Pressestimmen Schauspiel Spielzeit 2011/2012


So war’s 2011/2012 am NTM
Kritische Betrachtung: Wir bilanzieren eine Saison voller Turbulenzen – Der künstlerische Ertrag wirkt durchwachsen

Spielzeit 2011/2012<br />
Spielzeit 2011/2012

Die Mannheimer Morgen Redaktionsmitglieder S. M. Dettlinger und R.-C. Langhals diskutieren die Spielzeit 2011/12.

Im Anfang war ein Aufreger: Die ehemalige Generalintendantin Regula Gerber hat die Corporate Identity des Nationaltheaters geändert. Das geliebte Haus hieß plötzlich NTM, das elegante und transparente Erscheinungsbild machte etwas Monumental-Buntem Platz. Mannheim war entsetzt! Weitgehend. Aber war die Entscheidung falsch? Aus heutiger Sicht kann man durchaus der Meinung sein: Nein! Denn bunter, menschlicher und lebendiger wirkt, was das Theater heute ausstrahlt. Überschattet wurde die Diskussion Mitte der Saison nur noch von Gerbers Krankheit und ihrem Rückzug - Dinge, die mit dem Theater ums Theater und nicht mit ihm selbst zu tun haben. Doch wie sah die Saison ästhetisch aus? Wir blicken zurück.

Musiktheater

Die Pannenstatistik ist so verheerend, da fällt es schwer, über Inhalte nachzudenken. Trotzdem: Nach einem Totalausfall ("Stiffelio"), Regisseurswechseln ("Temistocle", "Ring") und Abreisen ("Outcast", "Temistocle") bleibt ein umstrittenes, aber aufsehenerregendes "Ring"-Projekt von Achim Freyer. Unfallfrei verliefen außerdem zwei eingekaufte Produktionen: "Lucia" und "Avenue Q". Das ist viel zu wenig! Klaus-Peter Kehr schafft es weder, sich mit seiner Arbeit in die Herzen der Menschen zu spielen, noch für ästhetische Aufregung zu sorgen (wie zuletzt noch mit "Lohengrin"). Die Regie-Qualität ist zu schlecht, die Werkauswahl zu einseitig. Zudem: Mit "The Outcast" und "Temistocle" wurden zwei absolute und teure Repertoireleichen produziert. Zwar steht das Sängerensemble gut da, doch hat man den Eindruck, GMD Dan Ettinger bemühe sich zu wenig um die Spielkultur des Orchesters. Nur so lässt sich eine katastrophale Leistung wie in der "Rheingold"-Premiere erklären. Fazit: So geht es nicht weiter. Wir brauchen Publikumslieblinge, aufregendes Musiktheater und hohe musikalische Qualität.
Die neue Saison beginnt mit dem "Baby Tanz Fest" in der Alten Feuerwache am 12. September.
Die eigentliche Eröffnung ist aber am 16. September, wenn das Nationaltheater-Orchester (NTO) und Solisten um 19 Uhr im Opernhaus ihr Eröffnungskonzert mit Ouvertüren und Arien geben. Die Leitung hat nicht GMD Dan Ettinger, sondern der Kapellmeister im Dauereinsatz: Alois Seidlmeier. Dabei werden auch vier neue Sänger zu erleben sein.

Am 23. September ab 14 Uhr findet das traditionelle Theaterfest statt.
www.nationaltheater-mannheim.de

Kevin O'Day Ballett Mannheim

Der Tanz hat es geschafft in Mannheim - zehn Jahre hat es gedauert. Zeitgenössisch Eruptives aus der Hand des Amerikaners Kevin O'Day verstörte Mannheims Tanzpublikum anfangs. Man reagierte, steuerte aber zu stark in Richtung bilderreiche Publikumsnähe, bei Kritikern fiel gar das böse Wort Gefälligkeit. Doch nun hat man den Bogen raus: Als Folge einer Laborentwicklung stehen modernisierte Handlungsballette gleichwertig neben impulsiver Moderne und bildstark getanzten Biografien mit großem Zuspruch. Dominique Dumais' Choreographie "Rilke" ist eine echte Erfolgsgeschichte, die den Spagat zwischen Anspruch und Spielplantauglichkeit glänzend demonstriert. Auch der Ausbau der zunehmend beliebteren (und runderen) Choreographischen Werkstätte hat sich gelohnt: Das Format hat Kultcharakter entwickelt und eine echte Fangemeinde, die sich an kreativen Schnellschüssen und Wagemut erfreut. Das Geheimnis des Erfolges: Man hat das Eine getan ohne das Andere zu lassen - und sich entwickelt.

