auch mit 90 steht Mazura noch immer auf der Bühne: demnächst als Pfleger des Orest in Strauss' Elektra an der Mailänder Scala, zuvor als Njegus in Die lustige Witwe an der Pariser Oper. Wir wünschen weiterhin viel Energie und Freude am Theater!


Franz Mazura zu Ehren ist die Aufführung von Don Carlo am 25. April gewidmet - dann darf das Mannheimer Theaterpublikum seinem großen Liebling gratulieren.


Unser Mitglied Dr. Krämer hat als Geburtstagsüberraschung den Programmzettel zur WA von „DON CARLOS“ vom 20. Juni 1964 (damals noch in deutscher Sprache) mitgebracht samt dem Hinweis: In der Partie des „Königs Philipp“ wird sich der ab Herbst 1964 vom Staatstheater Braunschweig an das Nationaltheater neu verpflichtete Bassist Franz Mazura dem Mannheimer Publikum vorstellen.

DON CARLO 25. April 2014
19. Vorstellung nach der Premiere vom 02.02.2013
Inszenierung: Jens Daniel Herzog, Bühne: Mathis Neidhardt
Musikalische Leitung: Joseph Trafton
Philipp II.: Sung Ha, Don Carlo: István Kovácsházi, Marquis von Posa: Thomas Berau, Großinquisitor: Thomas Jesatko, Elisabetta: Galina Shesterneva, Prinzessin Eboli: Edna Prochnik, Tebaldo: Tamara Banjesevic, Mönch: Bartosz Urbanowicz, Stimme: Eunju Kwon
 

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Liederabend in der Montagehalle mit
ESTELLE KRÜGER, CORNELIA PTASSEK und
NICOLA DISCIC, 10.04.2014

„Sie wurden fast balladesk von dem anmutig timbrierten Sopran Estelle Krugers vorgetragen, sensitiv am Flügel assistiert von Robin Phillips. Die Konzeption dieses ungewöhnlichen Abends stammte von der Öffentlichkeits- und Marketing-Referentin des Nationaltheaters, Dorothea Krimm, die auch zwischen den einzelnen Themenkomplexen instruktive, teils mit nahezu köstlich-sarkastischen Anekdoten garnierte Kurzeinführungen gab.“
„Diskic zeigte mit seinem Gespür für klugen Aufbau und dunkel-edlem Timbre seines hochkarätigen Baritons, wie späte Strauss-Gesänge gestaltet werden müssen und wurden dabei von Friederike Sieber am Klavier optimal unterstützt.“
„[…] Ptassek war bei jedem dieser Kleinode in ihrem Element und machte, besonders bei der über 5minütigen ‚Verführung‘, quasi völlig der Realität enthoben, intim-verzückte kleine Opernszenen daraus. Mannheims ‚Primadonna‘ reussierte mit einer Lehrstunde für Belcanto at its best.    (Online Merker, 11.4.2014)


 

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Giuseppe Verdi
STIFFELIO, B Premiere 05.04.2014

„Das Leben in solchem Glauben ist grau bis dunkel und eingeengt. Das zeigt die Bühne von Roland Aeschlimann in klarer Geometrie, strukturiert von Boden- und Wandkreuz. Das verdeutlicht die adäquate Personenführung von Regula Gerber.“
„[…] die von Alois Seidlmeier am Pult des Nationaltheater-Orchesters explosiv aufgestellte, […] Musik fesselt ungemein; ebenso die wuchtigen, sozusagen „gnadenlosen“ Chöre […].“
„Gesungen wird glanzvoll. Martin Muehle verleiht der Titelpartie Stiffelio Glanz und Intensität durch prachtvolles Tenor-Material und darstellerischen Ausdruck; […]“ 
„Das Publikum in der B-Premiere ist von der überzeugenden Zeichnung dieser Oper begeistert.“   (Opernnetz.de, 8.4.2014)

„Das erste Wort gebührt diesmal Ludmila Slepneva in der weiblichen Hauptpartie der Lina. Sie tat es mit Glanz und Gloria. Ihre Darstellung geriet sängerisch, musikalisch und schauspielerisch absolut erstklassig.“
„Ludmila Slepnevas Sopran bestach durch eine schöne, durchgehend ebenmäßige Tonfarbe, sonore Fülle, hellen Glanz und Leuchtkraft in der Höhe.“
„Martin Muehle […] beeindruckte sehr durch den metallischen Glanz seiner Stimme, die dem Klangcharakter des Verdi-Tenors in höchstem Maße entspricht.“    (Die Rheinpfalz, 7.4.2014)

„[…] bewusst überspitzt und symbolisch minimalisiert die erfreuliche Neuinszenierung am Nationaltheater Mannheim.“
„Per fettFilm-Video schwappt symbolsatt gleich zur mal dräuenden, mal trompetengrell federnden Ouvertüre die Sintflut als Bedrohung von außen heran, und ein Meteorit explodiert.“
„Regula Gerber  inszeniert ähnlich ostentativ, stellt den Einzelnen gegen das starr aufmarschierende , am Wende zwischen wie Speerspitzen herabsinkende Orgelpfeifen positionierte Kollektiv. In den Duetten und Konfrontationen trennen Kreuzbalken und Schranken überdeutlich die Agierenden.“    (Die Welt, 6.4.2014)

„In Mannheim lassen sich nun Alois Seidlmeier als Dirigent und die ehemalige Intendantin Regula Gerber als Regisseurin mit der Hingabe auf Musik und Handlung ein, die eine kurzum immer noch wiederzuentdeckende Verdi-Oper braucht. Unter Seidlmeiers Leitung bietetsich eine glänzend facettenreiche Partitur.“    (Frankfurter Rundschau, 7.4.2014)


 

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ACHIM FREYER zum 80. Geburtstag - 30. März 2014

© Foto: Rinderspacher
© Foto: Rinderspacher

Eine Hommage von Prof. Dr. Klaus-Peter Kehr
Intendant Oper, Nationaltheater Mannheim


Ein Mann mit wildem Haarschopf betritt, wie es sich gehört, als letzter zum Applaus die Bühne. Scheinbar gelassen stellt er sich einem wilden Buhgeschrei. Wir sind noch nicht im Nationaltheater Mannheim, sondern in der Staatsoper Stuttgart nach der legendären Premiere von Carl Maria v. Webers „Freischütz“, eine Aufführung, die seit den frühen achtziger Jahren immer noch auf dem Stuttgarter Spielplan zu finden ist. In der letzten Spielzeit, fast 35 Jahre später, nach unserer „Siegfried“ Premiere dasselbe Bild, wieder steht, deutlich älter geworden, derselbe Mann, diesmal im Nationaltheater Mannheim, auf der Bühne und stellt sich beim Schlussapplaus minutenlang einem lauten Buhgeheul: Achim Freyer. Seine Kunst hat, nach vielen Wandlungen in all den Jahren, nichts an Mut und Lebendigkeit verloren. Mit scheinbar unendlicher Fantasie erschafft er Bühnenwelten, in denen sich die Stücke in all ihren Facetten entfalten dürfen und lebendig mitteilen. Wie bei kaum einem Regisseur im Musiktheater gelingt Achim Freyer der Nachweis, dass Regie eine Kunst sein kann (und muss), die sich mit den Werken auf Augenhöhe auseinandersetzt und sie dadurch sichtbarer macht. Oft sind es Parallelkompositionen wie im Mannheimer Ring, die in der idealen Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Dan Ettinger eine szenisch-musikalische Welt entstehen lassen. Sie ist einer Deutung eher zugänglich als einer Interpretation und entzieht sich so der Tagesaktualität mit Ablaufdatum. Sie fordert einen mündigen Zuschauer, der erträgt, dass sein Blick nicht fremd geführt wird, der erlebnisfähig ist und sich zutraut, aus dem Erlebten eine Haltung zu finden. Vielleicht ist es das Unerwartete und Ungewohnte, das so wütend macht. Sollte es der  Neue Mannheimer „Ring“ schaffen, so lange auf dem Spielplan zu stehen wie der Stuttgarter „Freischütz“ oder die Hamburger „Zauberflöte“, dann werden wir, Achim Freyer und ich sein Dramaturg für diese Inszenierungen, voraussichtlich nicht mehr am Leben sein. Ein seltsames, Gefühl.
 
Meine erste Begegnung mit Achim Freyer war in den frühen Siebziger Jahren an der Kölner Oper. Er war von einem Gastspiel des Deutschen Theaters mit Brechts „Gutem Menschen von Sezuan“ nicht mehr in die DDR zurückgekehrt und nun, da seine Frau und seine beiden Zwillingstöchter durch Fluchthilfe nachgekommen waren, konnte er aus der Anonymität auftauchen. So saßen wir in der Kantine des Kölner Opernhauses zusammen mit dem Regisseur Hans Neugebauer und schmiedeten Pläne für eine Zusammenarbeit, Neugebauer kannte seine Ausstattung von Rossinis „Barbier von Sevilla“ für Ruth Berghaus (eine Arbeit übrigens, die noch immer an der Staatsoper in Berlin zu sehen ist) und war sofort bereit, mit  Achim Freyer als Bühnen- und Kostümbilder für Hindemiths „Cardillac“ zusammen zu arbeiten. Ich hatte in Achim Freyer den Gesprächspartner gefunden, den ich in meiner Kölner Zeit so sehr vermisste. Er traute sich Begriffe in den Mund zu nehmen, die damals verpönt waren, wie zum Beispiel „Kunst“. Das war post achtundsechzig ein Schimpfwort. Achim Freyer kam aus einer anderen Welt, mit einem von unserem sehr verschiedenen Begriff von Theater. Aus vielen Gesprächen und gemeinsamen Reisen entstand eine Freundschaft, die bis heute lebendig ist. Es waren gemeinsame Arbeiten später an der Staatsoper Stuttgart, die mein Verständnis von Musiktheater nachhaltig veränderten und prägten. Vor allem die Arbeit an der Glass Trilogie, die die Verhältnisse von Musik, Theater und Text neu ordneten. Die minimalistische Musik von Philip Glass, die ganz eigenständig parallel zum Text verläuft, einem Text, der wie bei „Satyagraha“, dem Stück über Mahatma Gandhi in Sanskrit aus der Bhagavad Gita entnommen wurde und der für ein westliches Publikum nicht verständlich war. Was für eine Aufgabe für das theatralische Geschehen auf der Bühne, das sich eigenständig zu Text und Musik verhalten darf. Mit welcher Meisterschaft hat Achim Freyer dieses Stück in Szene gesetzt. Das hatte sich bis zum ZDF herumgesprochen, das in einer ungeheuren Anstrengung, mit einem eigens dafür zusammengestellten Kamerateam, die Vorstellung aufgezeichnet hat, (eine DVD ist noch im Handel). Heute ein Ding der Unmöglichkeit. Die Glass-Trilogie ist aus der neueren Geschichte der Stuttgarter Staatsoper nicht weg zu denken. Nicht wegzudenken ist Achim Freyers Bedeutung für die Kunst des Theaters. Als Lehrer der UdK hat er Generationen von Bühnenbildnern geprägt.
Nun feiert er am Sonntag seinen 80., zu dem ich ihm von ganzem Herzen gratuliere.

(Prof. Kehr hat uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Der Beitrag wurde auch veröffentlicht im MM vom 28.03.2014)

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ACHIM FREYER zum 80. Geburtstag - 30. März 2014

ACHIM FREYER ZUM 80. GEBURTSTAG<br />© Foto: Hans Jörg Michel
ACHIM FREYER ZUM 80. GEBURTSTAG© Foto: Hans Jörg Michel

„Ein Maler, der mit den Augen hört und mit den Ohren sieht. Ein vom Theater Besessener, der Geschichten wie Träume liest und Partituren wie Grafiken“, titelte die Opernwelt in ihrer März-Ausgabe über Achim Freyer, der am 30. März 2014 seinen 80. Geburtstag feiert. Wer ihn bei seiner letzten Opernpremiere in Basel (Heinz Holligers „Schneewittchen“) gesehen hat, mag ihn eher als jungenhaften Typen in seinen bunten Turnschuhen denn als Fast-80-Jährigen wahrgenommen haben. Am Nationaltheater Mannheim, wo Freyer zuletzt den „Ring des Nibelungen“ inszenierte – das Haus landete dafür auf Platz 2 in der Nominierung zum Opernhaus des Jahres – und wo demnächst seine „Traviata“-Inszenierung wiederaufgenommen wird, hat man ihn als im Herzen jung Gebliebenen in Erinnerung, der vor phantastischen Ideen nur so sprüht. Der Grafiker und Maler wurde am Berliner Ensemble Meisterschüler von Bertolt Brecht. Er arbeitete zunächst als Bühnen- und Kostümbildner (u. a. mit Regisseuren wie Ruth Berghaus, Adolf Dresen und Benno Besson). 1972 übersiedelte er nach West-Berlin und begann hier bald auch mit eigenen Arbeiten als Regisseur. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten Ur- und Erstaufführungen, u. a. von Komponisten wie Mauricio Kagel, Unsuk Chin, Dieter Schnebel, Philip Glass, Helmut Lachenmann und Erhard Grosskopf. Als bildender Künstler war er u. a. auf der Kasseler documenta und auf der Prager Quadriennale vertreten. 1988 gründete er das Freyer Ensemble, dem Schauspieler, Tänzer, Akrobaten, Musiker, Sänger, Regisseure und Bühnenbildner angehören. Es entstanden spannende disziplinübergreifende Aufführungen. In seiner Gründerzeit-Villa in Berlin-Lichterfelde zeigt Freyer eine einzigartige Kunstsammlung, die einer Wunderkammer gleicht. Die bildende Kunst hat auch starken Einfluss auf seine Inszenierungen, die immer wieder erstaunlichste visuelle Universen darstellen. Wir gratulieren herzlich und wünschen noch viele erfüllte Theaterjahre!


