Pressestimmen Schauspiel Spielzeit 2014/2015


Frei nach Schillers „Jungfrau von Orleans“ mit Texten von Frauen im Krieg (Fassung Hajo Kurzenberger und Miriam Tscholl)
KRIEGERINNEN, Premiere 13.06.2015
Inszenierung: Miriam Tscholl

KRIEGERINNEN, Premiere 13.06.2015, ©Foto: Christian Kleiner
KRIEGERINNEN, Premiere 13.06.2015, ©Foto: Christian Kleiner

Bühne und Kostüme: Katja Turtj
Video: Wanja Saatkamp
Musik: Till Rölle
Licht: Björn Klaassen
Dramaturgie: Hajo Kurzenberger

„Clara Schwinning kommt in ihrer schon erstaunlich profihaften Johanna-Darstellung noch mehrmals zu Wort und bleibt darüber hinaus stets stumm präsent. Ebenso bühnenreif: Ein Knabenchor, der nicht nur sehr schön Schillertexte singt, sondern in weißen Matrosenanzügen auch ein echter Hingucker ist. […]“
(Rhein-Neckar-Zeitung, 16. Juni 2015)

„In diesen Zweigesprächen über ausgeübte und erlittene Gewalt bekommt Krieg eine konkret verortete und persönlich gefärbte, als auch eine universale, Länder übergreifende Dimension. Das biografische Material wird geschickt mit Textpassagen aus Schillers „Jungfrau von Orleans“ konterkariert, gesungen von einem Knabenchor in Matrosenanzügen sowie von Clara Schwinning, die mit Helm, Schwert und Fahne in Heldenposen Schillers Johanna darstellt. […]
Miriam Tscholls Kollage zum Thema „Denn wo der Krieg ist, muss Johanna sein“ erzählt, was Frauen dazu bringt, im Krieg selbst Hand anzulegen und Teil der Vernichtung zu werden. Ein diskussionswürdiger und textzentrierter Bürgerbühnenabend.“
(Die Rheinpfalz, 15. Juni 2015)

„Stilistisch und gestisch ist sie [Clara Schwinning] (und später auch ihre fünf Mitspielerinnen Julia Biereth, Elena Schilling, Shulamit Rom, Dirau Schamal und Cansu Güler) ganz nah bei Schillers mädchenhafter Heldin. […]“
(Mannheimer Morgen, 15. Juni 2015)


 

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Friedrich Schiller
DIE RÄUBER, Premiere 12.06.2015
Inszenierung: Calixto Bieito

DIE RÄUBER, Premiere 12.06.2015, ©Foto: Hans Jörg Michel
DIE RÄUBER, Premiere 12.06.2015, ©Foto: Hans Jörg Michel
DIE RÄUBER, Premiere 12.06.2015, ©Foto: Hans Jörg Michel
DIE RÄUBER, Premiere 12.06.2015, ©Foto: Hans Jörg Michel

Bühne: Kathrin Younes
Kostüme: Rebekka Zimlich
Video: Sarah Derendinger
Licht: Nicole Berry
Dramaturgie: Ingoh Brux


„Bieito präsentiert zwei pausenlose, intensive Stunden lang das letzte Kapitel des Niedergangs einer Familie. Amalia spielt eingangs Cello und gedenkt des geliebten Karl. Katharina Hauter, eine wirkungsvoll wie von innen leuchtende, dabei vernünftige Unbeirrbare, rückt durch Bieitos Konzeption vom anrührenden Rand ins Zentrum des Geschehens. […]
 […] Wie ohnehin das gute, klare Sprechen Richtung Publikum die Plausibilität des Geschehens (und die Genialität des Dramatikers) vor Augen führt. Auf eine bescheidene, fundamentale Art.“
(Frankfurter Rundschau, 15. Juni 2015)

„Calixto Bieito […] verzichtet fast völlig auf Schillers revolutionäre Freiheits-ideologie. Stattdessen forscht der spanische Regisseur nach den Ursachen der existenziellen Misere und entdeckt sie im inneren der Menschen, dort, wo in der Regel die Entscheidungen zwischen Gut und Böse fallen. […]
 […] Zu den wunderschönen Schwarz-Weiß-Impressionen ‚böhmischer Wälder‘, die Sarah Derendinger immer wieder über die Leinwand flimmern lässt, hat die Bühnenbildnerin Kathrin Younes ein kleines, sprossengegliedertes weißes Häuschen bauen lassen. Es erinnert an ein Gewächshaus, erfüllt mitunter aber auch die Funktion eines Käfigs, in dem die starren Weltanschauungen des alten Moors symbolisch ein Zuhause finden. Bieito ordnet der Natur in seiner Inszenierung eine leitmotivische Bedeutung zu.“
(Stuttgarter Zeitung, 15. Juni 2015)

„Der spanische Bühnen-Berserker Calixto Bieito geht in seiner Inszenierung behutsam mit dem schweren Stoff um und setzt auf die Wirkung des großen Themas statt auf Effekthascherei. […]
[…] Die Bühne (Kathrin Younes) ist minimalistisch gestaltet […], um eine bedrückende Atmosphäre zu bauen, die durch wenig Licht und punktuelle Beleuchtung noch gesteigert wird. In ihr trägt die intensive Darstellung des alten Moor (Jaques Malan) und seines Konflikts zwischen Vaterliebe und Enttäuschung, und auch Amalia (Katharina Hauter) vermag mit ihren langen Monologen zu fesseln, die das Drama um den Bruderkonflikt einrahmen. Langanhaltender Applaus ist der Lohn des Ensembles, aus dem wieder einmal Sascha Tuxhorn hervorsticht, der die Seelenqualen des Franz eindrücklich, dabei oft mit kleinsten Regungen darstellt.“
(Wiesbadener Kurier, 15. Juni 2015)

„Sascha Tuxhorn lädt Gram auf das kahle Haupt von Franz, und die Regie gewinnt einen neuen Helden.“
(Darmstädter Echo, 15. Juni 2015)

„[…] Sascha Tuxhorn in der Rolle des Franz Moor. Kahlköpfig wie sein Vater […] buhlt er um dessen Zuneigung, hochgeschlossen und machtbewusst geht er vor der angebeteten Amalia […] auf die Knie, mit unwiderstehlicher Körperpräsenz und bewundernswertem Gespür für den richtigen Tonfall jedes Halbsatzes zeigt er, wie der unbegrenzte Machthunger aus dem Geltungsdrang des vernachlässigten Kindes entsteht. [….] Mit jedem Detail seiner Darstellung fügt Tuxhorn seiner Figur eine Facette hinzu.“
(Die Deutsche Bühne, 15. Juni 2015)

„Ihn [Bieito] interessiert der zeitlose Terror des Zwischenmenschlichen. Die Geflechte von Hingabe, Zurückweisung, Begierde und Rache legt er mit Schauspielern bloß, denen es gelingt, im Karacho der stark gerafften Fassung die Vielschichtigkeit ihrer Rollen zu zeigen.“
(nachtkritik.de, 13. Juni 2015)

„Bieito hat das Figurenarsenal von Schiller sehr reduziert, konzentriert sich auf sechs Schauspieler. Aber es ist immer noch Schiller, den wir da sehen – zugespitzt, gekürzt, radikaler gedacht, vom Sturm und Drang Pathos befreit und auf konsequente Art in die Gegenwart gebracht.“
(hr2, 16. Juni 2015)

„Die Stärken der Inszenierung lagen in der eindrucksvollen visuellen Aufbereitung voller Symbolbilder. […]
„Die Dissonanzen, die das Zusammenspiel von enttäuschter Erwartung, unerfüllter Sehnsucht und gefühltem Unrecht nun mal in Menschenseelen erzeugt, weiß Calixto Bieito zur Konzertreife zu bringen. Kathrin Younes hat hierzu einen atmosphärischen Klang- und Bühnenraum entworfen, finster wie die Abgründe, die es dort (in sinniger Ergänzung mit Schwarz-weiß-Videos von Sarah Derendinger) abzubilden gilt. […]
 […] Sascha Tuxhorns Rollengestaltung schmälert das keineswegs. Hin- und hergeworfen zwischen Unrecht und Verzweiflung, klischee- und mätzchenfrei, gespannt wie ein Flitzebogen, der die Schussrichtung nicht kennt: die beste Schauspielleistung des Abends.“
(Mannheimer Morgen, 15. Juni 2015)

„Großartiger Beginn: Calixto Bieito reduzierte Schillers ‚Räuber‘ klug und mitreißend auf ein dem Tode entgegentaumelndes Familiendrama. […]
 […] Bieito will das Geheimnis dieser hoffnungslos in ihren Untergang stürzenden Familie ergründen. […]
 […] Diese auf spannende zwei Stunden verdichtete Geschichte wird vom Mannheimer Ensemble großartig erzählt. Jaques Malan spielt den alten Moor als in stiller Verzweiflung erstarrten Patriarchen, Sascha Tuxhorn den Franz als komplexbeladenen, um den Redefluss wie um das eigenständige Leben ringenden Unglücksmenschen, David Müller den Karl als lebensbegierigen Amokläufer, dessen Liebesenergie keine Chance hat gegen die Betonmauern seiner malträtierten Seele. Mittendrin zwischen den Männern Katharina Hauters  Amalia, eine Liebesmärtyrerin im regennassen Kleidchen.
Den Untergang dieser Menschen will auch Bieito nicht aufhalten, aber er gönnt ihnen doch eine Art Opferritual und damit so etwas wie Erlösung.“
(Rheinpfalz, 15. Juni 2015)

„Das war ein Auftakt nach Maß für die 18. Auflage der Internationalen Schillertage am Nationaltheater Mannheim! Calixto Bieitos mit Spannung erwartete ‚Räuber‘-Inszenierung überzeugte in ihrer neuen Sicht auf die Vater-Söhne-Konstellation des Dramas ebenso wie durch deren eindrucksvolle Umsetzung in starke Bilder. […]
 […] Bieito erkannte und nutzte die im Text angelegte, bis in die Nebenrollen reichende Komplexität fast aller Charaktere in Schillers Stücken. Ungewöhnlich auch, wie er und das von ihm hervorragend geführte Mannheimer Ensemble sich völlig frei von Ironie und ohne Scheu vor Leidenschaft, Pathos und überschießendem Sentiment auf die Sprache des Dichters einlassen […].“
(Rhein-Neckar-Zeitung, 15. Juni 2015)


 

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Thomas Köck
JENSEITS VON FUKUYAMA, Premiere 20.05.2015
Inszenierung: Dominic Friedel