Schauspiel

Burkhard C. Kosminski ist es gelungen, ein Ensemble zu formen, das aller Ehren wert ist. Da steht das Jungtalent neben reifen Darstellern mit beeindruckender Vita. Alle Charakter- und Epochenfarben können besetzt werden. Leider hat Kosminski wieder kein Händchen für "klassische" Stoffe bewiesen. Einzig Ibsens "Nora" und Goethes "Iphigenie" kommen auf respektables, hausübliches Niveau, das aber von überregionaler Ausstrahlung nur träumen kann. Diese ersehnte sich Kosminski mit dem Amerika-Schwerpunkt, der als Flop gewertet werden darf. Wenn Tony-Kushner-Stücke zur deutschsprachigen Erstaufführung für Mannheim übrigbleiben, hat das seinen Grund. Mit dessen "IHo" konnte man deshalb nicht an den Erfolg "Osage County" anschließen. Auch mit den deutschen Hoffnungsträgern Sibylle Lewitscharoff und Dietmar Dath handelte man sich mehr Häme als Ruhm ein. Katastrophal ist das alles nicht, Theater lebt eben vom Versuch. Skandalöses ist in Mannheim ebenso selten wie Genialisches. Doch der Status quo ist ordentlich, wenngleich er nicht zu selbstbewussten Höhenflügen berechtigt.
Kinder- und Jugendtheater

Verwöhnt ist Mannheim vom Schnawwl - und umgekehrt. So modellhaft und vorbildlich das Haus unter Andrea Gronemeyer auch ist und soviel es alltäglich leistet - manchmal müsste man die Frage stellen, ob der Ehrgeiz nach Branchenwertschätzung nicht zu weit oben angesiedelt ist. Anspruch ist gut, Spaß aber auch nicht schlecht im Kindertheater. Internationaler Austausch bringt ebenfalls viel Ehre, aber weniger (renommierte) Ägypten-, Indien-, Brasilienprojekte bedeuteten mehr Spiel für Kinder der Region. Dennoch, so läuft der Hase eben im Jugendtheater, und Mannheim rangiert durch kontinuierliche und (fast zu "seriöse") Arbeit ganz weit oben in der Bundesliga.

Junge Oper

Ähnlich bei der Jungen Oper. Sie arbeitet gut, bringt bisweilen intellektuell trockengelegtes Musiktheater für Kinder und Jugendliche heraus ("Echt?"), hat aber auch richtige Knaller: "Neumond" von Lucia Ronchetti war einsamer Höhepunkt des Mozartsommers. Insgesamt: wichtige Arbeit bei der Heranführung junger Menschen ans (Musik-)Theater.

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Toni Kushner
TINY KUSHNER (DSE): Premiere 15.06.2012
Inszenierung: Nicole Schneiderbauer und Roland Teufel
Übersetzung: Frank Heibert

TINY KUSHNER (DSE)<br />Premiere 15.06.2012<br />© Foto: Christian Kleiner<br />
TINY KUSHNER (DSE)Premiere 15.06.2012© Foto: Christian Kleiner

„Hier stößt die historische Figur Geraldine von Albanien, für ein Jahr Königin und schönste Adelige ihrer Zeit, auf den exzentrischen Showstar Lucia Pamela […]. Michaela Klamminger als tänzelnd-naiver Star und Sven Prietz als divenhafte Landesmutter spielen das absurde Duett mit Freude aus.“
 
„Nixons Analytiker Hutschnecker (mit großer Wandlungsfähigkeit: Sven Prietz) wird vom Aufnahme-Engel Metatron mit unzähligen Augen analysiert. Und auch Jacques Malan hat es später mit Therapeutin Zauber (glänzend in beiden Psychiaterrollen: Almut Henkel) nicht leicht.“
 
„Als Meisterin des Zwiespalts erweist sich das letzte Kabinettstückchen, das Laura Bush im roten (!) Kostümchen und mit züchtigen Perlen (stimmige Kostüme: Rebekka Zimlich) vor toten irakischen Kindern lesen lässt. Als wäre es nicht schon zynisch genug, dort das Leid als Notwendigkeit einer gerechten Sache zu verkaufen, liest die First Lady aus ihrem Lieblingsbuch: Dostojewskis ‚Großinquisitor‘. Sascha Tuxhorn und Martin Aselmann meistern diese sarkastische Etüde mit Bravour […].“   Mannheimer Morgen, 18.6.12

  „Der Hang zum Surrealen ist unübersehbar in diesen Texten, die Promis und Nobodys, die hier um Liebe, Identität oder wenigstens Steuerbefreiung ringen, sind Verzweifelte, Orientierungslose, von einem Land der unbegrenzten Möglichkeiten Überforderte. Sie träumen von Freiheit und haben Angst vor der Welt.“
 
„Nicole Schneiderbauer  […] machte immerhin aus der Therapiesitzung der genervten Psychologin Esther mit ihrem larmoyanten Patienten Hendryk einen witzigen Schlagabtausch im Stil einer Woody-Allen-Komödie. Hier durften Almut Henkel und Jacques Malan glänzen, Sven Prietz später auch als Nixon-Therapeut Hutschnecker […].“   Die Rheinpfalz, 18.6.12

  „Mit Nicole Schneiderbauer und Robert Teufel inszenierten zwei junge Regie-Talente aus dem eigenen Haus, die Kushners Texte ohne großen eigenen Profilierungsehrgeiz erfrischend unbefangen und mit dem rechten Gespür für den sarkastischen Witz des Autors zur Geltung bringen.“
 
