Pressestimmen Sonderveranstaltungen Spielzeit 2013/2014


ACHIM FREYER – REGISSEUR UND MALER
VERNISSAGE am Sonntag, 13. Juli

ACHIM FREYER – REGISSEUR UND MALER<br />
ACHIM FREYER – REGISSEUR UND MALER

Doppelausstellung im Museum Heylshof http://www.museum-heylshof.de/ 
und im Wormser Kunstverein http://kunstverein-worms.de/  

in Kooperation mit dem Nationaltheater Mannheim und den Nibelungen-Festspielen Worms

VERNISSAGE am Sonntag, 13. Juli
15 Uhr im Museum Heylshof (Stephansgasse 9, 67547 Worms)
17 Uhr im Kunstverein (Renzstr. 7-9, 67547 Worms)

Achim Freyer ist anwesend
Der renommierte Künstler Achim Freyer, der in diesem Jahr seinen
80. Geburtstag feierte, wird ab dem 13. Juli in Worms mit einer Doppelausstellung geehrt.

Im Museum Heylshof www.museum-heylshof.de werden vom 13. Juli bis 14. September Skizzen und Entwürfe zu Achim Freyers Ring-Inszenierungen in Los Angeles und Mannheim zu sehen sein. Hinzu kommen ausgewählte Requisiten, Masken und Kostüme, die die unverwechselbare Bildsprache Freyers auf der Bühne dokumentieren.

Der Kunstverein Worms kunstverein-worms.de zeigt vom 13. Juli bis 17. August Achim Freyer hingegen als bildenden Künstler, der sich jedes Jahr mehrere Monate in die Toskana zurückzieht, um – von allen Theaterzwängen befreit – malen zu können. Hier entstehen Werke zwischen geometrischer Abstraktion und figurativer Assoziation, durch deren Verständnis sich auch die Bühnenkunst des Achim Freyer erschließt.


 

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60 Jahre Grundsteinlegung, 18.06.2014

60 Jahre Grundsteinlegung, 18.06.2014<br />
60 Jahre Grundsteinlegung, 18.06.2014

„Das Gebäude im modernen Bauhaus-Stil war einzigartig in jener Zeit und wegweisend für weitere Generationen von Theaterbauern.“
„‘Der Bau war eine unglaubliche Leistung, im Jahr 1954 lebten noch Mannheimer Familien in Bunkern‘, verwies Fördervereins-Vorsitzender Prof. Weizel auf die tiefe Verbindung der Bürgerschaft mit ‚ihrem‘ Theater. Nicht zufällig wurde das Haus an diesem Tag auch noch mit einem roten Betonwürfel als ‚Sensation‘ und Beispiel besonderer Baukultur in der Stadt ausgezeichnet. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude im architektonischen ‚Bauhaus‘ - Stil sei nicht nur durch vornehme moderne Eleganz geprägt und habe seine ästhetische Wirkung bis heute erhalten, wie Historiker Dr. Andreas Schenk vom Stadtarchiv betonte. ‚Es war auch das erste Theaterhaus, in dem zwei Bühnen für Oper und Schauspiel unter einem Dach vereint wurden‘, nannte Schenk eine Neuerung, die fortan beispielhaft für den Theaterbau werden sollte.“
„Das 1957 fertig gestellte Gebäude erregte damals weltweit Aufsehen in der Fachwelt, sein Schöpfer Gerhard Weber erhielt dafür im selben Jahr die Auszeichnung als bester Theaterarchitekt bei der Biennale in Sao Paulo.“ (Lampertheimer Zeitung, 24.6.2014 / Die Rheinpfalz, 23.6.2014)

„Welchen besonderen Rang dieses Haus hat, machten Dr. Andreas Schenk vom Stadtarchiv ebenso wie die Leiterin des Baukompetenzzentrums der Stadt, Dr. Martina Kubanek, deutlich. Kubanek weihte nämlich zugleich den „Baukulturwürfel“ ein, der nun vor dem Haus platziert ist – als Sitzgelegenheit vor den zwölf Objekten, die eine unabhängige Jury ausgesucht hat. Die roten Würfel kennzeichneten „besonders wichtige, herausragende, bedeutungsvolle, qualitätvolle Gebäude in Mannheim“, so Kubanek. Das Nationaltheater weise eine „feine, zurückhaltende, subtile Eleganz“ auf und sei ein „ganz wichtiger Teil“ der Architektur der 50er Jahre, „und es gibt in Mannheim nicht so viel gute 50er-Jahre-Architektur“.“
„Schenk bezeichnete das Haus am Goetheplatz als „Ikone der Nachkriegsarchitektur“ und „Flaggschiff der Moderne“ in Mannheim.“ (Mannheimer Morgen, 20.6.2014)

