Pressestimmen Oper Spielzeit 2009/2010


Werther
Festlicher Opernabend
28.07.2010
Musikalische Leitung: Attilo Tomasello
Mit Vesselina Kasarova als Charlotte und
Giuseppe Filianoti als Werther

Werther, Festlicher Opernabend, 28.07.2010<br />
Werther, Festlicher Opernabend, 28.07.2010

Ausgezeichnet war die musikalische Vorstellung dieser Oper. […]
Der Italiener Giuseppe Filianoti ließ beim „Festlichen Opernabend“ in der Titelpartie eindrucksvoll hören, warum er zu den gefragtesten Tenören unserer Zeit zählt. […] Dabei zeichnete er einen hoffnungslosen Schwärmer zwischen Traum und Ekstase, Glück und Tragik. […] Begeisterter Jubel schlug ihm entgegen, genauso wie Vesselina Kasarova in der Partie der Charlotte. […] Der 1. Kapellmeister am Nationaltheater wusste mit dem inspiriert musizierenden Orchester die Klangfarben weiträumig zu öffnen, wobei die Wellen der Leidenschaft sehr hoch schlugen.
Rhein- Neckar- Zeitung (02.08.2010)

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Freitag, 23. Juli 2010, 19.30 Uhr
MozART group
Musikalisches Kabarett

MozART group, Musikalisches Kabarett, 23.07.2010<br />
MozART group, Musikalisches Kabarett, 23.07.2010

Mit Filip Jaslar (Violine), Michal Sikorski (Violine), Pawel Kowaluk (Viola) und Boleslaw Blaszczyk (Cello)

Der Name ist Programm, der Startschuss fällt mit Mozarts „kleiner Nachtmusik“. Dann aber legen die Geiger Filip Jaslar und Michal Sikorski, der Bratscher Pawel Kowaluk und der Cellist Boleslaw Blaszczyk, allesamt im traditionellen Frack auf der Bühne, richtig los: Das musikalische Material wird zerpflückt, gedreht und gewendet, atomisiert und neu zusammengesetzt. Witzige Assoziationen stellen sich ein, Folklore- Fiedler und ein bisschen Anatevka werden aus dem guten, alten Mozart destilliert. Mit Schwung und Ironie, mit perfektem Witz und parodistischer Präsentation.
Mannheimer Morgen 27.07.2010

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Donnerstag, 22. Juli 2010, 19.30 Uhr, Premiere
Abendempfindung

Abendempfindung, Premiere 22.07.2010<br />
Abendempfindung, Premiere 22.07.2010

Musiktheaterprojekt von Joachim Schlömer mit Werken von W. A. Mozart
Eine Koroduktion des NTM mit dem Festspielhaus St. Pölten in Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen
Musikalische Leitung: Günther Albers
Mit Cornelia Ptassek (Sängerin), Marianne Hamre (Schauspielerin) und Graham Smith (Tänzer)

Einerseits drängte sich so manchem Zuschauer bei der Aufführung von „Abendempfindung“ wohl Richard Prechts berühmt gewordene Frage auf: „Wer bin ich und wenn ja wieviele?“ Denn was sich hier beim Mannheimer Mozartsommer im zweiten Teil der Trilogie „Irrfahrten“ auf der Bühne ereignete, war eine Seelenschau, die perfekter kaum hätte inszeniert werden können.
Rhein- Neckar- Zeitung (26.07.2010)

Schlömer zeigte sich […] um Einfälle in keinem Moment verlegen. Auch gelangen ihm Bilder von ausgeprägtem ästhetischem Reiz.
Die Rheinpfalz ( 24.07.2010)

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Dienstag, 20. Juli 2010, 19.30 Uhr
Der Traum vom Orient - Eine Entführung in den Serail

Konzert con Concerto Köln & Sarband

Tatsächlich fand bei dem Konzert so etwas wie die Fusion der musikalischen Kulturen statt, indem nämlich die Sarband- Musiker  den „klassischen“ Werken mit ordentlich Schmackes einheizten und Concerto Köln auch bei türkischen Werken (oft unisolo) mitspielten. Selbst getanzt wurde. Zwei Derwische drehten sich eindrucksvoll im Kreis. Ein leichter Abend, der viele glücklich machte. Gelungen.
Mannheimer Morgen (22.07.2010)

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Mannheimer Mozartsommer 2010
Montag, 19. Juli 2010, 11.00 und 19.00 Uhr
Zauberflöte – Eine Prüfung

Zauberflöte – Eine Prüfung, 19.07.2010<br />
Zauberflöte – Eine Prüfung, 19.07.2010

Eine Koproduktion von Thalias Kompagnons mit dem ensembleKONTRASTE und der Tafelhalle Nürnberg

„ Ich werde dir ein Schlaflied singen“ kündigt Sarastro der von ihm gefangen gehaltenen Pamina an, und schon brummelt der Kontratenor im tiefsten Bass die Hallenarie in seinen Bart. Und lässt  danach Pamina lieblich klagen, die drei Damen der Königin schmachten und die drei Knaben jubilieren. Slapstick, Drama, Wahnsinn: Diese Mischung hat hier Methode.
Rhein– Neckar- Zeitung (28.07.2010)

Mozart einmal ganz anders. Während des Mannheimer Mozartsommers haben die Thalia Kompagnos im Schauspielhaus des Nationaltheaters die „Zauberflöte“ aus dem Geist des musikalischen Volkstheaters neu belebt und nebenbei noch gründlich modernisiert – ein Riesenvergnügen und ein Theaterabend der Extraklasse.
Die Rheinpfalz ( 22.07.2010)

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Mannheimer Mozartsommer 2010
Wolfgang Amadeus Mozart
La clemenza di Tito
Premiere 18.07.2010, Rokokotheater Schwetzingen
Inszenierung: Günter Krämer
Musikalische Leitung: Dan Ettinger

La clemenza di Tito, Premiere 18.07.2010<br />
La clemenza di Tito, Premiere 18.07.2010

