Schauspielbrief Februar 2012
Liebe Theaterfreunde,
Ende Februar kommt ein alter Bekannter zurück: Simon Solberg inszeniert Heinrich von Kleists Novelle Michael Kohlhaas:
Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist
Premiere am 25. Februar 2012, 19.00 Uhr im Schauspielhaus
„Fiat iustitia, et pereat mundus“ – „Es geschehe Recht, selbst wenn darüber die Welt zugrunde gehen sollte“. Heinrich von Kleists Novelle über einen historischen Fall von Selbstjustiz im 16. Jahrhundert hat nichts von seiner Aktualität verloren. Durch herrschaftliche Willkür um seine Habe gebracht, kämpft der Pferdehändler Kohlhaas auf eigene Rechnung und ohne Rücksicht auf Verluste gegen die Mächtigen an. Nachdem er wiederholt scheitert, seine Forderung juristisch durchzusetzen, entledigt er sich aller juristischen und gesellschaftlichen Regeln und nimmt das Recht in die eigene Hand. Rigoros in der Wahl seiner Mittel, aber unbeirrbar in seiner Forderung nach Genugtuung löst Kohlhaas eine Kettenreaktion der Gewalt und Zerstörung aus, der seine eigene Familie und schließlich ganze Städte zum Opfer fallen.
Kleist schrieb seine Novelle zu Beginn des 19. Jahrhunderts und lässt darin das Rechtsempfinden der alten Gesellschaft gegen die Philosophie der Aufklärung antreten. In der Figur des Michael Kohlhaas selbst wogt der Kampf der Zivilisation: „Einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“, verkörpert er die Unvereinbarkeit des Universalen mit dem Ehrempfinden des Einzelnen. Sein Widerstand ist durch und durch individualistisch und beruft sich doch auf das Naturrecht. Kohlhaas wird zum Terrorist und meint, wie alle Terroristen, das Recht auf seiner Seite zu haben. Aber seine Taten widerlegen seine Motive: Er häuft Verbrechen auf Verbrechen. Am Ende erhält er Recht und verliert gleichzeitig seinen Kopf auf dem Henkersblock derselben Gerichtsbarkeit. Im letzten Satz seiner Novelle mahnt Kleist an das Erbe des Widerstands: „Vom Kohlhaas aber haben noch einige frohe und rüstige Nachkommen gelebt.“
Simon Solberg war von 2006 bis 2008 Hausregisseur am Nationaltheater Mannheim. Seitdem inszenierte er unter anderem am Maxim Gorki Theater, am Deutschen Theater Berlin, am Schauspiel Frankfurt und am Staatsschauspiel Dresden. Mit seiner RäuberInszenierung vom Theater Basel war er bei den 16. Internationalen Schillertagen zu Gast.
Inszenierung: Simon Solberg – Bühne: Maren Greinke – Kostüme: Claudia Irro – Musik: Kriton Klingler – Video: Serafin Bill - Dramaturgie: Stefanie Gottfried
Mit: Dascha Trautwein, Thorsten Danner, Michael Fuchs, Reinhard Mahlberg, Matthias Thömmes, Johannes Schäfer
Voraufführung am 23. Februar um 20.00 Uhr im Schauspielhaus
(statt EIN BISSCHEN RUHE VOR DEM STURM)
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Im Studio gibt es ein neues Stück, ebenfalls inszeniert von einem alten Bekannten:
NIE WAR DER SCHATTEN (UA) von Alejandro Tantanian
Premiere am 15. März 2012, 20.00 Uhr im Studio
Der argentinische Regisseur Alejandro Tantanian hat am Nationaltheater bereits drei Inszenierungen herausgebracht. Seine erste Arbeit für Mannheim entstand 2007 in enger Zusammenarbeit mit seinen argentinischen Schauspielern für die 14. Internationalen Schillertage. 2009 und 2010 inszenierte er mit dem Ensemble des Nationaltheaters erst die Romanadaption von Franz Kafkas Amerika und dann Brechts und Weills Dreigroschenoper. Tantanian, der in Argentinien auch als Chansonsänger erfolgreich ist, inszeniert mit einer hohen Musikalität und adaptierte in der Vergangenheit verschiedene Werke der
Weltliteratur für die Bühne.