„Gestiftet wurde die Tafel von den Freunden und Förderern des Nationaltheaters. Deren Vorsitzender, Prof. Weizel, unterstrich, dass das Nationaltheater in der Bürgerschaft Mannheims fest verankert sei und man in der Regel nicht von „dem“, sondern von „unserem“ Nationaltheater spreche.“ (Hessen Tageblatt, 18.6.2014)


 

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1779 - 1839 – 2014
11.06.2014 Feierstunde im Nationaltheater Mannheim
175 JAHRE KOMMUNALISIERUNG DES NATIONALTHEATERS ALS AUSDRUCK SELBSTBESTIMMTER BÜRGERLICHKEIT IN MANNHEIM

Seit 1779 werden am Nationaltheater Mannheim die Spielzeiten gezählt. Aus der aktuellen Zahl 235 ist beinahe selbsterklärend die Bedeutung der Geschichte des Hauses ersichtlich. Theatergeschichte ereignet sich hier, wird vergessen, wiederholt sich, aber sie ist nicht zu trennen von gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen. Dies stets aufs Neue zu reflektieren, haben wir uns beim Rückblick auf 175 Jahre Kommunalisierung des Nationaltheaters zur Aufgabe gemacht. Nicht nur vom 16. April 1839 an hat sich das Nationaltheater selbstbewusst als Institution behauptet. Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums möchten wir in der vorliegenden Publikation einen Eindruck vermitteln, wie wir das Nationaltheater im Hier und Jetzt positioniert sehen. Im Theateralltag sind Modernität, Fortschritt und Teilhabe unser Geschäft und unsere Utopie zugleich. Die konkreten Bedingungen der gemeinsamen Arbeit stehen jedoch häufig mehr als es uns bewusst ist auf dem Fundament einer sehr eigenständigen und durchaus spannend nachzuverfolgenden Organisations- und Finanzierungsgeschichte.

Anders als viele Kommunaltheater in Deutschland ist das Mannheimer Nationaltheater keine originäre Stadttheatergründung, die im ausgehenden 19. bzw. beginnenden 20. Jahrhundert auf das Engagement eines vor allem durch die Industrialisierung wohlhabenden Bürgertums und dessen Zerstreuungsbedürfnisse zurückzuführen wäre. In Mannheim verbindet sich vielmehr die bürgerlich-emanzipative Hoftheater-Tradition mit einem in die Anfänge der ersten nationalen Demokratiebewegung fallenden politischen Wechsel, bei dem man aber auf den Titel Hof- und Nationaltheater nicht verzichten mochte. Früher als andernorts übernahm man das Haus als »Gemeindeanstalt« weitgehend in städtische Trägerschaft, auch wenn man sich dabei sehenden Auges die Finanzierungslasten einhandelte, die ein Theaterbetrieb unweigerlich mit sich bringt. Die Stadt und ihre Bürger sicherten sich so den Einfluss auf »ihr« Theater, das ansonsten nicht nur der höfischen Zensur, sondern auch der badischen Hintergrundpräsenz weiter ausgesetzt gewesen wäre. Mithin war die Kommunalisierung des Mannheimer Nationaltheaters im Jahre 1839 zuerst einmal ein kräftiges Zeichen des bürgerlichen Freiheitswillens, der die Mannheimer Bürgerschaft, seinen Gemeinderat sowie die lokale Presse schon damals auszeichnete. Die städtischerseits übernommene Finanzierungslast war nicht unumstritten. Dass sich dennoch die kunst- und theaterfreundlichen Kräfte durchsetzten, war Ausdruck eines komplexen Willensbildungsprozesses, bei dem sowohl lokalpolitische Autonomiebestrebungen als auch kommunale Renommier- und Identifikationsabsichten zu ihrem Recht gelangten.