Eine erfrischende Entrümpelung. (…) Eine auf das Wesentliche reduzierte Sicht des Dramas, die politische Macht und emotionale Ohnmacht gleichermaßen reduziert auf ein Konzentrat (…)“
 
„Lange, sehr stille Pausen zwischen den Worten, die leise, fast röchelnde Stimme: das sind stark retardierende Momente von enormer theatralischer Wirkung. Da gefriert die Zeit und lässt einen auch im Sommer frösteln. Dieser Titus ist beides: Existentialist und verzweifelt Liebender am Rande des emotionalen Abgrunds. Stoisch sitzt er auf der Bühnenkante: „Treue aus Furcht gilt mir nichts“,  sagt er finster. Der pompöse Jubel am Ende der Oper berührt ihn nicht. Der Herrscher mit dem weichen Herzen will nur „alles wissen …, alles vergessen.“ Eine großartige Innenschau dieser Figur."
 
"Barna-Sabadus’ Stimme und Darstellung geben dem Revolutionär aus Liebesnot eine sehr jugendliche Seite. Seine Koloraturen sind makellos, die Höhe ist sicher, tonschön und flexibel."
 
„Marie-Belle Sandis ist eine resolute Vitellia, die gerne mal einen Schluck nimmt und ihren jungen Lover um die Finger wickelt. (…) Unter ihr glüht die Erde. Ihr Zorn und ihre Verachtung sind grenzenlos, ihre Koloraturen messerscharf. Katharina Göres (Servilia), der ausgezeichnete lyrische Altus Yuriy Mynenko aus der Ukraine (Annio) und Frank van Hove als Publio runden das Ensemble ab, das ein beeindruckendes Ganzes bildet.“ Rhein-Neckar-Zeitung, 20. Juli 2010
 
 
„Es ist fast beängstigend, wie Günter Krämer dies in Szene setzt (mindestens so beängstigend ist freilich, dass Krämer alles, was er anfasst, gelingt!) Die Entwicklung des psychisch Kranken, der schon zu Beginn von Akt II an der linken Bühnenrampe düster vor sich hingrübelt, wird an diesem Abend fast physisch erlebbar. Wie überhaupt sich die Figuren in dem psychologischen Kammerspiel alle ständig weiterentwickeln. Lothar Odinius ist dieser Titus, und er zeigt den Kaiser nicht nur in dieser seelischen Verletztheit, in einem Liebesgefühl, das ihn quasi wissend macht und unfähig zu töten. Er lässt ihn auch in ungeheuer vielen Tenor-Facetten so klingen. Zart. Schmelzend. Grübelnd. Selten war eine Mozart-Partie so vielschichtig und lebendig.“
 
„Alles ist von Herbert Schäfer und Falk Bauer höchst ästhetisch in Schwarz, Weiß und Rot gehalten. Hier, in diesem fast keimfreien, aber schönen psychologischen Raum, kann sich die Tragödie von Titus ereignen. Den Rest dieses exzellenten Abends besorgt Krämers perfekte Personenregie. Und die macht aus jeder Figur ein eigenes Drama. Da ist sie. Vitellia, die an die Macht will und über Leichen geht. Marie-Belle Sandis spielt sie fast diabolisch, mit ihrer ausdrucksvollen Mimik entwickelt sie sich mehr und mehr zum machtgeilen Vamp (…) Besonders in der tiefen und mittleren Lage singt Sandis zum niederknien schön und kultiviert“
 
„Was sehr selten gemacht wird, wollte Krämer unbedingt tun: die Partien Sextus und Annius mit Männern besetzen. Der Plan geht voll auf. Valer Barna-Sabadus und Yuriy Mynenko sind ein Dream-Team. Der eine, Barna-Sabadus, verleiht dem Sextus (…) eine quirlige, überaus vielfarbige Virtuosität.(…) Der andere, Mynenko, hat als Annius eine unauffäligere Partie und spielt sie auch so, offenbart dort aber mit strahlenden Glockentönen eine Stimme, die in Präsenz, Beseeltheit und Phrasierung fasziniert. (…)“ Auch Katharina Göres ist auf dem besten Weg. Ihre Servilia ist überaus beweglich und ausgewogen. Und dass Frank van Hoves Publius keine Wünsche offenlassen würde – eine Gewissheit.
 
„Wild, bisweilen ungeschliffen und in den Tempi mit einer Neigung zur Trägheit klingt, was da bestens koordiniert aus dem Graben des Rokokotheaters herauskommt. Ettinger gibt den Details Expressivität, er dehnt, was er für wichtig hält, und fast könnte man meinen, in Schwetzingen würde eine Art neue Mozart-Schule geboren“.  Mannheimer Morgen, 20. Juli 2010
 
 
Zwei grandiose Countertenöre, eine hinreißende Vitellia und der überragende Mozarttenor Lothar Odinius in der Titelrolle machen mit der fein ausziselierten Regie Günter Krämers die Reise nach Schwetzingen (...) zu einem Muss für Mozartfreunde.  Badische Zeitung, 20. Juli 2010

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Wolfgang Amadeus Mozart
Die Entführung aus dem Serail,
Wiederaufnahme 26.06.2010
Inszenierung: Jens Daniel Herzog
Musikalische Leitung: Attillo Tomasello

"Jens-Daniel Herzogs Nationaltheater-Inszenierung stülpt dem Opernstoff das Abbild einer Realität über, das von Mannheimes Quadraten abgeschaut ist. Auf dem Herd kocht die Suppe, in dem Büro darüber verdient der Geschäftsmann Selim sein Geld. Dort also wohnt ein darstellerisch und gesanglich hochkarätiges Mozart-Ensemble, das trotz seiner Personalwechsel wie fest zusammengewachsen wird. Maximilian Schmitt [...] besitzt stimmlich sehr wohl das Zeug zu einem tatkräftigen Entführer und Retter. Sein mannhaftes Tenortimbre erklärt, warum Konstanze diesem Geliebten treu bleibt. [...] Das NT-Orchester unter Attillo Tomasellos spannungsfördernder Leitung trägt das Ensemble samt Chor (Tilman Michael) wie auf Händen [...] ."
Mannheimer Morgen, 28.06.2010

