Pressestimmen Oper Spielzeit 2011/2012


Opernwelt, Mai 2012
Wagners Die Walküre in der Regie von Achim Freyer im Vergleich mit der Bayrischen Staatsoper

Die Fachzeitschrift Opernwelt hat sich in ihrer Mai-Ausgabe umfassend der Inszenierung der Walküre am Nationaltheater Mannheim in der Regie von Achim Freyer gewidmet und einen Vergleich mit Andreas Kriegenburgs Inszenierung an der Bayrischen Staatsoper vollzogen, „zwischen der Welten liegen“, so die Zeitschrift.
Für Freyer schließe die Zeitlosigkeit von Wagners Welt als mythische Vorstufe unseres Seins jegliche Aktualisierung und Psychologisierung aus. Er setze den Anfang vom Ende voraus, aber nicht als utopische Dimension, sondern als Zurückerinnern in die Zukunft. Freyers Naivität sei hoch reflektiert und dialektisch verfremdet. Sie fasziniere. In Mannheime erlebe man abgründiges Zeichentheater.
Achim Freyer hat wie in Das Rheingold auch in Die Walküre als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner sowie Lichtgestalter agiert. Dies gebe der Fantasiewelt visionäre Geschlossenheit. Das Spiel, das Achim Freyer anstößt, verlange hellwache Zuschauer. „Dies ist kein Ring für Kultur-Touristen, sondern einer für Fortgeschrittene“, heißt es in der Fachzeitschrift.
Musikalisch habe Die Walküre unter der musikalischen Leitung von Dan Ettinger einen schlanken Klang. Ettinger schlage vor allem im ersten Akt langsame Tempi an und setze im Verlauf auf drängende Dramatik. Ettinger verstehe, selbst poetisch herausgehobenen Details (wie die warmen Farben von Celli oder Holzbläsern) in musikalische Zusammenhänge einzubetten.
Das Nationaltheater Mannheim kann den Ring, der 2013 im Zyklus gezeigt wird, weitgehend aus dem eigenen Ensemble besetzen. Dies zahle sich insbesondere bei den blendend aufeinander abgestimmten Walküren aus. Von den Solopartien wurde insbesondere Heike Wessel hervorgehoben, „die mit ihrem umjubelten Sieglinde-Debüt zugleich einen gelungenen Wechsel vom Mezzo- ins jugendlich-dramatische Sopranfach vollzog“.
 

BITTE VORMERKEN:
27. Mai um 17.00 Uhr, Opernhaus Die Walküre
2. Juni, 19.30 Uhr, Opernhaus Das Rheingold
1. Dezember 2012, Opernhaus Premiere Siegfried
22. März 2013, Opernhaus Premiere Götterdämmerung


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Robert Lopez / Jeff Marx
Avenue Q, Premiere 19.04.2012
Musikalische Leitung: Christiaans Crans
Inszenierung: Dominik Flaschka
Bühne: Simone Baumberger
Kostüme: Kathrin Kündig
Puppen: Rick Lyon
Choreografie: JoNAThan Huor



Avenue Q
Premiere 19.04.2012
© Foto: Hans Jörg Michel

In Zusammenarbeit mit dem Theater St. Gallen und BB Promotion

Es ist ein Musical über Lebensträume, Selbstbestimmung und Integration.    (Wiesbadener Kurier, 21.4.12)
 

Was haben die „Muppet Show“ und „Avenue Q“ gemeinsam? Den Ideenreichtum, die Überraschungsmomente, die treuherzigen Zwischentöne – und das vor allem: die höchst professionell erzeugte Magie der Komik mit kabarettistischem Einschlag.    (Mannheimer Morgen, 21.4.12)
 

Dieser Solitär vom Broadway hat das Zeug zum Publikumsmagneten. Solch ein Stimmungsmacher lockt Besucher über die Theaterschwelle, die sonst um die Oper einen großen Bogen machen.    (Mannheimer Morgen, 21.4.12)
 

Wie sie ihre Puppen beleben – grandios. Sie können wirklich alles: Stimmen verfremden, perfekt tanzen, wunderbar singen in allen Lagen.    (Die Rheinpfalz, 21.4.12)
 

Die Schauspieler verschmelzen quasi mit den Puppen zu einem umwerfenden Gesamteindruck. In dieser Form hat es das noch nie gegeben.    (Wormser Zeitung, 23.4.12)
 

Frivol, frech, fröhlich fies, fürchterlich komisch, ein Musical, das man zum Pflichtprogramm für evangelikale Republikaner, politisch überkorrekte Liberale, vertrocknete Gleichstellungsbeauftragte, angstgesteuerte Klemmschwestern sowie alle machen möchte, die die Jugend hinter sich und das Erwachsensein noch vor sich haben.    (www.opernnetz.de, 21.4.12)
 

Die doppelten Akteure. Die mit ihrer Verdopplung umzugehen wissen, als seien sie gelernte Bauchredner. Körper und Puppe verschmelzen zu einer Haltung und Bewegung.    (www.opernnetz.de, 21.4.12)
 

Eine Co-Produktion mit dem Theater St. Gallen, die für jeden Musicalfan im Allgemeinen, Freunde des Anstoßes und des moderat Anstößigen im Besonderen ein Muss ist.    (www.opernnetz.de, 21.4.12)


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Richard Wagner
Parsifal, Premiere 14.04.1957
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier
Inszenierung: Hans Schlüter
Bühne: Paul Walter
Kostüme: Gerda Schulte
Chor: Tilman Michael