Inszenierung: Alejandro Tantanian – Ausstattung: Linda Johnke – Dramaturgie: Jan-Philipp Possmann
Mit: Thomas Meinhardt und Sven Prietz
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ZUM LETZTEN MAL
Die Katze auf dem heissen Blechdach
7. März 2012
von Tennessee Williams
Tennessee Williams bekanntestes Theaterstück spielt das Lied vom Tod des amerikanischen Self-Made-Man. Big Daddy ist ein Patriarch, dessen Reich zerfällt. Aber statt abzutreten, will er es allen noch mal zeigen und die Jungen „einrenken“. Bei Tennessee Williams fragen nicht die Kinder nach der Schuld der Eltern, der Generationenkonflikt kehrt sich um: Das Alter befragt eine zynische und egozentrische Jugend nach ihrer Wahrheit – und erntet neue Lügen.
Mit: Almut Henkel, Dascha Trautwein, Luisa Stachowiak; Reinhard Mahlberg, Werner Matthiessen-Banek, Peter Pearce, Taner Sahintürk, Matthias Thömmes
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EXTRAS
20. Februar, 20.00 Uhr endlich wieder eine neue Folge:
Mother Tongue - Tell Me WHat To Talk About
Lesung und Diskussion mit Peter Pearce in englischer Sprache
24. Februar, 22.00 Uhr eine neue Folge:
DAS WOHNZIMMER Das Late-Night-Format im Casino.
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ÄNDERUNGEN
11. Februar, 20.00 Uhr, Studio
Bitchfresse – Ich rappe also bin ich
statt Bunny (DSE) von Jack Thorne.
29. Februar, 20.00 Uhr, Studio
REGINA oder Die Eichhörnchenküsse (UA) von Dietmar Dath
statt Bunny (DSE) von Jack Thorne.
Bis bald im Theater,
wünscht Ihnen Ihre
Dramaturgie Schauspiel
Empfohlene Aufführungen Schauspiel Nationaltheater Mannheim - Februar
01 Mi, 19.00, Schauspielhaus Abo M rot und fr. Verk./Preise H Ratgeber für den intelligenten Homosexuellen zu Kapitalismus und Sozialismus mit Schlüssel zur Heiligen Schrift(DSE)
02 Do, 19.30–20.50, Schauspielhaus Abo D grün und fr. Verk./Preise H DER ANDERE ORT (DSE) von Sharr White
20.00–21.10, Studio Fr. Verk. NORMA (UA) von Reto Finger
03 Fr, 20.00–21.50, Studio Fr. Verk. Ehemänner(UA) von John Cassavetes
04 Sa, 20.00–22.00, Schauspielhaus Fr. Verk./Preise G Wiederaufnahme Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt
20.00–21.30, Studio Fr. Verk. Bunny(DSE) von Jack Thorne
05 So, ab 10.00, Theatercafé Fr. Verk./€ 13,-/8,- inkl. Frühstücksbuffet FrühStücken Lesung mit Schauspielensemble und Zuschauern Ab 10.00 Frühstücksbuffet Ab 11.00 Lesung Der Wind macht das Fähnchen Ein Einfamilienstück von Philipp Löhle
19.00–21.40, Schauspielhaus Abo G und fr. Verk./Preise G Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare
20.00–21.00, Studio Fr. Verk. Malaga (DE) von Lukas Bärfuss
06 Mo, 19.30–20.50, Schauspielhaus Fr. Verk./Theatertag/€ 3,50 bis 13,- DER ANDERE ORT (DSE) von Sharr White
07 Di, 19.00–21.50, Schauspielhaus Abo O und fr. Verk./Preise H Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht, Musik: Kurt Weill
08 Mi, 11.00–12.30, Schauspielhaus Fr. Verk./€ 7,- Der Teufel mit den drei goldenen Haaren von F.K. Waechter · ab 8 Jahren