 

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Giuseppe Verdi
STIFFELIO, A Premiere 29.03.2014
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier
Inszenierung: Regula Gerber

STIFFELIO<br />Premiere 29.03.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel
STIFFELIOPremiere 29.03.2014© Foto: Hans Jörg Michel

Buehne: Roland Aeschlimann
Kostueme: Andrea Schmidt-Futterer
Licht: Bernhard Haeusermann
Choreografie: Guido Markowitz
Video: fettFilm (Momme Hinrichs, Torge Moller)
Dramaturgie: Merle Fahrholz
Chor: Tilman Michael


„Martin Muehle ist als Stiffelio der Ternor der Stunde, […]. Allein, wie Muehle die erwähnte Stelle singt, wie er von dem monotonen „Rivolto allor…“ langsam ansteigt, immer mehr Emphase entwickelt und beim „perdonata“ (vergeben) auf dem hohen „A“ einen hellen und edelmetallischen Strahl durch den Theatersaal schießt, fährt einem durch Mark und Bein. Was für eine Stimme!“    (Mannheimer Morgen, 31.3.2014)

„In Mannheim erfuhr sie eine spannungsgeladene Aufführung mit impulsiv angegangenen Höhepunkten und geschärften Kontrastwirkungen durch das kompakt aufspielende Nationaltheater-Orchester unter Alois Seidlmeiers energischer Stabführung.“
„Roland Aeschlimann hatte ihr ein optisch höchst ansprechendes, atmosphärisch dichtes praktikables Bühnenbild in dominierenden metallisch silbernen und grauen Farbtönen und exquisiten Lichtwirkungen entworfen […].“    (Die Rheinpfalz, 31.3.2014)

„In Mannheim bringt die Regisseurin Regula Gerber nun den Stiffelio neu heraus, zeigt in einer szenisch eher reduzierten Produktion die Spannungslinien des Werks auf und charakterisiert den Prediger Stiffelio als gnadenlose Person […]“
„Ebenso überzeugend wie die sehr geschlossen wirkende Inszenierung war die musikalische Realisierung der Oper an diesem Abend […]. Mannheims Italienspezialist Alois Seidlmeier stand am Pult des konzentriert aufspielenden Orchesters des Nationaltheaters, das quasi fehlerfrei blieb.“
„Es passte alles zusammen. Das gilt auch für den Chor und den Extrachor, der zuweilen zusammen mit den Statisten in bedrohlicher Zahl auftritt.“
„Auch mit Martin Muehle als Stiffelio konnte das Theater einen Ausnahmesänger besetzen. „
„Eine unbedingt sehenswerte Produktion […]“   (Der Opernfreund, 30.3.2014)

„[…] das Warten hat sich gelohnt. Die Aufführung gerät packend und dicht, was auch an Roland Aeschlimanns Bühne liegt. Die ist schmucklos-karg, schwingt sich aber immer wieder zu sinnbildhaften optischen Kommentaren auf […].“    (Heilbronner Stimme, 4.4.2014)

„Von Regula Gerbers Regie unterstützt, ist Martin Muehle mit kraftvollem, sehr differenziert eingesetztem Tenor als Stiffelio eindrucksvoll: Ein Mann, der als predigender Sektenführer zerrieben wird.“    (Darmstädter Echo, 17.4.2014)


 

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Giacomo Puccini
TOSCA, 28.03.2014 und 31.03.2014
mit Stargast Michèle Crider
Dirigent: Dan Ettinger

TOSCA<br />29.03.2014 und 31.03.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel
TOSCA29.03.2014 und 31.03.2014© Foto: Hans Jörg Michel

„Keine Frage, dass „unser“ Michail Agafonov in einer seiner Glanzrollen als Cavaradossi auch neben illustren Kollegen bestehen kann!“
„Ettinger und sein glänzend aufgelegtes Orchester blieben der grandiosen Partitur nicht die Dramatik und nicht die Sensibilität schuldig.“
„Die Höhenexpansion ihres [Michèle Crider] voluminösen Soprans und ihr leidenschaftliches, differenziertes Spiel ließen kaum Wünsche offen.“
„Ohne Fehl, die Besetzung der Nebenrollen und die Leistung von Chor und Kinderchor. Der begeisterte Schlussapplaus hätte auch für einen Festlichen Opernabend ausgereicht.“    (Mannheimer Morgen, 1.4.2014)


 

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Richard Strauss
ELEKTRA, 14., 20., und 27.03.2014
Dirigent: Dan Ettinger
Stargast: Catherine Forster

ELEKTRA<br />14., 20., und 27.03.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel
ELEKTRA14., 20., und 27.03.2014© Foto: Hans Jörg Michel

„Die Britin lässt ihre enorme Stimme fluten, bleibt aber dramatisch textverständlich – eine Leistung, die auch eine Menge Arbeitsdisziplin und Deutschstunden erahnen lässt.“    (Mannheimer Morgen, 17.3.2014)

„Die andere heißt Catherine Foster. […] Atemberaubend ihre Kraft, der satte Klang ihrer Stimme, die Wucht ihrer Ausbrüche und die Intensität ihrer Darstellung. Wobei sie in der Begegnung mit Orest auch jene Zärtlichkeit hineinlegt, die in diesem höchst ungewöhnlichen Mini-Liebesduett für einen Moment aufkeimt.“
„[…] kann Dan Ettinger am Pult des Nationaltheater-Orchesters einen wuchtig aufschäumenden Strauss-Klang entfesseln, der jede Hemmung fahren lässt und als Steigerung der „Salome“ demonstriert, dass die „Elektra“ für Strauss auch ein Höhe-, End- und Wendepunkt seines Schaffens war.“   (Dresdner Neuester Nachrichten, 18.3.2014)

„Catherine Foster singt die Titelrolle so jubelnd frei – mit unangestrengtem Glanz, druckloser Höhe, sattem Zentrum und strahlenden Farben – wie heute kaum eine andere Sängerin […]. […] Foster setzt ihre überragenden stimmlichen Mittel zudem ein, um zu färben und den Text zu druchdringen.“
„Dan Ettinger kann sich auf das Orchester des Nationaltheaters verlassen, muss nicht jede Details kommandieren, um die Partitur eher in ein rund-klangvolles als in ein grell-schmetterndes Reich der Töne zu öffnen. Da Ettinger klug die Mezzoforte-Bereiche zu nutzen versteht, hält er Reserven für die großen Ausbrüche vor […].“
„Einer der Abende, der als groß und glücklich in Erinnerung bleiben wird.“    (Online Merker, 20.3.2014)

ELEKTRA, FOA 23.03.2014
Dirigent: Dan Ettinger
Mit Catherine Forster, Jane Henschel und Günther Groissböck

„Hocheindrucksvoll war acuh die mehr als 60-jährige Jane Henschel als Elektras Mutter und Agamemnons Mörderin Klytämnestra: eine im Grunde bedauernswerte Erscheinung, trotz all ihrer Macht von einer geradezu tödlichen Angst zerfressen und mit einer Stimme ausgestattet, bei der es einem kalt den Rücken hinunter läuft.“
„Dass das Ensemble-Mitglied Ludmila Slepneva als Chrysothemis sich in dieser hochkarätigen Umgebung mühelos behaupten konnte, sollte nicht unterschlagen werden.“
„Das Nationaltheater-Orchester unter Dan Ettinger lieferte einen ausgezeichnete, weil sensible und eben gerade nicht kraftmeierische Leistung ab […]“    (Mannheimer Morgen, 25.3.2014)

„[…] der längst dem Etikett „Senkrechtstarter“ entwachsene österreichische Bassist Günther Groissböck: Ein Sängerdarsteller wie man ihn sich wünsche, die Rollen- und Stimmbeherrschung perfekt; in jedem Fall eine sehr attraktive Alternative zu den eher baritonal timbrierten Kollegen.“   (Die Rheinpfalz, 25.3.2014)

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Sergei Prokofjew
DIE LIEBE ZU DREI ORANGEN, B-Premiere 16.02.2014

„Dass das Nationaltheater-Orchester unter der Leitung von Dan Ettinger, dass der Chor unter Tilman Michael und dass die Inszenierung Cordula Däupers im Bühnenbild von Ralph Zeger für einen brillianten Theater-Abend sorgte: Daran hatte sich in der B-Premiere natürlich wenig verändert.“
 „Wie gut das Nationaltheater personell aufgestellt ist, zeigte sich aber an der am der fast vollständig ausgetauschten Sänger-Besetzung. 15 zum Teil hochanspruchsvolle Rollen wollen erst einmal doppelt besetzt sein. Der Prinz (Juhan Tralla) bezauberte mehr und mehr durch seinen strahlenden Tenor […].“   (Mannheimer Morgen, 21.2.2014)

„Im Bericht über die A-Premiere in unserer Zeitung wurde ausdrücklich die hervorragende Leistung des Sängerensembles gewürdigt. Auch die zweite Truppe stand ihren Vorgängern nicht nach.“
Ein Kapitel für sich war freilich seine Prinzessin: Tamara Banjesevic bestach durch erlesenen lyrischen Sopranklang mit hauchzarten Piano-Tönen, verfeinerte Muskalität und charmante Bühnenpräsenz.“
„Mit Edna Prochnik und Thomas Jesatko war das Intrigantenpaar aus Prinzessin Clarice und Minister Leander darstellerisch und sängerisch erstklassig besetzt, und bei Benedikt Nawrath befand sich der Spaßmacher Truffaldino ebenso in zuverlässigen Händen.“     (Rheinpfalz, 22.02.2014)


Pressestimmen zur A-Premiere hier:


 

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BLOOMAULORDEN für DARIO FONTANELLA, 45. Träger
02.03.2014 im Rahmen der Musical Aufführung COMPANY im Opernhaus

Der Bloomaulorden ist die höchste bürgerschaftliche Auszeichnung, die in Mannheim vergeben wird. Die Auszeichnung wird an Persönlichkeiten vergeben, die Mannheim auf typische Art und Weise und deswegen unverwechselbar vertreten. Die Geehrten müssen nicht unbedingt in Mannheim geboren sein. Die Verleihung findet traditionell am Faschingssonntag im Opernhaus des Mannheimer Nationaltheaters statt.
Auswahlgremium: Markus Haass, Bert Siegelmann, Achim Weizel 

„So erhält der beliebte Eiskonditor auf der Bühne des Nationaltheaters den 45. Bloomaulorden. Und er freut sich riesig, „dass sie meine Leidenschaft für den Beruf und meine Liebe zu Mannheim erkannt haben“, dankt er dem Auswahlkomitee.“
„Diesen Genuss stellt der im vergangenen Jahr ausgezeichnete Christian Ziegler in den Mittelpunkt seine Laudatio. Bei der Rede […] läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Die erdgeschichtlich ja noch gar nicht so jüngst beendete Eiszeit finde mit der Ordensverleihung an Dario Fontanella einen neuen Höhepunkt, meint Ziegler. […] Schließlich setzt er eine weiße „Datschkapp“ auf, wie sie einst der Blumenpeter getragen hat, und hält einen Blumenstrauß in den Händen. […] die Ziegler an Fontanella überreicht – eine schöne Geste.“
„Der kann es, wie man an seinen Dankesworten spürt, immer noch nicht so richtig fassen. „Sie können sich nicht vorstellen, welche Freude Sie mir alle schenken“, strahlt er […]“   (Mannheimer Morgen, 4.3.2014)

„‘Er ist mit seinem Geschäft so wenig aus Mannheim wegzudenken wie der Wasserturm. Er ist ein Botschafter Mannheims.“    (Mannheimer Morgen, 3.3.2014)


 

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Erstes Mannheimer Intendantengespräch
Theatercafé, 02.03.2014, 11.00 Uhr

Das erste Mannheimer Intendantengespräch verlief in einer entspannten, freundlichen Atmosphäre und diente einem fruchtbaren Austausch von Informationen.[…]
[…] Die Intendanten wechselten hin und wieder ihre Plätze an den drei Tisch-Inseln, so dass nach Klöter Schauspielchef Burkhard C. Kosminski aus seiner Sicht schildern konnte, welche zahllosen Versuche sein Bereich unternimmt, um Mannheims Bevölkerung zu erreichen. Die Aktivitäten reichten bis zum Auftritt in einem türkischen Geschäft für Brautkleider. Das Problem „zu wenig Jugend“ kennt er nicht; er nannte eindrucksvolle zahlen, wie viele Studenten dank einer Kooperation mit der Universität Vorstellungen des Schauspiels und das begleitende Programm besuchen.
Die Freunde und Förderer des Nationaltheaters waren durch ein wohlwollendes Trio vertreten, das einerseits Wünsche formulierte, aber andererseits auch Lob verteilte, etwa für den „vielseitigen“ Opernspielplan des Intendanten Klaus-Peter Kehr, der Gelegenheit bekam, seine positiven Erkenntnisse aus der Arbeit der Jungen Oper darzulegen. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass die Sparte ohne Sponsoren-Finanzierung nicht existieren könne.    (Mannheimer Morgen, 3. März 2014)