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Festliche Operngala mit Thomas Hampson
20.06.2010
Musikalische Leitung: Dan Ettinger

Festliche Operngala mit Thomas Hampson 20.06.2010<br />
Festliche Operngala mit Thomas Hampson 20.06.2010

" [...] Die Operngala des Mannheimer Nationaltheaters mit Thomas Hampson wurde eine Sternstunde. Mit Opernausschnitten von Wagner, Rossini, Tschaikowsky, Verdi und Mahlers "Liedern eines fahrenden Gesellen" setzte der amerikanische Spitzenbariton höchste sängerische Maßstäbe. Erstklassige Partner fand er im Nationaltheaterorchester und seinem Dirigenten Dan Ettinger. [...] An Feinschliff ließen sich Hampsons Darbietungen auf jeden Fall kaum übertreffen. So gestaltete er gleich zu Beginn Wolframs in entrückten Tönen zelebrierte Rezitativ und Romanze zum Abendstern aus "Tannhäuser" fast schon zum sakralen Akt. Hampsons Wiedergabe war dabei absolut glaubhaft. [...] Dass Hampson über eine exquisite, sonore Baritonstimme verfügt und ein Meister der Phrasierung und Linienführung ist, kam freilich auch in den Arien von Tschaikowskys "Eugen Onegin" und Rossinis "Wilhelm Tell" zur Geltung. Bei letzterer bekam er wertvolle Unterstützung von der Solocellistin des Nationaltheaterorchesters. Am Ende des Konzerts euphorischer Beifall, stehende Ovationen [...] ."
Die Rheinpfalz, 23.06.2010
 
" [...] Das Nationaltheaterorchester mit seinem Chefdirigenten Dan Ettinger, schon heute eine künstlerische Allianz von wahrhaft symbiotischem gegenseitigem Verständnis. An diesem Abend erfuhren die Opernfreunde, was sonst (um mit Wagner zu sprechen) in des Grabens schirmendem Schoß verborgen bleibt: Die Faszination, ja Magie, mit der Mannheims Generalmusikdirektor seine Künstler zu Höchstleistungen beflügelt. Dies wurde schon in der "Tannhäuser"-Ouvertüre offenbar, mit der ein im besten Sinne kulinarischer Abend begann. [...] Umjubelt der Auftritt Thomas Hampsons, der auch in Zivil sogleich eine beeindruckende Bühnenpräsenz offenbarte [...] Nach dem diminuendo verhauchten "...und Traum" des letzten Liedes viele Sekunden tiefer Stille, ehe der Beifallsturm losbrach, für den Sänger, den kongenial begleitenden Dirigenten und das Orchester [...] . Sichtlich touché von den Beifallsstürmen bedankte sich Hampson immer wieder bei Ettinger, dem Orchester, dem lautstark tobenden Publikum und revanchierte sich mit American Folksongs [...]" .
Mannheimer Morgen, 22.06.2010

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Frederick Loewe
My Fair Lady, Premiere (B) 15.06.2010

"[...]ein glänzend aufgelegtes Orchester unter Michael Cook und ein prachtvolles Ensemble, das sich die Seele aus dem Leib singt, spielt und tanzt. Immerhin sind drei Hauptrollen mit hauseigenen Künstlern neu besetzt [...] Martin Busen [...] bringt seine Couplets prächtig über die Rampe. Der zweite im Bunde ist Christoph Wittmann [...] der mit hellem Tenor und einer gewissen Rex-Guildo-Haftigkeit im Habitus "die Straße, mein Schatz, wo du lebst" besingt. Katharina Göres ist als Eliza eine Idealbesetzung. So authentisch, wie die gebürtige Berlinerin keift, so glaubwürdig verwandelt sie sich optisch und akustisch in eine Dame [...].
Mannheimer Morgen, 17. Juni 2010

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Frederick Loewe
My Fair Lady, Premiere (A), 11.05.10
Inszenierung: Helmut Baumann / Jürg Burth
Musikalische Leitung: Michael Cook

My Fair Lady, Premiere (A), 11.05.10<br />
My Fair Lady, Premiere (A), 11.05.10

"Die Geschichte spielt im London des 19. Jahrhunderts, und weil es dort oft regnet und neblig ist, gibt es beides auch im ersten nächtlichen Bildin der stimmungsvollen Bühne von Katrin Kegler-Fritsch. Schnelle Umbauten bringen die Handlung in Fahrt und verleihen ihr sehr viel Atmosphäre. Prachtvolle Innenräume wechseln mit stimmungsvollen Außenplätzen, und die farbenreichen Kostüme (Uta Loher/Conny Lüders) tun ein Übriges die Stimmung zu heben. [...] Mit Berliner Schnauze zeichnet die Musicalsängerin Frederike Haas eine sympathische und erfrischend offenherzige Rollenfigur der Eliza. [...] Die Klugheit hat sie von ihrem Vater geerbt, dem Müllkutscher Alfred Doolittle: Karsten Küsters gab der Figur treffliche Schlitzohrigkeit [...]. Prächtig bei Stimme war Lars Möller als Freddy, der sich seinerseits in Eliza verguckt. Sehr viel Stimmung kam in die Aufführung durch die schwungvolle Musik und vor allem durch die Tänze, die Jürg Burth launig choreografierte. [...] Unter Leitung von Michael Cook musizierte das Nationaltheater-Orchester mit sehr viel Schwung und Vitalität in den stämmigen Märschen und Tänzen. Das hob die Laune des Publikums, das die gewitzte und farbenfrohe Inszenierung mit großer Begeisterung goutierte."
Rhein-Neckar-Zeitung, 14.6.2010
 