„In wechselnden Rollen sind Almut Henkel, Michaela Klamminger, Martin Aselmann, Jacques Malan, Sven Prietz und Sascha Tuxhorn mit großem Elan und nicht zu überbietender Spielfreude im Dauereinsatz. Erstaunlich, wie viel Fülle und Farbe sie aus Kushners plakativ gezeichneter Typen-Parade herausholen. – Fazit: Ein Abend, der in Anbetracht hiesiger Entwicklungen auch zum Nachdenken darüber anregen könnte, wie weit wir noch von Kushners amerikanischem Endzeit-Szenario entfernt sind …“   Rhein-Neckar-Zeitung, 18.6.12

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Sibylle Lewitscharoff
VOR DEM GERICHT (UA), Premiere 20.05.2012
Inszenierung: Burkhard C. Kosminski

VOR DEM GERICHT (UA)<br />Premiere 20.05.2012<br />© Foto: Hans Jörg Michel<br />
VOR DEM GERICHT (UA)Premiere 20.05.2012© Foto: Hans Jörg Michel

„Sibylle Lewitscharoffs erstes Theaterstück zeigt Figuren, die einer unbegreiflichen Macht unterworfen sind wie bei Kafka, in einem Lebensnachspiel wie in Sartres ‚Geschlossene Gesellschaft‘.“
 „Mannheims Schauspieldirektor Burkhard C. Kosminski setzt im Nationaltheater vor allem auf Lewitscharoffs feinen Wortwitz, mit dem die Figuren tragikomisch skizziert werden. […] Jubel für Thorsten Danner als Kellner zwischen genervtem Hans Moser und grobem Chaplin, der widerstrebende Gäste zerrt und würgt, bis sie im Aufzug zum Jenseits stecken.“
 „Ralf Dittrich ist als altersmilder Greis mit Hund nach guter Ehe ganz glücklich gestorben, was ihn zu einer weisen Leiche macht – ein rührender Auftritt.“
 „Zwischen lebenden Leichen und spukenden Geistern beweist Sibylle Lewitscharoff Herz für einen magischen Realismus […].“   Darmstädter Echo, 22.5.12

 „Der Mannheimer Schauspieldirektor Burkhard C. Kosminski legt das Hauptgewicht seiner über die ganze Breite der Vorderbühne gezogenen Inszenierung auf präzise Menschendarstellung. Eine kluge Entscheidung […].“    Rhein-Neckar-Zeitung, 22.5.12

 „Viel verdienter Applaus für die Darsteller […].“
 „Überzeugend wirken aber die theatralischen Mittel an sich. Keine Experimente, keine Mätzchen.“   Mannheimer Morgen, 22.5.12

 „Und dann ist da Thorsten Danner. Als Kellner mit dreist feinem Austria-Akzent und verboten guten Steilkurven zwischen Charlie Chaplin und Hans Moser.“
 „Burkhard C. Kosminski hält sich bei seiner Inszenierung streng an die Vorlage des Stückauftrags und baut in anderthalb Stunden Theaterzeit ein solides und sauber zusammengesetztes Tableauspiel auf der vorderen Bühne. Mit einem filmischen Glänzen in den Augen, das den naturalistischen Erzählungsansatz meistens in die passende Perspektive rücken kann und einem klaren Blick auf die tragisch-komischen Momente.“   Nachtkritik.de, 21.5.12

 
 „Mit viel Sprachwitz, feiner Gesellschaftskritik und Anlehnungen an Franz Kafka werden in der Folge Oberflächlichkeiten ausgetauscht, die vor allem einen gesellschaftlichen Verfall symbolisieren.“   dpa, 21.5.12

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KORANSCHULE
Erkundungen im muslimischen Mannheim
Premiere 05.05.2012
Inszenierung: Nina Gühlstorff / Dorothea Schroeder
Ausstattung: Marousha Levy
Video: Manuel Brau

KORANSCHULE<br />Erkundungen im muslimischen Mannheim<br />Premiere 05.05.2012<br />© Foto: Christian Kleiner<br />
Erkundungen im muslimischen MannheimPremiere 05.05.2012© Foto: Christian Kleiner

„Wie vielfältig der Islam gelebt werden kann, zeigt sich in individuellen Porträts von Mannheimer Muslimen, deren persönliche Geschichten von den Theaterschauspielern intensiv dargestellt werden[.]“    Quantara.de, 16.5.12:

 

„Koranschule bietet Innenansichten eines muslimischen Mikrokosmos zwischen Fremdheit und Integration.“   Die ZEIT, 10.5.12:

 

„Es sind Texte, die viel von Zerrissenheit erzählen, von Ängsten, Widersprüchen und der Suche nach dem Sinn.“   Die Rheinpfalz, 8.5.12:

 

„Aus Interviews mit gläubigen Mannheimer Muslimen haben die Regisseurinnen mit den Dramaturgen Stefanie Gottfried und Jan-Philipp Possmann ein Panorama zeitgenössischer Religiosität zusammengetragen, das weitgehend berührt.“
 
„Ein sympathischer, engagierter und behutsamer Ansatz […].“   Mannheimer Morgen, 7.5.12:

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Ewald Palmetshofer
wohnen. unter glas
Premiere 12.04.2012
Regie: Robert Teufel
Bühne / Kostüme: Rebekka Zimlich

wohnen. unter glas<br />Premiere 12.04.2012<br />© Foto: Christian Kleiner<br />
wohnen. unter glasPremiere 12.04.2012© Foto: Christian Kleiner