 

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Sergei Prokofjew
DIE LIEBE ZU DREI ORANGEN, A-Premiere 14.02.2014
Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Inszenierung: Cordula Däuper
Bühne: Raplph Zeger Puppenbau: Michael Pietsch
Kostüme: Sophie du Vinage

DIE LIEBE ZU DREI ORANGEN<br />Premiere 14.02.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel
DIE LIEBE ZU DREI ORANGENPremiere 14.02.2014© Foto: Hans Jörg Michel

„[…] ein handwerklich präzis gearbeitetes Freizeitvergnügen, in dem die Pointen fast übereinanderpurzeln. Cordula Däuper hat „Die Liebe zu drei Orangen“, die Geschichte vom skurrilen König, seinem mufflig-depressiven Kronprinzen, intriganten Hofschranzen samt reichlich vorhandenem gutem und bösem Personal im Niemandsland des reulosen Amüsements angesiedelt.“
„Man trägt zeitgenössisch schwarz, die quietschbunten Fantasie-Kostüme hat Sophie du Vinage für die Solisten reserviert. Das passt zu Sergei Prokofjews nach Carlo Gozzi modellierter Groteske, die (auch) ein zwischen Leicht- und Tiefsinn changierendes Spiel über das Theater, seine Möglichkeiten und sein Verhältnis zum Zuschauer ist. „
„[…] für die Generalmusikdirektor Dan Ettinger und das aufgekratzt mitgehende Orchester mit viel Gespür für den spezifischen trockenen Duktus der Partitur einstehen. Der Chor nimmt seine Rolle als kommentierendes Publikum mehr als nur ernst, und bei den 16 aufgelisteten Partien gibt es keinen Ausfall.“   (Darmstädter Echo, 21.2.2014)

„Regisseurin Cordula Däuper […] macht aus dem antirealistischen Stück einen großen Kindergeburtstag für Erwachsene. Stellvertretend für alle lässt der Chor um die runde Spielfläche herum seine Kommentare los. Das ist alles ganz süß: […]“
„Und immer darf man glauben, dass mehr in der Oper verborgen ist. Langeweile gibt es nie.“
„Den populären Marsch spielt Dan Ettinger, der mit dem Orchester die zündende und motorische Quecksilbrigkeit der Musik auskostet, nochmals als Zugabe. Ein kurzes innehalten nur gibt es, als der mit rotem Umhang und Krönchen ausgestattete Prinz, den Szabolcs Brickner mit tenoraler Süße und Unschuld flötet, auf die dritte der Prinzessinnen aus den Orangen trifft und sich mit Eunju Kwons feenrein singender Ninetta ein duettierendes Liebesglück ergibt.“    (Badische Neueste Nachrichten, 21.2.2014)

„Am Mannheimer Nationaltheater bot jetzt die junge Regisseurin Cordula Däuper eine flinke und mehrbödige, aufgedrehte und dennoch gut übersichtliche Aufführung.“
„[…] die Zuschauer „von allen Seiten“ spielend zu attackieren. Die dazu geeignete Amphitheatralik baut Ralph Zeger auf die Bühne, so dass im stufigen Halbrund vornehmlich die Choristen agierten. Vorne blieb ziemlich wenig Platz, aber es reichte für pointierte Handlungsmomente. Entscheidend für den Ablauf das Miteinander von Puppen (gestaltet von Michael Pietsch) verschiedener Größe und lebendigen Darstellern.“
„Das Puppenmotiv wurde sorgfältig und doch zwanglos durchgezogen. Es verstärkte die für das Stück so typische Mehrdimensionalität und das Selbstreferentielle des Geschehens.“
„Mit dem prachtvoll hochdifferenziert spielenden Orchester des Nationaltheaters gab GMD Dan Ettinger der Partitur eindringliche Konturen und eine grelle Farbigkeit, die an Bilder von Fernand Léger erinnern mochte. Im lebhaft animierten Sängerensemble als primus inter pares der jugendlich-charaktertenorale Prinz von Szabolcs Brickner.“    (Frankfurter Rundschau, 19.2.2014)

„Heraus kommt ein sprühendes Feuerwerk, das Generalmusikdirektor Dan Ettinger mit dem Nationaltheater-Orchester entfacht: hoch akzentuiert, metrisch angetrieben und voll illustrierender Farbwechsel. Das läuft kongruent mit der Inszenierung, denn Cordula Däuper liest das Stück als Hommage an das Theater selbst. Sie will aus der nichtlinearen Handlung heraus das pulsierende Leben als satirische Realität entwickeln und sich ganz dem Moment hingeben: unmittelbar, spielerisch, bunt, grell, charmant. „
„[…]die Marionetten-Fäden in der Hand halten Michael Pietsch als Motivator, aber auch die Sänger selbst, die sich damit im Dickicht des Märchenspiels in der Hand halten. Das schöpft in der schrillen Kostümierung von Sophie du Vinage die skurrilen Momente aus, lässt aber dem musikalischen Farbenreichtum immer Raum; auch weil die von Ralph Zeger entworfene Bühne als kleines Amphitheater sich im Halbrund dem Publikum zuwendet.“
„Nun, das komplette Personal der Commedia dell’Arte wird aufgeboten, und ein großartiges Ensemble hat für jeden Typus genau die richtige Besetzung. […] Das Premierenpublikum hat ausschließlich Freude am lustvollen, durchdachten Spiel.“    (Opernnetz, 18.2.2014)

„Dan Ettinger und das Orchester des Nationaltheaters Mannheim zauberten hervorragende Musik.  Was da aus dem Orchestergraben ertönte, war rhythmisch fein differenziert, sehr gut ausbalanciert und wunderbar vielfältig in seinen klanglichen Farbschattierungen. […] „Vitalität, Energie, Bewegung“ hatte Prokofjew sich gewünscht, die Mannheimer Musiker setzen dies um.“
„Sung Ha besaß den nötigen kraftvollen Bass […]. […] Das Terzett der Verschwörer erklang perfekt intoniert von Evelyn Krahe (Clarice), Heike Wessels als Fata Morgana und Karsten Mewes als Leander. […] Glockenhell und klar zauberte Eunju Kwon gleich mit ihren ersten Tönen einen kurzen Moment des Innehaltens in das sonst so grotesk-vitale Klangspiel.“
„So entstanden wunderschöne Bilder, als etwa eine winzige Prinzessinnenpuppe der überdimensionalen Orange entstieg. Michael Pietsch, der Schau- und Puppenspieler, hatte viel zu tun und wurde mit besonders lautem Applaus belohnt. Aber auch von den musikalischen und inszenatorischen Leistungen zeigte sich das Mannheimer Publikum begeistert.“    (Operapoint, 18.2.2014)

„Er ist bunt und witzig, alles andere als langatmig, das kühne Konzept von Regisseurin Cordula Däuper geht voll auf, und es wird von vielen Sängern, Musikern und Darstellern unter der Leitung Dan Ettingers sehr gut gesungen, musiziert und gespielt. Ein großer Erfolg. Zwölf Minuten rauschender Beifall.“
„Mit Start von Prokofjews packender Musik fliegen wir da durch spitze Gebirge mit bunten Blicken, zotigen Zerrbildern und schrillen Chimären, und Däupers Team, als Ralph Zeger (Bühne), Sophie du Vinage (Kostüme) und Ralph Schanz (Licht), nehmen sowohl Prokofjews rasende Geschwindigkeit als auch die Farbpalette auf.“
„Werktreue, Leichtes, Schweres, Liebenswürdiges – all das wird gefordert, und Prokofjew/Däuper geben alles auf einmal.“
„Ein wahres Wunder. Wie der Abendselbst, der im Nu zwischen echtem Theater und Pietschs Puppenspiel irisiert und derart die surreale Posse in seiner Groteske und Schwerelosigkeit erst so richtig möglich macht.“
„[…] das 17-köpfige Solistenensemble lässt genauso wenig Wünsche offen wie Tilman Michaels Chor und das Orchester unter Dan Ettinger. Elastisch federnd, gut koordiniert und zwischen lyrischem Schönklang und tragikomischer Verve, Moll und Dur changierend – das ist schon verdammt gut gemacht.“
„[…] komplettieren die tolle Ensembleleistung, bei der Sebastian Pilgrim den Bock abschießt: Als fette, tuntige Köchin mit Riesenlöffel lehrt sie Truffaldino barschen Basses das Fürchten.“    (Mannheimer Morgen, 17.2.2014)

„Nur der Chor in jener inszenierten Mischform von Commedia dell’Arte und Puppenspiel, einem Zwischending also zwischen Gozzi und Kleist, der fällt drauf rein. Er greift ins Geschehen ein, zerstört unser letztes Fünckchen Illusion und agiert im Übrigen den ganzen Abend dauerpräsent auf der Bühne musikalisch und darstellerisch auf großartigem Niveau.“    (Die Rheinpfalz, 16.2.2014)

„Dem Nationaltheater Mannheim gelingt nun mit Sergei Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“ eine Produktion, die alle Herzen höher schlagen lässt, besonders die von Theaternarren, aber ebenso die von Kindern oder Zufallsoperngängern. Lebendig, fantasievoll, heiter, farbenfroh – kurz: fröhliche Oper, von Leuten gemacht, die Ihr Handwerk verstehen, für Leute, die das Theater innig lieben oder seinem Zauber einer erfrischenden Quirligkeit und seinen Staunen machenden Effekten frisch verfallen.“
„Die Neuübersetzung aus dem Russischen von Werner Hintze macht das Stück sprachlich deftiger und rhythmisch kantiger, als es die bisher meist gespielte Übertragung aus dem Französischen war. Diese verbale Kantigkeit kommt der Musik zugute. GMD Dan Ettinger hält den Orchesterklang robust, und manches Solo von Fagott oder Posaune wird szenisch prompt in komische Effekte übertragen. So haben alle Lust am drallen Spiel und zeigen auf der Bühne wie im Graben ihr komödiantisches Talent.“   (Rhein-Neckar-Zeitung, 17.2.2014)

„Cordula Däuper garniert das alles mit viel Theaterdampf (wobei die Bühnentechniker auch zeigen, wie der gemacht wird) und bewegt die Figuren in perfekter Einheit mit den musikalischen Abläufen. Ein turbulentes bis klamaukiges Spiel, in welchem es immer etwas zu sehen gibt.“
„Das Mannheimer Orchester hat man selten so perfekt gehört wie in der Darbietung dieser überwältigenden Farbenpracht der Partitur mit der reich differenzierten Instrumentierung. Mit großer Präzision gelang auch immer die punktgenaue Ausrichtung der der Instrumente auf das vokale Geschehen; und dabei köstlich die parodierenden Einsätze der Fagotti (links) und der Basstuba (rechts).“
„Stimmschön der fast stets bühnenpräsente Chor (Einstudierung Tilman Michael), der sich in der ersten turbulenten Chorszene (fünf Gruppen) schnell fand.“    (Der Opernfreund, 17.2.2014)


Sergei Prokofjew
DIE LIEBE ZU DREI ORANGEN, B-Premiere 16.02.2014


„Im Bericht über die A-Premiere in unserer Zeitung wurde ausdrücklich die hervorragende Leistung des Sängerensembles gewürdigt. Auch die zweite Truppe stand ihren Vorgängern nicht nach.“
Ein Kapitel für sich war freilich seine Prinzessin: Tamara Banjesevic bestach durch erlesenen lyrischen Sopranklang mit hauchzarten Piano-Tönen, verfeinerte Muskalität und charmante Bühnenpräsenz.“
„Mit Edna Prochnik und Thomas Jesatko war das Intrigantenpaar aus Prinzessin Clarice und Minister Leander darstellerisch und sängerisch erstklassig besetzt, und bei Benedikt Nawrath befand sich der Spaßmacher Truffaldino ebenso in zuverlässigen Händen.“   (Die Rheinpfalz, 22.2.2014)

„Dass das Nationaltheater-Orchester unter der Leitung von Dan Ettinger, dass der Chor unter Tilman Michael und dass die Inszenierung Cordula Däupers im Bühnenbild von Ralph Zeger für einen brillianten Theater-Abend sorgte: Daran hatte sich in der B-Premiere natürlich wenig verändert.“
 „Wie gut das Nationaltheater personell aufgestellt ist, zeigte sich aber an der am der fast vollständig ausgetauschten Sänger-Besetzung. 15 zum Teil hochanspruchsvolle Rollen wollen erst einmal doppelt besetzt sein. Der Prinz (Juhan Tralla) bezauberte mehr und mehr durch seinen strahlenden Tenor […].“   (Mannheimer Morgen, 21.2.2014)


 

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FOA, 09.02.2014
Wolfgang Amadeus Mozart
DIE ZAUBERFLÖTE
Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Inszenierung: Joachim Schloemer
mit Adrian Eröd (Papageno), Genia Kühmeier (Pamina) und Olga Pudova (Königin der Nacht)