JENSEITS VON FUKUYAMA, Premiere 20.05.2015, ©Foto: Christian Kleiner
JENSEITS VON FUKUYAMA, Premiere 20.05.2015, ©Foto: Christian Kleiner
JENSEITS VON FUKUYAMA, Premiere 20.05.2015, ©Foto: Christian Kleiner
JENSEITS VON FUKUYAMA, Premiere 20.05.2015, ©Foto: Christian Kleiner

Bühne und Kostüme: Peter Schickert
Video: Regina Hess
Ton: Erik Fillinger
Licht: Wolfgang Schüle
Dramaturgie: Stefanie Gottfried


„Überhaupt lässt Dominic Friedel dem Stoff Mühe und heilige Inbrunst angedeihen, als gelte es, eine Jelinek-Uraufführung an der Wiener Burg  zu inszenieren. Das ist ohne jede Ironie ein Kompliment und auf der großartigen Bühne von Peter Schickart (nie war das Studio so suggestiv geräumig) als Inszenierung auch ebenso beeindruckend wie die Kreativität der Schauspieler […].  […] Herrliche Puppenspiele (Prietz, Lux, Klamminger), anrührende Pausen, große Videoarbeit (Regina Hess), atmosphärische Dichte […].“
(Mannheimer Morgen, 22. Mai 2015)

„Dominic Friedel […] greift den formalen Stil-Mix der Textvorlage nicht nur bereitwillig auf, sondern treibt das Ganze lustvoll-virtuos noch ein Stückchen weiter. […] Dabei gelingen ein paar großartige dramatische Miniaturen: Maria Munkert erledigt den Streit zwischen Peer und Miriam über den Umgang mit ihrer auch längst Geschichte gewordenen Beziehung im furiosen Alleingang, eine gendermäßige Verwandlung auf offener Bühne eingeschlossen. Und Sven Prietz […] macht aus der allegorischen Abrechnung der ‚90er Jahre‘ mit der ‚Geschichte‘ mit Hilfe von Michaela Klamminger und Anne-Marie Lux eine herrliche Keilerei mit lebenden Schlenkerpuppen.“
(Die Rheinpfalz, 22. Mai 2015)

„Das Ensemble des Nationaltheaters Mannheim hat mit ‚Jenseits von Fukuyama‘ das erste Stück seinen neuen Hausautoren Thomas Köck auf die Bühne des Werkhauses gebracht – eine sarkastisch-düstere Utopie, erschreckend greifbar und dank der kreativen, intelligenten Sprache des Autors trotzdem unterhaltsam. […]  […] Immer wieder lassen sich die niemals müden und stets lächelnden Angestellten in die überforderten Seelen blicken, Ausbrüche über elende ‚Als obs‘ wechseln mit Selbstoptimierungsversuchen und Geständnissen der eigenen Unzulänglichkeiten (bewegend: Maria Munkert) ab. Matthias Thömmes gelingt dies mit bemerkenswerter Natürlichkeit, während sich Anne-Marie Lux als dauerlächelndes Blondchen perfekt in ihre Rolle fügt und sich erst in den letzten Szenen des Stückes zum dunklen Racheengel wandelt.“
(Allgemeine Zeitung Mainz, 20. Mai 2015)

„Der neue Hausautor am NTM, Thomas Köck (…) bringt mit seinem Stück, auf verschiedenen Ebenen spielend, die Wahnwitzigkeit des Daseins, die Hoffnungslosigkeit des Menschseins zum Ausdruck […].
Michaela Klamminger, Anne-Marie Lux, Maria Munkert, Sven Prietz und Matthias Thömmes bestechen im Studio, nehmen mehrere Rollen ein und überzeugen auch als umhergeschleuderte Handpuppen oder deren Spieler […].
Da glänzt das Ensemble mit Perfektion, in den wie beiläufig dahingesprochenen Passagen ebenso wie bei den schon fast in Exstase mündenden Eruptionen der Sätze, Wörter oder auch nur Teilen davon. […]
(…) Dominic Friedel hatte bei seiner Inszenierung alles unter Kontrolle, die szenische Umsetzung des starken Textes von Thomas Köck, der je nach Lage der Dinge immer aktualisiert werden kann (…). Ganz in seinem Element hier Sven Prietz, dessen Spiel viele Lacher dem Publikum entlockte und dem bitterbösen Spiel Nuancen von Leichtigkeit verlieh. Peter Schickarts Bühnenbau passte zum Spiel über die Sinnsuche.
Viel Beifall für Autor, Regie und das Ensemble, das über zwei Stunden lang fesselte.“
(Schifferstadter Tagblatt, 23. Mai 2015)


 

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Laura Marks
BETTY (DSE), Premiere 25.04.2015
Inszenierung: Robert Teufel

BETTY (DSE), Premiere 25.04.2015 © Foto:
BETTY (DSE), Premiere 25.04.2015 © Foto:
BETTY (DSE), Premiere 25.04.2015 © Foto:
BETTY (DSE), Premiere 25.04.2015 © Foto:

Bühne: Christian Thurm
Kostüme: Eva Roos
Licht: Damian Chmielarz
Dramaturgie: Tilman Neuffer


„Sabine Fürst spielt eine hervorragende alleinerziehende Mutter im verzweifelten Überlebenskampf, die bis zum Äußersten geht. Die feinen Nuancen von Gewissensbissen, Verzweiflung, Überlebenswillen bis hin zur eiskalten Erpressung dominieren ihr Spiel, das das Stück trägt. Thorsten Danner spielt einen illusionslosen Gary, der keinen psychologischen Tiefgang bedarf, der sich mit einem Holzscheit bewaffnet verteidigt und am Ende durch diesen erschlagen wird. Eine terminlich überbelastete Sozialarbeiterin gibt Almut Henkel mit dem entsprechenden Touch der Arroganz und Überheblichkeit, während Dascha Trautwein als Autohaus-Kollegin mitunter auch handgreiflich wird. Raginat Pitoll hat als Patricia nicht nur das Geld, sondern auch zu Hause die Hosen an und lässt dies ihren immer wieder untreu werdenden Charlie (Klaus Rodewald) auch spüren.“
(Schifferstadter Tagblatt, 28. April 2015)

„Laura Marks bricht die gesellschaftlichen Verwerfungen, welche die Immobilienkrise mit Millionen überschuldeter Haushalte in den USA ausgelöst hat, herunter auf die Ebene simpler menschlicher Existenz. […]
 Almut Henkel spielt die Dame vom Jugendamt mit dem lüsternen Sarkasmus einer Gefängnisaufseherin, Dascha Trautwein als Kollegin Shannon im Autohaus schreckt vor physischen Attacken nicht zurück, und Ragna Pitoll als Charlies Ehefrau Patricia liefert sich mit Chrystal ein hochemotionales Duell zwischen Eifersucht und eiskalter Erpressung.“
(Die Rheinpfalz, 27. April 2015)

„Was Laura Marks unaufwendig erzählt und Robert Teufel zunächst in eine spannende Mischung aus gegenwartsnaher Wirklichkeit und griffigem Theaterrealismus übersetzt, berichtet von Menschen, die im Kapitalismus überleben wollen und deshalb sogar in die Dunkelkammern ihrer psychischen Existenz hinabsteigen.“
(Mannheimer Morgen, 27. April 2015)


 

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EINE BILANZ ZUM 2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL vom 20.-27. März 2015

Am 27. März ging am Nationaltheater Mannheim das 2. Bürgerbühnenfestival zu Ende. Mit 5.712 Besuchern der insgesamt 17 Vorstellungen und 31 Programmpunkte des Rahmenprogramms endete die 2. Ausgabe des Festivals, das von der Kulturstiftung des Bundes vor zwei Jahren als Pilotprojekt angelegt wurde und 2014 zum ersten Mal in Dresden stattfand.

Zur Eröffnung des Festivals am 20. März ließ Ministerin Theresia Bauer es sich nicht nehmen, die frohe Botschaft persönlich zu überbringen. Man arbeite bereits an einem Modell, das Festival in einer dritten Auflage in Freiburg stattfinden zu lassen.

Während des achttägigen Festivals standen insgesamt 300 nichtprofessionelle Darstellerinnen und Darsteller in zwölf neuen Inszenierungen aus Deutschland, der Schweiz, Belgien, Dänemark und den Niederlanden auf der Bühne. Die durchweg positive Resonanz beim Publikum und der Presse führte zu der erfreulichen Auslastungszahl von rund 85%. Die Auslastungszahl bezieht sich auf die Vorstellungen der Gast- und Eigenproduktionen und schließt das Rahmenprogramm nicht mit ein. Die Produktionen Alice, Komm in meinen Wigwam, Männer, 9220: Portræt af en bydel, Dicke Frauen oder Mischpoke wurden im Studio jeweils immer vor vollem Haus gezeigt.

„Die Akzeptanz des neuen Festivals bei den Mannheimerinnen und Mannheimern, und insbesondere auch der Politik, hat mich außerordentlich gefreut“, so Schauspielintendant Burkhard C. Kosminski. „Das Festival-Resümee fällt für mich sehr positiv aus. Die Gastspiel-Auswahl, die die Jury getroffen hat, war unglaublich vielfältig und ich war von jedem einzelnen der Theaterabende sehr begeistert. In der Bandbreite von Themen, die auf der Bühne verhandelt wurden – von sehr Persönlichem bis hin zum Politischen – hat sich für mich die Relevanz der Kunstform Bürgerbühne sehr bestätigt. Das Nationaltheater Mannheim war eine Woche lang Treffpunkt auch für zahlreiche Fachbesucher, die sich im Rahmenprogramm mit aktuellen Strömungen und Tendenzen der professionellen partizipatorischen Arbeit auseinandersetzen konnten. Der Netzwerkgedanke, der bei der Festivalplanung auch mit im Vordergrund stand, hat sich für mich sehr eingelöst.“

PREISVERLEIHUNG durch den CLUB DER BÜRGERJURY

Zum Abschluss des Festivals verlieh der Club der Bürgerjury bei der Preisverleihung in der Lobby Werkhaus gleich mehrere Preise. „Weder verstehen wir das Bürgerbühnen-Festival als Wettkampf-Veranstaltung, noch wollen wir selbst in die Rolle von Kampfrichtern schlüpfen. Deshalb haben wir uns gerne verabschiedet von dem Gedanken, erste, zweite und dritte Preise zu vergeben. Es ist unser Wunsch, jedem einzelnen Stück gerecht zu werden. Nicht die Frage, was unterscheidet es von anderen, soll im Zentrum der Betrachtung stehen. Vielmehr war es unser Ziel herauszuarbeiten, was jedes einzelne Stück für uns zu einem einmaligen und unverwechselbaren Erlebnis macht. Wir verstehen die Stücke in erster Linie als Kommunikationsangebote“, so die Mitglieder der Bürgerbühnenjury, die die Stücke Dicke Frauen, Alice, Die Lücke, Männer, Mannheimer Geräuschorchester #1, Qualitätskontrolle, Baal und Mischpoke auszeichnete.
 