[…] Bewundernswert, was die Schauspieler bieten, wenn sie sich mit Hilfe von Bruchstücken und Satzfetzen in schnell gesprochenen Wortwechseln und Monologen über ihre jeweilige Gestimmtheiten verständigen.   (Mannheimer Morgen, 14. April 2012)

[…] Das Stück könnte eine schwere, tragische Inszenierung nahelegen. Robert Teufel jedoch hat sich entschieden, in seiner einfallsreichen und schwungvollen Bearbeitung die komischen Elemente herauszustellen. Das Publikum honorierte diese Sicht an einigen Stellen mit herzhaftem Lachen. Lange Monologe geben den Schauspielern obendrein Gelegenheit, das ganze Register ihres Könnens zu ziehen. Matthias Thömmes als Max gibt schon von der Statur her einen ganzen Kerl ab. Der Blick in sein Inneres offenbart jedoch, wie gebrochen er ist. Sabine Fürst gibt eine mädchenhafte Jeani, Luisa Stachowiak mit ihrem Lockenkopf eine patente Babsi. Unter der sanften Oberfläche lassen sie jedoch die Krallen von Raubkatzen erkennen. Langer Beifall belohnte eine gelungene Inszenierung.   (Die Rheinpfalz, 14. April 2012)

[…] Solch doppeldeutige Verbalakrobatik kennzeichnet diese Produktion. Grandios , wie souverän die Akteure dabei die Wortkaskaden der Vorlage meistern und den Mangel an äußerer Handlung durch die Intensität ihres Spiels kompensieren. Was Fürst, Stachowiak und Thömmes an diesem Premierenabend
zeigen, könnte an jedem deutschsprachigen Theater bestehen. Und in den seltenen Momenten, wenn Regisseur Teufel Bilder statt Darsteller sprechen lässt, gelingen auch die. Etwa als Jeani („Wir blockieren uns gegenseitig. Der Max blockiert uns.“) den erschlafften Körper von Max über die Bühne schleift und dabei kaum vom Fleck kommt. Das lässt sich von dieser Inszenierung nicht behaupten.    (Allgemeine Zeitung Mainz, 14. April 2012)

[…] Robert Teufel inszeniert das Wiedersehen der alten Freunde in einem Kunstraum und nimmt „wohnen.unter glas“ des Österreichers Ewals Palmetshofer in 10 Minuten als Sprachpartitur, als klingelnde Autosuggestion in verschiedenen Tonlagen. Ein kluger Zugriff. Langer herzlicher Beifall nach der Premiere.[…]

[…] Robert Teufel treibt diese Farce atemlos voran, was zündend gelingt, weil sie sich im Trio gegenseitig hochsingen. Da ist Musik drin.   (Darmstädter Echo, 16. April 2012)

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Johann Wolfgang von Goethe
Iphigenie auf Tauris, Premiere 24.03.2012
Inszenierung: Lisa Nielebock
Bühne und Kostüme: Sacha Gross

Iphigenie auf Tauris<br />Premiere 24.03.12<br />© Foto: Christian Kleiner<br />
Iphigenie auf TaurisPremiere 24.03.12© Foto: Christian Kleiner

Am Mannheimer Nationaltheater setzt die Regisseurin Lisa Nielebock noch eins drauf. Sie versucht erst gar nicht, dem spröden Text äußere Aktion aufzuzwingen. Sie lässt sich ganz ein auf die Worte, tastet ihren Sinn und Rhythmus ab, hat den Text geschickt gekürzt, ohne ihn zu verletzen.[...]
[...]Aber eigentlich hat diese Frau keine Furcht vor klaren Worten: Sabine Fürst bringt eine große Suggestivkraft mit, die Goethes Sprache sehr nahe an den Zuhörer heranrückt. Klar in der Haltung und doch sensibel für die eigenen Gefühle, hart im Urteil und doch mitfühlend – so gibt sie dieser Figur in kaum mehr als fünf Viertelstunden eine erstaunliche Größe und Tiefe. [...]
[…] Das Ende ist ernst und unversöhnt: Nielebocks Regie präpariert die dramatischen Gelenkstellen der menschlichen Entscheidung mustergültig heraus, und es gelingt ihr, sie szenisch in spannungsvollen Augenblicken zu formulieren. Man erkennt, weshalb Schiller das Stück trotz seiner berechtigten Kritik schätzte. [...]    (Darmstädter Echo, 28.03.12)
 
Kahl ist er in Mannheim, der "dichtbelaubte Hain vor Dianens Tempel", wie ihn Goethe als einzigen Spielort vorgibt. Doch von kahl zu klar ist es ästhetisch nur ein kurzer Weg. Bühnenbildner Sascha Gross ist ihn für eine komplexe Vorgeschichte aus ferner Urzeit und fünf Schauspieler über fünf Akte gegangen. Und schnell lässt er uns erkennen, dass auch ein sparsamer Vorbühnenabend "edle Einfalt, stille Größe" vermitteln kann. [..]
[..] Das Schauspiel, das Schiller "erstaunlich modern und ungriechisch" und Goethe selbst gegenüber Eckermann "reich an innerem, aber arm an äußerem" nannte, ist schon seiner Handlungsarmut wegen ein reines Seelendrama. Dieses aber spürbar zu machen, es über die Versschönheit zu erhöhen, ist Aufgabe der Schauspieler, die dieser Herausforderung unter Lisa Nielebock bestens gerecht werden. [..]
[..] Dass dem pathetischen Ton an diesem Abend keine Bodenhaftung fehlt, liegt vor allem an Sabine Fürst. Ihre Titelfigur ist eine zeitlos junge Frau, "so frei geboren wie ein Mann", mit modernen Zügen zwischen Selbstbestimmtheit, Fluch und Konvention. Statt auf Turnen und Toben setzt sie auf Psychologie. Zudem beherrscht sie die Kunst, Variationen nicht zu exaltiert zu geben, nicht zu stark zu pointieren, nicht zu sehr abzuheben.    (Mannheimer Morgen, 26.03.2012)