„Sie war der überragende Star des Abends, die Sopranistin Genia Kühmeier als Pamina. […] Und nun beim Festlichen Opernabend im Nationaltheater Mannheim, wo die Gastsängerin eine ideale Besetzung abgab. Berückend schöne, beseelte Piano- und Pianissimo-Töne ließ sie ausschwingen: Reinster Wohllaut entströmte ihrer Nobelkehle, besonders eindrücklich in ihrer fabelhaft sublim gesungenen Arie „Ach, ich fühl’s“.
„Die russische Koloratursopranistin Olga Pudiva […] gab der Königin der Nacht die nötige Attacke und beste Klarheit im virtuosen Koloraturschwung, den sie mit lupenreiner Intonation meisterte.“
„GMD Dan Ettinger am Pult dirigierte einen erregenden, explosiven wie auch impulsstarken Mozart, der vom trefflich aufspielenden Nationaltheater-Orchester gleichfalls wunderbar differenziert umgesetzt wurde.“    (Rhein-Neckar-Zeitung, 12.2.2014)

„Und aller Augen und Ohren ruhten wohlgefällig auf dem österreichischen Bariton Adrian Eröd, der unter anderem bei Walter Berry gelernt hat und als Bayreuther Beckmesser vor fünf Jahren sehr gelobt wurde. Als Papageno lässt er nichts anbrennen, der 43-jährige Routinier agiert differenziert und macht aus der Chargennummer eine komödiantisch ausgefeilte Hauptrolle. Damit gewinnt er das Publikum.“    (Die Rheinpfalz, 12.2.2014)


 

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FOA, 11.01.2014
MADAMA BUTTERFLY
Musikalische Leitung: Joseph Trafton
Regie: Wolfgang Blum
Bühne: Paul Walter
Kostüme: Gerda Schulte
Chor: Tilman Michael

MADAMA BUTTERFLY<br />FOA 11.01.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel
MADAMA BUTTERFLYFOA 11.01.2014© Foto: Hans Jörg Michel

mit Alexia Voulgaridou als Cio-Cio-San (Butterfly)
und Massilianao Pisapia als Pinkerton


(...) Gerade diese fast unbedarfte Losgelöstheit von jeder Aktualität ist vielleicht das typisch Gegenwärtige an dieser "Madama Butterfly" von Wolfgang Blum, die beim Festlichen Opernabend jetzt zum (sage und schreibe) 214. Mal über die Bühne ging. Die Lebensdaten heutiger Regiearbeiten gleichen ja eher denen von Pophits. Heute hier, morgen weg. Und je mehr Theater in den Kontext einer bestimmten Zeit gerückt wird, desto aufreibender wird es zwar, aber auch kurzlebiger. So versetzte Blum die "Tragedia giapponese" ins Japan des 19. Jahrhunderts, und es ist schon eindrucksvoll, wie viel Kraft der Abend mit dem ehemaligen Ensemblemitglied Alexia Voulgaridou (Butterfly) und Massimiliano Pisapia (Pinkerton) immer noch entwickelt.

Vielleicht bietet Paul Walters Bühne aber auch den ungefährlichen perfekten Ort für die Story um die vom amerikanischen Soldaten Pinkerton um Liebe, Ehre und schließlich den eigenen Sohn betrogene Geisha Cio-Cio-San (Butterfly). Die Sänger jedenfalls agieren hier eher individuell (auf dem Besetzungszettel steht ja auch: "Nach einer Inszenierung von ...")
Dafür ist das musikalisch gut. Zwar überzeugt Voulgaridou anfangs noch nicht ganz. Ihre (auch religiöse) Selbstaufgabe "Ieri son salita tutta sola" hat noch nicht die Eleganz des Lebensabschieds "Con onor muore chi non può serbar vita con onore" (Wer nicht in Ehren leben kann, der sterbe in Ehren). Doch hier brilliert sie dann mit geradliniger Kraft, Furor und einer Elastizität, mit der sie edle Stimmfarben aus dem mittleren Register in den Diskant zu nehmen vermag. So kann sie auch die Höhe des "Für deine unschuldigen Augen stirbt Butterfly" facettenreich charakterisieren. Beeindruckend.
Mithalten können hier nur Thomas Berau, dessen Konsul auf hohem Niveau solide unanfechtbar ist (bis auf ein Quantum Vibrato zu viel), und Marie-Belle Sandis (Suzuki), die am überzeugendsten agiert und warme Leuchtkraft entwickelt. Pisapias Pinkerton bleibt blass. Da hätte das NTM mit Agafonov und Mühle zwei brillantere Spinto-Tenöre zu bieten.

Zu erwähnen wäre noch das FOA-Debüt von Kapellmeister Joseph Trafton am Pult des solide spielenden NTM-Orchesters. Wenngleich koordinatorisch nicht alles rund lief und bisweilen nicht sängerdienlich begleitet wurde, so gelang es Trafton doch, einen pucciniesken Sog zu entwickeln, ja, Feuer zu entfachen. Kurzer, heftiger Applaus.   SMD Mannheimer Morgen, 13.01.2014

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NEUJAHRSKONZERT am Nationaltheater, 01.01.2014
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 9 d-moll
Musikalische Leitung: Dan Ettinger

NEUJAHRSKONZERT am Nationaltheater<br />01.01.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel<br />
NEUJAHRSKONZERT am Nationaltheater01.01.2014© Foto: Hans Jörg Michel

„Das große menschheitsverbindende Opus also statt leichter Walzermelodien. Dass die Zuhörer auch davon beschwingt nach Hause gingen, dafür sorgten Dan Ettinger und das Nationaltheaterorchester im Verbund mit dem Chor und den Solisten.“
„Dan Ettinger legte eine im besten Sinne zeitgemäße Lesart von Beethovens Partitur vor: mit flotten, aber nie überzogenen oder verhetzten Tempi und rhythmisch ausgesprochen akzentuiert. Dazu war der Dirigent stets auf Durchhörbarkeit bedacht, legte die Strukturen der Partitur genau offen und zeigte so, dass auch die Neunte ein Teil des Beethovenschen Spätwerks mit komplexen satztechnischen Verästelungen ist.“
„Beim Finale war dann das Beethoven-Glück komplett. Hier wurde der Klang noch einmal feiner und runder, die dynamische Bandbreite noch einmal größer. Dies war der endgültige Garant für eine wirklich mitreißende Aufführung.“
„Rundherum großartig schließlich der von Tilman Michael einstudierte Chor des Nationaltheaters. Alle Beteiligten wurden vom Publikum enthusiastisch gefeiert.“    Die Rheinpfalz, 03.01.2014

(...) Wir hören Pathos ohne leere Rhetorik, herbe Schraffuren, manchmal in ein überraschend fahles Licht getaucht. Dazwischen einige harmonische Inseln, die von Schönheit erzählen, der melodischen Ausweitung verpflichtet, Ruhepunkte, die man sich hier und da in den beiden ersten Sätzen organischer eingebunden wünschte, um aus der druckvollen Dynamik den Kontrast, die weichere Gestimmtheit, nicht nur wirkungsvoll, sondern auch zwingend hervorgehen zu lassen.
Später, nach dem beglückend subtil phrasierten Adagio, im Finalsatz, im Wechsel von Chor und Orchester werden solche rissigen Reihungen sinnvoll. Denn hier wird in vitaler Auffächerung eine Komplexität erzeugt, die häufig in Bewegungsschübe zerfällt, in Klang- und Farbschichten (Kontrabässe!), die Dan Ettinger und das prächtig spielende Nationaltheaterorchester konsequent ausloten. Großartig mit welchem Elan sich Chor und Musiker, unterstützt von den fabelhaften Solisten Cornelia Ptassek, Evelyn Krahe, Martin Muehle und John In Eichen gegenseitig motivieren, um in diesem Satz die Grenzen einer traditionellen Musik-Ästhetik zu sprengen.
Wird doch die Heimat der Freude jetzt zum emphatisch gesungenen Wortbekenntnis, vollzogen als überwältigender Ausbruch ins Hymnische, eine Haltung, die dem Idealisten und Aufklärer Beethoven wohl einzig angemessen erschien, auf die realen Leiderfahrungen des Menschen, trotz des "lieben Vaters überm Sternenzelt" mit irdischen Glücksvorstellungen und dem Wunsch nach einem besseren Zeitalter zu antworten. Das Publikum war begeistert und feierte die Mitwirkenden mit rhythmischem Klatschen und Bravorufen.   Mannheimer Morgen, 03.01.2014


 

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Giuseppe Verdi
DON CARLO, WA 29.12.2013
Musikalische Leitung: Joseph Trafton
Inszenierung: Jens-Daniel Herzog
Bühne: Mathis Neidhardt
Kostüme: Mathis Neidhardt / Verena Polkowski
Licht: Nicole Berry

DON CARLO<br />WA 29.12.2013<br />© Foto: Hans Jörg Michel<br />
DON CARLOWA 29.12.2013© Foto: Hans Jörg Michel

„Die Wiederaufnahme der sehenswerten „Don Carlo“- Inszenierung von Jens-Daniel Herzog im heute zu Ende gehenden Verdi-Jahr hatte zwei besondere Attraktionen: die Besetzung der beiden machtbesessenen Greise Philipp II. und des Großinquisitors mit zwei erstaunlich jungen Bässen, dem 28-jährigen Sebastian Pilgrim und dem 34-jährigen John In Eichen. Ein gelungenes Experiment, vor allem in der Dialogszene der beiden Protagonisten […].“
„Da beide Sänger über perfekt ausgebildetes Stimmmaterial  wie über bezwingende Bühnenpräsenz verfügen, waren die Rollendebüts viel mehr als  ein Triumph von Kostüm und Maske.“
„In der derzeit üppigen Riege Mannheimer Spinto-Tenöre (Kovácshazi, R.C. Smith, Muehle) behauptet Agafonovs edles italienisches Timbre immer noch einen Spitzenplatz und mischt sich ideal mit Beraus kraftvollem Bariton.“
„Neben ihren wunderbaren Puccini-Figuren zählt auch die unglückliche Königin zu Shesternevas grandiosen Frauenporträts. Ihre mörderische Arie „Tu che le vanita“ im letzten Akt war ein Erlebnis.“    Mannheimer Morgen, 31.12.2013


 

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Junge Talente am Nationaltheater:
Tamara Banjesevic, die serbische Sopranistin, singt im Nationaltheater zunehmend erfolgreich – was sie selbst recht unbeeindruckt lässt

Tamara Banjesevic<br />Sopranistin<br />© Foto: Rinderspacher
Tamara BanjesevicSopranistin© Foto: Rinderspacher

Ein Gespräch mit Hans-Günter Fischer, Mannheimer Morgen 21.12.2013

Manchmal geht es ziemlich schnell: Tamara Banjesevic war zwar bereits im Februar fest engagiertes Mitglied im Ensemble des Mannheimer Nationaltheaters - aber auch noch eine Lernende, die sich darüber freute, an der Heidelberger Liedakademie von Thomas Hampson teilnehmen zu dürfen. Mittlerweile nimmt ihre Karriere Fahrt auf, was ihr selbst im Interview mit dieser Zeitung allerdings nicht sonderlich zu imponieren scheint.

Tamara Banjesevic: Es hat sich nichts für mich geändert. Höchstens das: Ich arbeite noch mehr - aber ich habe auch mehr Spaß dabei. Ich habe richtig schöne Rollen hier. Doch ich bin dabei völlig gleich geblieben, ebenso wie Mannheim und das Nationaltheater (lacht).

Doch diese überregionale Resonanz mit Ihrem "Freischütz"-Ännchen haben Sie schon wahrgenommen? Ich zitiere mal aus einem großen deutschen Wochenblatt: "Mit ihren beachtlichen Beinen weiß sie noch mehr als mit stimmlicher Beweglichkeit zu punkten . . ."

Banjesevic : Ja, die Beine. Was soll ich da sagen? Die Kostümbildnerin hat einen guten Job gemacht. Ein bisschen nackt steht man zwar da, ansonsten ist es aber richtig schön geworden.

Jetzt haben Sie ausgerechnet mit der deutschen Nationaloper Erfolg. Wie haben Sie sich an den "Freischütz" angenähert?

Banjesevic: Ich kannte ihn zuvor nicht allzu gut. Im Ausland ist er ja nicht ganz so populär, bei uns in Serbien etwa sind wir eher Verdi- und Puccini-Fans. Aber es war interessant, Weber hat wunderbar für meine Rolle Ännchen komponiert. Auch ungewöhnlich, weil sie teilweise recht tief liegt und man seine Bruststimme verstärkt benutzen muss. Doch auch die Mitte und die Höhe sind gefragt. Es ist schon eine anspruchsvolle Rolle.

Aber auch eine sehr dankbare . . .

Banjesevic: Das stimmt, denn dieses Ännchen ist ja Everybody's Darling, fast wie Mozarts "Zauberflöten"-Papagena. Jeder mag sie, und das Publikum liebt solche Rollen.

Liegen Ihnen diese Rollen auch besonders?

Banjesevic: Da würde ich jetzt sogar Nein sagen, denn vom Charaktertyp her bin ich eher traurig, melancholisch. Eine Lucia di Lammermoor wäre für mich also fast besser. Aber dann reizt mich auch wieder, was mir eigentlich nicht liegt, meiner Persönlichkeit entgegensteht. Am Ende freilich wäre ich gern Tosca oder gleich Lady Macbeth - das wäre absolut perfekt. Oder die Königin der Nacht. Ich liebe diese bösen Rollen.

Was passiert mit Ihnen, wenn Sie auf der Opernbühne stehen? Irgendetwas ganz Besonderes?