Die kommunale Trägerschaft des Theaters ab 1839 bedeutete aber nicht, dass sich der badische Staat völlig aus der Finanzierung des Hauses zurückzog. Vielmehr hielten auch damals städtische und staatliche Betriebskostenzuschüsse die künstlerische Arbeit am Nationaltheater in Gang. In dieser Form der Co-Finanzierung waren Varianten einer Anteils- und einer Festbetragsfinanzierung üblich. Immer wieder aber wurden diese Modelle im Laufe der Geschichte durch finanziellen Mehrbedarf oder Sparauflagen aufgeweicht. Das Nationaltheater Mannheim ist das mit weitem Abstand größte deutsche Mehrspartenhaus in kommunaler Trägerschaft. Auch heute gilt es wieder, dem Nationaltheater eine planungssichernde Finanzausstattung als Gemeinschaftsaufgabe des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Mannheim zu gewähren. Am ehemaligen Hof- und Nationaltheater hat sich jedoch auch 1839 durch die Umstellung auf die Theaterleitung durch ein sogenanntes Comité in puncto ästhetische Geschmacksbildung, Repertoirebreite und künstlerische Qualität im Nachherein wenig zum Nachteil des Hauses geändert. Trotz teils aufreibender Diskussionen wurde es 50 Jahre lang bis 1889 in dieser bürgerlich-kollektiven Leitungsform geführt. Ungebrochen erneuert sich das heutige Nationaltheater aus dem reichen Bestand seiner Erfahrungen über die Jahrhunderte hinweg. So beschloss der Gemeinderat im März 2013 die Ablösung des Generalintendantenmodells durch ein fünfköpfiges Leitungsgremium des Eigenbetriebs Nationaltheater. Die innovative Integrationsleistung der Mannheimer Bürgerbühne und die Entwicklung von neuen Vermittlungsformaten dient nicht zuletzt wie eh und je der Bildung von neuen Theateröffentlichkeiten, bei der es entscheidend darauf ankommt, »wie sorgfältig das Publikum in Mannheim das Kunstinstitut überwacht, aus dem es seine vorzüglichsten Vergnügungen zu schöpfen gewohnt ist«. 1

1 Mannheimer Morgenblatt v. 4.8.1843. Zit. nach Zimmermann, C. (1992). Die Kommunalisierung des Nationaltheaters als stadthistorisches Problem. Vom Beginn der badischen Epoche bis in die 1840er Jahre. In Spieß, P. (Hrsg), Mannheim im Umbruch. Die frühe badische Zeit, (S. 73-94). Mannheim: Institut für Landeskunde und Regionalforschung der Universität Mannheim.

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175 Jahre KOMMUNALISIERUNG des NATIONALTHEATERS als Ausdruck selbstbestimmter Bürgerlichkeit in Mannheim
11.06.2014, Oberes Foyer
im Anschluss Festvorstellung DON CARLO im Opernhaus

Image-Broschüre<br />
Image-Broschüre

Redebeiträge:
Dr. Ralf Klöter, Geschäftsführender Intendant
Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister
Prof. Klaus Zehelein, Präsident des Deutschen Bühnenvereins
Dr. Albrecht Göschel, Publizist, Stadt- und Kultursoziologe
Prof. Dr. Achim Weizel, Vorsitzender der Freunde und Förderer

Arie des Tristan aus der Oper Jessonda von Louis Spohr: Lars Möller, Klavier: Dr. Stephen Marinaro
Historische Interna aus dem Großherzoglichen Hof- und Nationaltheater zu Mannheim: Uwe Topmann

„Die Begrüßung übernahm Verwaltungsintendant Ralf Klöter, dem zügig Oberbürgermeister Peter Kurz folgte. Nicht ohne Humor verwies das Stadtoberhaupt darauf, dass der Vorgang der Entstaatlichung, den es zu feiern gelte, 1839 kein radikaler oder revolutionärer Akt, sondern damals Ergebnis einer Diskussion darüber gewesen sei, ‚ob sich der Staat Baden nicht zu wenig für Mannheim einbringe‘… Da schmunzelt man freilich, laufen doch die Diskussionen darüber, dass Mannheim – will es den strukturellen, tariflichen, quantitativen und qualitativen Anforderungen der Zukunft erfolgreich trotzen – wieder Staatstheater werden möchte, ja muss, derzeit auf Hochtouren.“
„Das Schreckensbild der ‚Kulturversorgung‘ als flächendeckende ‚Dienstleistung‘ am Bürger, die Deckung eines wissenschaftlich nicht herleitbaren, aber vorhandenen emotionalen Bedarfs erschien ebenso am Horizont wie die ‚Erkenntnis‘, dass sich alles wiederholt, wozu eben nach 150 Jahren Generalintendanz auch die Rückkehr des Mehrintendantenmodells zählt. Bühnenvereinspräsident Klaus Zehelein sprach vom Unesco-Antrag, die wahrlich singuläre deutsche Theaterlandschaft als immaterielles Kulturgut unter Schutz zu stellen, Achim Weizel von den ehrenvollen Verdiensten seines Theaterfreundeskreises. Ein kleines, ‚feierliches‘ Kulturprogramm war freilich auch geboten […]“ (Mannheimer Morgen, 13.6.2014)