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Alejandro Tantanian
Nie war der Schatten (UA), Premiere 15.03.12
Ein Solo von Sven Prietz und Thomas Meinhardt
Inszenierung: Alejandro Tantanian
Ausstattung: Linda Johnke
Video: Regina Hess / Linda Johnke

Nie war der Schatten (UA)<br />Premiere 15.03.12<br />© Foto: Christian Kleiner<br />
Nie war der Schatten (UA)Premiere 15.03.12© Foto: Christian Kleiner

Es geht darum, was Körper und Geist, Herz und Verstand trennt. Diese Gedanken der Romantik illustriert die Inszenierung auf einer wirkungsvoll bespielten Dia- und Videowand mit sieben Bildfenstern durch Filmausschnitte zwischen Expressionismus und Schwarzer Serie, „Caligari“ und „Sunset Boulevard“. Dazu spielt Musik von Purcell und Händel bis Strawinsky. Die audiovisuelle Komposition macht den Reiz dieses kurzen Theaterabends aus. […]
 
[…] Auf diffuse Art wird Tantanian seinem Thema aber durchaus gerecht. Es steckt viel drin in dieser Theaterstunde, doch lässt es sich so wenig greifen wie ein Schatten.   (Darmstädter Echo, 19.03.2012)
 

Obwohl das Ganze im Grunde ein aktionsfreier Vortrag ist, gelingen Tantanian und seiner Ausstatterin Linda Johnke eine unterhaltsame und ästhetisch überzeugende Aufführung. Auf einer mehrteiligen Videowand im Hintergrund flimmern Filmausschnitte, Fotos und Textzeilen. Ganz am Anfang sieht man dort hinter milchigem Glas Sven Prietz, die Hände gegen die Scheibe gepresst, während oben ein anderer Mann, erkennbar nur als dunkle Silhouette, lässig in sein Sakko schlüpft.[…]
[…] Tantanian gleitet mit seinen beiden Protagonisten durch ein poetisch-dunkles Gedankenspiel. Man hört Musik von Purcell und Händel, sieht Bilder von Krieg und Gewalt, es geht um die Naivität des Guten und die Verführungskunst des Bösen, um Licht und Dunkelheit, Mensch und Teufel und um einem unglücklichen Mann ohne Schatten.   (Die Rheinpfalz, 17.03.2012)

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Heinrich von Kleist
Michael Kohlhaas
Inszenierung: Simon Solberg
Premiere 25.02.2012

Jede Minute der zweistündigen Aufführung ist mächtig was los auf der in voller Breite bespielten Bühne, die Maren Greinke nach hinten mit einer hemetisch wirkenden dunklen Sperrwand auf Laufstegformat begrenzt hat. Wie vielseitig sich deren Elemente umgruppieren lassen, zeigen die im Verlauf des Abends immer mehr auch in die Tiefe des Raums ausgreifenden Szenen. Atmosphärisch spielen der Einsatz von Video (Serafin Bill) , Sound (Kriton Klingler-Ioannides) und Licht (Wolfgang Schade) eine hervorragend aufeinander abgestimme, alles andere überragende Rolle.
[…]
In der vom ganzen Inszenierungs-Team erarbeiteten Fassung der komplexen Kleist-Novelle ist viel vom Text und Personal zugunsten einer Vereinfachung der verhandelten Konflikte gestrichen worden. Was bleibt, ist immer noch eine bravourös gemeisterte Riesenaufgabe für das sechsköpfige Ensemble, das mit den Rollen in atemberaubendem Tempo auch Claudia Irros so typgerechte wie hintersinnige Kostüme zu wechseln hat.   (Rhein-Neckar-Zeitung, 28. Februar 2012)

… der intelligenten Setzung von Regie und Dramaturgie, denen es häufig gelingt, den Aussagen des Klassikers aktuelle Bezüge abzuringen. Und es ist, vor allem, ein Verdienst der Darsteller. Das Mannheimer Ensemble gehört zu den besten des Landes und Reinhard Mahlberg sowie Dascha Trautwein zeigen an diesem Abend, warum das so ist.
[..]
Ihr wurden gleich mehrere Rollen übertragen, und Trautwein weiß darin ausnahmelos zu brillieren. Allein die plötzliche Verwandlung von der biederen Kohlhaas-Ehefrau in Mausgrau zur kurzberockten Femme fatal, als sich ihr die Aussicht bietet, durch einen Bittbesuch beim Kurfürste – wobei sie weniger Justitia als Amor antreibt – den sie einst umwerbenden  Kastellan wiederzusehen, ist höchste Schauspielkunst und verleiht der Produktion ihre Daseinsberechtigung.   (Allgemeine Zeitung Mainz, 28. Februar 2012)