Banjesevic: O ja, denn auf der Opernbühne wurde ich erwachsen, fast mein ganzes Leben stehe ich da schon. Hier fühle ich mich besser als zuhause oder draußen im "normalen" Leben. Hier kann ich die Emotionen fließen lassen.

Bald schon werden Sie in Verdis "Falstaff" mitwirken und die Nannetta singen. Was ist das für eine Rolle?

Banjesevic: Eine ganz andere als Ännchen, weil Nannetta jünger und naiver ist. Sie will natürlich heiraten, und sie und der von ihr geliebte Fenton haben in der Oper viele lyrische Passagen, während sonst im "Falstaff" mehr gemeckert und gesprochen wird - "Parlando" eben. Doch dann kommen wir und singen lauter schöne Linien. Dankbar ist also auch diese Rolle.

Und was haben Sie im Frühjahr in der Heidelberger Liedakademie von Thomas Hampson lernen können?

Banjesevic: Herr Hampson ist einfach ein Supermensch und Superlehrer, der uns viele Tricks gezeigt hat, bei der Technik wie auch bei der Interpretation. Bei Liedern muss man sozusagen in sich selbst zurückkehren - und auch mehr denken. Auf den Körper kommt es dabei kaum an.

Tamara Banjesevic

  • Die Sopranistin, Jahrgang 1987, stammt aus Belgrad. Seit 2007 absolvierte sie ein Studium bei Snezana Stamenkovic an der Musikhochschule Mannheim. Seit 2012 ist sie am Nationaltheater engagiert.
  • In dieser Spielzeit werden ihre Rollen noch ein bisschen zahlreicher. Neben dem Ännchen aus dem "Freischütz" und der Nannetta aus dem "Falstaff" freut sie sich besonders auf die Frasquita aus "Carmen", die Giulia aus Rossinis "La scala di seta" und die Ninetta aus Prokofjews "Liebe zu den drei Orangen". Auf die Letztere speziell: Sergej Prokofjew schätzt sie allgemein sehr hoch ein. HGF

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Giuseppe Verdi
FALSTAFF, Premiere B 20.12.2013

FALSTAFF<br />Premiere B, 20.12.2013<br />© Foto: Hans Jörg Michel
FALSTAFFPremiere B, 20.12.2013© Foto: Hans Jörg Michel

„Große Freude am Ende von "Falstaff": Besonders Tamara Banjesevic und Karsten Mewes werden im NTM gefeiert.“
„Ein Haus, das eine B-Premiere so besetzen kann, darf sich glücklich schätzen und hat in den vergangenen Jahren (was die Sängerpolitik angeht) vieles richtig gemacht.“
„Er changiert geschickt zwischen Kavalierbariton und Buffo, zeichnet Falstaff tragisch als einen, der sich lächerlich macht, am Ende aber dennoch Titelheld bleibt.“
„Wieder avanciert Banjesevic zum Publikumsliebling. Ihr quirliges Wesen, die sympathische Art, mit der sie der Nannetta Plastizität verleiht, verbinden sich optimal mit einer beweglichen Sopranstimme, die nicht nur in der Mittellage fein schimmert“
„Evelyn Krahe (als Mrs. Quickly schön karikaturesk) und Ludovica Bello (eine stattliche Meg mit tollem Mezzo-Sound) komplettieren einen tollen Abend genauso wie Chor (Minimaleinsatz) und Orchester unter GMD Dan Ettinger.“     Mannheimer Morgen, 23.12.2013
 
„Ein fast vollständig umbesetztes Ensemble hat in der zweiten Vorstellung – der sogenannten B-Premiere – von Christof Nels brillanter „Falstaff“-Neuinszenierung auf der von Roland Aeschlimann fantasievoll eingerichteten Bühne des Mannheimer Nationaltheaters agiert.Der vom Publikum begeistert gefeierte Abend unter Generalmusikdirektor Dan Ettingers musikalischer Leitung bestätigte die starken Eindrücke der ersten Aufführung.“
„Ohne Überzeichnungen, ohne in Klamauk und billige Posse abzurutschen, lieferte Mewes ein schlüssiges Rollenporträt der grotesk schillernden Figur des verwahrlosten Adeligen, dem es bei all seinen Lastern letztlich nicht an Noblesse mangelt – und unsere Sympathie gilt. Eindringliches vokales Profil bekam sein Falstaff vom zweiten Akt an.“
„In der Rolle von Falstaffs Gegenspieler, des eifersüchtigen Ehemannes Ford, glänzte, wie schon in der ersten Aufführung, Lars Möller durch optimale baritonale Tonqualität und dramatische Gewalt, elegant und facettenreich spielend und singend.“
„Alices Tochter Nannetta spielte Tamara Banjesevic, mit viel Charme. Vor allem aber produzierte die junge Sopranistin, inzwischen ein Mannheimer Publikumsliebling, betörenden Wohllaut. Ihr Lied („canzone“) der Feenkönigin bei der Maskerade des Schlussbilds, mit erlesenen Pianissimo-Tönen, war ein Hörgenuss. Evelyn Krahe gab ihrerseits eine Mrs. Quickly mit komödiantischem Elan ab. Ludovica Bello (Meg Page) ergänzte das Damenquartett zuverlässig.“
„An Banjesevics Seite stand als Fenton, Nannettas Geliebter, ein eminent musikalischer lyrischer Tenor mit feinem Timbre: David Lee, der in der Sonette zu Beginn des Schlussbilds höchsten künstlerischen Ansprüchen genügte.“    Rheinpfalz, 23.12.2013

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William Shakespeare / Henry Purcell
DER STURM, Premiere 18.01.2014
Ein musikalisches Poem für Sänger, Schauspieler und Orchester
Eine Produktion von Schauspiel und Oper
Inszenierung: Calixto Bieito

DER STURM<br />Premiere 18.01.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel<br />
DER STURMPremiere 18.01.2014© Foto: Hans Jörg Michel

Musikalische Leitung: Mauro Barbierato
Arrangements und Musikalische Einrichtung: Fredrik Zeller
Bühne: Kathrin Younes
Kostüme: Rebekka Zimlich
Licht: Nicole Berry
Dramaturgie: Ingoh Brux


„Eine gelungene Überraschung ist das Wiedersehen mit dem einstigen Nationaltheatermimen Ernst Alisch, der von seiner konzentrierten Wortkunst nichts eingebüßt hat. Per Fingerzeig lässt er „am öden Strand“ (Bühne: Kathrin Younes) Stürme losbrechen und schläft sie mit wehendem Haar in Bann. Groß sind seine Schlussworte, klein, aber fein seine Gesten.“
„Es regnet und bläst und wabert, aus der Erde fährt das Orchesterpodest, aus der Höhe schwebt Katharina Hauter, eben noch zartes Töchterlein, als furioser Luftgeist Ariel ein. Über mangelnden Theaterzauber kann an diesem Abend nicht geklagt werden.“    (Mannheimer Morgen, 20.01.2014)
 
„Ernst Alisch, […] spielt diesen Prospero mit schierer körperlicher Präsenz.“    (Die Rheinpfalz, 20.01.2014)
 
„Der spanische Theatermacher Calixto Bieito ist ein Meister der Präzision, ein Guru der Sprachschönheit und musikalischen Intensität. […] Shakespeares literarisches Vermächtnis (von 1611) und Purcells Spätwerk (von 1695) als spartenübergreifendes Projekt des Mannheimer Schauspiels und der Oper in nur 80 Minuten – kann das funktionieren? Ja, es kann!“
„Zusammen mit seiner Bühnenbildnerin Kathrin Younes, dem musikalischen Leiter Mauro Barbierato und dem Arrangeur Fredrik Zeller setzt er klare Akzente, um dieser schönen Utopie […] zu neuer Wirkungsmacht zu verhelfen.“
„Die Mezzosopranistin Sirin Kilic und der Bariton Georg Gädker überhöhen das Geschehen mit ihren zauberhaften Stimmen.“
„[…] das achtköpfige Barockorchester, das hinter Prosperos Nacken aus der Versenkung auftaucht, setzt der intellektuellen Poesie der Worte die suggestive Macht der Klänge entgegen.“   (Rhein-Neckar-Zeitung, 20.01.2014)
 
„Der Freiheitskampf des Luftgeistes Ariel geht einher mit der Emanzipation der Tochter, weshalb Katharina Hauter beide Rollen raffiniert ineinander verwebt.“
“[…] am Ende ist auch Prospero gezähmt und wird vom angeblich wilden Caliban davon geführt: eine von vielen kleinen Pointen, die Bieito in starken Bildern erzählt: eine abgekürzte, aber nicht vergröberte Fassung dieses Stoffes, für die es nach der Premiere am Samstag großen Beifall gab.“    (Allgemeine Zeitung Mainz, 20.01.2014)
 
„Die Insel sei voller Klänge und Melodien, behauptet Caliban. Dafür ist in Bieitos Inszenierung der Komponist Henry Purcell zuständig. Dessen „Sturm“-Vertonung, vorzüglich gespielt von einem kleinen Ensemble unter der Leitung Mauro Barbieratos, unterbricht, begleitet und ergänzt die Handlung.“  (Stuttgarter Zeitung, 20.01.2014)

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Kinderchorkonzert, 15.12.2013 Opernhaus
HIRTEN ERWACHT!

„Jetzt sind sie etwa 15 Zentimeter in die Höhe geschossen und stehen als „Junge Männerstimmen“ an der Bühnenrampe. Und sie heimsen immer noch ihren lautstarken Jubelapplaus ein. Die Leiterin legt ihnen die geeignete Musikliteratur oder passende Lied-Bearbeitungen vor, und prompt darf sich die Zehner-Gruppe in das Meer der Kindersoprane eingebunden fühlen.“
„Und wenn gar „Maria durch den Dornwald ging“ mit einer Du-du-du-Untermalung präsentiert wird, geht ein Lächeln und Staunen durch die Reihen des elterlichen und geschwisterlichen Publikums, denn dieses Adventslied aus dem 16. Jahrhundert bekommt einen dornigen Anstrich.“
„Anke Christine Kober und die unermüdliche Klavierbegleiterin Charlotte Sabiel sorgen für eine wichtige Horizont-Erweiterung, weil sie ihre Advents-Auswahl über die Klassik und das europäische Volkslied hinweg ausdehnt. Darin liegen Reiz und Überraschung dieses Familientreffens im Opernhaus: Die Kinder entwickeln sich, und mit ihnen erhält auch das Repertoire neue Facetten.“    (Mannheimer Morgen, 18.12.2013)


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Giuseppe Verdi
FALSTAFF, Premiere A 14.12.2013
Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Inszenierung: Christof Nel
Szenische Analyse: Martina Jochem
Bühne: Roland Aeschlimann
Kostüme: Barbara Aigner

FALSTAFF<br />Premiere A, 14.12.2013<br />© Foto: Hans Jörg Michel
FALSTAFFPremiere A, 14.12.2013© Foto: Hans Jörg Michel

„Überhaupt ist in Christof Nels jetzt vom Publikum gefeierten Version von Verdis „Falstaff“ einiges großartig. Es gelingt Nel  durch das Einziehen einer (ironischen) Ebene, durch distanzierende Elemente und eine Art Brecht-Gardine beim Zuschauer den Eindruck zu erwecken: keine Angst! Die machen nichts. Die wolle doch nur (Theater) spielen.“
„Roland Aeschlimann hat hier eine Art Shakespeare-Theater gebaut: […]. Alles ist ästhetisch einfach, farblich geschmackvoll (Kostüme: Barbara Aigner).“
„Und das Raffinement, Text und Musik in eine eng verzahnte Synthese zu zwingen hat, hat Analytiker wie Dramaturgen seit eh und je fasziniert. Das Publikum weniger, ihm fehlen die eingängigen Arien. Es gehört zu den Wundern der Mannheimer Produktion, dass zum einen Nel dies mit einer überaus humorvollen, vitalen und überraschenden Personenführung überspielt und keine Sekunde Langeweile zulässt, und zum anderen Dan Ettinger mit NT-Orchester und –Chor sowie den Solisten Großes leistet. So detailfreudig, so brillant, weitgehend synchron und spritzig, so dynamisch beweglich auf den Punkt musiziert – das hat absolut internationales Niveau.“
„Bariton Lars Møller entwickelt als eifersüchtiger Ford in Rage ungeahnte Größe und Kernigkeit, Tenor Juhan Tralla, dessen Fenton als kleine, brave US-Farmer-Karrikatur daherkommt, strahlt edel an der Seite der jungen Eunju Kwon, die der unbedarften Nannetta eine edle Mittellage und (bei ihrem berühmten hohen As) quirlige Höhe gibt. Iris Kupke liefert als Mrs. Ford exzellente und exaltierte Koloraturen ab, und Edna Prochniks Mrs. Quickly begeistert alle nicht nur durch verdickte Brüste und ein untertänigst gequäktes „Reveranza!“ (Euch zu Diensten), sondern auch durch ihre typischen Edel-Töne. […]“
„Benedikt Nawrath […] und Sebastian Pilgrim […] sowie Franziska Rabl […] komplettieren den Abend mit musikalischen Bestnoten, der mit der vom Chor der Feen und Gespenster (Leitung: Tilman Michael) unterstützten, teils achtstimmigen Schlussfuge grandios endet.“    (Mannheimer Morgen, 16.12.2103)
 