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PRESSEMELDUNG DES DEUTSCHEN BÜHNENVEREINS
Ergebnisse der Jahreshauptversammlung in Mannheim und Vergabe des Otto-Kasten-Preises

Der Deutsche Bühnenverein hat sich in seiner Hauptversammlung 2014, die vom 13. bis zum 14. Juni 2014 in Mannheim stattgefunden hat, mit dem Verhältnis zwischen „Ökonomie und Kunst" befasst. Anlass dafür sind politische Vorgänge, die Kunst und Kultur zunehmend ökonomischen Zwängen zu unterwerfen drohen. Zu nennen sind die Verhandlungen des geplanten Handels- und Investitionsabkommens TTIP zwischen der USA und Europa, die Erfassung der öffentlichen Kulturfinanzierung der Länder und Kommunen in Deutschland durch die Subventionsregelungen der EU, die stark kulturwirtschaftliche Ausrichtung des EU-Kulturförderprogramms „Creative Europe" sowie die Neigungen insbesondere der Bundespolitik, die Kunst in den Zusammenhang mit der Kulturwirtschaft zu stellen. All diesen Tendenzen tritt der Deutsche Bühnenverein entschieden entgegen.
In einem Einführungsvortrag stellte der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Klaus Zehelein, die Autonomie der Kunst in den Vordergrund und hob hervor, dass es in der Kultur - anders als in der Ökonomie - nicht um Effizienzsteigerung und Nützlichkeitserwägungen gehe. Er unterstrich: „Die Kunst ist ein experimentelles Spiel jenseits der eingeübten Praxis von der Ökonomie gesteuerten menschlichen Verhaltens. Sie dient dem wechselseitigen Verstehen des jeweils anderen und so dem sozialen Zusammenhalt." Bühnenvereins-Direktor Rolf Bolwin ergänzte dies mit der Forderung nach einer klaren Abgrenzung zwischen der Kulturwirtschaft und den Künsten. Alles, was dem Erhalt der kulturellen Vielfalt diene - von der öffentlichen Kulturförderung bis zur Buchpreisbindung -, müsse vor einem rein ökonomischen Zugriff bewahrt werden. Aus seiner Sicht sei es widersprüchlich, dass die EU einerseits versuche, die öffentliche Kulturfinanzierung in die Nähe von Staatssubventionen zu rücken, andererseits aber selbst nicht die Künste fördern wolle, sondern die Kulturwirtschaft. „Von der EU erwarten wir ein klares Bekenntnis zu den künstlerischen Leistungen, die in allen Ländern Europas erbracht werden", sagte Bolwin.
In zwei Referaten befassten sich Philipp Holzheid, Beauftragter des Bundesrates im Kulturausschuss der EU, und Christoph Backes, Geschäftsführender Vorstand des u-instituts mit dem zentralen Thema der Hauptversammlung „Ökonomie und Kunst". Das u-institut ist ein Netzwerk von Experten, das sich der Entwicklung des unternehmerischen Denkens und Handelns in Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur widmet.
Holzheid analysierte das „Kulturverständnis auf EU-Ebene". Er machte deutlich, wie sehr sich insbesondere Frankreich und Deutschland um die Wahrung kultureller Interessen in der EU bemühten. Dabei werde das Ziel verfolgt, einer zunehmenden Verquickung von Zielen klassischer Kulturpolitik mit Zwecken der Wirtschaftspolitik entgegenzuwirken.
In seinem Vortrag „Das Spannungsverhältnis zwischen Kreativwirtschaft und Kunst" bekannte sich Backes eindeutig zur öffentlichen Kulturfinanzierung. Er hob hervor, dass die Kulturwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sei, plädierte aber für mehr Offenheit der Künste bezogen auf die kreative Entwicklung neuer Produkte der Wirtschaft. „Kunst und neue Ökonomie brauchen sich", so Backes.
In einer anschließenden lebhaften Diskussion wurde von den Teilnehmern der Hauptversammlung unmissverständlich das Primat der Kunst bei allen kulturpolitischen Aktivitäten der EU und des Bundes gefordert. Dass in Zukunft Kulturzuschüsse der öffentlichen Hand über 50 Millionen Euro an ein Theater oder Orchester in Brüssel einem Notifizierungsverfahren unterworfen werden sollen, in dem geprüft werde, ob sie subventionsrechtlich unbedenklich seien, zeige, wie sehr sich einerseits das wirtschaftliche Denken in der Kulturpolitik der EU durchsetze. Andererseits bemühe sich auch die EU, die öffentliche Kulturförderung in den Ländern der EU zu sichern. Umso mehr müsse die EU die Verhandlungen über das US-amerikanisch-europäische Handels- und Investitionsabkommen TTIP solange aussetzen, bis die USA mit einer Ausnahmeregelung für die Kultur einverstanden sind. „Dass Kultur in diesem Abkommen als Ware behandelt wird und darüber die europäische Kultur ins Wanken gerät, muss für uns alle ausgeschlossen werden", stellte Zehelein klar.
 