Parsifal
Premiere 14.04.1957
© Foto: Hans Jörg Michel

MUSIKTHEATER: Wie jedes Jahr ging am Karfreitag im NTM Wagners „Parsifal“ über die Bühne – zum 125. Mal
Viel Begeisterung im Opernmuseum
Von unserem Redaktionsmitglied Stefan M. Dettlinger

Am Ende dieses alljährlichen Abends im Mannheimer Opernmuseum mit "Parsifal" herrscht Karfreitagsbegeisterung. Malerisch, modern, multimedial ging Wagners monumentales Bühnenweihfestspiel erneut über die Bühne, und das Phänomen des 1957 von Hans Schüler erdachten Abends bleibt bestehen: Obwohl man der Produktion ansieht, dass sie aus längst vergangenen - Neubayreuther - Zeiten stammt, behält sie in ihrer reduzierten und aufs Wichtigste konzentrierten Form einen modernen und irgendwie auch aktuellen Touch.

Es war ein alles in allem guter Abend. Orchester und Tilman Michaels Chor unter dem Ersten Kapellmeister Alois Seidlmeier spielten fast unfallfrei auf und schufen mit beseeltem Nachdruck große Spannungen für die langen Phrasen des Werks, dessen klangliche Schwierigkeit ja gerade auch in der Langsamkeit und Länge besteht. Auch Gäste hatte man eingeladen. Nicht Istvan Kovácsházi übernahm die Titelpartie, sondern Torsten Kerl, ein Bochumer Rudolf-Steiner-Schüler, der sich international mit schweren Tenorpartien einen Namen gemacht hat und mit seinen Kräften klug haushielt. Wohl deshalb ließ er sein typisches und angenehmes Heldentenortimbre erst im dritten Aufzug so richtig schimmern, wenn er von Klingsors untergegangenem Zauberschloss als Erlöser in den heiligen Wald zurückkehrt. Davor klang er etwas eng, nasal und, ja, gedimmt. Alles in allem aber ein ordentlicher Abend für ihn.
Elena Zhidkova von der Deutschen Oper Berlin hingegen begeisterte weit mehr. Ihre Kundry hatte einfach alles: Leid, Verführung und am Ende Demut. All dies verkörperte Zhidkova mit einer ausdrucksvollen Tiefe, einer sensationell abgerundeten und kultiviert geführten Mittellage und sicheren Spitzentönen. Es geht aber noch besser und überzeugender: Frank van Hoves präzise artikulierter Gurnemanz oder Thomas Jesatkos changierend charakterisierter Dämon Klingsor trugen zu einem beglückenden Opernabend genauso bei wie Thomas Beraus mächtig leidender Amfortas, Martina Bohinecs Altsolo oder die verführerischen Blumenmädchen (Ivanova, Ptassek, Möller, Kupke, Göres, Sandis).
Freilich ist das immer wieder schön. Schülers "Parsifal" lockte nun zum 125. Mal Mannheim und die Welt ins ausverkaufte Opernhaus. Ein Fest für Aug und Ohr. Aber dass diese Inszenierung lebendig bleibt, ist auch ein Verdienst des Publikums, das ungebrochen begeistert ist - alle Jahre wieder. Zehn Minuten lang.
© Mannheimer Morgen, Dienstag, 10.04.2012


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Richard Wagner
Die Walküre, Premiere A 25.03.12, B 01.04.12
Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Inszenierung, Bühne, Kostüme: Achim Freyer





Die Walküre
Premiere A 25.03.12
© Foto: Hans Jörg Michel

[…] Freyer erzählt die Kernhandlung präzise und seziert die Konflikte messerscharf. Zugleich reichert er das Geschehen mit Rückblenden, Symbole, Vorausblicke an. Gespielt wird hauptsächlich auf der Drehbühne, die Personen, diverse Objekte oder sogar lebende Hunde heranzoomt und wieder entfernt. Auf Raum füllende Video sieht man Sterne, aber es gibt auch ganz kurze Filmclips, die zum Rheingold zurückführen oder die unmittelbare Vorgeschichte der Walküre zeigen. Alles scheint hier mit allem in Verbindung zu stehen und die Konstellationen der Figuren werden mal ins Kosmische, mal auch ins Kosmische erweitert. […]
[…]Sämtliche Kostüme sind, wie immer bei Freyer, aufwändig gestaltet und stilisiert, die Personenregie arbeitet mit Gesten und Bewegungen, die an asiatische Theaterformen erinnern. Es gibt kaum Sichtkontakt, Hände und Arme werden energisch-energetisch geführt. Alles in allem ist dieser Abend ein Theaterwunder….[…]
[…] Am Pult stand Dan Ettinger, […]. Man hört einen schroffen, aggressiven Wagner mit extremen Blechausbrüchen und jubelnden Streichern – ein interessanter Kontrast zur Szene.   (NMZ online, 30. März 2012)

Star des abends ist eindeutig Karsten Mewes, der als Wotan nicht nur über eine herausragende Präsenz verfügt, sondern auch klug gestaltet, vor allem die beiden großen Dialoge des zweiten Akts, und dabei mit sehr guter Textverständlichkeit und sprachlicher Prägnanz begeistert, …   (Stuttgarter Zeitung, 28. März 2012)