 „Wobei Generalmusikdirektor Dan Ettinger an diesem Abend allen Vorschusslorbeeren gerecht wird. Das ist beeindruckend, wie er diese ungemein schwierige und rhythmisch vertrackte Partitur im Griff hat. Und das Nationaltheater-Orchester – wie auch der Chor des Hauses – präsentieren sich in Bestform. […] Aber Ettinger garantiert mit einer konzentrierten und inspirierten Leistung, dass wir dieses zauberhafte Spätwerk Verdis wirklich funkeln und glitzern hören.
„Ein Ensemble, in dem es keine Ausfälle gibt. Thomas Jesatko ist ein unglaublich wandlungsfähiger Falstaff, dem es allenfalls mal an der Durchschlagkraft seines Gegenübers Ford, gesungen von Lars Møller, fehlt.“    (Die Rheinpfalz, 14. Dezember 2013)
 
„Thomas Jesatko, der bislang vor allem Finsterlinge sang, macht beste Figur auch in der Verkörperung des dicken Ritters von der humorigen Gestalt. […] Dass er eine treffliche komödiantische Ader hat, zeigt sich bald, und freilich bleibt er der Titelpartie auch stimmlich nichts schuldig. Sein Bassbariton ist mit bester Geschmeidigkeit und reichen Zwischentönen ausgestattet: […] Lars Møller war ein Ford, dessen wohlgetönter Bariton ebenso viel kraftvolle Pracht wie lyrische Geschmeidigkeit besaß.“
„Der größte Beifall des Abends aber schlug Eunju Kwon entgegen, die eine wunderbare Nannetta sang. Ätherisch und samtig getönt, weich und schmiegsam, blitzsauber bis in die höchsten Höhen: Die junge Sopranistin ist ein trefflicher Neuzugang von der Mannheimer Musikhochschule.“
„Staunen konnte man auch über Juhan Tralla: Der junge Tenor hat sich prächtig entwickelt, seine Stimme hat schönsten Klang und belcantischen Schmelz gewonnen, was er als Fenton hörenswert aussang.“
„Prächtig tönte der Chor des Nationaltheaters, der sich am Ende nicht in einem Zauberwald einfindet, sondern illusionslos nur ein paar dürre Zweige mitbrachte. GMD Dan Ettinger ließ die Partitur prächtig hedonistisch musizieren, saftig, schmissig, beweglich und mit zündendem Brio.“    (Rhein-Neckar-Zeitung, 16. Dezember 2013)
 
 „Letztlich verweist lediglich der Text darauf, dass die Geschichte nicht in der Gegenwart spielt; aber solche Charaktere gibt es immer noch. Nel hält das Bühnenpersonal immer überzeugend in Bewegung. Das gelingt auch eindrucksvoll mit dem Chor, der in dieser Oper szenisch genauso wichtig ist wie musikalisch.“
„Die Musik kommentiert, erläutert und unterstreicht plastisch das Geschehen, auch die drastischen Schimpfkanonaden des Ritters. Dan Ettinger setzte das im Graben mit dem Orchester des Nationaltheaters mit teilweise scharfer Wucht um.“
„[…] war auch der musikalische Teil des Abends eine Offenbarungm in dem das Verdis frühere Verhältnisse blechlastige Orchester untadelig aufspielte. Bei teilweise atemberaubend angezogenen Tempi im zweiten und dritten Akt lief auch alles zusammen: szenischer und musikalischer Höhepunkt die gewaltige Eifersuchtsszene des Ford in seinem eigenen Haus, zu der auch die Regie die Fetzen fliegen ließ.“
„Die kurzen Choreinlagen waren prägnant und präzise eingebunden (Chorleitung: Tilman Michael).“
„Herausragend war das Quartett der vier Frauen besetzt. Eunju Kwon mit glockenhellem sauber geführten Sopran erfreute das Publikum als Nannetta mit den wenigen cantabili, die Verdi für den Falstaff geschrieben hat.“
„Es bleibt noch Uwe Eikötter zu erwähnen, der mit seinem schönen Charaktertenor rein gesanglich so gut gefiel, dass es den Dr. Cajus darstellerisch nicht allzu lächerlicher gestalten musste.“
„Fazit: Hier hat das Nationaltheater einen in jeder Hinsicht überzeugenden, ja begeisternden Falstaff vorgestellt, dem man aufgrund seiner Originalität eine lange Lebenszeit im Repertoire des Theaters vorhersagen kann.“    (Opernfreund, 16. Dezember 2013)
 
Gesungen wird aus dem gut ausgestatteten Ensemble am Nationaltheater Mannheim sehr schön. Thomas Jesatko glänzt in der Titelpartie, denn sein Heldenbariton hat angemessen viele Nuancen. Iris Kupke als Alice verkörpert weibliche Ausstrahlung und gut abgestufte Sopranführung; auch Meg, von Falstaff ebenfalls per Liebesbrieflein angemacht, erhält durch Franziska Rabl dezent-erotisches Mezzo-Format. In Dienstmädchen-Montur wird Edna Prochnik – leider – gesteckt, ihre Altstimme aber blüht. Lars Møller gibt dem eifersüchtigen Gatten Ford heftiges, doch sauber formuliertes Bariton-Profil, Uwe Eikötter dem Dr. Cajus den angemessenen Charaktertenor. Das einzige Liebespaar des Abends passt: Eunju Kwon ist eine bezaubernde Nannetta, und ihr Lover Fenton wird von Juhan Tralla mit Belcanto-Schmelz serviert. Benedikt Nawrath und Sebastian Pilgrim sind Falstaffs umtriebige Diener. In der Schluss-Szene darf der Chor, den Tilman Michael betreut, auftrumpfen.    (Opernnetz.de, 16. Dezember 2013)

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FOA 08.12.2013
WAGNER-GALA
mit Petra Lang (Sieglinde, Kundry) und Klaus Florian Vogt (Siegmund, Parsifal)

WAGNER-GALA<br />FOA am 08.12.2013<br />© Foto: Hans Jörg Michel
WAGNER-GALAFOA am 08.12.2013© Foto: Hans Jörg Michel

„Und es war schon spannend, mitzuerleben, wie souverän die Sängerdarstellerin Petra Lang Funken aus der komplexen Partie zu schlagen weiß, wie sie die einander widersprechenden Charaktere der uneindeutig zwischen abgefeimter Höllenrose und Erlösungssehnsucht schillernden Kundry vokal schier triumphal auf den Punkt bringt, wie hier alles in der Stimme liegt und so die mangelnde Szene vergessen macht. Auch Klaus Florian Vogt war in bester stimmlicher Verfassung.“       
„Vorzüglich geriet den Gästen der erste Aufzug „Walküre“. Vogts Siegmund ist einmal nicht der machohafte Schlagetod, behutsam, lyrisch grundiert und weitgehend liedhaft geht er die Partie an, überreizt nicht und gewinnt gerade deshalb, während Mezzo Petra Lang sich mit einer so nachdenklichen Unbedingtheit in die Partie wirft, dass der finale Jubel für die Helden des Abends einfach vorprogrammiert war.“    (Die Rheinpfalz, 10. Dezember 2013)

„Mannheims GMD legt tatsächlich Emotions- und Emphase-Reserven des Nationaltheaterorchesters (NTO) frei, musikalische Regionen, in die nicht jeder Dirigent vorzudringen in der Lage ist. So klingt also „Die Walküre“ wesentlich elektrisierender und spannender.“
„Petra Lang (Kundry) und Thomas Jesatko (Klingsor) brauchen eine Animation vom Pult nicht. Sie gestalten, charakterisieren und singen, was die Stimmbänder hergeben. Welch diabolische Farben Jesatko aus der Partie herausholt (mit entsprechender Mimik), welch animalische Tiefgründigkeit Lang ihrer so zwiespältig angelegten Figur verleiht – das ist ganz große Klasse.“ „Jeder Ton sitzt. Im Piano. Im Forte. Sogar wenn er – quasi in höchster Erregung – vom „Erlösungswunder“ singt und dabei in höhere Tenorsphären steigt, bleibt alles kontrolliert.“„Zwischen Sieglinde (Lang) und Sigmund (Voigt) entspannen sich Dialoge mit Ahnungsdrang. Bei ihr knistert und brennt es gewaltig bis hin zu unter die Haut gehenden dramatischen Spitzen, die sie farbenreich schillern lässt.“„Dass dann ein neuer Bass wie John In Eichen (neu am NTM) einen brillanten, knurrenden und beißenden Hunding gibt, fügt sich bestens ein in diesen besonderen Abend, der mit rund 8 Minuten heftigstem Applaus und Bravo-Rufen endet. Unter dem Strich: ein Abend, der nachwirken wird“.    (Mannheimer Morgen, 10. Dezember 2013)

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Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an
Oskar Pürgstaller am 07.12.2013
im Anschluss an HÄNSEL UND GRETEL

Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an<br />Oskar Pürgstaller am 07.12.2013<br />© Foto: Hans Jörg Michel
Verleihung der Ehrenmitgliedschaft anOskar Pürgstaller am 07.12.2013© Foto: Hans Jörg Michel

„Zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Mannheimer Nationaltheaters begab sich sogar Oberbürgermeister Peter Kurz in die Märchenoper „Hänsel und Gretel“. Und das aus gutem Grund, gehörte doch die Knusperhexe zu den Glanzrollen des zu ehrenden Spiel- und Charaktertenors Oskar Pürgstaller.“
„Nach einem kurzen Abriss des Lebenslaufs mit der Verweildauer von 28 Jahren am Nationaltheater Mannheim pries Peter Kurz nicht nur die künstlerische Leistung Pürgstallers in mehr als 100 Partien, sondern auch die lange, aufreibende Tätigkeit als Personalratsvorsitzender, in der er neun Generalmusikdirektoren und vier Intendanten erlebt habe.“
„Bassbariton-Kollege Thomas Jesatko eröffnete seine überaus herzliche Laudatio mit „Das geschieht dir recht!“ […] Pürgstaller, „die Seele des Ensembles“, habe für faire Probezeiten, Doppelbesetzungen, PC-Schulungen gekämpft, sich für Frauenrechte, Schwangere, Schwerbehinderte und Azubis eingesetzt. „Wir haben von dir unendlich viel profitiert und wünschen, dass dir deine unbändige Lebensfreude erhalten bleibt.“    (Mannheimer Morgen, 9. Dezember 2013)

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LIEDERABEND IN DER MONTAGEHALLE, 04.12.2013
mit Ludmila Slepneva und Michail Agafonov

„Weinberg wird plötzlich in Karlsruhe und Mannheim neu entdeckt, und es lohnt. […] Agafonov verdinglicht solche Befindlichkeiten mit großrahmigem, ausgezeichnet die Emotionen und Atmosphäre ausleuchtendem Tenor. Ein intensiver Auftritt.“
„Nicht minder Slepneva, die den Zyklen Weinbergs und Schostakowitschs Dramatisch-Bildhaftes verleiht. […] Oder jiddische Weinberg-Lieder (op.17), die schmerzlichen Verlust und vage Hoffnung in eine expressive Balance bringen, denen sie mit tiefem Gefühl und allen Farben ihrer Stimme gerecht wird.“   (Mannheimer Morgen, 7. Dezember 2013)

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Junge Talente am Nationaltheater:
Bass Sebastian Pilgrim, neu am Nationaltheater, ist schon früh in Herrscherrollen angekommen

Sebastian Pilgrim<br />Bass<br />© Foto: Rinderspacher
Sebastian PilgrimBass© Foto: Rinderspacher