Zum Dr. Otto-Kasten-Preis 2014:
Die Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein hat im Rahmen ihrer Gruppensitzung am 12. Juni 2014 in Mannheim den Dr.-Otto-Kasten-Preis verliehen. Seit 1985 wird der Preis im Zweijahresrhythmus an junge Theaterschaffende aus allen künstlerischen Sparten des Theaters verliehen und ist mit € 10.000 dotiert. Das Preisgeld stiftet die Dr. Otto-Kasten Stiftung. Der Preis ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Gewinner, an die Sopranistin Olivia Delauré und an den Videokünstler Daniel Hengst.
Informationen zu den Künstlern:
Olivia Delauré - die beeindruckende und mehrfach talentierte Sopranistin besticht als herausragende Nachwuchskünstlerin als Sängerin, Tänzerin und Darstellerin. Ihre  umfassende Ausbildung erhielt sie an der Bayerischen Theaterakademie, wo sowohl die klassischen Möglichkeiten ihrer Stimme im Fachbereich der Opern- und Operettensoubrette kultiviert, aber auch ihre schauspielerische und tänzerische Begabung, die vom klassischen Ballett über den Stepptanz bis zum Modern Dance reicht, gefördert wurden, wodurch sie früh als Papagena („Die Zauberflöte") oder Anita (Giuditta) glänzen konnte. Ihr praktisches Diplom legte sie 2012 anlässlich einer Vorstellung von „My Fair Lady", in der sie als Eliza debütierte, an der Staatsoperette Dresden mit ,,sehr gut" ab. Aufgrund ihrer erstaunlichen und bemerkenswerten Entwicklung als Bühnenkünstlerin wurde sie für den Dr. Otto-Kasten-Preis ausgewählt.
Der studierte Medientechniker Daniel Hengst arbeitet seit 2008 als Videokünstler und -techniker an verschiedenen Theaterprojekten. Mit seiner unermüdlichen Liebe zum Detail, seiner ungeheuren Kreativität, Experimentierfreude, szenischer Intelligenz und hoher Denkschärfe ist Hengst einer der maßgeblichen Akteure in der Weiterentwicklung der inhaltlichen und visuellen Sprache am Schauspiel Dortmund. Hier debütierte er 2010/11 in der Inszenierung „VISITOR Q" in der Regie von Martin Laberenz; bereits hier zeigte sich das Besondere von Daniel Hengst' Arbeit als Videokünstler. Als ein herausragender junger Theaterkünstler ist er für den Dr. Otto-Kasten-Preis ausgewählt worden.
Mannheim, 14.06.2014


GRUSSWORT von Frau Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst THERESIA BAUER
Hier als pdf Datei.


STATEMENT VON OBERBÜRGERMEISTER DR. PETER KURZ UND KULTURBÜRGERMEISTER MICHAEL GROETSCH anlässlich der Jahrestagung

Kunst und Kultur sind Motoren gesellschaftlicher, sozialer und wirtschaftlicher Entwicklungen. Kultur ist identitätsstiftend, sinngebend und imagebildend. Sie bildet, integriert und schafft Arbeitsplätze. Kulturpolitik innerhalb einer Stadt ist oftmals direkt Bildungspolitik, Wirtschaftsförderungspolitik, Sozialpolitik und Quartierspolitik. Kultur ist dabei nicht allein Standortfaktor, sie ist Gestaltungsfaktor kommunaler Politik.
Ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges kulturelles Angebot sind ein wichtiger Aspekt der Lebensqualität. Es fördert oftmals die Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrer Stadt und macht städtische Gemeinschaft erfahrbar. Kulturelle Aktivitäten und Investitionen in Infrastruktur tragen wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt und ihrer Stadtteile bei. Auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen muss deshalb auch kulturpolitisch reagiert werden. So wie beispielsweise das Nationaltheater Mannheim die Vielfalt der Stadt und die Trennungen der Milieus programmatisch aufnimmt. Es zeigt sich gerade auch darin als künstlerisch erfolgreich und innovativ.
Die Theater als Orte der Verständigung und der gemeinschaftsbildenden Auseinandersetzung mit der Welt sind nicht nur Teil der kulturellen Tradition, sondern unverzichtbarer gesellschaftlicher Beitrag. Sie sind sowohl politisch gegen die Gleichstellung mit Waren wie finanziell abzusichern.
Die Stadt Mannheim bekennt sich zu dieser Verantwortung. In Anerkennung der besonderen Bedeutung des Nationaltheaters besagt der Koalitionsvertrag der grün-roten Landesregierung, dass die Qualität des Nationaltheaters Mannheim ebenso gesichert werden muss, wie die der Staatstheater Karlsruhe und Stuttgart. Dies verlangt aktuell eine Erhöhung des Landesanteils, der derzeit nur bei rund 30 Prozent liegt, da nur so das künstlerische Profil des Hauses langfristig gesichert werden kann, das ohne Zweifel unverzichtbar für Baden-Württembergs Kulturlandschaft ist.
Mannheim, 14.06.2014