[…] Heike Wessels als Sieglinde gleichermaßen wie die Fricka von Edna Prochnik, ein doppeltes Rollendebüt, gebühren die Palme des Abends, schwer zu entscheiden, wer besser gefiel. Beide mir kultivierter voll tönender Stimme und wunderbarer Linienführung, ohne n der Höhe jegliche Anstrengung hören zulassen; perfektes opernglück mit Rückenschauern. […] Herrlich die Brünnhilde von Judith Nemeth und Manfred Hemm als Hunding im bunten Fuchskostüm, allesamt große Wagnerstimmen allerfeinster Klasse.   (Online Musik Magazin, 30. März 2012)

Die Walküren schleudern ihr Hojotoho mit gespenstischer Frauenpower über den Orchestergraben. In großer Form ist Heike Wessels, die ein beachtliches Rollendebüt als Sieglinde abliefert und auch in den exponierten Passagen ihren kultivierten Gesangsstil beibehält. Judith Nemeth überzeugt als durchschlagende Brünnhilde, Edna Prochnik als klug gestaltete Fricka. Karsten Mewes singt die Partie des Wotan mit schönem, strömenden Bassbariton, Manfred Hemm zeichnet den Hunding mit schwarzer Basskälte.“   (Badisches Tageblatt, 27. März 2012)

Ebenso wichtig wie die Klarheit des Augenblicks ist Freyer die freie Sicht aufs Ganze. Das stets Durcheinanderwirbeln der Figuren und Erzählstränge, die vielen Assoziationsnebenwege, all dies folgt einem stringenten Erzählduktus nicht nur innerhalb der einzelnen Ringteile, sondern über den jeweiligen Abend hinweg vom Rheingold-Vorspiel bis zum bitteren ende des brennenden Walhall. Das ist allerdings nicht ganz so einfach zu machen, dafür müssten entgegen der Originalpartitur einige Figuren des Rgheingold wieder auftauchen. Freyer unterläuft dieses Problem mit einm Augenzwinkern, indem er etwa Loge als rauchenden Geist in die Szenerie der Walküre spazieren lässt.   (Süddeutsche Zeitung, 29. März 2012)

…Freyer verweigert sich auch in Die Walküre dem konventionellen Erzähl- und Handlungstheater. Das Erzählen überlässt er einem guten Freund: Richard Wagner. […] Schon Wagner doppelt sich in Wort und Ton. Und Freyer schafft dieser Doppelung noch Spiegelbilder: Was so entsteht ist  ein Kosmos in dem sich Motive, Figuren und Fragestellungen wie in einer auf die Final-Katastrophe zusteuernden Spirale drehen. Faktisch: alles schwebt bunt beleuchtet über der Szenerie.  […] Eine schillernde Galaxie virulenter Ring-Materie.
[…] Freyer schafft die Zeit ab und führt eine Simultanität der Ereignisse ein, so etwas wie Paralleluniversen. Die Götterdämmerung hat auf der Drehbühne also längst begonnen.
… so wird man mit Freyer an die Substanz des Werkes vordringen und aus der repetitiven Zeitlupenhaftigkeit eine ungeheure Kraft ziehen, die der Verkümmerung des musikalischen Wahrnehmungsvermögens entgegenwirkt und Ohren öffnet für das, was GMD Dan Ettinger mit dem NT-Orchester im Graben anstellt: klare Artikulation, kammermusikalisches Ausdünnen, (meist) sängerfreundliches Abdimmen des Klangs.   (Mannheimer Morgen, 27. März 2012)

Ettinger ging gelegentlich bis an die Grenzen dessen, was Sänger leisten können, und auch das Nationaltheaterorchester wurde sehr gefordert. Es war detailliert einstudiert worden, klanglich präzise ausbalanciert und dynamisch bis ins feinste geschliffen.   (Rhein-Neckar-Zeitung, 27. März 2012)


B Premiere 01.04.12

Der Abend widerlegte die Premiere nicht. Achim Freyers "Diktatur der Bilder" wirkt beim Wiedersehen eher stärker als schwächer - das magisch Virulente daran, nämlich dass Freyer in fantastischen Bühnenansichten so etwas wie die Omnipräsenz aller bislang verhandelten "Ring"-Themen schafft, könnte als Gegenentwurf zum Stuttgarter "Jahrhundert-Ring" begriffen werden; in Klaus Zeheleins Wurf hatte kein Teil inszenatorisch etwas mit dem anderen zu tun - bei Freyer ist es exakt das Gegenteil.

Ein ganz anderer Wotan

Die Umbesetzung: Thomas Jesatko, der ja erst Ende Mai in die Partie hätte einsteigen sollen und nicht ideal vorbereitet war, präsentierte einen ganz anderen Wotan als Mewes. Weniger dämonisch, kernig und glitzernd, dafür menschlicher, stimmlich variabel und sehr expressiv. Die meisten Bravi erhielt am Ende aber erneut Heike Wessels für ihre Sieglinde. Nicht zu Unrecht wurde lange heftig applaudiert.    (Mannheimer Morgen, 3. April 2012)

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Pietro Mascagni / Ruggero Leoncavallo
Cavalleria rusticana / I Pagliacci
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier
FOA, 23.02.2012
Mit: Maria Guleghina (Santuzza), Stuart Neill (Canio) und
Marina Ivanova (Nedda)