19.30–21.15, Schauspielhaus Schauspielabo I u. fr. Verk./Preise H Die Katze auf dem heißen Blechdach von Tennessee Williams
09 Do, 11.00–12.30, Schauspielhaus Fr. Verk./€ 7,- Der Teufel mit den drei goldenen Haaren von F.K. Waechter · ab 8 Jahren
19.30–21.10 Schauspielhaus Fr. Verk./Preise H Wiederaufnahme supernova (wie gold entsteht)(UA) von Philipp Löhle
10 Fr, 11.00–12.30, Schauspielhaus Fr. Verk./€ 7,- Zum letzten Mal in dieser Spielzeit Der Teufel mit den drei goldenen Haaren von F.K. Waechter · ab 8 Jahren
19.30–21.15, Schauspielhaus Abo F gelb und fr. Verk./Preise G CHIHUAHUA(UA) von Jan Neumann
20.00–21.30, Studio Fr. Verk. Bunny(DSE) von Jack Thorne
11 Sa, 19.00, Schauspielhaus Abo W 1 und fr. Verk./Preise G Ratgeber für den intelligenten Homosexuellen zu Kapitalismus und Sozialismus mit Schlüssel zur Heiligen Schrift(DSE) von Tony Kushner
12 So, 19.00–20.40, Schauspielhaus Abo W 2 und fr. Verk./Preise G Nora oder ein Puppenhaus von Henrik Ibsen
20.00–21.30, Studio Fr. Verk. Eine Enthandung in Spokane (DSE) von Martin McDonagh
15 Mi, 19.00, Schauspielhaus Abo K und fr. Verk./Preise H Ratgeber für den intelligenten Homosexuellen zu Kapitalismus und Sozialismus mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (DSE) von Tony Kushner
16 Do, 19.30–21.10, Schauspielhaus Abo D blau u. fr. Verk./Preise H supernova (wie gold entsteht) (UA) von Philipp Löhle
17 Fr, 20.00–21.50, Schauspielhaus Kleiner Zuschauerraum/Fr. Verk./Preise G Gespräche mit Astronauten(UA) von Felicia Zeller
18 Sa, 19.30–21.30, Schauspielhaus Fr. Verk./Preise G Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt
20 Mo, 20.00, Casino Fr. Verk./€ 5,-/2,50 Mother Tongue – Tell Me What To Talk About II Lesung und Diskussion mit Peter Pearce
21 Di, 20.00–21.00, Studio Fr. Verk. Malaga (DE) von Lukas Bärfuss
22 Mi, 20.00–21.30, Studio Fr. Verk. Eine Enthandung in Spokane (DSE) von Martin McDonagh
23 Do, 19.30–20.40, Schauspielhaus Kleiner Zuschauerraum Fr. Verk./Preise H Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm (UA) von Theresia Walser
24 Fr, 20.00–21.20, Schauspielhaus Fr. Verk./Preise G Die ganze Welt(UA) von Theresia Walser /Karl-Heinz Ott
22.00, Casino Fr. Verk./€ 5,-/2,50 Das Wohnzimmer
18.00, Studio Fr. Verk. Werkschau Junges Nationaltheater Mannheim
25 Sa, 19.00, Schauspielhaus Premieren-Abo Schauspiel und fr. Verk./Preise F Premiere Michael Kohlhaas nach Heinrich von Kleist anschließend Premierenfeier in der Lobby Werkhaus
26 So, 16.00, Schauspielhaus Abo NA 2 und fr. Verk./Preise H Michael Kohlhaas nach Heinrich von Kleist
20.00–21.30, Studio Fr. Verk. Bunny (DSE) von Jack Thorne
27 Mo, 20.00–21.30, Studio Fr. Verk./Theatertag Eine Enthandung in Spokane (DSE) von Martin McDonagh
28 Di, 19.00, Schauspielhaus Fr. Verk./Preise H Ratgeber für den intelligenten Homosexuellen zu Kapitalismus und Sozialismus mit Schlüssel zur Heiligen Schrift(DSE) von Tony Kushner

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