PRESSESTIMMEN ZUR JAHRESTAGUNG

„‘Das Kultur als Ware behandelt wird, muss ausgeschlossen werden‘, betonte Zehelein und forderte ‚ein breites Bündnis aller ideellen Kräfte‘ […]. Vor der Tagung im Mannheimer Nationaltheater mit etwa 250 Teilnehmern von Theatern und Orchestern aus ganz Deutschland hatte er bereits davor gewarnt, den Theaterbesucher als bloßen Konsumenten zu betrachten.“
„Und Bühnenvereinsdirektor Rolf Bolwin nannte es nicht zutreffend, dass die Kultur die einzige Möglichkeit biete, Geld einzusparen. ‚Die öffentliche Hand hat viel Geld‘, sagt er. ‚Die Steuerprognosen sind außerordentlich postitiv.‘ Den Theatern in Deutschland gehe es aber bis auf Ausnahmen ‚nicht schlecht‘.“
(Die Rheinpfalz, 16.6.2014)

„Positiv wird vermerkt, dass Staatsministerin Monika Grütters aufgeschlossen gegenüber Bedenken und Anregungen sei. Und das Theater im Selbstverständnis? Mannheims OB Peter Kurz hat in seiner Begrüßung den Takt vorgegeben, wenn er ‚die notwendige Hybris, an der sich Theater abarbeiten muss‘, einfordert. Man nennt das auch Utopien, an denen die Gesellschaft ihre Unvollkommenheit abarbeiten darf. Da hat auch Schauspielchef Burkhard C. Kosminski mit seinem Mannheimer Manifest für Diskussionsstoff gesorgt, wenn er vor den impliziten Mechanismen der geplanten Schuldenbremse warnt und die Verortung von Theatern in einem sich wandelnden, urbanen Raum einfordert. Dazu Feuerkopf Klaus Zehelein: ‚Wir greifen nach den Sternen; wenn Theater das nicht versucht braucht es nicht aufzutreten.‘“
(Mannheimer Morgen, 16.6.2014)

„Welche Assoziationen haben Sie zum Nationaltheater in Mannheim? – Wunderbar, das erste Theater, das vom Hoftheater zum Theater der Bürger wurde. Ich habe mich öffentlich für die neue Leitungsstruktur ausgesprochen. Ich finde sie überzeugend, […].“
(Mannheimer Morgen, 12.6.2014: Interview mit Klaus Zehelein)

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JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG 2014 des DEUTSCHEN
BÜHNENVEREINS in Mannheim am 13./14. Juni
Gastgeber ist das Nationaltheater Mannheim

Rund 250 Teilnehmer werden erwartet und diskutieren zu aktuellen Themen, auch dem Spannungsverhältnis zwischen Ökonomie und Kunst. Die Jahrestagung ist bereits zum 5. Mal Gast in Mannheim. Ziel des 1846 gegründeten Bühnenvereins ist es, die Vielfalt der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Statistik des DBV weist auf: 143 Staatstheater, Stadttheater und Landesbühnen sowie 131 Orchester, 218 Privattheater und 73 Festspiele.

Klaus Zehelein, Präsident des Deutschen Bühnenvereins hat dem Mannheimer Morgen ein Interview gegeben, dass wir hier ungekürzt wiedergeben möchten. Die Fragen stellte Eckhard Britsch, Mannheimer Morgen vom 12.06.2014

Herr Zehelein, was bewegt Sie?
Klaus Zehelein: Zum Beispiel, was in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt, aber auch in einer Stadt wie Wuppertal passiert. Welche Tendenzen sind dort ablesbar, wenn Politiker, die mit jenen, die verantwortlich sind für die kulturellen Institutionen, nicht mehr reden, sondern einfach nur noch entscheiden, auch Fehlentscheidungen treffen? Wuppertal hat kein Opernensemble mehr und das Schauspiel wurde radikal abgeschmolzen. Das ist skandalös.