"Tänzerisch, schauspielerisch und musikalisch geht der Abend voll in Ordnung. Axel Herrig trifft bei Higgins' Sprechgesang genau den richtigen Ton, wie auch die Figur in ihrer Mischung aus Ekel und Sympathie. [...] Cook tariert Drive, orchestrale Fülle und Koordination mit der Bühne bestens aus und lässt auf dem Diplomatenball den Dreivierteltakt in schier wienerischer Manier wuchtig auf die Bretter walzen - immer mit einem Augenzwinkern, weil wuselnde, schräge Mittelstimmen die glatte Oberfläche torpedieren."
Mannheimer Morgen, 14.6.2010
 
"Man erlebte eine hoch achtbare Ensembleleistung, nicht zuletzt dank des Musical erfahrenen Dirigenten Michael Cook, der das Orchester des Nationaltheaters zu aufgekratztem Spiel ermutigte. Unter Tilman Michael sang der Chor mehr Oper als Musical, was dem Niveau allerdings sehr zugute kam. Herausragend der erfahrene Karsten Küsters (als Alfred P. Doolittle) und Peter Rühring (als Oberst Pickering). An Einfällen und Spielwitz fehlte es also nicht."
Die Rheinpfalz, 14.6.2010

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Giacomo Puccini
Turandot, Premiere (B) 11.05.2010

Turandot, Premiere (A) 08.05.2010
Turandot, Premiere (A) 08.05.2010

„Regula Gerber gelingt erneut der große Wurf: Ihre Mannheimer Turandot-Inszenierung auf höchstem intellektuellen und ästhetischen Niveau, konzeptionell stringent, theologisch durchreflektiert und tiefenpsychologisch stimmig. […] Faszinierend, zutiefst beeindruckend, was der Chor (Leitung Tillmann Michael) an diesem Abend leistet, sowohl stimmlich, an der Grenze zur Theophanie, fast unerträglich schön im Schlussakt, zumindest für alle, die in einem gewissen Abstand sitzen, verteilt auf Balkon und Rang, als auch in der Umsetzung Gerberscher Choreographie und Körpersprache. […] Einmal mehr erweist sich die Generalintendantin als etheologisch versiert, in Sandra Meurer findet sie die kongeniale Bühnengestalterin. […] Dan Ettinger sieht mit gestylter Tolle aus wie ein Popstar und dirigiert wie ein vollendeter Meister. So muss Puccini gespielt werden! Einsatzgenau, mit Emphase. Die Protagonisten: Caroline Whisnant, mit Stimme und Spiel in der Titelrolle die Verletzbarkeit schlechthin. Dramatisch (wie immer mit dem ihr eigentümlichen Tremolieren) mächtig, in lyrischen Passagen wunderbar einfühlsam. […] Ein großer Abend auch für die weiteren Sängerinnen und Sänger: Cornelia Ptassek mit ihrem in Bann schlagenden Sopran bietet eine eindringlich schön singende und darstellende Liù, Michail Agafonov begeistert nicht nur in der Meisterarie des Calaf und weist einen Paul Potts in die sängerischen Schranken. […] Frank van Hove, dessen Bass wohl die eigentümlichste, schönste und unverwechselbare Färbung unter allen deutschen Fachkollegen hat, empfiehlt sich in der Rolle des Timur einmal mehr für Aufgaben in Bayreuth. Lars Møller, Charles Reid und David Lee beeindrucken als Solisten wie als Trio skurrile in den Rollen Ping, Pong und Pang. Jaco Venter überzeugt als Mandarin.“   Opernnetz.de, 25. Mai 2010


"Die A-Premiere war ein Riesenerfolg, der sich bei der fast komplett umbesetzten B-Premiere eindrucksvoll bestätigte. Ein Triumph auch diesmal für die gewaltigen Chöre (Haus- und Extra-Chor, Kinderchor und Statisterie) und den formidablen Dan Ettinger, der in den brutalen Massenszenen das klangprächtige Orchester so richtig von der Leine ließ. Eine brillante Turandot sang Galina Shesterneva, deren leuchtender Sopran in vielen Verismo-Rollen gestählt wurde. Rúni Brattaberg sang den Timur mit profundem Bass, Marina Ivanova die opferbereite Sklavin Liù selbstsicher und kultiviert, Karsten Mewes via Video den furchterregenden Mandarin. Boris Grappe, Uwe Eikötter und Christoph Wittmann waren vokal wie szenisch ein homogenes, glänzend eingespieltes Minister-Trio Ping, Pang und Pong."   Mannheimer Morgen, 14. Mai 2010

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Giacomo Puccini
Turandot, Premiere (A) 08.05.2010
Inszenierung: Regula Gerber
Musikalische Leitung: Dan Ettinger

Turandot, Premiere (A) 08.05.2010
Turandot, Premiere (A) 08.05.2010

„Zwölf Minuten applaudiert das Auditorium bisweilen rhythmisch für Puccinis Thriller um jene chinesische Prinzessin, deren sinnliches Auftauen doch so schwierig war und so lange dauerte. Hoch emotionalisiert verlassen wir danach den Theatersaal, hingerissen von der Musik, die beim Nationaltheater-Chor und -Orchester unter GMD Dan Ettinger hochdynamisch und dezibelreich glüht, glänzt, faucht, schwillt und beißt, und betört von Sängerleistungen, die besonders im Falle von Cornelia Ptasseks Liù und Michail Agafonovs Calaf keinerlei Wünsche offenlassen. […] Fast scheint es, Gerbers Team habe Nietzsches These, nach der fast alles, was wir höhere Kultur nennen, auf einer Vergeistigung und Vertiefung der Grausamkeit beruht, mit dem Adjektiv ästhetisierend angereichert. In Meurers eiskalter, schöner neuer Welt aus Metallgerüst und abfallendem Podest, auf dem die Menschen in geschmackvollen Kostümen (Dorothee Scheiffarth) herumlaufen, scheint zunächst alles perfekt. Doch im Reich der Mitte wird die Macht verdreht dargestellt. Das Volk ist prächtig gewandet, Turandot erscheint unprätentiös als einfache Person in gebrochenem Weiß, und der Kaiser von China (fast satirisch karikierend: Mario Brell) wirkt im blauen Pyjama und mit Strohhut und Sonnenbrille gar wie eine Mixtur aus Mao Tse-Tung, Vincent van Gogh und Jack-Nicholson-Bösewicht.“ Mannheimer Morgen, 10.05.2010