Ein Gespräch mit Hans-Günter Fischer, Mannheimer Morgen 26.11.2013

Irgendwo in Mannheim steht Sebastian Pilgrim, neuer Bass am Opernhaus des Nationaltheaters, und fragt seine Frau: "Klingt das nicht wie Musik?" Er meint nicht Wagner oder Verdi, sondern einen Riesenbagger, der auf einer Großbaustelle vor sich hinrumpelt. Ein paar Quadrate weiter. "Endlich in der Großstadt", heißt die Botschaft. Pilgrim, der im eher ruhigen Ostwestfalen auf die Welt gekommen ist, saugt sie begierig auf. Studiert hat er zunächst in Detmold ("eine kleine, feine Stadt" voller adretter Fachwerkhäuser), und in Weimar oder Erfurt, wo er früh schon engagiert wurde, kam es ihm ebenfalls eher beschaulich vor.
Es hat ihn trotzdem immer zum Theater hingedrängt, obwohl von einer familiären Vorbelastung diesbezüglich kaum gesprochen werden kann. Dass er als Kind den Joseph in den Krippenspielen mimte, musste auch nicht automatisch auf professionelle Bühnen führen. Pilgrim ist in Chören groß geworden. Dass Bassist zu sein, seine Bestimmung werden würde, hat zuerst die Hochschullehrerin Sabine Ritterbusch erkannt - während die anderen ihn lange als Tenor einschätzten und erst peu à peu herunterstuften, wenn man das so sagen kann.
Das mutet heute überraschend an, denn Pilgrims Stimmlage erkennt man schon mit 50 Metern Abstand. Jedes Räuspern, jedes Lachen weist ihn dann auch im Café des Nationaltheaters gleich als Bass aus, und besonders Letzteres muss man gehört haben: Sein Lachen ist zwar kurz und trocken, aber melodiös, und kommt wohl nicht allein von Herzen, sondern aus noch tieferen Regionen. Der 1,96-Meter-Mann gebietet über ausgedehnte Resonanzräume.
Man ahnt, welche Statur Pilgrim in Oratorienaufführungen seinen Basspartien geben kann, aus Mendelssohns "Elias" macht er einen wahrhaft mächtigen Propheten. Auf der Opernbühne drängt ihn seine Stimmlage in Herrscher- und Honoratioren-Rollen, was dem 28 Jahre alten Sänger in den Probephasen, wenn er sozusagen nackt und ohne angeklebten grauen Bart dasteht, gewisse Schwierigkeiten macht. Die anderen sagten dann immer: "Es ist dein Problem, dass du so jung bist." Bis zur Vorstellung löst er es spielend.
Dabei immer nur die Lichtgestalten vorzuführen, wie in Mannheim den vor lauter Güte leuchtenden Sarastro aus der "Zauberflöte", wäre auf die Dauer öde. "Es macht Spaß, schön eklig und der Drahtzieher zu sein", gibt Pilgrim zu. Man hatte es geahnt. Er war das unter anderem als böser "Freischütz"-Kaspar, und im Nationaltheater wird er in Prokofjews "Liebe zu den drei Orangen" Möglichkeiten dazu haben. Doch am meisten freut er sich auf den "Don Carlo" - in der großen Verdi-Oper darf er den in einem tiefen Zwiespalt steckenden Philipp II. singen: einerseits Herrscher des spanischen Imperiums, also fast der halben Welt, zum anderen jedoch ein Mann, der die private Liebe sucht und selten findet.
Für Sebastian Pilgrim wird das, was die Rollendarstellung betrifft, nicht einfach. Doch er lässt sich gern herausfordern. Am Erfurter Theater etwa hat er in dem Uraufführungswerk "Das Waisenkind" auf Stelzen balancierend (und zudem auf Altchinesisch) singen müssen. Dieser junge Mann ist abgehärtet. Uraufführungen können ihn ohnehin nicht schrecken, weil er Machart und Strukturen neuer Stücke ungewöhnlich schnell erfasst: Denn Pilgrim komponiert auch selbst. Manchmal in neoklassizistischer Manier, die freitonale Einsprengsel nicht ausschließt, wie in seiner Messe. Manchmal märchenopernhaft und durchaus noch von Humperdinck beeinflusst. Also leicht eklektisch, aber oft gut singbar. Das zumindest habe er dem großen Beethoven voraus.
Dass aus Sebastian Pilgrims Worten ein gesundes Selbstbewusstsein spricht, ist häufiger der Fall. Von welchen Rollen träumt er? Den Osmin von Mozart nennt er da, und Wagner-Rollen wie den Hagen. Etwas üppiger darf es ruhig sein, auch kulinarisch: Pilgrim ist in seiner Freizeit Confiseur und freut sich darauf, demnächst wieder eigene Pralinen herzustellen.

NTM-Bass Sebastian Pilgrim

  • 1985 auf die Welt gekommen, wurde er zunächst in Detmold ausgebildet, folgte dann indessen seiner Lehrerin Sabine Ritterbusch an die Musikhochschule in Hannover. Auch das Dirigieren (hauptsächlich von Chören) lernte er, was einen Meisterkurs bei Thomaskantor Georg Christoph Biller einschloss. Eine Zeit lang war er außerdem in Bad Salzuflen Organist.
  • Sein erstes festes Engagement hatte Sebastian Pilgrim am Theater Erfurt (ab 2009). In Mannheim ist er seit Beginn der aktuellen Spielzeit tätig und wird unter anderem in "Carmen", in der "Zauberflöte", in "Don Carlo", "Simon Boccanegra" und "Die Liebe zu den drei Orangen" zu erleben sein.
  • Als Oratoriensänger kann man ihn am 15. Dezember in der Christuskirche hören, in Puccinis "Messa di Gloria". HGF

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Konzertante Aufführung
Carl Orff
CARMINA BURANA, Premiere 22.11.2013
Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Chor: Tilman Michael
Kinderchor: Anke-Christine Kober

CARMINA BURANA<br />Premiere 22.11.2013<br />© Foto: Hans Jörg Michel
CARMINA BURANAPremiere 22.11.2013© Foto: Hans Jörg Michel

„Zudem hat auch der Bühnenaufbau so etwas wie einen Schauwert: Das Orchester – mit fünf Kontrabässen auf der ungewohnten linken Seite und dem extragroßen Schlagwerkapparat in einem Halbkreis weiter hinten – ist sehr tief gestaffelt. Noch weiter im Rückraum steht der Chor, etwa eine Hundertschaft an Sängern, die im dritten Teil des Werks, dem „Cours d’amours“, noch mal durch einen Kinderchor verstärkt wird. Dirigent Dan Ettinger wuchert mit diesen Pfunden, eine Orgie darf nun mal kein Kaffeekränzchen sein. Bereits der größte Hit, der Eingangschor, der Glücks- und Schicksalsmajestät Fortuna zugeeignet, drängt ins Kolossale.“
„Und man merkt nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, dass der Chor (von Tilman Michael) und der Kinderchor (von Anke-Christine Kober) gut geschult sind und nicht bloß auf pure Schlagkraft setzen.“
„Dieser virtuose Neuprivitismus lässt auch dem Orchester Raum für Freiheiten, so sehr Dan Ettinger auf Tutti-Wucht und hochgepeitschte Schlusswendungen baut.“
„Am meisten abverlangt wird Karsten Mewes, mal als Abt der Saufbrüder und Fresser, mal als glücklicher Verliebter. Stimmcharakter geht ihm über Schöngesang, das ist durchaus im Sinne Orffs.“
„Cornelia Ptassek aber macht aus dem „Dulcissime“ eine Art musikalischen Orgasmus, anders kann man das nicht sagen. Und der Jubel ist natürlich groß.“ (Mannheimer Morgen, 25. November 2013)

„Gleich nach dem Eingangsruf „O Fortuna“ wurde deutlich, mit was für energiegeladenen Details der Mannheimer GMD Dan Ettinger seine Interpretation der „Carmina Burana“ ausgestattet hatte: Das flüsternd gesungene „semper cremscis aut decresis“ sprühte fast elektrisch knisternde Funken. So zündete die Aufführung dieses wohl bekanntesten Werks von Carl Orff im Mannheimer Nationaltheater von Anfang an.“
„In ihrem Farben- und Nuancenreichtum wurde diese Überzeichnung der Komposition mehr als gerecht. Gleichzeitig baute die so entstandene groteske Drastik ein Moment von Reflexion auf die Kompositionstechnik selbst ein: Der schrille Aberwitz kippte nie ins Lächerliche oder bloß Witzige, sondern erlaubte es, die Komposition zu hinterfragen und durch diese Distanz offener zuzuhören. Zu verdanken war dieser Ansatz Dan Ettingers charismatischem und präzisem Dirigat. Ohne das aktive, punktgenaue Spiel des Orchesters […]wäre es allerdings nicht umzusetzen gewesen […]“
„Karsten Mewes (Bariton) konnte mit den vollen Tiefen seiner Stimme ebenfalls für sich einnehmen. Die Sopranistin Cornelia Ptassek ließ ihre große Stimme frei die virtuosen Verzierungen auskosten.“
„Ganz besonders beeindruckten Chor und Kinderchor des Nationaltheaters mit klaren, kräftigen und sauberen Klang und sicherer Rhythmik.“   (Rhein-Neckar-Zeitung, 25. November 2013)

„Eine schlanke Carmina bot denn auch Dan Ettinger, Generalmusikdirektor des Nationaltheaters, mit seinem Chor und Orchester. Er schien darauf bedacht, nicht das Klischee des Monumentalen weiterzuführen. Ettinger kitzelte jede erdenklich Finesse aus dem Stück, das Igor Strawinsky einst als Komposition der „neo-neandertalschen Schule“ identifizierte. „
„Durch starke Kontrastmomente zeigten die Musiker die Vielseitigkeit der Komposition. So gewichtig der Beginn dröhnte, so flüsternd leise tönten die folgenden Zeilen. […] Immer wieder klang die Instrumentationskunst Debussys durch, wenn wie in „Veris leta facies“ Bläser, Xylofon und zwei Flügel exotische Klangwelt heraufbeschwören. Demgegenüber stand die sakrale Welt des Chorgesangs. Ettinger gelang es, in beiden Passagen die filigrane Rhythmik herauszuarbeiten. Seine „tänzerischen“ Qualitäten konnte das Orchester in den rhythmisch hoch komplexen bayerischen Volkstänzen zeigen.“
„Tilman Michael hat mit den Stimmgruppen die einzelnen Charaktere der Nummern gut herausgearbeitet. Innerhalb der Gruppen ergab sich ein homogener Klang, der besonders in den leiseren Passagen überzeugte.“
„Wunderschön rein und glockenklar erklang der Sopran von Cornelia Ptassek, fast mühelos erklomm sie die höchsten Höhen.“    (Die Rheinpfalz, 25. November 2013)

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LEBEN STATT GELEBT WERDEN
Eine Benefizveranstaltung mit Tiki Küstenmacher und Prof. Dr. Lothar Seiwert zugunsten der Jungen Oper
06.11.2013, 20.00, Opernhaus

Auf Einladung des Rotarischen Metropolstammtischs Rhein-Neckar und der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim kamen die beiden Welt-Bestseller-Autoren (u.a. simplify your life und simplify your time) Werner Tiki Küstenmacher und Prof. Dr. Lothar Seiwert ins Opernhaus des Nationaltheaters. Exklusiv erstmals gemeinsam auf der Bühne führten sie ein in ihre Philosophien zu Lebensführung und Zeitmanagement.

In zwei interessanten Präsentationen wurden allgemeinverständliche Vorschläge zur besseren Ausnutzung der vorgegebenen Zeit gemacht. Die Redner schilderten anschaulich, teils von spontanen Zeichnungen „untermalt“ oder durch eindrucksvolle Experimente illustriert, wie sich ihre Ratschläge praktisch umsetzen lassen. In einer angeregten Fragerunde erfolgte ein lebhafter Austausch mit dem Publikum.
Im Anschluss an den Abend kam es im Foyer des Opernhauses zu weiteren lebhaften Diskussionen mit den Referenten, die zusätzlich ihre Bücher signierten.
Dieser Abend, der vom üblichen Programm der Freunde und Förderer abwich, war insgesamt gesehen nicht nur sehr unterhaltsam, sondern zusätzlich ein finanzieller Erfolg (€12.639) zugunsten der Jungen Oper.

Ein herzliches Dankeschön an die Initiatoren und Organisatoren der Veranstaltung, Folker Zöller, Französischer Honorarkonsul und Beiratsmitglied der Freunde und Förderer, sowie Michel Maugé.


 

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Carl Maria von Weber
DER FREISCHÜTZ, Premiere A 25.10.2013
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier
Inszenierung: Armin Holz
Bühne: Armin Holz und Matthias Weischner
Kostüme: Esther Walz
Licht: Sebastian Alphons

DER FREISCHÜTZ<br />Premiere A 25.10.2013<br />© Foto: Hans Jörg Michel
DER FREISCHÜTZPremiere A 25.10.2013© Foto: Hans Jörg Michel

Christian Wildhagen, der Kritiker der FAZ schreibt: Webers „Freischütz“, das Operndebüt von Armin Holz, fällt beim Mannheimer A-Premieren-Publikum durch. Aber warum eigentlich? Ist die Frage, die niemand zu beantworten weiß. Entgeistert, ja, schockiert stand das Regieteam auf der Bühne und verstand die Welt nicht mehr. Da hatte der Regisseur Armin Holz und der Maler Matthias Weischner buchstäblich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um Carl Maria von Webers Oper, mehr noch der darin verbreiteten Sicht auf Gut und Böse gerecht zu werden – und sahen sich am Ende selbst verteufelt, zu Bösewichten abgestempelt, mit einer Vehemenz, wie man sie nur selten erlebt in einem Opernhaus. Was war geschehen? Nichts, was hinreichend erklären würde, warum die Ablehnung so einhellig ausfiel ... Am Mannheimer Opernhaus haben mit Achim Freyers grandiosem „Ring“ und Produktionen wie Tilman Knabes frech gegen den Strich gelesener „Fanciulla del West“ längst deutlich radikalere Sichtweisen Einzug gehalten. Das Nationaltheater hätte es mit diesem künstlerischen Kurs  um ein Haar zum „Opernhaus des Jahres“ gebracht. Da wirkt ein derart reaktionäres Publikumsecho nicht bloß befremdlich. Es verweigert die Auseinandersetzung mit Oper als Lebendiger Kunstform.
„Max, der Jägerbursche, den István Kovácsházi mit verhalten heldischen Tönen singt und sensibel spielt ...“
„[…] Tamara Banješević lässt ihren sinnlich-frivolen Soubrettentönen keinen Zweifel, dass dieses Ännchen nicht bloß ‚schaut‘“    (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2013)

„[…] Klaus Schreiber macht Samiel zum allgegenwärtigen mephistophelischen Spielführer einer Paarbildung mit Hindernissen. Das mit einiger Ironie stilisierte Dazwischenfunken dieses Magiers mit dem hohen Zylinder und dem bauschigen und dann anzüglich durchsichtigen Mantel, macht die Brüche und die Lücken zwischen den Musiknummern sichtbar und überbrückt sie. Mit dem Schalk des Bösen, der am Ende wohl doch nur das Gute schafft, gehören Samiels Einlagen zum Besten. Und Ännchens jugendliche Frische. Sexy, lebenslustig und gewitzt in allen Lebenslagen – die erfrischend junge Tamara Banješević hat auch das vokale Format, um beim Schlussapplaus vor Ludmila Slepnevas Agathe durchs Ziel zu gehen.“
„Ein ‚Freischütz‘, der auf optische Bescheidenheit, Poesie des Gedankens und einen feinen Hintersinn baut.“    (Die Welt, 29. Oktober 2013)