Deren Dramatisierung ist fraglos eine Herausforderung für die junge deutsche Regie-Hoffnung Simon Solberg. Er hat sie mit sinnlich prallen Bildern und Action bis an die Schmerzgrenze bravourös komödiantisch und doch hochsensibel und intelligent gemeistert. [...] Gespielt wird mit rasantem Tempo, großen burlesken Gesten und akrobatischen Anforderungen. Dascha Trautwein, Thorsten Danner, Michael Fuchs, Matthias Thömmes und Johannes Schäfer bewältigen im fliegenden Wechsel die Vielzahl der benötigten Rollen. Nur Reinhard Mahlberg darf sich als Kohlhaas in einer Rolle entwickeln. Sie alle garantieren mit ihrem exzeptionellen Einsatz, dass dieser Kleist ein denkwürdiges Theaterereignis werden konnte. Hier ist einer der raren Beweise, dass der Umgang mit einem Text und seiner Umsetzung für die Bühne in Gemeinschaft aller Mitwirkenden Theater auf hohem Niveau zeitigen kann.    (Nachtkritik, 26. Februar 2012)

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Tony Kushner
Ratgeber für den intelligenten Homosexuellen zu
Kapitalismus und Sozialismus mit Schlüssel zur
Heiligen Schrift (DSE), Premiere 21.01.2012
Regie: Burkhard C. Kosminski

Ratgeber für den intelligenten Homosexuellen zu Kapitalismus und Sozialismus mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (DSE)<br />Premiere 21.01.12<br />© Foto: Hans Jörg Michel<br />
Ratgeber für den intelligenten Homosexuellen zu Kapitalismus und Sozialismus mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (DSE)Premiere 21.01.12© Foto: Hans Jörg Michel

Kosminski geht in seinem Regiekonzept ganz auf Kushners Umgang mit ideengeschichtlichem Menschheitsgepäck ein: Klar, konsequent setzt er auf die Faszination der Sprache, macht keinen Firlefanz auf der kargen Drehbühne mit abstrakt-wuchtigem Balkenelement als Raumstruktur (Florian Etti). Sprache lebendig zu machen, ihr Resonanzkörper in den Rollen zu geben, macht die Geschichte, die Kushner und der Regisseur erzählen, so beeindruckend. Alle Schauspielerinnen und Schauspieler haben diese Herausforderung begriffen und liefern Großartiges ab.   Nachtkritik.de, 23. Januar 2012
 
Die große Leistung der Inszenierung ist nun, dass zum einen die Offenheit des Mannheimer Nationaltheaters zu loben ist, amerikanische Stücke wie dieses, die hier noch unbekannt sind aufzuführen, um diese bei einigen, wie bei mir heute, bekannt zu machen. Hierfür allein verdienen alle Beteiligten großen Respekt. Noch größer wird der Respekt vor dem Hintergrund der packenden Inszenierung, der Kurzweiligkeit bzw. der leicht verständlichen Aufführung, obwohl es in diesem komplexen Stück soviele neben- und ineinander laufende Hauptstränge gibt. Alle Darsteller verkörpern in ihrem Auftreten eine Authentizität in ihrer Sprechart des einander Unterbrechens und Aufbrausens, die die von Kushner dargelegten Konflikte menschlichen Daseins im wahrsten Sinne des Wortes mit Leben füllt. ( Fachschaftskonferenz, 20.01. ( nach der Voraufführung geschrieben)
Und wenn Schauspielchef Burkhard Kosminski diese Vorlage jetzt als deutsche Erstaufführung im Nationaltheater Mannheim auf die Bühne bringt, setzt er das kongenial um. Denn diese Bearbeitung strahlt eine ruhende Monumentalität aus. [..]Vom Verfall der Ideale erzählt diese Inszenierung, und das macht sie über weite Strecken grandios. Zur stilsicheren Regiehandschrift Kosminskis gesellt sich dabei ein fulminantes Ensemble, aus dem Edgar M. Böhlke und Irene Kugler herausragen.   Allgemeine Zeitung Mainz, 25. Januar 2012

Der Mannheimer Schauspieldirektor Burkhard C. Kosminski vertraut in seiner psychologisch präzisen, den Text geduldig und jederzeit spannend ausbreitenden Inszenierung ganz diesem perfekt gebauten Stück. Bis in kleinste Details ist die Figurenzeichnung glaubhaft, die Dialoge sind von einer Natürlichkeit, die erschreckt und manchmal lachen lässt. Denn diese schrecklichen Marcantonios mit ihren Schwächen und Unzulänglichkeiten sind ganz wunderbare Menschen, denen man länger als die drei Stunden zuschauen möchte, welche dieser Theaterabend dauert. In dem stattlichen Ensemble mit seinen elf Rollen gibt es keinerlei Schwachpunkte, vornweg Edgar M. Böhlkes von den eigenen Ansprüchen zermürbter Gus, Klaus Rodewalds durchs Leben und die Liebe torkelnder Pill, der pragmatisch trampelige Vinnie des Tim Egloff und die stoisch ihr misslingendes Dasein abwickelnde Empty der Irene Kugler. Ein realistisches Bühnenbild braucht es da nicht. Florian Ettis mit einem riesigen Winkel angedeutetes Haus auf der Drehbühne bleibt ein abstraktes Zeichen und erzählt uns dennoch, wie flüchtig und schutzlos dieses Leben doch ist.  Die Rheinpfalz, 23. Januar