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Mit freundlicher Unterstützung von Innovationsfonds Kunst Baden-Württemberg, Theatron, Goethe Institut, GBG - Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft, Stadtmobil Rhein-Neckar AG und BAK Kardesler GmbH
 
Das Projekt „Club der Bürgerjury“ wird gefördert durch Kultur macht STARK und Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Festival steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann


Von Ralf-Carl Langhals über das Festival der Bürgerbühnen – eine Zusammenfassung – Mannheimer Morgen, 30.03.2015


„Die Kunst und das Volk
Lebendig und bunt ging es beim Festival zu, das auch zahlenmäßig erfolgreich war. Die Vielseitigkeit der gezeigten ästhetischen Ansätze beweist, dass die Idee eines Mitmachvolkstheaters noch viele Angebote für Bürger bereithält, die ein Theater nicht nur mitfinanzieren und besuchen, sondern auch mitbespielen dürfen. So großartig wie konsequent war auch die Idee, mit dem "Club der Bürgerjury" keine Dramaturgen, Intendanten und Kritiker zum Preiskomitee über das Gesehene zu setzen, sondern Theaterfreunde aller Alters- und Bildungsschichten, ganz normale Theaterbesucher eben.
Die Bürgerbühne manifestiert sich - wenn auch noch auf qualitativ höchst unterschiedlichem Niveau - als Idee mit großer Zukunft, die innovationsfreudigen Demokraten und Volksvertretern schiere Freudentränen ins Gesicht treibt. Passiert das, wie in Mannheim, Dresden, Freiburg oder Karlsruhe, kontinuierlich und mit großem Engagement, gewinnen alle Seiten von der Bürgerbühne. Am meisten aber - das sollte nicht unerwähnt bleiben - die Theater selbst, die damit ihre eigene Bedeutsamkeit und ihren Bestand sichern.“
Mannheimer Morgen, 30.03.2015, Ralf Carl Langhals

„Theater kann süchtig machen“ : Ein Interview mit Miriam Tscholl, der Leiterin der Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden
„Frau Tscholl, Sie sind Leiterin der Dresdner Bürgerbühne, wo 2014 das 1. Bürgerbühnenfestival stattfand. Welche Unterschiede haben Sie zur 2. Auflage in Mannheim entdeckt?
Miriam Tscholl: Ich hatte bei keiner Inszenierung den Eindruck, dass sich etwas aus dem letzten Jahr wiederholt. Die Formen und Inhalte waren wie im letzten Jahr sehr vielfältig, Biografisches, Choreographisches, Musikalisches, Trashiges und Politisches standen kontrastiv nebeneinander. Das gibt Anlass zur Hoffnung, dass noch viele Experimente gemacht werden wollen und dass das Feld, auf dem wir forschen, groß und vielfältig ist.

Gibt es Ihrer Ansicht nach besondere Trends?
Tscholl: In diesem Jahr gab es zwei Inszenierungen, die stark auf choreographische Elemente gesetzt haben. Das war ein neuer formaler Aspekt. Ob es ein Trend ist, weiß ich nicht. Die Absicht der Jury war es auch nicht, einen Trend zu setzen, denn es geht darum, die Palette der Möglichkeiten zu zeigen.

Binden die Projekte tatsächlich Bürger an ihr Theater, auch über die Mitwirkung hinaus?
Tscholl: Ja, das kann ich mit Sicherheit sagen. Wir haben in Dresden eine Umfrage gemacht, aus der hervorging, dass die Spieler durchschnittlich über sechsmal so häufig ins Theater gehen wie davor. Auch noch drei Jahre danach. Abgesehen davon, dass die Hälfte der Spieler in den zehn Jahren davor überhaupt nicht ins Theater gegangen ist. Auch ohne diese Umfrage höre ich regelmäßig in Gesprächen, wie stark die Darsteller vom Theater infiziert wurden. Das kann süchtig machen. Aber keine Angst, es schadet ja niemandem. Ganz im Gegenteil.“
Mannheimer Morgen, 30.03.2015 Ralf Carl Langhals

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2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL vom 20.-27. März 2015
Kritiken zu den Gastspielen
MISCHPOKE 27.03.15
DICKE FRAUEN 26.03.15
MICHAEL ESSIEN I WANT TO PLAY AS YOU ... 26.&27.03.15

MISCHPOKE n<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 27.03.15<br />© Foto: David Baltzer <br />
MISCHPOKE n2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 27.03.15© Foto: David Baltzer
MICHAEL ESSIEN I WANT TO PLAY AS YOU ...<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 26.&27.03.15<br />© Foto: Paulien Verlackt<br />
MICHAEL ESSIEN I WANT TO PLAY AS YOU ...2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 26.&27.03.15© Foto: Paulien Verlackt
DICKE FRAUEN<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 26.03.15<br />© Foto: Andreas Hartmann<br />
DICKE FRAUEN2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 26.03.15© Foto: Andreas Hartmann
100 DOKUMENTE<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, Gastspiel: Staatstheater Karlsruhe, 20./21.03.2015<br />© Foto: Felix Grünschloß<br />
100 DOKUMENTE2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, Gastspiel: Staatstheater Karlsruhe, 20./21.03.2015© Foto: Felix Grünschloß

MISCHPOKE, 27.03.2015
Gastspiel: Die Bürgerbühne, Staatsschauspiel Dresden
Regie: David Benjamin Brückel


„Was die Inszenierung so interessant macht, ist die breite Fächerung ihrer überwiegend jüngeren Akteure mit unterschiedlichen Charakteren, Temperamenten, Schicksalen und Meinungen, die auch durch ihre Herkunft geprägt sind. Ihr Bühnentalent und vorzügliche Personenführung des Regisseurs machen die Vielfalt erlebbar. […]“
(Die Rheinpfalz, 30. März 2015)

„Aus den vielgestaltigen Biografien, Stimmen und Positionen der Protagonisten (…) formt "Mischpoke" einen eindrücklichen, persönlich-historischen Schauspielbogen, der über Holocaust, Leid, Flucht und erwartungsvolle Rückkehr vieler Juden in die DDR bis in die Gegenwart einer "postnationalen Diaspora-Kultur" führt.
Bewegend, erhellend, immer wieder auch humorvoll, findet das Stück in einer Art griechischem Chor seinen stärksten Moment - da deklamiert das Ensemble in atemlosen Tiraden Vorurteile, Absurditäten und Ressentiments gegenüber Juden. Fabelhaft ist auch das einem Aufklapp-Bilderbuch nachempfundene Bühnenbild (Jeremias Bottcher). […]“
(Mannheimer Morgen, 30. März 2015)


DICKE FRAUEN, 26.03.2015
Gastspiel: heißes medium : polylux in Kooperaion mi tdem Theaterhaus Hildesheim u.v.m.
Theater über Körperbilder
Regie: Nora Graupne
r

„Sie sind bühnenpräsent, sprechen weit über dem Niveau von Amateuren. […]“ (Die Rheinpfalz, 28. März 2015)

„ Es sind Persönlichkeiten, die uns erzählen, was sie erleben, glauben und denken. Was sie preisgeben, entscheiden sie selbst. Darin liegen Zauber und Verdienst dieses Bürgerbühnenprojekts. […]
Doch selten sah man beim Festival den Gedanken der Bürgerbühne konzeptionell so klar umgesetzt. […]
Das Ergebnis ist launig, berührend, erfrischend und vor allem eines: echtes Bürgertheater.“
(Mannheimer Morgen, 28. März 2015)


MICHAEL ESSIEN I WANT TO PLAY AS YOU …, 26.&27.03.2015
Gastspiel: Ahilan Ratnamohan (BE)
Eine Auftragsarbeit für Urban Theatre Projects (Australien)


“Auf der in den Zuschauerraum hinein vergrößerten Bühne des Schauspielhauses des Nationaltheaters laufen sie ein wie Tänzer und bewegen sich dabei wie Fußballer. Die Dynamik reißt mit; der Sport wird zum Tanz flinker, gelenkiger Beine und Füße. […]
Manchmal tänzeln sie um den Ball herum, meistens tänzeln sie ohne, aber so intensiv, dass man meint, man sähe den Ball rollen. Die farbigen Spieler gelten ja als die Ballkünstler – hier sieht man die spielerische Leichtigkeit ihrer Kunst, die vielleicht darauf gewartet hat, einmal zum Tanztheater zu werden. […]
Mit Entertainertalent spielen und sprechen sie dabei ins Publikum hinein. […]“ (Die Rheinpfalz, 28. März 2015)



 

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2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL vom 20.-27. März 2015
Kritiken zu den Gastspielen
KOMM IN MEINEN WIGWAM 22.03.15
BAAL 22.03.15
DIE LÜCKE 24.&25.03.15
MÄNNER 23.03.15
9220: PORTRAET AF EN BYDEL 24.03.15

Komm in meinen Wigmann<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL<br />© Foto: Birgit Hopfeld<br />
Komm in meinen Wigmann2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL© Foto: Birgit Hopfeld
BAAL<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL<br />© Foto: Sanne Peper<br />
BAAL2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL© Foto: Sanne Peper
DIE LÜCKE<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL<br />© Foto: David Baltzer<br />
DIE LÜCKE2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL© Foto: David Baltzer
MÄNNER<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL<br />© Foto: Uwe Heinrich<br />
MÄNNER2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL© Foto: Uwe Heinrich
PORTRAET AF EN BYDEL<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL<br />© Foto: Allan Toft<br />
PORTRAET AF EN BYDEL2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL© Foto: Allan Toft

Gastspiel : Theater Dortmund, 22.03.2015
KOMM IN MEINEN WIGWAM
Regie: Wenzel Storch

„Ein Theaterspaß zwischen Loriot-Humor und Kirchenkritik.“ (Die Rheinpfalz, 24. März 2015)
 „Tosenden Applaus erhalten auch die Akteure des Theaters Dortmund für ihre skurrile "Pilgerreise durch die Welt der katholischen Aufklärungs- und Anstandsliteratur." […]“
(Mannheimer Morgen, 24. März 2015)