Was sind die Folgen?
Zehelein: Dabei wird eine Tendenz deutlich: Dass die Ensembles kleiner oder gar abgebaut werden, dass es immer mehr Gastverträge gibt. Damit nimmt die Diskursfähigkeit der Häuser für die Stadtkultur ab. Weiterhin: Es werden immer mehr Produktionen mit schrumpfenden Probenzeiten herausgebracht. Das sind problematische Entwicklungen.

Vielen Kommunen geht es - rechnerisch - wieder besser. Spüren das die Theater?
Zehelein: Grundsätzlich: Vermehrtes Steueraufkommen schlägt nicht direkt durch. Kommunen und Länder haben Tariferhöhungen für den öffentlichen Dienst ausgehandelt, doch in grober Schätzung bekommt ungefähr ein Drittel der Künstlerinnen und Künstler in den Häusern diese Erhöhung nicht, ein Drittel teilweise und ein Drittel ganz. Die regionalen Unterschiede sind allerdings beträchtlich. Dennoch: Man kann sagen, dass das Niveau der Kunst- und Kulturfinanzierung in Deutschland so ist, dass Theater und Orchester, mit Ausnahme regionaler Brennpunkte, ihren öffentlichen Auftrag wahrnehmen können.

Seit Jahrzehnten stimmen die Intendanten das Klagelied an, Tariferhöhungen gingen zu Lasten des Künstleretats; hochgerechnet gäbe es jetzt keine Künstler mehr.
Zehelein: Nein, so ist es nicht. Auch beim nicht-künstlerischen Personal wurden viele Stellen abgebaut und es hat sich in der Politik doch ein anderes Bewusstsein entwickelt dafür, dass die Etats der Häuser zwischen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und den Künstlern im Lot sein müssen, dass die Theater diese notwendigen, an den öffentlichen Dienst angebundenen Gagen nicht mehr als Eigenleistung erbringen können.

Sind die Theater Getriebene oder reagieren sie aus freien Stücken?
Zehelein: Das ist dialektisch zu sehen: Natürlich reagiert Theater auf gesellschaftliche, soziale und politische Bewegungen, das heißt aber nicht, dass wir Getriebene wären, denn die Spannung zwischen Notwendigkeit und Freiheit muss immer wieder neu ausgelotet werden.

Der Bereich "Kulturwirtschaft" wird ebenfalls angesprochen?
Zehelein: Ja, uns macht große Sorgen, dass selbst das europäische Kulturförderungsprogramm "Kreatives Europa 2014 - 2020" nicht mehr zwischen profitorientierten Unternehmungen und künstlerischer Praxis trennt. Das ist verhängnisvoll.

Macht Ihnen die zunehmende Quotenmentalität Sorgen?
Zehelein: Theaterleute denken - auch - ökonomisch. Wenn wir aber nur noch Dinge betreiben, die unsere Besucher, unser Publikum als Kunden, als Konsumenten behandeln, dann wären wir wieder im verhängnisvollen Bereich der Dienstleistung. Die Priorisierung der Quote ist eine verhängnisvolle Entwicklung, die uns das Fernsehen beschert hat. Das Schauspiel, der Tanz und die Musik stellen Öffentlichkeit nicht um ihrer selbst willen her, sondern weil sie ein künstlerisches Wollen antreibt und damit den kulturellen Auftrag unserer Gesellschaft wahrnehmen, und dies, wenn möglich, vor vollen Häusern.
Welche Assoziationen haben Sie zum Nationaltheater in Mannheim?
Zehelein: Wunderbar, das erste Theater, das vom Hoftheater zum Theater der Bürger wurde. Ich habe mich öffentlich für die neue Leitungsstruktur ausgesprochen. Ich finde sie überzeugend, wir haben diese Struktur in Stuttgart ausprobiert und gelebt. Die Intendanten sind künstlerisch eigenverantwortlich und es kommt dadurch zu mehr Zusammenarbeit der Sparten. Ich beglückwünsche Mannheim dazu.