„In Sachen Lautstärke ist Ettinger denn auch drei Akte lang kompromisslos. Die emotionale Kraft dieser Musik, ihre überwältigende Intensität geben ihm recht. Und die Gänsehautschauer, die es einem immer wieder den Rücken hochjagt. Zumal er auch die gleichsam hässliche Fratze nicht scheut, die grellen, expressionistisch-veristischen Momente wunderbar herausmodelliert und ausstellt. […] Überzeugende Leistungen auch von Frank van Hove (Timur), Cornelia Ptassek (Liu) und den auch darstellerisch bestens aufgelegten Lars Möller, Charles Reid und David Lee als Ping, Pang und Pong.“ Die Rheinpfalz, 10.05.2010


„Generalintendantin Regula Gerber hat in ihrer neuen Regiearbeit nicht den exotischen Palast des chinesischen Kaisers, nicht das folkloristische Opernspektakel im Blick, sondern die brutale Machtausübung einer Herrscherin, der die Liebe unbekannt ist. […] GMD Dan Ettinger setzt von Anfang an auf krasse Klangwirkungen. Der Chor (Einstudierung: Tilman Michael) ist dabei wesentlicher Faktor. Ettinger hat alle Fäden sicher im Griff. Häufig von den Bläsern dominiert, lässt er Puccini rau und aufgekratzt klingen. […] Dabei stehen ihm ausgezeichnete Sänger zur Verfügung: Caroline Whisnants Turandot setzt sich bravourös und ohne Schärfen gegen das Orchester durch, Michail Agafonovs Calaf weiß mit Tenorschmelz zu überzeugen. Auch Cornelia Ptasseks Liù singt tadellos und rührt (in der Sterbeszene) wirklich an. Auch die kleineren Rollen sind bestens besetzt, das Terzett der Minister (Lars Møller, Charles Reid und David Lee) zu Beginn des zweiten und das große Duett von Turandot und Calaf im dritten Akt sind große Momente dieser Produktion.“ Rhein-Neckar-Zeitung, 10.05.2010


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Wolfgang Amadeus Mozart
Così fan tutte, Wiederaufnahme 24.04.2010
Inszenierung: Jens Daniel Herzog
Musikalische Leitung: Dan Ettinger

„Man weiß gar nicht, wen man mehr loben soll: Jens-Daniel Herzog für seine auch nach sieben Jahren und 25 Vorstellungen unverbraucht frisch wirkende „Così fan tutte“-Regie, oder den debütierenden GMD Dan Ettinger, der diese Wiederaufnahme im Nationaltheater vor fast vollem und überaus begeistertem Haus mit viel Geist, noch mehr Elan und dem feinen Gespür für die humoristischen Finessen dieser wundersamen Mozart-Partitur leitete? Oder das Sängerensemble, das derzeit in einer Form ist, die man unschwer ohne Superlative beschreiben kann? Sicher jedenfalls ist: Diese“Così“ ist absolut festspieltauglich, und daran sind quasi alle schuld.“    Mannheimer Morgen, 27. April 2010

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Bernhard Lang
Montezuma – Fallender Adler (Uraufführung)
Premiere 26.03.2010
Inszenierung: Peter Missotten
Musikalische Leitung: Walter Nußbaum

„Der Regisseur Peter Missotten hat jeder Versuchung einer Pseudoaktualisierung des Stoffes widerstanden. […] Im Übrigen konzentriert Peter Missotten die Bühnenvorgänge auf die Gestik einer geradezu artistischen Körperbeherrschung – die gewalttätige Herrenmenschenmentalität von Cortéz (Ekkehard Abele) etwa oder die in ihrer wahnhaften Entgrenzung des Ichs nicht weniger gewalttätige Hybris Montezumas , den Daniel Gloger auf virtuoseste Weise spielte und sang. Eindrucksvoll auch Cornelia Ptassek, die die vertrackten Melismen der Malintzin mit einer Selbstverständlichkeit absolvierte, als würde sie nie etwas anderes singen. Am Pult hielt Walter Nußbaum das komplexe musikalische Geschehen unauffällig, aber präzise zusammen. Großer, ungeteilter Beifall des Premierenpublikums für Stück und Aufführung!“ Stuttgarter Zeitung, 27.03.2010  


„Bernhard Langs Montezuma-Projekt war für die Kulturhauptstadtaktivitäten 2009 in Linz bestimmt. Nachdem das Musiktheater für 6 Stimmen, Chor, Jazz-Combo, Turntables, verstärktes Instrumental-Ensemble und Zuspielung (also einen Meister am Mischpult!) jedoch in Niederösterreich aus Kostengründen nicht zustande kam, nahm das Nationaltheater Mannheim die Chance wahr und sorgte für die Uraufführung – weithin mit hauseigenen Kräften. Die sahen sich vor erhebliche Herausforderung gestellt. Und sie haben unter der Leitung von Walter Nußbaum die Klippen des Neuen bravourös gemeistert.“ Neue Musikzeitung, 31.03.2010 


„Die historischen Geschehnisse bilden nur einen Teil der Opernhandlung, genauso wichtig ist die Konfrontation der beiden Kulturen, einer christlich geprägten und einer fantastischen voller magischer Rituale. Ein Stück weit zeigt sich diese Perspektiven-Verschiebung in der Rollen-Besetzung. Lang lässt Montezuma von einem Countertenor (überragend: Daniel Gloger) singen, wodurch Montezuma eine irreale Färbung bekommt. Diese irreale Welt wird von der Inszenierung Peter Missottens (auch Bühnenbild und Kostüme) durch Projektionen und Verfremdungen hübsch eingefangen.“ Die Welt, 31.03.2010