Regie führt der im Umgang mit Novitäten erfahrene Burkhard C. Kosminski. Hätte er das auch personell breit konzipierte Schauspiel anders als behutsam aufgeführt, mit drastischen Bildern und Einfällen, wäre es eine Überraschung gewesen. Kosminski aber bliebt seinem Stil treu und gibt Kushner, was Kushner ist.
[..] Kushner spielt in seinem „Ratgeber“ mehrfach auf Tschechows „Kirschgarten“ an – und die Ernsthaftigkeit, mit der das Ensemble hier agiert, lässt diesen kühnen Vergleich gar nicht so abwegig erscheinen. Der Amerikaner tut es dem Russen nach: Virtuos verdichtet in einem Familiendrama, breitet Tony Kushner vor unseren erstaunten Augen ein Kompendium brennender Gegenwartsfragen aus.   Stuttgarter Zeitung, 23. Januar 2012

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Jack Thorne
BUNNY (DSE), Premiere 01.12.11
Deutsch von John Birke
Regie: Nicole Schneiderbauer
Katie: Katharina Hauter

BUNNY (DSE)<br />Premiere 01.12.11<br />© Foto: Christian Kleiner<br />
BUNNY (DSE)Premiere 01.12.11© Foto: Christian Kleiner

Insgesamt bot diese Premiere als dritte von fünf deutschsprachigen Erstaufführungen amerikanischer und britischer Autoren in der laufenden Spielzeit unter dem Motto „Die Achse der Guten: neues amerikanisches und britisches Drama“ einen spannenden Abend. Vor allem dank Katharina Hauer (Jahrgang 1983), die mit ihrem Studium und als Ensemblemitglied am Bayerischen Staatsschauspiel ganz offensichtlich eine gute Schule durchlaufen hat. Denn mit ihrem fein nuancierten, ganz und gar heutig und hiesig anmutenden Spiel demonstriert sie, dass Luton überall sein kann – auch im Dschungelland Deutschland. Starker Applaus.   Rhein-Neckar-Zeitung, 3. Dezember 2011

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William Shakespeare
Ein Sommernachtstraum, Premiere 26.11.11
Inszenierung: Georg Schmiedleitner
Bühne und Kostüme: Florian Parbs

Ein Sommernachtstraum<br />Premiere 26.11.11<br />© Foto: Hans Jörg Michel
Ein SommernachtstraumPremiere 26.11.11© Foto: Hans Jörg Michel

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Sharr White
DER ANDERE ORT (DSE), Premiere 27.10.11
Inszenierung: Burkhard C. Kosminski

DER ANDERE ORT (DSE)<br />Premiere 27.10.11<br />© Foto: Christian Kleiner<br />
DER ANDERE ORT (DSE)Premiere 27.10.11© Foto: Christian Kleiner

[…]Ein starkes Stück, aus Monolog-Passagen, Dialog – Rückblenden und kleinen Verwirrspielen kühn, aber schlüssig zusammengebaut. In Mannheim ist es in ein aseptisch schlichtes Kliniksbühnenbild gestellt, das sich im zweiten Teil auf eine verregnete Landschaft mit wasserumspülten Felsbrocken öffnet: die Wasser des Vergessens!
Zum puren Vergnügen aber wird die Aufführung durch die Schauspieler – allen voran Ragna Pitoll als Juliana. Wie die mit scharrender Süffisanz die kühle Managerin herauskehrt und selbst im Elend die Fassung allenfalls für Sekunden verliert, das ist ebenso betörend wie bewegend. Und Thomas Meinhardt als ihr Ehemann Ian, Sabine Fürst als Tochter Laurel und Sven Prietz als deren Angetrauter Richard sorgen für ein grundsolides Umfeld. Anderthalb Stunden nur – doch sie beschäftigen den Zuschauer noch tagelang. […]   Allgemeine Zeitung Mainz 3. November 2011

[…]Das Bild charakterisiert den Zauber von Burkhard C. Kosminskis Inszenierung trefflich. Seine Regie ist zwar dezent, aber unverkennbar : Ist in Sharr Whites Stück „Der Andere Ort“ noch ein Ferienhaus, das für Vergangenheit und Erinnerung steht, hat Kosminski diese Ort erweitert um eine geheimnisvolle, unendliche Landschaft – die der menschlichen Seele. Auch der Verlust des Verstandes kann deren Tiefe und Schönheit nichts anhaben. […]   Darmstädter Echo 2. November 2011

