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Begegnung vom 21.07.2010 mit Rúni Brattaberg
Ein bärtiger Naturbursche saß den Freunden und Förderern des Nationaltheaters bei der jüngsten „Begegnung mit ….“ gegenüber – mit einer Stimme, wie sie der Anna-Reiss-Saal der REM wohl noch nie gehört hat. Bestens gelaunt, gab der Bassist Rúni Brattaberg den Theaterfreunden die Ehre, zu vielen prachtvollen Soli ermuntert und dazwischen befragt von Sabine Schweitzer, am Flügel begleitet von Dr.Stephen Marinaro.
Rúni Brattaberg – seit der Spielzeit 2009/2010 im Ensemble - hat schon viele Rollen gesungen: den Timur, den Sarastro, den Osmin, den Pogner. Im jüngsten Mannheimer „Ring“ war er im Sommer nacheinander als Fafner, als Hunding und als Hagen zu hören. Wie kam er, der Hüne von den Färöer Inseln, nach Mannheim?
Rúni Battaberg wuchs auf dieser zu Dänemark gehörenden Insel auf einem Bauernhof auf, und er kann jetzt noch seinen Zuhörern verdeutlichen, wie dröhnend damals die 24 Kühe seiner Großeltern gemuht haben, wenn er sie beim Füttern übertönen wollte. Die „Edda“ war nah und ebenso der Kettentanz der Männer des Dorfes, die dabei die 131 Verse des alten Gedichts sangen. Klassische Musik gab es nicht auf der Insel, aber es gab den Kirchenchor, in dem man alle Lieder auswendig singen musste. Rúni Brattaberg hatte den Beruf des Dokumentar-Fotografen erlernt, als er sich mit 28 Jahren in die Hauptstadt Kopenhagen aufmachte. Dort hörte er zum ersten Mal Wagners „Ring“. Er nahm privaten Gesangsunterricht, ging weiter nach Helsingör, weil man ihm sagte, was alles er von den finnischen Bässen lernen könnte, und – wurde immer älter. Mit 31 begann er schließlich ernsthaft Musik zu studieren, mit 35 bekam er den ersten Vertrag, in diesem Alter hatte er seinen ersten Auftritt. „Jetzt bin ich 44, und ich muss soviel nachholen“, seufzt er, „aber Sabine Schweitzer sagt, ich bin jung…“ Alles dauerte ihm zu lange, schließlich hatte er soviel Zeit verloren, anderthalb Jahre suchte er, bis eine Agentur mit ihm arbeiten wollte. Aber dazwischen fand er in Mainz seine Ehefrau und über sie seinen besten Lehrer. „Man muss vieles können“ – aber er will nicht festgelegt sein auf ein einziges Fach. Er arbeitete in Mainz, in Bern, in Ulm und in Detmold, in Bonn, er war die hoch geschätzte Zweitbesetzung als Boris Godunow in New York. Er „hat 40 Hauptpartien drauf und zwanzig andere Partien mit nur einem Satz …“. Nun ist er endlich in Mannheim angekommen. „Mannheim kam für mich genau richtig. Es passt.“ Was er hier singen möchte? „Der Boris muss kommen. Und Filippo, in Don Carlos.“
Die Theaterfreunde jubelten ihm und dieser großen Stimme zu – es kostete Rúni wenig Aufforderung, und der Saal sang im Chor mit beim „ Büblein klein an der Mutter Brust“.
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|  Begegnung vom 21.07.2010 mit Rúni Brattaberg
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