„Die beiden Countertenöre Daniel Gloger und (Montezuma) und Tim Severloh (Damiano) arbeiten mit bestechender Virtuosität und bewundernswert beherrschter emotionaler Dosierung am schwierigen Material. Auch Cornelia Ptassek (Dolmetscherin Malintzin), Katrin Wagner (Tlaloc) und Martin Busen (Pinotzin) müssen sich nichts vorwerfen lassen, und Ekkehard Abele gibt dem Hernándo Cortéz eine angemessene Statur.“ Frankfurter Rundschau, 29.03.2010


„Da sind der fantastische Countertenor Daniel Gloger , dessen Montezuma klanglich alle psychologischen Facetten erhält, und Cornelia Ptassek, die schon von Beginn an mit erdenfernen Glissandi verblüfft. Beide haben sich viel Schwieriges zu merken. Ungeheuer. Ekkehard Abele (Cortéz), Katrin Wagner (Palastdame Tlaloc), Tim Severloh (Mönch Damiano) und der Falsett-Qualitäten offerierende NT-Bass Martin Busen (Gesandter Pinotzin) stehen ihnen in nichts nach, und was aus Graben und Lautsprechern dringt, und was Walter Nußbaum am Pult von Orchester, Chor und Solisten zusammenhält, ist absolut auf der Höhe und zeigt, wozu das Ensemble am Goetheplatz imstande ist.“ Mannheimer Morgen, 29.03.2010


„... Die überaus schwierigen Gesangspartien und den wuchernden Orchesterpart aber haben alle tadellos bewältigt: Chor und Orchester des Nationaltheaters unter Walter Nussbaum und die Hauptakteure, allen voran die beiden großartigen Countertenöre Daniel Gloger (Montezuma) und Tim Severloh (Mönch Damiano) sowie Cornelia Ptassek (Malintzin) und Katrin Wagner (Palastdame Tlaloc).“ Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2010


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Gaetano Donizetti
Roberto Devereux (Oper konzertant)
Premiere A 30.01.2010
Musikalische Leitung: Alexander Kalajdzic

Ludmilla Slepnevas umjubelte Premieren-Elisabetta trägt die reißerischen Konflikte vehement aus. Als Liebende möchte sie den treulosen Roberto wiedergewinnen; dann umschmeichelt sie ihn fast wie ein schwärmerisches Mädchen. Als brüskierte Regentin fordert sie Rache; die Jugendlichkeit erstarrt zu Eis und die Koloratur-Attacken treffen den Liebesverweigerer wie stahlharte Nadeln. Juhan Trallas kerniger Tenor macht aus dem Titelhelden einen ungerührten Haudegen, der aufs Schlachtfeld gehört und nicht in Frauenarme. [...] Marie-Belle Sandis mildert die sträfliche Naivität der Sara durch das ahnungsvolle Dunkel ihres Mezzosoprans ab. Thomas Berau stellt seinen ebenmäßigen, beherrscht geführten Bariton aus, ob der Herzog von Nottingham nun um Schonung bittet oder aus verletzter Männerehre wütet.
Mannheimer Morgen, 1.2.2010
 
Im Mannheim profilierten sich die beiden Sängerinnen als Virtuosinnen des Ziergesangs. Ludmila Slepneva sang die mörderische Partie der Elisabeth brilliant, mit großzügiger Attitüde und dramatischem Aplomb, bei bedingungsloser Identifikation mit der Bühnenfigur. Als Sara Nottingham nahm Marie-Belle Sandis neben vokaler Bravour durch Feinschliff der Linienführung, erlesene Mezzoqualität und verfeinerte Musikalität für sich ein. In der Titelrolle imponierte Juhan Tralla durch den hellen metallischen Glanz und die Durchschlagskraft seines Tenors. [...] Stimmlich als auch musikalisch überzeugte in allen Belangen der sehr kultiviert gestaltende Thomas Berau als Herzog von Nottingham. Mit Christoph Witmann, Mihail Mihaylov, Johannes Wimmer und Avtandil Merebashvili waren die Nebenrollen einwandfrei besetzt. Alexander Kalajdzic [...] koordinierte das musikalische Geschehen mit sicherer Hand und sorgte, bei eher robustem orchestralem Klangbild, für Nachdruck und markante Akzente. Vorzüglich die von Tilman Michael einstudierten Chöre.
Die Rheinpfalz, 3.2.2010


Premiere B  04.02.2010

Große Stimmen machen große Charakterpartien. Monica Bohinec, neu im Ensemble des Mannheimer Nationaltheaters, besitzt einen Achtung gebietenden Mezzosopran. Dessen Timbre gibt einem naiven Seelchen den Anstrich einer Tragödin. Die ängstliche Sara ist während des konzertanten „Roberto Devereux“ nicht wieder zu erkennen. [...] Die Nebenpartie der Sara wächst zur Schlüsselfigur heran, steigt durch die enorme Spannweite der Stimme in die Etage einer energischen Verdi-Kämpferin auf. An der Naivität, die das Libretto vorschreibt, ändert sich zwar nichts, aber Bohinec überdeckt diese Einfalt mit Koloratur-Stacheln und Liebesbeteuerungen aus den herrlichen Tiefenregistern. Dem Publikum steht das Vergnügen bevor, die Entwicklung dieser verheißungsvollen Sängerin zu beobachten.
Mannheimer Morgen, 6.2.2010


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Georges Bizet
Carmen, Premiere (A), 05.12.09
Inszenierung: Gabriele Rech
Musikalische Leitung: Dan Ettinger

 „Ettinger hat wirklich alles im Griff, die Abläufe zwischen Sängern und Orchester genauso wie die gezielten Subtilitäten in Tempo oder Dynamik. Dass er sich absolut auf alle verlassen kann, zeugt von guter Probenarbeit. Hier weiß absolut jeder, was er tut – und das ist nicht der Normalfall am Theater.“
In: Rhein-Neckar-Zeitung, 07.12.09