 

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Jahreskonferenz 2014 der Dramaturgischen Gesellschaft in Mannheim vom 23. bis 26. Januar in Zusammenarbeit mit dem Nationaltheater Mannheim und zeitraumexit

dg, Mannheim, den 29.01.2014

Eine Zusammenfassung der Jahreskonferenz 2014 in Mannheim

„Wie wollen wir arbeiten?“ – unter diesem Titel tagten vom 23. – 26. Januar über 280 Dramaturgen, Schauspieler, Regisseure, Autoren, Wissenschaftler und Studierende verschiedener Disziplinen in Mannheim am Nationaltheater und im Künstlerhaus zeitraumexit.

Im Mittelpunkt der Konferenz stand die selbstkritische Bestandsaufnahme einer ganzen Berufsgruppe: Eignen sich Künstler (noch) als Trendsetter für die Arbeitsstrukturen der Zukunft? Wer riskiert freiwillig und unter welchen Versprechungen ein Burn-Out durch kreative Arbeit?

In seiner Eröffnungsansprache bekannte sich Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, klar zur Bedeutung des Theaters, verwies jedoch auf die Aufgabe der öffentlich geförderten Kulturinstitutionen, ihren Beitrag zur Herstellung von gerecht verteilten Zugangsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsschichten zum gesellschaftlichen Leben zu leisten.

Der Volkswirtschaftler Niko Paech (Universität Oldenburg) stellte seine Vision einer Postwachstumsgesellschaft vor, in der die Rolle der Erwerbsarbeit drastisch reduziert würde. Axel Haunschild vom Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft der Leibniz-Universität Hannover gab einen Einblick in die Arbeitsbedingungen im Kreativsektor, in dem projektbasierte Organisationsformen und flexible Beschäftigungsformen vorherrschen. Der Regisseur Daniel Ris sprach über die Notwendigkeit einer Unternehmensethik im Kulturbetrieb und regte ein vom gesamten Betrieb gemeinsam erarbeitetes Leitbild an.

Einblicke in die Besonderheiten ihrer Arbeit gaben sowohl Vertreter des Kinder- und Jugendtheaters (Andrea Gronemeyer, Dorothea Hillinger, Barbara Kölling und Willem Wassenaar) als auch Gäste aus dem Ausland (Erwin Jans vom Toneelhuis Antwerpen, Ed Collier von der britischen Produktionsplattform China Plate sowie Sarah Murray vom National Theatre of Great Britain). Der Netztheoretiker und Autor Ulf Schmidt plädierte für ein agiles Theater, das auf die Veränderung unserer Gesellschaft durch die digitalen Medien reagiert und die eigenen Institutionen auf den Prüfstand stellt.

In den Abschlussveranstaltungen betonten Rolf Bolwin (Deutscher Bühnenverein), Ulrich Khuon (Deutsches Theater Berlin), Matthias Lilienthal (Theater der Welt, Münchner Kammerspiele), Nicola May (Theater Baden-Baden), Barbara Mundel (Theater Freiburg) und Marion Tiedtke (Hochschule für Musik und Theater, Frankfurt/Main) die Notwendigkeit, die Debatte über die Zukunft des Theaters mit künstlerischen Argumenten zu führen, und nicht unter finanziellen Gesichtspunkten. Allerdings erscheint die Forderung nach einer finanziellen Verbesserung der Arbeitsbedingungen aller Theatermitarbeiter als Voraussetzung für eine stärkere Konzentration auf die künstlerische Arbeit angesichts der Tatsache, dass der Anteil der Ausgaben für Kultur in der Regel unter zwei Prozent der gesamten öffentlichen Ausgaben liegt, angemessen. Deutlich wurde aber auch, dass die Verantwortung für die notwendige Veränderung der Theater nicht nur in der Kulturpolitik liegt. In zahlreichen Arbeitsgruppen haben sich Dramaturgen von verschiedenen Häusern zusammengeschlossen, um alternative Modelle zu erarbeiten.

Die Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft wurde gefördert vom Deutschen Bühnenverein, seinem Landesverband Baden-Württemberg, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Mannheim.

Die nächste Jahreskonferenz findet vom 29.01. - 01.02.2015 in Linz statt.

Die Dramaturgische Gesellschaft (dg), 1956 in Berlin gegründet, vereint Theatermacher aus dem gesamten deutschsprachigen Raum sowie aus allen Genres und allen Organisationsformen des Theaters, egal ob Stadttheater oder freie Szene. Sie versteht sich als offene Plattform für den Austausch über die künstlerische Arbeit, die Weiterentwicklung von Ästhetiken, Produktionsweisen und nicht zuletzt über die gesellschaftliche Funktion des Theaters. Die Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und hat mit über 630 aktiven Mitgliedern im Jahr 2013 Jahr einen neuen Höchststand erreicht.

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