Gastspiel : Toneelgroep Oostpool (NL), 22.03.2015
BAAL
Regie: Timothy de Gilde


„Die Interpretation des Brecht'schen Frühwerkes "Baal" durch die niederländische Toneelgroep Oostpool beim 2. Bürgerbühnenfestival hätte dem Dramatiker und Lyriker sicher gefallen. […]
Mit Haut und Haaren und einer fast rauschhaften Lust erobern sie unter der Regie von Timothy de Gilde das Schauspielhaus. […]
Am Ende gibt es viel Beifall für die Truppe aus Arnheim, die uns nicht nur mit einer gekonnten Inszenierung, sondern auch mit holländischem Käse verwöhnte. […]“
(Mannheimer Morgen, 24. März 2015)


Gastspiel : Schauspiel Köln, 24.03. und 25.03.2015
DIE LÜCKE – Ein Stück Keupstraße
Regie: Nuran David Calis


„Wie viel Erkenntnisbereicherung und Wirkungssteigerung das Zusammengehen von Laienspiel und professioneller Theaterarbeit einbringen kann, beweist eindrucksvoll der Beitrag des Schauspiels Köln beim Bürgerbühnen-Festival am Nationaltheater Mannheim. […]
Aus dem stummen Blickkontakt zu Beginn entwickelt sich rasch eine lebhafte, manchmal komische, gelegentlich auch recht heftige Auseinandersetzung, die große Gegensätze nicht kleinredet, aber auch Hoffnung auf Annäherung zulässt. […]“ (Rhein-Neckar-Zeitung, 26. März 2015)
„Betroffen schweigen die Zuschauer einen Moment lang, dann brandet der Beifall auf.“
(Mannheimer Morgen, 27. März 2015)


Gastspiel : Junges Theater Basel (CH), 23.03.2015
MÄNNER – Tanztheater von Ives Thuwis
Choreografie: Ives Thuwis


„Dabei wird das ästhetische Empfinden sensibilisiert für eine vom Choreografen zu schaffende Struktur, die aus dem Spaß am Improvisieren eine ästhetische Aussage macht, die ein Publikum berührt. Technisch löst Ives Thuwis das hervorragend mit dynamischen Wechseln von Gruppe und Solo. Die Gruppe agiert homogen als Ganzes oder leicht chaotisch, indem jeder etwas Eigenes macht und nur dem Grundgestus folgt. […]
Die Hauptstimmung ist dynamisch, explosiv, kraftbetont. (…) Die sieben Jungmänner sind wunderbar echt und impulsiv. Ein Berufstänzer müsste das alles erst studieren, das Ergebnis wäre weniger authentisch. […]“ (
Die Rheinpfalz, 25. März 2015)

„"Wann ist ein Mann ein Mann?", (…) Thuwis stellte die Frage sieben jungen Männern zwischen 17 und 25 Jahren. Die Antworten verwandelte er mit deren energetischem Zutun in grandioses Körpertheater mit Laien. […]
Was tänzerisch mit Streetdance und Hip-Hop-Battles beginnt, wandelt sich über Modern Dance gar zu klassischen Ballett-Pirouetten. Blitzschnell ändert das Septett Haltungen, wird weich und hart, hilflos und zornig, aggressiv oder sozial - geweint wird freilich allein. […]
(…) Was die kernigen und höchst individuell agierenden Jungs im Gepäck haben: Spielfreude, Körperbeherrschung, Selbstironie – und viel Humor. […]“ (Mannheimer Morgen, 25. März 2015)


Gastspiel : Borgerscenen, Aalborg Teater (DK),24.03.2015
9220: PORTRAET AF EN BYDEL   
Regie: Therese Willstedt


„Ein keineswegs abschreckendes, sondern erfreulich vielfarbiges und menschenfreundliches Porträt des Problemviertels vermittelte die so informative wie unterhaltsame Aufführung der „Borgerscenen“ des Aalborg Theaters beim Mannheimer Bürgerbühnenfestival.
In der lebendig pulsierenden Inszenierung von Therese Willstedt liefert das zum Teil mittels Handkamera gefilmte und auf Großleinwand präsentierte reiche Bildmaterial die jeweils passende Ergänzung zu den Berichten der fünf Einwohner von Aalborg Ost, die live auf der Bühne erzählen, warum sie gern hier zu Hause sind und nie wieder weg wollen. […]
(Rhein-Neckar-Zeitung, 27. März 2015)

„Die zugespitzte und verdichtete Dramaturgie der Erzählungen kommt beim Publikum an. Es gibt dafür langanhaltenden Applaus.“
(Mannheimer Morgen, 27. März 2015)


 

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2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL vom 20.-27. März 2015
Kritiken zu den Gastspielen
ALICE nach Lewis Carroll, 21.03.2015

ALICE<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 21.03.2015<br />© Foto: Arno Declair
ALICE2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 21.03.2015© Foto: Arno Declair

Gastspiel : Junges DT, Deutsches Theater Berlin

Sujets und Protagonisten aus "Alice" formieren sich hierbei in fließenden Transformationsprozessen zu einer wundersamen, mal schillernd-humorigen, allenthalben bedrohlich-befremdlichen und abgründigen Theatererfahrung. […]
Von dem jungen Ensemble, man kann es nicht anders sagen: Geradezu überwältigend professionell und ausdrucksvoll gespielt, gelingt Nora Schlocker mit dieser Inszenierung ein starker, eindrücklicher Theaterabend. […]“ (Mannheimer Morgen, 23. März 2015)

„Sie spielen, tanzen und singen, dass es eine Freude ist. Wer aber in ihrem Stück die aus Lewis Carrolls Klassiker „Alice im Wunderland“ bekannten Figuren wie das weiße Kaninchen, die grinsende Katze oder den Mad Hatter auf seiner verrückten Tee-Party erwartet, wird enttäuscht. Das ganze Stück ist sozusagen eine einzige verrückte und auch noch sehr farbenfrohe Party. […]
Am Ende gab es einen Riesenapplaus für ein großes Theatervergnügen.“
(Die Rheinpfalz, 23. März 2015)


 

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2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL vom 20.-27. März 2015
Kritiken zu den Gastspielen
RIMINI PROTOKOLL : QUALITÄTSKONTROLLE

RIMINI PROTOKOLL : QUALITÄTSKONTROLLE<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 20.03. & 21.03.2015<br />© Foto: Cecillia Gläsker
RIMINI PROTOKOLL : QUALITÄTSKONTROLLE2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 20.03. & 21.03.2015© Foto: Cecillia Gläsker
RIMINI PROTOKOLL : QUALITÄTSKONTROLLE<br />2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 20.03. & 21.03.2015<br />© Foto: Cecillia Gläsker
RIMINI PROTOKOLL : QUALITÄTSKONTROLLE2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, 20.03. & 21.03.2015© Foto: Cecillia Gläsker

Eine Produktion von Rimini Apparat in Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart, 20.03.&21.03.2015

„Nicht nur einmal, sondern x-mal konnte man während dieses intensiven, bewegenden Auftakts des Mannheimer Bürgerbühnen-Festivals „Auftritt Volk“ die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören. […]
Sachlich, charmant und gewitzt, aber auch voller Nachdenklichkeit erzählt Maria-Cristina Hallwachs von ihrem Schicksal. Und das Faszinierende dabei ist, wie viel positiven Lebensmut sie ausstrahlt. […]
[Man] konnte an diesem Abend erleben, welche Kraft in Laiendarstellern steckt, wenn sie über starke Persönlichkeiten verfügen und zudem von Profis gecastet und gecoacht werden.“
(Rhein-Neckar-Zeitung, 23. März 2015)

 „Maria-Cristina Hallwachs pflegt einen sehr entspannten Umgang mit ihrem schweren Schicksal. Nicht ein einziges Mal stellt sich während ihres Auftritts ein Gefühl der Peinlichkeit ein. Über sich und ihre Behinderung redet sie distanziert, manchmal auch ironisch, nie aber mitleidheischend. […]
Im Mannheimer Schauspielhaus wurde Maria-Cristina Hallwachs, die den Mut aufgebracht hat, sich in ihrer ganzen Hilflosigkeit und Schwäche vor einem großen Publikum darzustellen, nun stürmisch gefeiert. […]“
(Die Rheinpfalz, 23. März 2015)

„Humor ist also dabei und Lebensfreude, die einem manches in anderem Lichte sehen lässt. […]
Herzlicher Applaus brandet auf, als ihre letzten Worte verklungen sind: "Ich lächle. Oft.“
(Mannheimer Morgen, 23. März 2015)

„Und man kann sich sicher sein: Diese Frau ist eine starke, entschiedene und kluge Person mit der bewundernswerten Gabe, das Leben so zu nehmen, wie es kommt und einen ganz eigenen Weg zu finden, damit umzugehen. […]
Das gesamte Stück ist ein wilder Mix aus Freude und Beklommenheit. Aus Ruhe und Hektik. Aus Stille und lauter Musik. Es wird viel geredet und ist trotzdem nicht langweilig. Es ist eine schreckliche und gleichzeitig schöne Geschichte, die Maria-Cristina Hallwachs ihrem Publikum erzählt. […]
Zum Schluss gab es lauten Beifall. Einige Besucher standen auf und gaben der Darstellerin “Standing Ovations”. Die Begeisterung, Ehrfurcht und sicher auch Ergriffenheit im Saal war deutlich zu spüren.“
(rheinneckarblog, 25. März, 2015)


 

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2. BÜRGERBÜHNENFESTIVAL vom 20.-27. März 2015
„Auftritt VOLK“

Gemeinsam mit dem Staatsschauspiel Dresden hat das Nationaltheater Mannheim im Rahmen der allgemeinen Projektförderung eine Fördersumme von insgesamt €240.000 von der Kulturstiftung des Bundes für ein mit zwei Ausgaben angelegtes Pilotprojekt erhalten. Nach der 1. Ausgabe des Bürgerbühnenfestivals im Mai 2014 in Dresden findet nun das 2. Bürgerbühnenfestival – ein deutsch-europäisches Theatertreffen - vom 20.-27. März unter dem Motto „Auftritt VOLK“ am Nationaltheater in Mannheim statt.
 
Das Festival zeigt die professionelle Theaterarbeit mit insgesamt 300 nichtprofessionellen Darstellerinnen und Darstellern in zwölf neuen Inszenierungen aus Deutschland, der Schweiz, Belgien, Dänemark und den Niederlanden. Das Programm umfasst nationale Gastspiele des Schauspiels Köln (Die Lücke), des Theaters Dortmund (Komm in meinen Wigwam), des Autoren-Regieteams Rimini Protokoll in Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart (Qualitätskontrolle) und des Theaterkollektivs heißes medium:polylux aus Hildesheim (Dicke Frauen) sowie internationale Produktionen des Jungen Theaters Basel (Männer), der Toneelgroep Oostpool Arnhem (Baal) und des Künstlers Ahil Ratnamohan am Cultuurcentrum Luchtbal Antwerp (MICHAEL ESSIEN I want to play as you...).