Cavalleria rusticana / I Pagliacci
FOA, 23.02.2012
© Foto: Hans Jörg Michel

Für die erkrankte Waltraud Meier hätte das Nationaltheater beim "Festlichen Opernabend" am Sonntag keinen besseren Ersatz finden können. Die berühmte Sopranistin - längst Gast auf allen großen Bühnen der Welt - lässt das Publikum jede Facette des Unglücks der Hauptrolle aus Pietro Mascagnis "Cavalleria rusticana" spüren.[…] Dabei schöpft sie alle dynamischen Möglichkeiten aus: Mitreißend und ohne jede Spur der Forcierung erschüttert ihr Forte den Saal, und selbst das zarte Piano überstrahlt scheinbar mühelos das von Alois Seidlmeier dirigierte Orchester.
[..]
Mit der Partie des Canio hat er nicht nur als grandioser Sänger mit einer profunden, farbenprächtigen Mittellage und atemberaubender Höhe einen imposanten Auftritt: Selbst im lächerlichen Bajazzo-Kostüm - weiß mit bauschigen Bommeln (Inszenierung: Roland Velte, szenische Leitung der Wiederaufnahme: Claudia Plaßwich) - macht der versierte Schauspieler den wütenden Hass seiner Figur beängstigend plastisch deutlich. Seine Nedda ist mit Marina Ivanova glänzend besetzt. Die wandlungsfähige Sopranistin singt und spielt ihre Partie mit enormer Hingabe gleichermaßen kokett, höhnisch, dramatisch und humorvoll. Ihr zur Seite steht Liebhaber Silvio, dessen schmeichelndes Werben Thomas Berau mit den vielfältigen Möglichkeiten einer äußerst beweglichen Baritonstimme veranschaulicht. Hingegen besticht Jorge Lagunes durch dunkle Färbung des tölpelhaften Tonios, während Benedikt Nawrath (Beppo) mit glasklarer Höhe brilliert. Einmal mehr präsentierte das Nationaltheater große italienische Oper auf höchstem Niveau.   (Mannheimer Morgen, 28. Februar 2012)


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Giuseppe Verdi
Messa da Requiem, Premiere 24.02.2012
Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Chor: Tilman Michael
Mit: Ludmilla Slepneva. Edna Prochnik, István Kovácsházi
und Sung-Heon Ha



Messa da Requiem
Premiere 24.02.2012
© Foto: Hans Jörg Michel

Die Produktion hatte Generalmusikdirektor Dan Ettinger zur Chefsache erklärt (für „Stiffelio” war sein Stellvertreter Alois Seidlmeier vorgesehen) und bestätigte am Pult eindrucksvoll seine außergewöhnlichen dirigentischen Fähigkeiten. So stand Intensität der Klangrede diesmal vom ersten bis zum letzten Ton groß geschrieben, die Wiedergabe im Zeichen einer kontinuierlichen Spannungslinie und zwingender atmosphärischer Dichte. Mit erschütterndem Nachdruck wurden die gewaltigen Tonvisionen des jüngsten Gerichts und das Drama des Menschen nachvollzogen, sein niedergeschlagenes Flehen, seine Ängste und Zweifel angesichts des Todes. Zudem setzte Ettinger mit raffinierten Farbtupfern die erlesenen Feinheiten von Verdis Instrumentierung um und erzielte Momente entrückter Schönheit durch hauchzarte Zwischentöne. So nahm den Zuhörer gleich der Anfang im zaghaft flüsternden Piano der Streicher und des Chors gefangen. Nicht zu vergessen die vielen plastischen Details der Phrasierung, die fein ausgehörten Übergänge, Ettingers ausladende Melodiebögen und sensible Lyrismen.    (Die Rheinpfalz, 27. Februar  2012)

Einerseits suggeriert der Abend Bilder aus Verdis Kirchen-, Tempel- oder Gebetsszenen, die seelische und gesellschaftliche Spannungen sichtbar machen. Andererseits ist die Aufführung ein Zeugnis großer Konzentration und innerer Geschlossenheit. Vom meditierenden Beginn bis zu den blitzenden Eruptionen findet Generalmusikdirektor Ettinger das rechte Maß, um dem Ernst und der Beklommenheit einer Totenmesse gerecht zu werden. [...]
Und der überwältigenden, feinfühligen Tragödin Ludmila Slepneva bleibt es danach überlassen, den Schlussgesang des Requiems mit tief empfundener Glaubensnot zu erfüllen. Auf diese Leidensszene des "Libera me" richtet Dan Ettinger offenbar seine Interpretation aus.Der von Tilman Michael vorbereitete Chor hält sich weit entfernt von schwergewichtiger Opernlast und reagiert wie das farbenreiche Orchester höchst flexibel auf die formbewusste Gestaltung des Dirigenten. Die Rossini-leichte Heiterkeit bekommt die Bedeutung einer kurzen Episode, in der Ettinger kurz die Zügel lockert. Ansonsten überwacht er hilfreich und beharrlich die Akzente eines jeden Auf- oder Abschwungs und eines jeden heiklen Übergangs zwischen den extremen Dynamik-Kontrasten.    (Mannheimer Morgen, 27. Februar 2012)

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Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 9 d-moll op.125
Musikalische Leitung: Dan Ettinger

Neujahrskonzert 01.01.2012
Solisten: Ludmila Slepneva, Edna Prochnik, Jürgen Müller, Thomas Berau
Konzert am 02.02.2012
Solisten: Cornelia Ptassek, Edna Prochnik, Endrik Wottrich, Karsten Mewes