„Klar ist […], dass Carmen hier keine Sexbombe sein soll. Das ist auch gut so. Die Sängerin der Titelrolle, Edna Prochnik, agiert und singt denn auch alles andere als aufdringlich, manchmal fast schon verhalten. Es geling ihr dabei aber gut, einen leichten, fast schon ein wenig chansonhaften Ton mit innerlich bewegten Aufschwüngen zu verbinden: eine ernste und glaubhafte Deutung. Jeffry Francis gibt den Don José mit Leidenschaft und gleichwohl mit überlegtem Einsatz der stimmlichen Kräfte. Die Blumenarie singt er weich und dezent in der Dynamik. Marina Ivanova überzeugt als Micaela durch zarten, lyrischen Vortrag.“
In: Die Rheinpfalz, 07.12.09

„Sie [Marina Ivanova als Micaela] schwebt über die Bretter und singt betörend.
   Vielleicht deswegen sehnt sich der Don José von Jeffrey Francis nach ihr. Das Duett „Parle moi de ma mêre“ im nach oben gehievten weißen Raum mit Kruzifix strahlt sehr viel Wärme aus, Francis selbst überzeugt vor allem im Forte, wo er klar und edelmetallisch klingt. Jaco Venter beeindruckt mit einem fulminant mächtigen und klar artikulierten Escamillo wie auch Radu Cojocariu (Zuniga), Nikola Diskic (Moralés) und Benjamin Dami (Lillas Pastia). Über allem: ein plastischer, transparenter (Kinder-)Chor- und Orchestersound, der strömt, glüht, brennt. Mannheim hat in Ettinger einen Pultstar gefunden.“
In: Mannheimer Morgen, 07.12.09


Carmen, Premiere (B), 11.12.09

„Monika Bohinec profilierte sich als überlegene Vokalistin; ihr sonorer Mezzosopran beeindruckte durch sein sattes, warmes Timbre, durch ebenmäßige Linienführung und Durchschlagskraft. […] Mit István Kovácsázi stand ihr der optimale Partner zur Seite: ein Tenor mit geschmeidiger, hell leuchtender, vorbildlich behandelter Stimme und Stahlglanz in der Höhe. […] Im ersten Akt war er der perfekte elegant-leichte Tenor der opéra comique, mit ganz exquisiten hohen Pianissimo-Tönen im Duett mit Micaela; im zweiten der lyrische Schönsänger und in den beiden letzten der in „Otello“-Manier vor Eifersucht rasende Dramatiker mit heldischer Klangwelt. Josés Gegenspieler, den Torero Escamillo, sang und spielte Thomas Berau souverän und sehr intelligent. […] Hingebungsvoll, mit einwandfrei geführtem lyrischen Sopran und leidenschaftlicher Emphase in ihrer Arie gestaltete Iris Kupke die Partie der Micaela. […] Am Pult koordinierte Mannheims neuer Generalmusikdirektor Dan Ettinger das musikalische Geschehen auch diesmal mit vulkanischem Temperament, hinreißend vitalem Drive, feinen Detail-Apercus – und einigen Überzeichnungen.“
In: Die Rheinpfalz, 15.12.09


„István Kovácsázi, seit 2008 im Ensemble, ist drauf und dran, sich mit kultivierter Stimmführung, reichlich Farbe und edelmetallischen Legierungen in den dynamischen Spitzen tief ins Herz des Publikums zu singen. Sein Don José übertrifft noch die Erwartungen. Diesem leidenschaftlich Carmen (und sich selbst) Liebenden nimmt man am Ende den Mord ab, den er aus Verzweiflung und Selbstsucht begeht. Einen leidenschaftlich strömenden Ton lässt Kovácsázi durch das große Haus wehen – eine sensationelle Leistung.
In: Mannheimer Morgen, 15.12.09
 

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Galt MacDermot
Hair (Musical)
Premiere 7. November 2009
In Zusammenarbeit mit dem Staatstheater Kassel
Inszenierung: Philipp Kochheim
Musikalische Leitung: Michael Cook

„Das Ende war absehbar. Eine Zugabe musste her. Eine Zugabe, die der nun unausweichlich bevorstehenden Novemberkälte auf dem Nachhauseweg noch einmal das warme Gefühl von weltumspannender Liebe und Toleranz und den süßen Geruch der Friedenspfeife entgegensetzt. [...]
Dass das Premierenpublikum der Mannheimer „Hair“-Inszenierung allerdings selbst nach dieser „Verlängerung“ nur widerwillig bereit war, die „Swinging Sixties“-Kunstwelt im Opernsaal wieder gegen die für rund zwei Stunden ausgesperrte Gegenwart des 21. Jahrhunderts einzutauschen, sprach für sich: Mit ausgefeilten Choreographien, einem klaren und durchdachten Bühnenbild und nicht zuletzt einer Reihe hervorragender Sänger und Musiker ist „Hair“  auch im Jahr 2009 so mitreißend wie vor 40 Jahren.“
In: Mainzer Allgemeine Zeitung, 10.11.2009


„Großer Trumpf der (mit Pause) zweieinhalbstündigen Aufführung ist [...] die Besetzung mit Spitzenkräften der Musical-Szene, die hier in der anspruchsvollen Choreographie von Alonso Barros vor allem tänzerisch permanent stark gefordert sind. Hervorragend auch die neunköpfige Band aus Bläsern und Gitarristen, verstärkt durch Keyboard, Bass und Schlagzeug, unter der Leitung von Michael Cook, der für den nötigen Drive sorgt und die Songs sensibel begleitet, ohne zu versäumen, auch seinen Musikern Gelegenheit zu stärkerer Profilierung zu geben.“
In: Rhein-Neckar-Zeitung, 09.11.2009