Die Auswahl aus rund 100 Produktionen aus ganz Europa wurde von einem Kuratorium, bestehend aus den Mitgliedern David Benjamin Brückel (Staatsschauspiel Dresden), Stefanie Bub (Nationaltheater Mannheim), Ingoh Brux (Nationaltheater Mannheim), Jens Christian Lauenstein Led (Aalborg Teater Dänemark), Jan Linders (Staatstheater Karlsruhe) und Birgit Lengers (Deutsches Theater Berlin), getroffen. Die Produktionen 9220: Portræt af en bydel  (Aalborg Teater), Alice (Junges DT Berlin), 100 Dokumente (Badisches Staatstheater Karlsruhe), Mischpoke (Staatsschauspiel Dresden) und Mannheimer Geräuschorchester #1 (Nationaltheater Mannheim) sind Eigenproduktionen der Kuratoriumsmitglieder und ergänzen das Programm des Festivals.
Neben den zwölf Inszenierungen aus Stadt- und Staatstheatern sowie der Freien Szene präsentiert das Nationaltheater auch ein hochkarätiges und breit gefächertes Rahmenprogramm.

Seit 2012 gibt es am Nationaltheater Mannheim die Mannheimer Bürgerbühne.
In Inszenierungen, Clubs und Workshops treffen Mannheimer Bürgerinnen und Bürger als Experten des Alltags auf Theaterprofis und entdecken die gegenseitigen Lebens- und Arbeitswelten. Eine Werkschau der Mannheimer Bürgerbühne wird im Rahmen des Festivals präsentiert.
Bereits die Vorbereitungen für das Festival sind partizipativ: Der „Club der Bürgerjury“ entwickelt seinen eigenen Kriterienkatalog für die Beurteilung von Theater mit nicht-professionellen Darstellern und wird am Ende des Festivals eine Preisverleihung gestalten. Der „Club der Mouseclicker und Face-to-Face-Blicker“ der Mannheimer Bürgerbühne beteiligt sich seit Oktober 2014 an der Entwicklung von Marketingstrategien für das Festival.
In einer Filmreihe des Cinema Quadrat, in Workshops, Vorträgen und Diskussionen werden aktuelle Strömungen und Tendenzen unserer Zeit beleuchtet. Zu Gast werden unter anderem Ministerin Theresia Bauer, Carl Hegemann, Matthias Lilienthal, dm-Gründer Prof. Götz W. Werner, Árpád Schilling uvm. sein.

 
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes
 
Mit freundlicher Unterstützung von Innovationsfonds Kunst Baden-Württemberg, Theatron, Goethe Institut, GBG - Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft, Stadtmobil Rhein-Neckar AG und BAK Kardesler GmbH
 
Das Projekt „Club der Bürgerjury“ wird gefördert durch Kultur macht STARK und Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Festival steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann

www.nationaltheater-mannheim.de; Kartentelefon: 0621 – 16 80 150
Der Kartenvorverkauf beginnt am 29. Januar 2015.


DAS PROGRAMM zum Download

DER LEPORELLO zum Download


 

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Akin E. Sipal
SANTA MONICA (UA), Premiere 01.03.2015
Inszenierung: Tarik Goetzke

SANTA MONICA (UA)<br />Premiere 01.03.2015<br />© Foto: Christian Kleiner<br />
SANTA MONICA (UA)Premiere 01.03.2015© Foto: Christian Kleiner
SANTA MONICA (UA)<br />Premiere 01.03.2015<br />© Foto: Christian Kleiner<br />
SANTA MONICA (UA)Premiere 01.03.2015© Foto: Christian Kleiner

Bühne und Kostüme: Marcela Snaselova
Video: Jonas Englert
Licht Ronny Bergmann
Dramaturgie: Lea Gerschwitz

„Obwohl der Autor Akin Sipal im Hauptberuf Film studiert, ist sein Stück eher erzählend, sanft, undramatisch, einige schnelle Schnitte, ansonsten ein lakonischer Bericht voller Witz und Humor. […]
Der Abend ist reines, tolles, erzählendes Schauspielertheater. Besonders die Beziehung der Eltern ist von der Regie sehr glaubwürdig und liebevoll analysiert […] Julius Forster als kleiner Bruder, als Krebspatient ist eine Entdeckung: Eine fast beunruhigend sichere Bühnenpräsenz – der schaut sich selber staunend beim Sterben zu, wehrt sich, erträgt die Chemos und hat bei all dem einen großen Abstand zu sich selbst.
Der handwerklich ungemein präzise Regisseur Tarik Goetzke deutet die Torturen einer Knochenmark-Übertragung nur an. Er setzt auf Ironie und Poesie. Den richtigen Spender zu finden ist ein kleines Wunder – wie auch diese Uraufführung, die noch lange nachhallt.“    (Deutschlandfunk/Kultur heute, 2. März 2015)

„Vor allem ist da dieser hinreißende Hauptdarsteller, Julius Forster: Charmant, strahlend. Und doch in seiner Rolle überzeugend linkisch und verunsichert. […]   (SWR2/Kulturthema, 2. März 2015)

„Wieder handelt es sich um eine Uraufführung, und wieder hat der junge Regisseur eine Feuerprobe mit Bravour bestanden. Denn das handlungsarme Stück ist nicht leicht in Szene zu setzen. […]“    (Die Rheinpfalz, 3. März 2015)

„Dank Tarik Goetzkes zurückhaltender Regie lenkt nichts von der Sprache und den vier Schauspielern ab, die diesen Text-Marathon in all seinen dramatischen Höhen und Tiefen ohne die geringste Entgleisung und mit nie nachlassender Intensität bewundernswert meistern. […]“   (Rhein-Neckar-Zeitung, 4. März 2015)

„Am Ende gibt es minutenlangen Beifall für die Schauspieler und die überaus gelungene Inszenierung von Tarik Goetzke.“    (Mannheimer Morgen, 3. März 2015)


 

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Gotthold Ephraim Lessing
EMILIA GALOTTI, 28.02.2015
Inszenierung: Elmar Goerden

EMILIA GALOTTI<br />28.02.2015<br />© Foto: Hans Jörg Michel
EMILIA GALOTTI28.02.2015© Foto: Hans Jörg Michel

Bühne: Silvia Merlo / Ulf Stengl
Kostüme: Lydia Kirschleitner
Musik: Helena Daehler
Licht: Robby Schumann
Dramaturgie: Ingoh Brux


„Das funktioniert verblüffend gut, der knapp zweistündige Abend hat Tempo und Spannung, wird von der Musikerin Helena Daehler mit schönen Songs und brachialen Riffs gegliedert und bringt uns dieses bürgerliche Trauerspiel aus dem 18. Jahrhundert ganz locker in die Gegenwart. […]
Wie schon in seiner „Wildente“ hat Elmar Goerden die Mannheimer Schauspieler in Topform gebracht. […]“   (Die Rheinpfalz, 2. März 2015)

„Die locker auf Augenhöhe des Publikums heruntergespielte Tragödie wird so zur eher komischen als tragischen Farce, mit Figuren, die nichts Besonderes, sondern Menschen wie du und ich sind, anrührend lebensnah verkörpert von einem in allen Rollen glänzenden siebenköpfigen Ensemble und ergänzt durch die Schweizer Musikerin Helena Daehler, die mit ihren die jeweilige Stimmung treffsicher aufgreifenden Songs zur elektronisch verstärkten Gitarre für gleitende Übergänge zwischen Sprache und Musik sorgt. […]
In der Titelrolle beeindruckte einmal mehr Mannheims Nachwuchs-Star Anne-Marie Lux als alles andere als unschuldige und längst nicht mehr fremd bestimmte Kindfrau. […]
Katharina Hauter überzeugt als kampflustige Ex-Geliebte Orsina ebenso wie Matthias Thömmes als Bilderbuch-Schwiegersohn Appiani.
Für sie alle gab es lang anhaltenden begeisterten Beifall.“     (Rhein-Neckar-Zeitung, 3. März 2015)

„(…) Elmar Goerden arbeitete intensiv und konsequent an seiner Inszenierung, die handwerklich Stärken hat. Unter einem geteilten Himmel kreuzen sich Lebensbahnen (beeindruckende Bühne: Silvia Merlo und Ulf Stengl) von Figuren, die auf dem von Robby Schumann perfekt ausgeleuchteten Schachbrett nur als Verlierer unterwegs sind.
Es ist auch ein Abend großer Schauspielleistungen, unter denen zuletzt auch Katharina Hauters Mätresse Orsina als kluge Zynikerin von Format sowie Anke Schuberts grandioser Muttermonolog nicht unerwähnt bleiben sollen.“    (Mannheimer Morgen, 2. März 2015)


 

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Junge Talente:
David Müller ist seit 2013/14 Ensemblemitglied am Nationaltheater – ein Gespräch mit dem MM-Mitarbeiter Bernd Mand