Bei seinem  Neujahrskonzert hat das Mannheimer Nationaltheater ein abendländisches Kulturmonument präsentiert: Beethovens neunte Sinfonie. Adel verpflichtet! Das Konzert wurde zur Chefsache erklärt, und unter Generalmusikdirektor Dan Ettingers impulsiver Leitung kam eine dem Werk adäquate, im voll besetzten Opernhaus umjubelte Aufführung zustande. [..]
Die Wiedergabe der Beethovenschen Neunten im Mannheimer  Neujahrskonzert überzeugte durch ihre überlegen disponierte, groß angelegte sinfonische Linie. Vom ersten bis zum letzten Takt spielte das Nationaltheater-Orchester angespannt, kompakt, mit entschlossenem Zugriff und in keinem Augenblick nachlassender Konzentration. Intensität der Klangrede war durchweg groß geschrieben. Mit explosivem Nachdruck wurden die großen Verdichtungen und erregenden Steigerungen des ersten Satzes nachvollzogen, und durch geballte sinfonische Klanggewalt nahmen die monumentalen Höhepunkte die Zuhörer gefangen   (Die Rheinpfalz, 3. Januar 2012)

Nun zünden die geschärften Akzente, strömt die Energie aus überwölbenden Bindungen, setzt Dan Ettinger harte Zäsuren und entfacht ein drängendes Legato. Es wird großartig musiziert. Die Holzbläser! Aber auch alle anderen Mitglieder des Orchesters steuern mehr als Hochachtbares bei, wenn es gilt, nach den vielen Anläufen, Umleitungen und Klangstaus endlich dort anzukommen, wohin der Verkündigungsmodus der Ergriffenheit Beethovens von Anfang an will: auf die Gipfel wuchtiger Erhabenheit im Finale.
Für diese hymnischen Höhenflüge ist der prächtig singende Chor des Nationaltheaters zuständig, ergänzt durch ein überaus bemerkenswertes Solisten-Quartett (Ludmila Slepneva, Edna Prochnik, Jürgen Müller und Thomas Berau).   (Mannheimer Morgen, 3. Januar 2012)


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FOA, 29.01.2012
Rossini / Verdi Gala
Mit Franco Vassallo
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier



Rossini / Verdi Gala
FOA, 29.01.2012
© Foto: Hans Jörg Michel

Rhythmisches Klatschen, Standing Ovations: Auf den stürmischen Beifall im Opernhaus des Nationaltheaters antwortet der kurzfristig für seinen erkrankten Kollegen Leo Nucci eingesprungene Franco Vassallo sichtlich gerührt mit zwei Zugaben, darunter eine hinreißend gesungene Arie aus "Andrea Chénier" von Umberto Giordano. Hier, am Ende eines in vielerlei Hinsicht beglückenden Festlichen Opernabends, scheint er nochmals zu bündeln, womit er bereits zuvor das Publikum mehrfach zu heftigem Applaus angeregt hatte.
Eine Begeisterung, die offenkundig auch das Orchester und sein Dirigent teilten. Jedenfalls zeigte es sich unter der Leitung Alois Seidlmeiers von seiner besten Seite: Pointiert und hochempfindsam in der Begleitung, phrasierungsreich, genau, virtuos und klangbewusst in den Ouvertüren von Rossini und Verdi. Glänzend aufgelegt inszenierte das Orchester immer wieder brillante Wechselspiele zwischen Bläsern und Streichern, wenn es galt, das Dramatische oder beklemmend Unheimliche mancher Stimmungsbilder farbig zu beschwören.    (Mannheimer Morgen, 31. Januar 2012)


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Johann Christian Bach
AMADIS DES GAULES, WA 03.01.2012
Inszenierung: Nicolas Brieger
Musikalische Leitung: Michael Cook

Antje Bitterlich bewältigte die Koloraturen der 1. Coryphèe mit exzellenter Leichtigkeit, und der Chor (Leitung: Tilman Michael) verdient uneingeschränkte Bewunderung. Den hohen Anforderungen an seinen präzisen Klangsinn, seine darstellerische Beweglichkeit wird er ebenso bravourös gerecht wie dem erfolgreichen Bemühen, die eigene Ausdrucksdichte zu einem Zentrum der Aufführung werden zu lassen.    (Mannheimer Morgen, 5. Januar 2012)
 
Bei so einer kurzweiligen Inszenierung fehlt nur noch eine hochkarätige musikalische Umsetzung, um den Abend perfekt zu machen. Und auch in diesem Punkt werden die Erwartungen des Publikums in keiner Hinsicht enttäuscht. Das Orchester des Nationaltheaters Mannheim zaubert unter der Leitung von Michael Cool einen stets akkuraten Klang aus dem Graben, der in den sinfonischen Passagen und den Chorszenen stark an Glucks Reformopern erinnert, in den dramatischen Arien bereits Mozarts Königin der Nacht vorwegnimmt. Großes Lob gebührt in diesem Zusammenhang auch dem Chor, der unter der Leitung von   Tilmann Michael durch Homogenität und Durchschlagskraft begeistert.   (Online Musik Magazin, 5. Januar 2012)


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FOA, 16.12.2011
Turandot
Mit Lise Lindstrom (Turandot), Walter Fraccaro (Calaf)
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier



Turandot
FOA, 16.12.2011
© Foto: Christina Limbourg

Die Mannheimer Inszenierung von Regula Gerber ist ein spannendes und bildhaftes Spektakel. Jedes Detail wird stets richtig inszeniert und bildlich wunderbar dargestellt. Auch der Chor, der immer wieder den Blutrausch des Volkes interpretiert und dabei die wunderschönen Lieder sang, hatte bei Regula Gerber einen hohen Stellenwert. Hierzu war zu bewundern, welches Talent und Können der Chorleiter Tilman Michael aus seinen Schützlingen hervorzauberte. [..]
[..] Bis dato hatte der Chor und Walter Fraccaro als Calaf das Publikum in absoluter Begeisterung gesungen. Lise Lindstrom spielte und sang Turandot in einer herausragenden Qualität. Solch eine geniale Partie sieht und hört man selten. Umso schöner, in einer perfekt ausbalancierten Inszenierung mit der richtigen Mischung der Akteure am Nationaltheater Mannheim genießen zu können. Das Finale der Oper war ein echter Augen- und Ohrenschmaus für jeden Opern- und Konzertliebhaber. Was da Franco Alfano aus der Oper von Puccini geschaffen hat, ist allererste Sahne.  (Delta News, 16.12.11)


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Gaetano Donizetti
Lucia di Lammermoor, Premiere A 09.12.11
in Kooperation mit dem Theater Dortmund
Musikalische Leitung: Joseph Trafton
Inszenierung: Christian Pade



Lucia di Lammermoor
Premiere A 09.12.11
© Foto: Hans Jörg Michel

... Jedenfalls hatte man sich Christina Rümann gesichert, die bei der Premiere dieser Produktion in Dortmund bereits gefeiert wurde - völlig zurecht, wie sie jetzt auch in Mannheim bewies. Ihre von einer Glasharmonika begleitete Wahnsinnsszene ist stimmlich wie darstellerisch ein Glücksfall - wie auch die musikalische Leitung durch Joseph Trafton (und der von Tilman Michael vorbereitete Chor). Trafton erweist sich als Schatzsucher in der Donizetti-Partitur und entdeckt dabei Details und Farben, die man bei aller Begeisterung für die Belcanto-Schönheit manchmal völlig überhört. Fast jede Arie bekommt dabei ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter.    Die Rheinpfalz, 12. Dezember 2011

Und was dann geschieht, ist überaus betörend. Christina Rümann singt zum Glasharmonikaspiel von Sascha Reckert jene Arie, die als Wahnsinnsarie in die Geschichte des Belcantogesangs eingegangen ist. Rümann, [..], entwickelt virtuose Lyrismen, phrasiert himmlisch und lässt in den warmen Höhen der Koloraturen keine Wünsche offen. Gemeinhin hört man diese Arie von Flöte begleitet. Die Version mit Glasharmonika ist wesentlich nebulöser und unpräziser, aber in dieser Unschärfe kommt der ganze Wahnsinn Lucias noch um so vieles deutlicher heraus, dass man sich keine andere Version mehr wünscht. [..] Chor und Orchester, die erstmals unter dem neuen jungen Kapellmeister Joseph Trafton durchaus feinsinnig und farbenreich spielen, müssen den Abend mit den Sängern gestalten und tun dies beachtlich gut koordiniert und bisweilen sogar packend; zumal die für die erkrankte A- und B-Besetzung Bitterlich/Kupke aus Dortmund eingesprungene "Lucia" Christina Rümann und Jorge Lagunes als ihr Bruder Enrico einen exzellenten Sängerabend bescheren.    Mannheimer Morgen, 12. Dezember 2011

Eine starke Leitung ist dem klangvoll sonor singenden Chor des Nationaltheaters ( Tilman Michael) zu bescheinigen. Unter Leitung von Kapellmeister Joseph Trafton musiziert das Mannheimer Nationaltheaterorchester mit Schwung und Biegsamkeit, Brio und sattem Melos.    Rhein Neckar Zeitung, 12. Dezember 2011

Lucia di Lammermoor Kritik zur Aufführung am 14.12.11
Beginnen wir mit dem Dirigenten Joseph Trafton, der im Orchestergraben für zügige Abläufe und eloquente Begleitung sorgte und loben wir den wach auf italienisch-romantischen Pfaden wandelten, von Tilman Michael wie immer auf den Punkt einstudierten Chor. [..] David Lee ist es hoch anzurechnen, dass er aus der von Donizetti recht stiefmütterlich behandelten Tenor-Partie des im Brautbett gemeuchelten Arturo Bucklaw einen Typen aus Fleisch und Blut machte. Und dass der ellenlange Sung-Heon Ha seinen profunden Bass zielsicher einsetzt und aus dem Erzieher Raimondo eine treffliche Charakterstudie macht, hatte man ja auch schon geahnt.   Die Rheinpfalz 17. Dezember


Lucia die Lammermoor Kritik zur Aufführung am 30.12.11
Es war dies nicht einmal die reguläre B-Premiere der am Nationaltheater Mannheim neu inszenierten "Lucia di Lammermoor", sondern vielmehr die  erste mit rein Mannheimer Besetzung - einer ziemlich idealen übrigens. Die sängerischen Leistungen waren an diesem Abend so hervorragend, dass ein Abglanz des Publikumsjubels sogar (im Falle des Erscheinens) auf das Regieteam gefallen wäre, das ja bekanntlich bei der A-Premiere so schmählich ignoriert worden war.
[..] der "italienischer Held" Michail Agafonov verkörperte den unseligen Grafen von Ravenswood mit solcher Emphase und selbst in der heiklen Chromatik des Finales ("bell'alma innamorata") mit solch edlem Timbre, dass die Bravo-Rufe kein Ende nahmen.
Außerordentlich auch die Leistungen der beiden Neuzugänge im Ensemble. Jorge Lagunes' kerniger Heldenbariton und seine Bühnenpräsenz machen ihn zu einer Idealbesetzung für den finsteren Enrico. Sung-Heon Ha war ein bassgewaltiger Pater Raimondo von alttestamentarischem Format. Einwandfrei die Besetzung der Nebenrollen.   Mannheimer Morgen, 2. Januar 2012