[…]So behutsam und liebevoll, wie Sharr White  diese Geschichte vor uns ausbreitet, hat auch Burkhard C. Kosminski sie auf  die Bühne gebracht. Florian Etti hat für den ersten Teil einen hohen, fast leeren Bühnenraum gebaut. Es gibt nur e in halbes Dutzend Sitzbänke und zwei Fenster hoch oben für  die Diaprojektionen von Julianas Vortrag.  Die schnellen Szenenwechsel sind mit unterschiedlichen Lichteinstellungen problemlos nachvollziehbar[…]
[…] Ansonsten lässt Kosminski seine Schauspieler agieren: präzise, ernsthaft, auf beiläufige Weise eindringlich, manchmal auch komisch. Ragna Pitoll als Juliana spielt eine Frau,  die mit der Erinnerung ihre Identität und damit ihr bisheriges Leben verliert [..]Thomas Meinhardt als Ian ist nicht nur der verzweifelt-besorgte Ehepartner, sondern auch e in Liebender, dem das Objekt seiner Liebe genommen wird. Sabine Fürst und Sven Prietz übernehmen  die übrigen Rollen, knappe Skizzen nur, aber wunderbar gelungen wie der ganze Theaterabend. […]   Rheinpfalz 29.10.2011

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Ein Schauspiel nach den Brüdern Grimm von F.K. Waechter
Der Teufel mit den drei goldenen Haaren, Premiere 15.10.2011
Eine Koproduktion mit dem Schnawwl

Der Teufel mit den drei goldenen Haaren<br />Premiere 15.10.2011<br />© Foto: Christian Kleiner<br />
Der Teufel mit den drei goldenen HaarenPremiere 15.10.2011© Foto: Christian Kleiner

„Ein unter die Haut gehend düsteres und zugleich komisch schrilles Welttheater. Starke Bilder und eine spannende Handlung empfehlen sich Groß und Klein. (…) Alles verbindet sich nahtlos zu einem nachhaltigen Theatererlebnis.“    Die Rheinpfalz, 17.10.2011

„Sabine Zeiniger erhält als Großmutter und lästiger Hofnarr verdienten Szenenapplaus, Reinhard Mahlberg nutzt sein komisches Talent, um als fieser König und erzulkiger Teufel zu überzeugen.“   Mannheimer Morgen 17.10.2011

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Henrik Ibsen
Nora oder ein Puppenhaus, Premiere 24.09.11
Inszenierung: Cilli Drexel

Nora oder ein Puppenhaus, Premiere 24.09.11<br />© Foto: Hans Jörg Michel
Nora oder ein Puppenhaus, Premiere 24.09.11© Foto: Hans Jörg Michel

Cilli Drexel und Thorsten Danner finden für viele dieser Facetten konzeptionell und spielerisch eine Entsprechung. Geklammert, geflogen, gefleht und gekost wird viel in diesem Puppenhauskäfig, in dessen Zentrum ein unglückliches Paar steht. Dass es von Thorsten Danner und Hannah von Peinen gespielt wird, ist hingegen ein Glück, das die Mannheimer Premierenbesucher mit aufrichtiger Begeisterung beklatschen. Dass Cilli Drexel, dramaturgisch klug beraten von Ewald Palmetshofer, bei den Figuren genau hinsieht, ohne der individuellen Gestaltungswillen aufzugeben, ebenso.
Man hat das berühmte Stück oft und anders gehen. Mit emanzipierteren Noras, mit brutaleren Torvalds, mit vielen möglichen wie auch plausibleren Ausgängen. Anders als bei Ibsen fällt die Haustür hier nicht ins Schloss. Nora ist noch da. Einen Schlag tut es trotzdem. Eichhörnchen hin oder her – die Nuss ist geknackt: guten Appetit!   Mannheimer Morgen, 26.09.11

In Cilli Drexels Inszenierung verlässt Nora nicht emanzipatorisch Mann und Kinder, wie dies bei Ibsen ursprünglich der Fall war. Kinder kommen gar nicht vor, so dass der Fokus allein auf Noras Verhältnis zu Torvald liegt. Und aus dieser Verbindung kann Nora nicht mehr ausbrechen. Wohin auch? Frauen wie Männer unterliegen heutzutage gleichermaßen dem allgegenwärtigen Streben nach Glück in der der Gesellschaft. So hat auch Nora an einem entsprechenden Lebensentwurf mitgeschmiedet. Und aus diesem selbst gewählten goldenen Käfig kann das lustige „Vögelchen“ nicht mehr entkommen. – Begeisterter Applaus für einen packenden Theaterabend.    Rhein-Neckar-Zeitung, 26.09.11

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Dietmar Dath
Regina oder Die Eichhörnchenküsse (UA), Premiere 22.09.11
Inszenierung: André Bückner

Regina oder Die Eichhörnchenküsse (UA), Premiere 22.09.11<br />© Foto: Christian Kleiner
Regina oder Die Eichhörnchenküsse (UA), Premiere 22.09.11© Foto: Christian Kleiner

[…] die Inszenierung [profitiert] ganz entscheidend von den Einfällen des Bühnenausstatters Jan Steigert, der die Forscher in Schutzkleidung steckt, die wie Raumanzüge aussehen, und sie in großen mobilen Glaskästen wie abgehoben von dieser Welt agieren lässt.   Rhein-Neckar-Zeitung, 24.09.11


Ein uneingeschränktes Lob gilt … den Schauspielern, denen es ausnahmslos gelingt, das überbordende Sprechtheater eindrücklich zu strukturieren.   Allgemeine Zeitung Mainz, 24.09.11

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