„Philipp Kochheims Inszenierung eröffnet den Abend mit einem Trommelschlag, der den Blick freigibt auf ein durchweg starkes Ensemble mit bilderbuchartiger Vokalpräsenz. Der weiße Bühnenraum wird bestimmt durch zwei bewegliche Half-Pipe-Elemente, der Bühnenhintergrund wird abgeschlossen durch ein großes Fenster, das in der ersten Hälfte den Blick auf die amerikanische Flagge freigibt. Alles ist in der von Thomas Gruber eingerichteten Bühne bespielbar. Ein wahres Wunderland für den Hippie-Trupp, der sich in knapp über zwei Stunden Bühnenzeit auf die Suche nach dem Amerika im beginnenden Zeitalter des Wassermanns macht.
Fein säuberlich zeichnen die Kostüme von Bernhard Hülfenhaus ein buntes und aufregendes Bild einer Generation zwischen Krieg und Bürgerrechtsbewegung, freier Liebe und Drogentaumel.“
In: Mannheimer Morgen, 09.11.2009

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Johann Christian Bach
Amadis des Gaules
Premiere 17. Oktober 2009
Musikalische Leitung: Reinhard Goebel / Attillo Tomasello

„Das Sängerensemble bot durchgehend hervorragende Leistungen: In der Titelrolle überzeugte Matthias Schmitt mit seiner lyrischen Tenorstimme, Cornelia Ptassek als Oriane war sowohl ein Augen- wie ein Ohrenschmaus, wobei ihr wunderbarer Sopran in den Koloraturen besonders brillierte. Den „Höllenfürsten“ Arcalaus verkörperte der lyrische Bariton Thomas Berau sowohl durch seine ausdrucksstarke Stimme wie auch durch sein nuanciertes Spiel. Die Mezzosopranistin Marie-Belle Sandis gab die von Hass und Liebe zerrissene Arcabonne mit wandlungsfähiger Stimme und schauspielerischer Klasse. In kleineren Rollen überzeugten die Mezzosopranistin Anne-Theresa Albrecht als Urgande und 2. Coryphée und die Sopranistin Antja Bitterlich als 1. Coryphée.“
In: Der Neue Merker (www.der-neue-merker.eu), 22.10.2009


Brieger erweist sich als Könner auf dem Gebiet der Etheologie. Der ganze Theaterraum wird mit einbezogen… und der Zuschauer erkennt sich als Eingeschlossenen… Der Chor mischt sich unter das Volk und gewinnt an Eindrücklichkeit.

Mit Reinhard Goebel hat das Nationaltheater einen ausgewiesenen Barockinterpreten gewinnen können. Sein Dirigat wagt Aktualisierungen, streift Filmmusik, wenn die Manen nach Rache schreien und die Bläser die gewollt schrillen Töne dehnen. Goebel macht Zwischenstation zwischen Barock und der Zauberflöte. Spielerische Leichtigkeit gepaart mit utopischen Überschuss. Konzentriert und exponiert. Eine Meisterleistung.

Der Chor spielt und singt an den Grenzen des Möglichen. Ihm wird in der Aufstellung Höchstes abverlangt, ohne dabei im Klang, an Präzision und gesanglicher Schönheit das Geringste einzubüßen.

Maximilian Schmitt in der Titelrolle des Amadis mit seinem strahlend-schönen Tenor Idealbesetzung. Gefeiert auch Marie-Belle Sandis in der Rolle der Arcabonne, deren erotische Stimmfärbung der Rolle ihr besonderes Profil verleiht. Begeistert aufgenommen die spielerisch-jubelnden Koloraturen von Antje Bitterlich in der Rolle der 1. Coryphée. Köstlich Anne-Theresa Albrecht als umfallende Göttin, dazu als 2. Coryphée eingesetzt. Eine Offenbarung Cornelia Ptassek als Oriane. Ihre expressive, seelenvolle und stimmgewaltige Stimme gibt der Oriane Statur und Charakter. Thomas Berau als Arcalaus ebenso ein Glücksgriff. Seine hoch kultivierte Stimme, seine Fähigkeit zur absoluten Präsenz machen aus einem Klischee eine große Gestalt. In den Rollen des Schattenbruders Johannes Wimmer, La Haine wird von Jun-Ho Lee gesungen, La Discorde von Pei-Ying Lee.   www.opernnetz.de


„...Doch die [Premierengäste], die nicht gekommen sind, haben viel verpasst, denn was Brieger gelingt, ein weitgehend unbekanntes Stück mit einer nicht unproblematischen, handlungsarmen Dramaturgie zum Erfolg zu führen, ist – mit wenigen Einschränkungen – ein Meisterwerk.
   Dabei ist sein Rezept denkbar einfach. In Ober- und Unterwelt, in Schwarz, weiß und Rot haben Bühnenbildner Roland Aeschlimann und Kostümbildnerin Andrea Schmidt-Futterer die Welt eingeteilt, Rot ist das verbindende Element zwischen dem (schwarzen) Bösen und dem (weißen) Guten, es verkörpert das Leben mit seinen Komponenten Blut, Rache, Liebe, Sexualität und Tod. [...] Die mit Sicherheit besondere Qualität der Regie und Personenführung ist, dass es Brieger gelingt, in der radikal unterkühlten Bühnenwelt heiße Emotionen darzustellen und die Polarität zwischen den Welten fast physisch spürbar zu machen.“
In: Mannheimer Morgen, 19.10.2009

Marie-Belle Sandis geistert als schwarze Magierin Arcabonne über die Bühne, zu ihrer Zauberkunst gehört das Singen, mit dem sie kultivierte Phrasen in den Äther strömen lässt, bisweilen auch mit eiskalter Färbung – großartig.
Thomas Berau hat einen großen Tag und vermacht dem Teuflischen einen wandlungsfähigen Ton, der bisweilen zum Fürchten fies und mächtig klingt.    Mannheimer Morgen


Die Mannheimer Neuproduktion der späten Oper von Johann Christian Bach profitiert in hohem Maß von einer strikt abstrahierenden Bühneninstallation von Roland Aeschlimann, in deren kalter Pracht die Kostüme von Andrea Schmidt-Futterer und Anne Debof prächtig wirken und die Konstellationen im Aufeinanderprallen der Böse-Rachsüchtigen und der gut Liebenden klar kennzeichnen.    Deutschlandradio

 

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