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Camille Saint-Saens
Samson et Dalila (Oper konzertant), Premiere 06.11.11
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier
Chor: Tilman Michael



Samson et Dalila (Oper konzertant)
Premiere 06.11.11
© Foto: Christian Kleiner

Das Nationaltheater-Orchester unter Leitung von Alois Seidlmeier brachte Arabiens Düfte, die sinnlichen Orientalismen und verführerischen Tänze bezaubern zum Klingen. Entwarf dabei narkotisierende Farben in den weich intonierenden Holzbläsern, und nicht selten wurde dies im Tutti-Schwung hoch gesteigert zu orgiastisch schäumenden Tänzen wie im 4. Bild. Frisch und dynamisch musizierte das Orchester, ließ die Partitur in klarer Schönheit zu einnehmender Wirkung kommen. […]
… Für die Partie der Dalila hat man am Nationaltheater eine Sängerin, die diese Figur mit jeder Faser ihres Gefühls zu verkörpern weiß. Die Mezzosopranistin Heike Wessels hat ein ungewöhnlich schönes Organ, das ihre Darstellung zum Ereignis werden ließ. Warm und farbenreich, mit dunklem Samt in der Stimme ließ sie ihre schmiegsame Lyrik schönste Verführungskunst gewinnen.  Dabei gestaltete sie facettenreich, vom weich Geschwungenen bis zu großer dramatischer Glut. […]
… Eine große Leistung ist auch dem Chor und Extrachor des Nationaltheaters (Einstudierung: Tilman Michael) zu bescheinigen, der konturenstark und mit großer Stahlkraft sang.[..] Zusammen entwickelte der Chor eine große Dynamik und Schlagkraft, gipfelnd in mitreißenden orgiastischen Gesängen im Schlussakt.   Rhein Neckar Zeitung,  10. November 2011


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Richard Wagner
Das Rheingold, Premiere A 28.10.11
Inszenierung, Kostüme, Bühnenbild: Achim Freyer
Musikalische Leitung: Dan Ettinger





Das Rheingold
Premiere A 28.10.11
© Foto: Hans Jörg Michel

In den stärksten Momenten ereignet sich reine, berührende Theaterpoesie, der auch der Generalmusikdirektor Dan Ettinger mit seinem feinem und ebenso sängerfreundlichen wie sanglichen Dirigat zuarbeitet. Dan Ettinger dirigiert zurückhaltend und sehr klar. Vor allem Jürgen Müller (Loge), Karsten Mewes (Alberich) , Uwe Eikötter (Mime) und – […] – Thomas Jesatko als Wotan danken es ihm durch sehr gute sängerische Präsenz.   Stuttgarter Nachrichten, 2. November 2011

[…] Denn Freyer zaubert. Und er verzaubert - eine Kunst, die leider immer weniger Opernregisseuren eigen ist. Auf erstaunliche Weise kommt seine Ad-hoc-Produktion dabei einem Plan Wagners nahe, der ursprünglich von einem bloß temporären Festspielhaus am Ufer des deutschen Urstroms geträumt hatte; das wäre dann nach dem ersten „Ring“-Durchlauf in Flammen aufgegangen.[..]
Gleichwohl ist schon jetzt erkennbar: Freyer setzt auf eine vieldeutige, teils surreale, teils symbolisch überhöhte Bildersprache, die nicht in erster Linie eine Interpretation der Tetralogie im Fahrwasser des Regisseurtheaters verfolgt; sondern vielmehr deren unmittelbare, optisch überwältigende Realisation als genuines Spektakel und theatrum mundi.
[…]Namentlich der Wotan des leichtstimmigen, aber vorbildlich textnah gestaltenden Thomas Jesatko, die Erda von Simone Schröder und der unheimliche, weil doppelgesichtige Alberich von Karsten Mewes stehen für die hohe Qualität des Ensembles, das weitgehend ohne Gastsänger auskommt. Auch Jürgen Müller setzt als fünfarmiger, ununterbrochen phallische Zigarren schmauchender Feuergottprotz Loge schauspielerisch wie gesangliche Akzente.   FAZ, 31. Oktober 2011

Die Bildsprache des Malers, Regisseurs und – Philosophen – ist mächtig und originell genug, um erneut zu faszinieren. Und surreal. Natürlich entspricht Freyers Kunstauffassung, dieses vielleicht komplexeste Bühnenwerk aller Zeiten aus der Perspektive des Mythos zu begreifen. Aber ebenso gehört die gesellschaftspolitische – epische – Dimension zum Theater des Brecht- Schülers. Der Anspielungsreichtum seiner Mannheimer „Rheingold“ – Inszenierung, die so manche Grundstruktur der Bilderwelt an der Los Angeles Opera reflektiert oder zitiert, wäre Stoff für ganze Exegesen.  […] Langweilig dürfte es nicht werden. Denn Freyer ist ein Poet auf der Bühne. Wie er den Gegensatz zwischen hohler, skulpturaler Götterwelt und dem clownesken, viel menschlicheren und damit auch zynischeren Halbgott Loge (bemerkenswert in Diktion und Gestaltung: Jürgen Müller) konstruiert, wie er ganze Batterien von Scheinwerfern wie Kriegsgerät zu Donners Gewitter – Show auffahren lässt, verrät den großen Künstler.   Badische Zeitung, 2. November 2011