David Müller<br />© Foto: Rinderspacher
David Müller© Foto: Rinderspacher

© Mannheimer Morgen, Bernd Mand, 28.01.2015, Foto: © Rinderspacher

„David Müller sitzt tief im Sofapolster und dreht sich seine Zigarette. „Also die Idee, Schauspieler zu werden, kam kurz dem Abitur", erzählt der junge Österreicher über seinen Weg zum Theater. "Ich habe meinen Zivildienst gemacht, dann habe ich vorgesprochen und dann bin ich an der Schule genommen worden." Müller erzählt ruhig und aufgeregt von den frühen Anfängen, die genau genommen noch nicht wirklich weit zurück liegen.
Der 24-jährige Schauspieler kam 2013 direkt nach dem Schauspielstudium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover ans Mannheimer Nationaltheater und war hier mittlerweile auch schon in einigen Produktionen zu sehen.
"Also, so etwas wie eine Lieblingsproduktion hab ich nicht. Gerade vom Spielen her ist das von Tag zu Tag unterschiedlich" so Müller über seine aktuellen Arbeiten am Nationaltheater. "Mal spiel ich das gerne, mal spiel ich dies gerne."
Für David Müller ist es die Fülle an unterschiedlichen Themen mit denen er sich am Theater auseinandersetzen kann, die ihn am Schauspielberuf so begeistert. Die Möglichkeit in unterschiedliche Leben und Geschichten einzutauchen. Er ist auch ein leidenschaftlicher Beobachter. "Ich beobachte sehr gerne Menschen und spiele die dann nach. Also, nachahmen und spielen, das Spiel an sich, ist für mich wohl das Wichtigste am Theater. Und an meinem Beruf."
Für David Müller ist das Schauspielen ein Spiel ohne Grenzen. Ein umfassendes Ausloten der Welt und vor allem des Menschen. Ob in der grotesk zugespitzen Brudergeschichte "Brillant Adventures" von Alistair McDowall oder als St.Just in Georg Büchners Revolutionsdrama "Dantons Tod", es ist das Mögliche und Unmögliche des menschlichen Schicksals, das den jungen Schauspieler auf die Bühne zieht.
"Es ist ein harter Job, aber der macht mir wirklich Spass" erzählt Müller beim nachmittäglichen Milchkaffee. Ein Job, der ihn als Mensch den Menschen und sich selbst immer näher bringt.
Auch die Teamarbeit im Entstehungsprozess ist für David Müller eine spannende Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen. Das Zusammenarbeiten von Autor, Text, Regisseur und Schauspieler sieht Müller als Aufforderung, sich seine Freiräume selbst zu bauen. "Wir sind alle kleine Zahnräder bei einer Produktion und wenn die gut zusammen laufen, dann wird das auch gut."
Für viele würde das nicht gerade nach erfüllter Arbeit oder Selbstentfaltung klingen, Müller sieht hier aber die Chance und auch Herausforderung, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren und mit der ganzen Person in seine Rolle einzusteigen. "Und dann kommt da noch das Spiel vor dem Publikum dazu" sagt Müller mit dem Blick aus dem Kaffeehausfenster.
"Das ist ja jeden Abend anders. Manchmal magst du es, manchmal nicht. Und dann passieren eben immer wieder diese Dinge, die man so ja eigentlich nie geprobt hat." Es ist diese faszinierende Mischung aus Sicherheit und Nervosität, die ihn beim Spielen vor Publikum reizt und fordert. Und natürlich die allabendliche Auseinandersetzung mit einem Saal von Menschen, wie dem traditionsreichen Schauspielhaus des Mannheimer Nationaltheaters, denen David Müller seine Geschichten erzählen kann.“


 

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Roland Schimmelpfennig
DAS SCHWARZE WASSER (UA), Premiere 10.01.2015
Inszenierung: Burkhard C. Kosminski

DAS SCHWARZE WASSER (UA)<br />Premiere 10.01.2015<br />© Foto: Florian Merdes
DAS SCHWARZE WASSER (UA)Premiere 10.01.2015© Foto: Florian Merdes
DAS SCHWARZE WASSER (UA)<br />Premiere 10.01.2015<br />© Foto: Florian Merdes<br />
DAS SCHWARZE WASSER (UA)Premiere 10.01.2015© Foto: Florian Merdes

Bühne: Florian Etti
Kostüme: Lydia Kirchleitner
Musik: Hans Platzgumer
Musikalische Gestaltung Roxy Bar: Till Rölle
Licht: Nicole Berry
Dramaturgie: Tilman Neuffer


„So unangestrengt und leger – und trotzdem so differenziert, so ernsthaft – kann's auf dem Theater zugehen! […]
Sie alle (die sechs Schauspieler) bieten anderthalb Stunden lang intelligentes, farbiges Theater – etwas zu textlastig vielleicht, aber spannend bis zuletzt. Und wenn die Szene einen Regenguss braucht, tritt einer der Darsteller vor und hält eine Gießkanne hoch. Wie simpel – und doch: wie schön!“    (Allgemeine Zeitung Mainz,14. Januar 2015)

„Sechs Schauspieler schlüpfen mit Perücken und Umhängebärten in viele Rollen lassen in der professionellen Geläufigkeit dieser Wortpartitur die kleinen Pointen blitzen. […]“ (Darmstädter Echo, 15. Januar 2015)
„Doch von Beginn an liegt im Zauber der gemeinsamen Nacht die zukünftige Realität. Das ist die Stärke des Stücks, in dem sich die Zeitebenen überlagern. […]
Flott und präzise wie Pingpong-Bälle spielen sich die sechs Schauspieler eindrucksvoll die Worte zu und liefern dabei den Subtext („das war eine Pointe“) gleicht mit. Sprachwitz und Humor, bis hin zum eingespielten Modern Talking-Hit, bewahren das Stück vor Sentimentalität, ohne den Inhalt zu verwässern. […]“    (Die Deutsche Bühne, Januar 2015)

„Intendant und Regisseur Burkhard C. Kosminski begegnet der Schimmelpfennig-Bühnen-Prosa mit Theater. Seine Schauspieler stehen nicht wie andernorts schon gesehen an Mikrofonen an der Rampe und vertrauen dem Text, sondern es gelingt ihnen auf der leeren Bühne immer wieder, die erzählte Geschichte in starke Bild- und Erinnerungsfetzen zu verwandeln. […]“    (nachtkritik.de, 10. Januar 2015)

„Dass der wohl sein Sohn sein könnte, ist eine von den kleinen Fußangeln in diesem hellsichtigen und doch deprimierenden Text, dessen Poesie geschickt mit dezent dosiertem Wortwitz durchzogen ist und ganz unspektakulär ohne Katastrophen auskommt.“    (die tageszeitung, 13. Januar 2015)

„Ein ständiges Vor und Zurück ist das auf der fast leeren Bühne, ein Spiel mit Erinnerungsfetzen, die Kosminski immer wieder zu einprägsamen Bildern formt.   (Stuttgarter Zeitung, 13. Januar 2015)

 „Doch Kosminski trifft die richtige Entscheidung, choreographiert die Personen und Zeitwechsel markant in teils hochpoetischen Bildern, lässt sie pantomimisch-köstlich U-Bahn fahren, Döner schneiden oder am Beckenrand albern, statt die Mimen – wie branchenüblich – vor ein Mikro an die Rampe zu stellen. […]
Nachdenken über den nur vermeintlich gekitteten Riss durch die Gesellschaft ist eine Sache, die man aus diesem mit großem Applaus bedachten Abend mit nach Hause nehmen kann.“    (Mannheimer Morgen, 12. Januar 2015)

„Kosminski bringt all die kleinen Geschichten und Gedanken, die aufblitzend Lebensträume und Liebeshoffnungen in einen 90 Minuten währenden Theaterfilm, dessen Bilder zu einem Gutteil aus der Fantasie der Zuschauer kommen. […]
Das Schauspieler-Sextett mit Ragna Pitoll, Katharina Hauter, Anke Schubert, David Müller, Boris Koneczny und Reinhard Mahlberg hantiert herrlich mit Haltungen, Emotionen und ein paar Requisiten.
Am Ende viel Applaus für Autor, Regisseur und Ensemble.“    (Die Rheinpfalz, 12. Januar 2015)


"So schlicht und vorhersehbar die Lebensentwürfe sind, so ambitioniert und komplex ist ihre erzählerische Komposition: eine kunstvoll verschachtelte Collage voller Zeitsprünge und Grenzüberschreitungen, Bildungssplitter und Bibelzitate."    (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Januar 2015)


 

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Dietmar Dath
FARBENBLINDE ARBEIT (UA), Premiere 17.12.2014
Inszenierung: Robert Teufel

FARBENBLINDE ARBEIT (UA)<br />Premiere 17.12.2014<br />© Foto: Christian Kleiner
FARBENBLINDE ARBEIT (UA)Premiere 17.12.2014© Foto: Christian Kleiner

Bühne und Kostüm: Friederike Meisel
Licht: Damian Chmielarz
Dramaturgie: Ingoh Brux / Lea Gerschwitz


Die Reflexion über das künstlerische Tun und die künstlerische Freiheit, die Reflexion über die Bedingungen, unter denen wir leben und arbeiten, die Reflexion darüber, wie wir wahrnehmen und Realität konstruieren – all das wird sprachmächtig angegangen, übereinander und aneinander gelegt und widergespiegelt, so dass eine Art Prisma entsteht, in dem alle Farben zur Geltung kommen sollen. Dath will das Gegenteil von Farbenblindheit, will eine geschärfte Wahrnehmung erzielen. Und dabei geht es keineswegs nur ernst zu, sondern ist auch Selbstironie, Persiflage und absurder Humor am Werk. […]
Keine leichte Aufgabe für die Schauspieler, die aber das Beste daraus machen und sich darauf konzentrieren, das Szenische auszuspielen, wo immer es geht. Großartig ist besonders Sascha Tuxhorn in seiner Rolle als Zeus und Gefängnisdirektor. […]“   (nachtkritik, 17. Dezember 2014)

„Man sieht [Sascha Tuxhorn] so gern zu wie Dascha Trautwein, die der Sofie der Charme einer Frau gibt, die, will sie Männer aufs Glatteis führen, das naive Dummchen spielt.“    (Süddeutsche Zeitung, 19. Dezember 2014)

„Die generelle Schräglage ist auch eine perfekt einfache, kompakte Umgebung für Teufels abwechslungsreichen Umgang mit dem letztlich auch in stärkere und schwächere Sketche zerfallenden Material.“    (Frankfurter Rundschau, 19. Dezember 2014)

„Regisseur Robert Teufel hat den komplexen Text Daths „für vier Menschen in mehreren Rollen“ geschickt entzerrt und den Schauspielern Isabelle Barth, Dascha Trautwein, Sascha Tuxhorn und Matthias Thömmes auf der dunklen, schräg nach hinten ansteigenden Rampe (…) existenzielle Spielräume geschaffen, in denen sie nicht ohne Witz und Selbstironie (…) ihre fragile Normalität diskutieren und ausleben können. […]
(…) Man schaut den Darstellern gern bei ihrer Arbeit zu und Sascha Tuxhorns flexible Verwandlungen vom Zeus zum Gefängnisdirektor und umgekehrt verdienen durchaus Bewunderung. […]“    (Mannheimer Morgen, 19. Dezember 2014)


 

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Junge Talente:
Anne-Marie Lux ist seit 2013/14 Ensemblemitglied am Nationaltheater – ein Gespräch mit dem MM-Mitarbeiter Martin Vögele

