Begegnung vom 23.03.2011
mit dem "tiefen Blech"





Umgeben von sechs gut gelaunten Mitgliedern des Nationaltheater-Orchesters moderierte die Künstlerische Betriebsdirektorin Sabine Schweitzer temperamentvoll und kenntnisreich die „Begegnung mit dem tiefen Blech“. Fünf Posaunisten und ein Tubist repräsentieren diese Orchestergruppe. Es wurde ein abwechslungs- und sowohl lehrreicher als auch amüsanter Abend, an dem die Musiker historische Streifzüge mit persönlichen Daten und Berichten aus dem Graben mischten. Schon die beeindruckende Vielzahl der mitgebrachten Instrumente zeigte die große Bandbreite der musikalischen Möglichkeiten, eindrücklich wurde dabei auch der Unterschied in der Spielweise von Instrumenten mit und ohne Ventile demonstriert. Es wurde  zudem ein Instrument vorgestellt, das jeder schon oft in der italienischen Oper gehört hat, von dessen Existenz aber kaum jemand weiß: das Cimbasso.

Humorvoll und sogar mit kleinen szenischen Einlagen wurde über den Alltag der Blechbläser berichtet, die in manchen Stücken vorwiegend lange Pausen durchzählen müssen, um dann auf den Punkt, präsent und akkurat ihre Einsätze „abzuliefern“. Und warum Partitur-gemäß zu Beginn des 3. Aktes der Tosca Streicher und nicht Blechbläser für melancholische Stimmung sorgen, war nach Erklingen der Bearbeitung für das tiefe Blech kaum noch nachzuvollziehen.
Die Posaunisten Thomas Busch, Matthias Gromer, Jeffrey Haigh, Ulrich Lampe und Karsten Parow berichteten zudem über die individuellen Wege ihrer Ausbildung, wobei auffällig war, dass die meisten schon sehr früh die Liebe zu ihrem Instrumenten gefunden haben, und das nicht nur auf dem Weg über die Oper, sondern auch über Jazz, Swing und Blues. Beim Erlernen mussten dann zwar manche Hindernisse überwunden oder erst eine bestimmte Armlänge erreicht werden, um das Instrument bedienen zu können. Aber ihre Leidenschaft verfolgten die Musiker konsequent.

Heute sind die Künstler neben ihrer Haupttätigkeit im Nationaltheater-Orchester nicht nur als Dozenten und Leiter von Blechbläser-Vereinigungen tätig, sondern sie gründeten auch eigene Formationen, die sich vielen Musikrichtungen widmen, und arrangieren Musik für ihre Instrumentengruppe. Zunehmend entstehen aber auch Originalkompositionen für Posaune und Tuba durch zeitgenössische Komponisten. Zeitgenössisches kam deswegen ebenso zu Gehör wie Swing, Blues und bekannte Klassik wie z.B. ein Ausschnitt aus der Nabucco-Ouvertüre und als Paradestück der Walkürenritt, der alleine schon durch die räumliche Nähe der Musiker einen ganz besonderen Eindruck von der musikalischen Wucht der Instrumente vermittelte, die gleichwohl – wie bei Wotans Abschied – weich, zärtlich und sanft klingen können. Eine faszinierende Vorstellung gab zudem Siegfried Jung, als er die Zuschauer erleben ließ, dass auch die Tuba durchaus als virtuoses Instrument bestehen kann.

Preise
Eintritt zu Begegnungen
10,- €

Für F&F Mitglieder Eintritt
frei !

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Begegnung vom 23.03.2011 mit dem "tiefen Blech"


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