Thomas Jesatko gab mit hellem, gut fokussiertem und geradlinig geführtem Heldenbariton einen eindringlichen Wotan. Karsten Mewes brachte prägnantes Baritonmaterial für den Alberich mit. Als Loge wartete Jürgen Müller mit imposantem Tenor auf. Wunderbar ließ Simone Schröder als Erda ihren profunden, tiefgründigen Alt dahinfließen.
Der Star des Abends war eindeutig GMD Dan Ettinger, der das bestens disponierte Orchester in an Furtwängler gemahnenden erhabenen Breiten mit großer Vehemenz durch den Abend leitete. Sein beeindruckendes Dirigat zeichnete sich durch ein Höchstmaß an Dramatik und Ausdrucksintensität aus.    Allgemeine Zeitung Mainz, 31. Oktober 2011


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Liederabend mit Maximilian Schmitt
“Die schöne Müllerin“
Klavierbegleitung: Gerold Huber
10.10.2011



Die schöne Müllerin
Liederabend mit Maximilian Schmitt
© Foto: Hans Jörg Michel

Denn seit Fritz Wunderlich war hierzulande, zumindest im Tenorfach, kein Sänger zu hören, dem all dies in solcher Fülle zu Gebote steht: die schiere Schönheit des perfekt geführten lyrischen Tenors, die glänzende Artikulation selbst im raschen Parlando, die Empfindungstiefe bei den Gratwanderungen zwischen jubelnder Emphase und tiefer Verzweiflung.
 
Maximilian Schmitt verfügt auch über die rare Gabe, die Naivität, die Naturliebe des jungen Müllerburschen ohne Sentimentalität darzustellen und dennoch die Verzweiflung des Verlassenen glaubhaft zu machen - am ergreifendsten wohl in "Trockne Blumen". Ein Glücksfall auch die künstlerische Symbiose mit dem wunderbaren Pianisten Gerold Huber, der zur internationalen Gilde großer Liedgestalter zählt und nicht nur die surrenden Räder und die rieselnden Bächlein sondern auch die tiefsten Emotionen sinnfällig macht. Für den enthusiastischen Applaus dankten die Künstler mit Franz Schuberts "Leise flehen meine Lieder".   Mannheimer Morgen, 12.10.2011


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Pressestimmen Oper Spielzeit 2011/2012

Opernwelt, Mai 2012
Wagners Die Walküre in der Regie von Achim Freyer im Vergleich mit der Bayrischen Staatsoper

Robert Lopez / Jeff Marx
Avenue Q, Premiere 19.04.2012
Musikalische Leitung: Christiaans Crans
Inszenierung: Dominik Flaschka
Bühne: Simone Baumberger
Kostüme: Kathrin Kündig
Puppen: Rick Lyon
Choreografie: JoNAThan Huor

Richard Wagner
Parsifal, Premiere 14.04.1957
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier
Inszenierung: Hans Schlüter
Bühne: Paul Walter
Kostüme: Gerda Schulte
Chor: Tilman Michael

Richard Wagner
Die Walküre, Premiere A 25.03.12, B 01.04.12
Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Inszenierung, Bühne, Kostüme: Achim Freyer

Pietro Mascagni / Ruggero Leoncavallo
Cavalleria rusticana / I Pagliacci
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier
FOA, 23.02.2012
Mit: Maria Guleghina (Santuzza), Stuart Neill (Canio) und
Marina Ivanova (Nedda)

Giuseppe Verdi
Messa da Requiem, Premiere 24.02.2012
Musikalische Leitung: Dan Ettinger
Chor: Tilman Michael
Mit: Ludmilla Slepneva. Edna Prochnik, István Kovácsházi
und Sung-Heon Ha

Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 9 d-moll op.125
Musikalische Leitung: Dan Ettinger

FOA, 29.01.2012
Rossini / Verdi Gala
Mit Franco Vassallo
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier

Johann Christian Bach
AMADIS DES GAULES, WA 03.01.2012
Inszenierung: Nicolas Brieger
Musikalische Leitung: Michael Cook

FOA, 16.12.2011
Turandot
Mit Lise Lindstrom (Turandot), Walter Fraccaro (Calaf)
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier

Gaetano Donizetti
Lucia di Lammermoor, Premiere A 09.12.11
in Kooperation mit dem Theater Dortmund
Musikalische Leitung: Joseph Trafton
Inszenierung: Christian Pade

Camille Saint-Saens
Samson et Dalila (Oper konzertant), Premiere 06.11.11
Musikalische Leitung: Alois Seidlmeier
Chor: Tilman Michael

Richard Wagner
Das Rheingold, Premiere A 28.10.11
Inszenierung, Kostüme, Bühnenbild: Achim Freyer
Musikalische Leitung: Dan Ettinger

Liederabend mit Maximilian Schmitt
“Die schöne Müllerin“
Klavierbegleitung: Gerold Huber
10.10.2011



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