Anne-Marie Lux<br />© Foto: Rinderspacher
Anne-Marie Lux© Foto: Rinderspacher

© Mannheimer Morgen,02.01.2015, Martin Vögele

„Zehn Wochen lang hat sie einen Schwimmkurs besucht, berichtet Anne-Marie Lux. Weil sie unbedingt Kraulen lernen wollte, schon seit langem. Viele freie Zeitfenster gab es hierfür nicht - immerhin steht die Schauspielerin derzeit parallel in sieben Produktionen auf der Bühne des Mannheimer Nationaltheaters; also blieb nur sonntagsmorgens.
Die Initialzündung sei ein Online-Zeitungsbericht gewesen, in dem ein Profischwimmer erläutert hatte: "Wenn man im offenen Meer von einer Welle erfasst wird, ist der einzige Schwimmstil, mit dem man rauskommen kann, das Kraulen", rekapituliert die junge Frau. Und lacht. "Er meinte, mit Brustschwimmen würde man da ganz schwer wieder an Land kommen, wenn man rausgespült wird. Und dann dachte ich: Jetzt ist es Zeit!" Eine, wie wir finden, ganz wunderbare Geschichte, die Anne-Marie Lux nonchalant erzählt, als sie direkt nach dem - inzwischen rein privaten - Schwimmen zum Gespräch im Mannheimer Theatercafé eingetroffen ist.
Seit der Spielzeit 2013/2014 gehört die 1989 in Düsseldorf geborene Schauspielerin dem Ensemble des Nationaltheaters an. Sie kam unmittelbar im Anschluss an ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover an die hiesige Bühne - übrigens zusammen mit Ensemblekollege David Müller, der mit ihr denselben Schauspielschuljahrgang besucht hatte.
"Tatsächlich ist es so, dass ich schon immer auf der Bühne stehen wollte", erinnert sich die Mittzwanzigerin an ihre Berufswunschwurzeln. Als kleines Mädchen zog es sie zum Ballett - an der Ballettschule der Deutschen Oper am Rhein tanzte sie, bis sie 15, 16 Jahre alt war. Gleichzeitig merkte Lux, wie viel es zu entbehren galt, um den körperlichen Voraussetzungen zu entsprechen, die das Ballett erfordert - und suchte nach neuen Bühnen-Wegen. Sie absolvierte ein erfolgreiches Casting beim Jugendclub des damaligen Kinder- und Jugendtheaters am Düsseldorfer Schauspiel und erkannte, dass sie sich dort "noch ganz anders ausleben, zeigen, ausprobieren und Geschichten ganz anders erzählen kann."
"Ab dem Moment, in dem ich im Jugendclub war, war auch irgendwie klar, dass ich das beruflich machen will. Ich konnte mir auch noch nie vorstellen, etwas anderes zu machen." Der finale Entscheidungsschritt war spätestens vollzogen, als sie mit etwa 17 Jahren in Düsseldorf den "Macbeth" von Jürgen Gosch gesehen hatte: "Das hat mich damals so umgehauen, dass ich dachte: Krass, so etwas will ich auch machen".
Noch während des Studiums wirkte Lux unter anderem an Mina Salehpours "Fatima"-Inszenierung am Staatstheater Hannover mit, die den "JugendStückePreis" des Heidelberger Stückemarktes erhalten hatte, spielte in dem Arte-Dokudrama "Münchhausen" an der Seite von Ben Becker. In Mannheim arbeitete sie bereits unter der Regie von Sebastian Schug, Dominic Friedel, Elmar Goerden, Tarik Goetzke, Robert Teufel und Cilli Drexel - allein im Dezember war sie in 30 Aufführungen zu sehen. Als nächste Premiere steht am Samstag, 28. Februar, "Emilia Galotti", inszeniert von Elmar Goerden, in Lux' Terminkalender.
Mit Blick in die Zukunft reizen sie Rollen wie die Medea oder die Blanche aus "Endstation Sehnsucht" - "Irgendwann, wenn man das einmal spielen könnte, das wär' schon der Oberkracher", sagt die Mimin, um gleichzeitig anzumerken: "Momentan ist es so, dass ich tatsächlich dankbar bin über jede Rolle, die ich spielen kann." Dafür, "dass ich hier jetzt quasi eineinhalb Jahre durchbesetzt wurde, ein Stück nach dem anderen machen und mich ausprobieren konnte" - und dabei mit vielen verschiedenen Regisseuren arbeiten durfte. "Man lernt natürlich automatisch viel kennen dadurch, dass es hier diese Vermischung aus Klassikern und Uraufführungen gibt", führt sie mit Blick auf das programmatische Profil des Nationaltheaters aus.
Lassen sich die tatsächlichen Anforderungen und Belastungen des Berufes als frische Schauspielschul-Abgängerin eigentlich realistisch voraussehen? "Man unterschätzt das total, einfach, weil man es nicht kennt. Man weiß nicht so richtig, was auf einen zukommt", antwortet sie. Aber: "Da groovt man sich nach und nach ein und findet einen Rhythmus", erklärt Anne-Marie Lux. "Jedem, der mich fragt, ob ich glücklich bin, kann ich nur sagen: Ja. Ich habe keinen Tag überlegt, etwas anderes zu machen."

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FAMILIENSTÜCK
Eine Produktion von Schauspiel und Schnawwl
James Matthew Barrie, Deutsch von Erich Kästner
PETER PAN, Premiere 23.11.2014
Inszenierung: Cilli Drexel
Co-Regie: Tim Egloff

PETER PAN<br />Premiere 23.11.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel
PETER PANPremiere 23.11.2014© Foto: Hans Jörg Michel

Bühne: Maren Greinke
Kostüme: Janine Werthmann
Musik: Till Rölle
Licht: Wolfgang Schüle
Dramaturgie: Stefanie Gottfried / Anne Richter


 „Wenn Wendy und ihre Brüder nach einer halben Theaterstunde mit Peter aus London ausgeflogen sind, geht’s lustig rund. Da ist bisweilen so viel Slapstick, dass kleine Zuschauer quieken vor Vergnügen. […]
Das Frankfurter Ensemble mit einigen Studenten des Schauspiel-Studios ist im Vergleich dazu jünger, die Mannheimer Kollegen sind erfahrener, hinterlassen den versierteren Eindruck, kommen aber auch dank funktionaler Dramaturgie besser ins Spiel: weil es in Julius Forster als Nana und Pirat einen Erzähler gibt, der immer wieder Ruhe in die Aktionen bringt. Und wenn noch die Mannheimer Band loslegt, das Ensemble singt, dann rocken sie Nimmerland.“  (Darmstädter Echo, 25. November 2014)

„Ein Traum, bei dem in Mick-Jagger-Manier gerockt wird. […]
Der beste Nachweis, dass die gemeinsame Produktion von dem gerade mit dem Faust-Preis ausgezeichneten Schnawwl und dem Schauspiel am Mannheimer Nationaltheater gelungen ist, sind die offenen Reaktionen der jungen Zuschauer. Sie lauschen, sie lachen, sie kommentieren. Peter Pan bewegt sie. Und am Ende ist vielleicht doch alles nur ein Traum, der eines Tages wiederkehren kann.“  (Rhein-Neckar-Zeitung, 26. November 2014)

„Freilich haben Kinder hier Spaß. Vor allem Klaus Rodewald als knorrigschröcklicher Käptʼn Hook und Uwe Topmann als Bootsmann Smee und Haushund Nana sorgen für Komik. Verlass ist auch auf die Bühne von Maren Greinke, die die Theatermaschine beeindruckend schnauben und dampfen lässt, und auf die originellen Kostüme von Janine Werthmann. […]
Licht wirbelt, Podeste fahren, Inseln aus Gummibällen tauchen ebenso auf wie ein Krokodil. Das ist hübsch anzusehen. Es wird geflogen und geschwommen, genebelt, gekämpft – und natürlich (von Klaus Rodewald sehr gut) gesungen.“   (Mannheimer Morgen, 25. November 2014)


 

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Max Frisch
HOMO FABER, Premiere 08.11.2014
Inszenierung: Georg Schmiedleitner
Bühne und Kostüme: Florian Parbs
Musik: Bastian Wegner
Licht: Robby Schumann
Video: Philipp Contag-Lada
Dramaturgie: Tilman Neuffer

HOMO FABER<br />Premiere 08.11.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel
HOMO FABERPremiere 08.11.2014© Foto: Hans Jörg Michel

„Georg Schmiedleitner offenbart mit seinem Blick auf Max Frischs „Homo faber“ am Nationaltheater Mannheim (NTM) Sinn für Gebärden, Arrangements und begeisternde Spannung. […]
[…] Eine famos agierende Viererbande, die Schmiedleitner immer wieder, behutsam choreographiert, in den großen von Florian Parbs mit wenigen Gegenständen ausgestatteten Bühnenraum schickt. […]
[…] So holt die Tragödie alle ein: Den sehend gewordenen Ödipus Walter Faber ebenso wie Elisabeth, von Michaela Klamminger wunderbar offen und quirlig gespielt.“
(Mannheimer Morgen, 10. November 2014)

„Georg Schmiedleitner macht aus der Romanvorlage eine bildstarke Bühnenparabel über den modernen, sich selbst verfehlenden Mensch. […]
[…] Zeitlich ist das alles in den 1950er Jahren belassen: Boris Koneczny, Michael Fuchs, Jacques Malan und Reinhard Mahlberg in grauen, lässig-weiten Anzügen, dazu Hut und Hosenträger, Michaela Klamminger als Sabeth in jugendlich beschwingten Kleidchen, Almut Henkel in strengem Schwarz. Als fließende Traumgeschichte zaubern sie das Ganze auf die Bühne, einzelne Momente wie mit einem Teleobjektiv heraus vergrößert. Immer wieder gelingen eindringliche Bilder von abgründiger Dringlichkeit, komisch ist es manchmal auch. […]
Da ist die Mannheimer Inszenierung dann doch ganz heutig, wo der gestresste, am Leben und an sich selber vorbeirasende Berufsjetsetter alltäglich geworden ist.“ (Die Rheinpfalz, 10. November 2014)

„Georg Schmiedleitner ist am Nationaltheater Mannheim der Mann fürs literarisch Anspruchsvolle. (…) Weitere Anreize für den Besuch bilden die überzeugende Ensemblearbeit, das stimmige Bühnenbild und eine klare Regiehandschrift. Sie wird dem Stoff sehr gerecht, obwohl Schmiedleitner eindeutige Rollenprofile vermeidet. […]
[…] Schmiedleitner und sein Ensemble verheddern sich in keiner Minute in den Schicksalsfäden. Michael Fuchs, Boris Koneczny, Reinhard Mahlberg und Jacques Malan spielen sich als vervierfachter Faber gekonnt die Verbal-Bälle zu. Almut Henkel überzeugt als alte Hanna genauso wie als klammernde Ivy oder als Stewardess, während Michaela Klamminger als Sabeth, junge Hanna und weitere Stewardess eine schöne, tanzträllernde Leichtigkeit beweist.“
(Rhein-Neckar-Zeitung, 10.11.2014)

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Theresia Walser
HERRINNEN (UA), Premiere 29.10.2014
Inszenierung: Burkhard C. Kosminski
Bühne: Florian Etti
Kostüme: Ute Lindenberg
Musik: Hans Platzgumer
Dramaturgie: Ingoh Brux

HERRINNEN (UA)<br />Premiere 29.10.2014<br />© Foto: Christian Kleiner
HERRINNEN (UA)Premiere 29.10.2014© Foto: Christian Kleiner