„Mir scheint, ich sah und hörte die knapp drei Stunden recht kindlich zu. Staunte über die Genauigkeiten, die Sänger und Orchester (Leitung: Alois Seidlmeier) verbanden. […] Der Caspar von Thomas Jesatko: eine kräftig drängende, wuchtig dunkle Stimme, die nie aus dem Fokus geriet (er singt in Bayreuth den Klingsor im Parsifal). Ludmila Slepneva als Agathe: rollendeckend züchtig, da war in allem gesungenen Herzeleid doch innere Ruhe und eine überzeugende Bindungskraft für die langen Linien. Das Ännchen der Tamara Banješević verzauberte mit tänzerischem, frech-selbstverständlichem Sexappeal – helles Perlen in Sopran und Bewegung. Ihr gehörte der stärkste Applaus. Der Chor, links und rechts logenerhöht an den Saalwänden platziert: Das war Breitseitenwirkung. Hatte Klage- und Kündigungsgewalt.“
„Holz ist bekannt und kommt doch immer aus dem Dunkel. […] So entsteht weltabgewandtes Spiel – Plateaus aus künstlichen Lebenszeichen, Bilder dekorativen Verzweifeltseins, Szenerien gemalter Illusion. Ein Dandyismus des melodiös Gespreizten, des neckisch Starren und des aufreizend Unbeholfenen.“
„[…] indem alles hauptsächlich über eine wahrlich grandios zu nennende Lichtregie erzählt wird. Die alle Himmel und Monde, alles Liebliche und Gewittrige der Natur in faszinierenden Farben, ja: tönen lässt. Als sei dem staken, allseits gefassten Orchester der Musiker ein tolles Stimmungsorchester der Scheinwerfer beigestellt (Licht: Sebastian Alphons).“
„[…]beeindruckend: diese Hochmaß an Künstlichkeit, das mit der Frage experimentiert, wie viel Distanz eine romantische Oper verträgt.“    (Neues Deutschland, 29. Oktober 2013)

„Without violating the spirit of libretto, Holz takes considerable liberties with its spoken texts. The Hermit, who much later spears as deus ex machine (John In Eichen), opens the evening in tones of the prophetic horror, recounting a dream that has shaken him to the core.”
“Matthias Weischner, a rising star on the international art scene, collaborated on the decor. The evocative, almost heraldic images that emblazon an assortment of odd-shaped steles – an owl, a male nude, a rifle – are painted by Weischners’ own hand. The costumes by Esther Walz, run the gamut from an shaman’s cape for Hermit to chic party dresses for Agathes’ vivacious cousin Ännchen. Under Sebastian Alphons’ lighting, people and objects are bathed in a rainbow palette of shifting colors. Frequent yet subtle use of a turntable modulates moods as well as perspectives.”
“On the podium, Alois Seidlmeier masterminded a transparent and vibrant account of Weber’s ravishing instrumental textures. The chorus – signing mostly from boxes in the auditorium – performed at an exciting level. Theatrically, the heavy lifting fell to the snide Samiel of Klaus Schreiber, a stage actor of remarkable mental powers. Violetta Helwig sparkled in the minuscule role of a bridesmaid. But at curtain calls, it was Tamara Banješević as Ännchen who stole the ovations, and no wonder, since she had executed her part in bell-like tones, with a gamine’s dancing grace. For the rest, the singers delivered conscientious, solid and in some lesser roles highly energized performances, duly rewarded with respectful applause.    (Opera News, 30.10.2013)

“Mit ihrem schicken, elegant frivolen Kleid (vorne scharfer Mini, hinten bodenlang), ihrem quicklebendigen Wesen, und ihrer frischen Art zu singen, wird die junge Tamara Banješević, neben Samiel, zum besonders bejubelten Star des Abends. Wobei sich auch Ludmila Slepneva mit ihrer Agathe mehr als nur wacker schlägt und vor allem István Kovácsházi seinen verdruckst zu Boden gehenden Max mit sehr schönem tenoralem Schmelz konterkariert. Thomas Jesatko steuert einen stattlichen Caspar bei. Im Falle des macho-smarten Nikola Diskić bedauert man, dass sein Auftritt so kurz ist.“
„Auch im Graben hält sich Alois Seidlmeier mit Überwältigung zurück. Er dirigiert ohne Überhitzung und Verdunklungsgefahr und trägt den vokalen Möglichkeiten seines Protagonisten-Ensembles stets Rechnung.“
„FAZIT: Der neue Mannheimer Freischütz ist nicht ohne Anstrengung und Mitdenken zu haben. Es lohnt sich aber, sich darauf einzulassen.“   (Online Musik Magazin, 29.10.2013)

„[…] István Kovácsházi […] hat alles, was diese Figur auszeichnet: Höhe, Empathie und Nuancen. Den Bösewicht Caspar singt Bassbariton Thomas Jesatko mit abgründiger, die Handlung antreibender Intensität.“
„Das Publikum feiert die musikalische Mannschaft und lässt Buhrufe auf das Inszenierungsteam regnen, für eine widerborstige, manchmal vielleicht etwas unausgereift wirkende, aber ästhetisch durchdachte Freischütz-Sicht. Interessant und sehenswert ist sie allemal.“   (Opernetz, 29.10.2013)

Premiere B, 01.11.2013

„Die Eindrücke waren durchweg ansprechend. Das begann gleich bei dem Titeldarsteller. Roy Cornelius Smith überzeugte zunächst durch vokale Autorität: durch die kompakte Heldentenorale Tonsubstanz und den metallischen Strahlglanz seiner Stimme. Überdies sang und agierte er mit bedingungslosem Einsatz, expressiven Akzentuierungen und feinen Zwischentönen. Verzweiflung und hilfloses Hadern des verliebten Jägerburschen Max mit dem Schicksal eindringlich vermittelnd, lieferte Smith ein stimmiges Rollenporträt.
Der von Max angebeteten Agathe lieh Cornelia Ptassek ihren sonoren, selten schön gefärbten Sopran von silbernem Schimmer. Durch anrührende Nuancen der Farbgebung und Artikulation nahm sie zusätzlich sehr für sich ein, wartete dabei mit erlesenen Phrasierungskünsten, mit wahren Herztönen auf. Sie war die romantische Heroine schlechthin.
Wie schon ihre Vorgängerin Tamara Banješević in der ersten Premiere, wurde jetzt auch Eunju Kwon als Ännchen zu einem Publikumsliebling. Keineswegs unverdient: Die koreanische Sängerin glänzte durch ihre leichte, sehr bewegliche Sopranstimme und geläufige, brillante Passagen. Vor allem aber zeigte Eunju Kwon darstellerische Eleganz, Esprit und Spielwitz.
Mit markantem Heldenbariton, diabolischen Gesten, zugleich differenziert gestaltete Thomas Jesatko die Partie des Finsterlings Kaspar; und in virtuosen Händen befand sich bei Klaus Schreiber die Sprechrolle des verfluchten Jägers Samiel. Einwandfrei die Besetzung der kleinen Rollen mit Thomas Berau, Bartosz Urbanowicz, John In Eichen, Bryan Boyce und Viola Elges; ausgezeichnet die Chöre. Dirigent Alois Seidlmeier koordinierte diesmal überlegen, flexibel und impulsiv das musikalische Geschehen.“   (Die Rheinpfalz, 6.11.2013)

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LIEDERMATINEE MIT ANTJE BITTERLICH
KAI ADOMEIT (Klavier) und RAGNA PITOLL (Rezitatorin)
06.10.2013 im Opernhaus

Plötzlich war Mannheims gefeierte Königin der Nacht, Zerbinetta, Lucia oder Sophie aus der Ensembleliste verschwunden. Dass Antje Bitterlich in Mannheim noch viele Freunde hat, bewies der ‚Zulauf’ zur Liedermatinee an ihrer alten Wirkungsstätte. Es dürften an die 400 Zuhörer im durch Stoffbahnen dekorativ verkleinerten Opernhaus gewesen sein, die „Amors Wege…“ mitgehen wollten. Ein apartes Konzept, das die Sängerin mit ihrem Klavierbegleiter Kai Adomeit und der Rezitatorin Ragna Pitoll erarbeitet hatte: Lieder und Texte über Freud und Leid der Liebe.
Die Liedbeiträge, in Gruppen gefasst, kündeten von ‚Verliebtheit’, ‚Missglücktem’, ‚Sehnsucht’, ‚Verzweiflung’ und ‚Glückseligkeit’. Dazwischen las die wunderbare Ragna Pitoll in Häppchen Oscar Wildes bittersüßes Märchen vom „Geburtstag der Infantin“ und Erich Frieds tiefgründiges Gedicht „Fragen und Antworten“.
Gleich mit dem programmatischen „Amor“ von Richard Strauss stimmte Antje Bitterlich ihr Publikum auf einen exquisiten Hörgenuss ein: Koloraturengeglitzer, schwindelnde Höhen, Gefühlsüberschwang. Dann, über die diversen Liedgruppen verteilt, ein Panoramablick über deutsche Romantik und Spätromantik mit Vertrautem (Schubert, Brahms, Schumann) und Apartem von Korngold, Wolf, Cornelius und Strauss, französische Emphase (Chausson, Debussy, Fauré) und russische Schwermut (Rachmaninow) - allesamt, versteht sich, in der Originalsprache. Dazu jeweils als Epilog nach den beiden Programmteilen Heine-Vertonungen von Franz Liszt: „Loreley“ und „Freudvoll und leidvoll“. In deren üppigem Klangrausch konnte auch Kai Adomeit, der das gesamte Konzert vollendet begleitet hatte, sich eindrucksvoll profilieren.
Für den überaus herzlichen Applaus dankte Antje Bitterlich mit zwei Zugaben, dem „Lieblingsplätzchen“ von Mendelssohn und Hugo Wolfs atemlosem „Ich hab’ in Penna einen Liebsten wohnen“.   Waltraud Brunst, Mannheimer Morgen

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15.09.2013
ERÖFFNUNGSKONZERT
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier

„Nach einem instrumentalen Intermezzo, der Ouvertüre zu Franz von Suppés Dichter und Bauer, erfolgte der erste Paukenschlag des Abends: der Auftritt des erst 28-jährigen Bassisten Sebastian Pilgrim. Der Zwei-Meter-Mann stürmte laut schimpfend, er habe die Dame „ja nur auf die Schulter geküsst“ (aus Carl Millöckers Bettelstudent), auf die Bühne, und er tat dies so umwerfend, dass er mit Bravo-Rufen überschüttet wurde. Iris Kupke und mit Ich schenk dir mein Herz aus Millöckers Dubarry und Szabolcs Brickner mit Dein ist mein ganzes Herz aus dem Land des Lächelns von Franz Léhar beendeten klangschön den Operettenteil.“


„Vor der ausgedehnten Huldigung an Verdi in die Welt des Verismo mit Mascagnis Cavaleria rusticana, die den zweiten Paukenschlag barg: Heike Wessels und der neu engagierte und äußerst vielversprechende Tenor Martin Muehle sanden und spielten das Duett Santuzza/Turiddu mit solcher Glut, dass sich die angestaute Spannung in einem kollektiven Aufschrei entlud.“ (Mannheimer Morgen, 17. September 2013)


„ […] machten Heike Wessels und Martin Muehle das große Tu qui, Santuzza zum Höhepunkt des Programms; das war Verismo pur, zumal man im neu verpflichteten Muehle einen vielversprechenden italienischen Tenor begrüßen konnte.“ […]   (Die Rheinpfalz, 17. September 2013)


„Eingeleitet von einem sachte einsetzenden Solo-Horn, weitergeführt von stimmungsvoll musizierenden Streichern, die wunderbar ihre niemals abbrechenden Melodiebögen formten, bewies das Mannheimer Orchester sehr schnell, wie hervorragend es für die neue Spielzeit eingespielt ist. Und dies nicht nur im musikalischen Sinne, wie es in ihrer nuancenreichen und hoch flexiblen Dynamik zu Gehör kam, sondern auch im Technischen. Wenn nämlich das ausgewogene und sorgsame Dirigat des stellvertretenden GMD Alois Seidlmeier etwas mehr forderte, präsentierten sie sich auch im Tutti in hoher Virtuosität als exakt aufeinander abgestimmter Klangkörper.“


„In Suppés Ouvertüre zu Dichter und Bauer war vor allem der Solo-Cellist hervorzuheben, der mit Fingerspitzengefühl jeden einzelnen Strich über die Saiten bewundernswert abphrasierte.“


„Nach der Pause ging es mit der italienischen Oper weiter, und das auf eindrucksvolle Art: Mit Martin Muehle wurde nicht nur ein Neuling des Mannheimer Ensembles vorgestellt, sondern gleich auch einer der großen Stars gefeiert. Mit prachtvoll mitreißendem Tenor vermochte er in Pietro Mascagnis Cavalleria rusticana auch die hintersten Reihen zu fesseln.“  (Rhein-Neckar-Zeitung, 17. September 2013)

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