„Grandios. Und das hat darüber hinaus Tempo und Witz – und gut gespielt ist es obendrein. So geht Theater! Die Saison kommt in Fahrt.“
(Allgemeine Zeitung Mainz, 31. Oktober 2014)

„Die Dramatikerin Theresia Walser kennt ihre Pappenheimer, die „Karrierehyänen“ des postdramatischen Theaters. Sie begann selbst mal als Schauspielerin; weil sie sich in fremden Texten unwohl fühlte, schrieb sie sich ihre Stücke selbst und stieg zur Königin der gehobenen Komödie auf.“
(FAZ, 31. Oktober 2014)

 „Und da sehen wir – Tusch – die gute Theresia Walser, die anders als Frau Wolf nun tatsächlich existiert und als Autorin virtuos mit einem alten Trick spielt: mit dem Stück im Stück, einem bewährten Komödienverfahren, das seit jeher die Möglichkeit bietet, erheiternd über das eigene Tun im Theater und dem ganzen Betrieb drumherum nachzudenken. […]
 […] Burkhard Kosminski ist kein Mann, der Stücke brutal zertrümmert. Wort für Wort lässt der Aufführungs-Regisseur die „Herrinnen“ vom Blatt spielen, was insofern angebracht ist, Walsers geistreich poetischer Text in dieser Werktreue voll zur Geltung kommt […]
[…] Umgebend von Alltagssprache schießen auf der Mannheimer Bühne nun Metaphern in die Höhe, die sich zu wahren Originalitätsgebirgen vereinen, ohne dabei je ihre eigentliche Bestimmung vergessen zu machen. Treffend kennzeichnen die tollkühnen Sätze die weiblichen Lebensleistungsfiguren, die von Katharina Hauter, Ragna Pitoll, Sabine Fürst uns Sven Prietz souverän gespielt werden. Und eben von Anke Schubert, für deren Luzi das Spiel am Ende definitiv aus ist.“
(Stuttgarter Zeitung, 31. Oktober 2014)

„Natürlich ist das von der Autorin bössarkastisch gemeint, sie ist eine Meisterin im Pointieren und Ironisieren, eine Komödienspezialistin (…) und auch hier, in ihrem sechsten Auftragswerk für das Mannheimer Theater, hat sie gute Sprüche auf Lager.“
(Süddeutsche Zeitung, 31. Oktober 2014)

„Kosminskis zurückhaltende Regie konzentriert sich ganz auf die Schauspielerinnen und ihre Wort-Pirouetten. Er setzt die Komödie aufs Gleis und lässt sie dort abschnurren. Theresia Walser gelingt unterdessen mit dem Theater im Theater ein geschickter Kniff: Sie greift aktuelle Diskurse um Frauenquoten und Familienplanung auf, um die Integration Behinderter und den Umgang mit Trans- und Crossgender, reflektiert diese Diskursmoden und ihren häufig so atem- wie gedankenlosen Widerhall im Theater jedoch kritisch – und sogar mit einer Prise Selbstironie.“
(nachtkritik, 29. Oktober 2014)

„Die Mannheimer Schauspieler, Ragna Pitoll, Anke Schubert, Katharina Hauter, Sabine Fürst und Sven Prietz, denen Theresia Walser die Figuren auf den Leib geschrieben hat, spielen das alles so verzweifelt komisch wie menschlich anrührend. Und Burkhard Kosminski, der bei der Stückentwicklung seinen Anteil hatte, stellt seine präzise Inszenierung ganz in den Dienst des prächtig funktionierenden Textes.“
(Die Rheinpfalz, 31. Oktober 2014)

„Alles in allem bietet Theresia Walsers bereits sechstes Auftragswerk für das Nationaltheater Mannheim einen flotten und heiteren neunzigminütigen Theaterabend, der ernste Themen locker verpackt ins Publikum befördert. (…) – Starker Applaus.“
(Rhein-Neckar-Zeitung, 31. Oktober 2014)

[…] Theresia Walsers Text ist sehr aktuell, witzig, scharfzüngig, mit vielen subtilen Untertönen. Eigenwillig spiegelt sie die aktuellen Diskussionen über Transgender, Behinderte, Tiefkühlföten oder Frauenquoten.
(SWR, 30. Oktober 2014)

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TRACING TALES (UA), Premiere 08.10.2014
MACHINA EX
Text: Clara Ehrenwerth
Inszenierung und Ausstattung: Anna Fries
Sounddesign: Mathias Prinz
Technische Leitung: Robin Krause
Technik: Sebastian Arnd

TRACING TALES (UA)<br />Premiere 08.10.2014<br />© Foto: Christian Kleiner
TRACING TALES (UA)Premiere 08.10.2014© Foto: Christian Kleiner

Spielort: Wohnanlage Herzogenried

"Es ist ein schlau gebautes Stück Mitmachtheater, das zwischen Realität und Science-Fiction-Vison unseren heutigen Alltag verhandelt."
"Ein theatrales Videospiel mit großem technischen Aufwand, das einen anhält über den eigenen Umgang mit persönlichen Daten und letztendlich der eigenen Identität nachzudenken."
"Und es ist (.) ein freundlicher Rätselspaß, der klassische Theaterformate auf den Kopf stellt und dem Zuschauer mit smart watches und Spielekonsole für einen Abend aus seiner Passivität befreit."
(Mannheimer Morgen, 10. Oktober 2014)


 

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Mannheimer Bürgerbühne, Premiere 26.09.2014
HOFFNUNG AUF GRÖßERES WOHLBEHAGEN (UA)
Inszenierung: Dominic Friedel
Bühne und Kostüme: Linda Johnke
Licht: Ronny Bergmann / Björn Klaassen
Dramaturgie: Stefanie Bub

HOFFNUNG AUF GRÖßERES WOHLBEHAGEN (UA)<br />Premiere 26.09.2014<br />© Foto: Christian Kleiner
HOFFNUNG AUF GRÖßERES WOHLBEHAGEN (UA)Premiere 26.09.2014© Foto: Christian Kleiner

„Dominic Friedel lässt elf in Mannheim lebende Frauen und Männer Fragmente aus ihrem Leben und ihren Erfahrungen erzählen. Hin- und hergerissen zwischen den Traditionen ihrer Heimat und der für sie so fremden Lebensweise in Deutschland, suchen die älteren Migranten ein ‚Schutzatmosphäre‘ […]. Sie sind noch verwurzelt in ihrer Herkunftsfamilie, während die jüngeren Migranten bereit sind, sich anzupassen, dabei aber immer wieder auf Ausgrenzung stoßen, […]. “   (Mannheimer Morgen 29.September 2014)

„Eine dichte Atmosphäre erfüllt den Raum. Spürt man doch diese lebendige Erfahrung des Aufbruchs, des Zurücklassens, der Ungewissheit und des mutigen Neubeginns, von denen die historischen Brieftexte sprechen. Der Abend ist voller Brücken, die die Realität und Erfahrung der Spielerinnen und Spieler mit den historischen Briefen in Beziehung setzt. Stark wirkt das an vielen Stellen. […] Schön ist, dass beide Sorten deutsche, die Auswanderer von damals und die Einwanderer von heute, von denselben Spielern verkörpert werden. Und die biografischen Elemente entfalten eine ganz eigene Stärke. Regisseur Dominic Friedel hat Formen für jede einzelne Geschichte gefunden, die funktionieren. […]
 […]Natürlich sind die Darsteller dieses Abends keine Schauspieler. Sie sprechen ihre Texte vor Aufregung zu schnell, spielen manches nach unten oder hinten, verlieren zuweilen den Fokus. Aber das macht nichts. Ihre Geschichten sind es wert, erzählt zu werden und die Mühe des Publikums, den Darstellern entgegenzukommen, lohnt sich.“   (Die Rheinpfalz, 29. September 2014)


 

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William Shakespeare
VIEL LÄRM UM NICHTS, Premiere 25.09.2014
Inszenierung: Sebastian Schug
Bühne: Christian Kiehl
Kostüme: Nico Zielke
Musik: Johannes Winde
Kämpfe: Klaus Figge
Licht: Wolfgang Schade

VIEL LÄRM UM NICHTS<br />Premiere 25.09.2014<br />© Foto: Hans Jörg Michel
VIEL LÄRM UM NICHTSPremiere 25.09.2014© Foto: Hans Jörg Michel

„Was meist als laute, fetzige Volldampf-Inszenierung mit melancholischen Einschüben daherkommt, ist zugleich eine höchst bemerkenswerte Ensemble-Leistung, zu der auch Julius Forster (Margret) und Thorsten Danner (Pater Francis) Amüsantes beigetragen haben, um den Irrwegen und Mysterien der Liebe ein fröhliches Ende und dem Abend eine angemessene Unterhaltsamkeit zu sichern. Immerhin ist es Schug überzeugend gelungen, eine Aufführung, die kaum nach dem möglichen Tiefgang und Widersinn der Figuren sucht, bemerkenswert spannend zu vermitteln. Zum Schluss waren jedenfalls alle glücklich: die Schauspieler, das Regieteam und das begeistert applaudierende Publikum“    (Mannheimer Morgen, 27. September 2014)

„Statt das Stück in die heutige Welt zu holen, lässt Regisseur Sebastian Schug uns Heutige einen Blick in Shakespears Welt werfen. Die von Kristian Kehl entworfene Bühne mit zwei wuchtigen Säulen im Zentrum ist in die ersten Reihen des Zuschauerraums geschoben und erinnert an die offenen Bühnen der Shakespear-Zeit. Auch die Kostüme von Nico Zielke geben eine Anmutung von Renaissance. […]  […] Kampftrainer Klaus Figge hat sich […] eindrucksvolle Choreografien ausgedacht, an denen fast das komplette Ensemble einschließlich der umworbenen Damen beteiligt ist. Das gibt dem zweieinhalbstündigen und überaus kurzweiligen Abend eine ungeheure Dynamik, eingestreut etwas Musik zwischen Shakespeare-Sonett und Pop-Song. Auch das kriegen die Schauspieler überzeugen hin. Überhaupt ist dieser Spielzeitauftakt ein ganz herrlicher Schauspielabend.“ […]   (Die Rheinpfalz,  27. September 2014)

Alles in allem ein spritziger, gut zweieinhalbstündiger Theaterabend, der insbesondere nach der Pause Fahrt aufnimmt. Dabei changiert die Inszenierung von Sebastian Schug, der in den Jahren 2007 bis 2009 Hausregisseur am Theater Heidelberg war, stark zwischen Heiterkeit und Ernst.   (Rhein Neckar Zeitung,  27. September 2014)


 

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