Begegnung vom 23.06.2010
mit dem Team von Tölpelhans im Schnawwl

Begegnung vom 23.06.2010 mit dem Team von Tölpelhans im Schnawwl

Am 23. Juni waren die Freunde und Förderer im Schnawwl, Kinder- und Jugendtheater am Nationaltheater, zu Gast. Das Ensemble um Direktorin Andrea Gronemeyer freute sich über den „ungewöhnlichen“ Besuch, denn im Alltag überwiegt die Zahl der unter 18-Jährigen deutlich im Publikum. Dennoch ist der Schnawwl keineswegs nur etwas für Kinder, sondern trifft mit seinen anspruchsvollen Produktionen auf hohem Niveau auch den Geschmack der Erwachsenen. So auch am 23. Juni, als David Benito Garcia seine Zuschauer schon im Foyer abholt. „Wer möchte, kann sich gleich auf das Kleid setzen“, bietet er den erstaunten Besuchern an, bevor er sie in den Spielraum führt. Drinnen sitzt seine Kollegin Beate Anton an ihrer Harfe. „Sie schläft noch!“, flüstert der Schauspieler, während die Gäste leise  auf den Sitzbänken oder tatsächlich auf dem gold-rotem Stoff des Kleides von Beate Anton Platz nehmen. Doch plötzlich erklingen Harfenklänge, die Künstlerin ist erwacht und nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise in ein anderes, fernes Land. „Die Geschichte vom Tölpelhans“, verkündet sie. Und David Benito Garcia legt los.

Im Anschluss an die Vorstellung stand Direktorin Andrea Gronemeyer, die bei „Tölpelhans“ Regie geführt hat, zusammen mit ihren Darstellern zum Gespräch bereit, das von Dramaturgin Julia Dina Heße geführt wurde. Auf die Frage, warum sie sich für dieses Märchen entschieden hätte, antwortete die erfahrene Kindertheatermacherin: „Der Schnawwl hatte sich ja in dieser Spielzeit zum Ziel gesetzt, Grenzen zu überschreiten. Märchen fanden wir da sehr geeignet, zunächst einmal weil Kinder eigentlich keine andere Kunstform so gut erfassen können wie Märchen.-  Denn durch die einfache Sprache und Symbolwelt werden sie in ihrer ganzen Persönlichkeit angesprochen. Außerdem handeln die Märchen „Tölpelhans“ und auch „Das hässliche Entlein“ von Figuren, die am Rand der Gemeinschaft stehen und die am Ende gerade durch ihr Anderssein an Bedeutung und Beachtung gewinnen.“
Um den jungen Zuschauern den Einstieg in die Geschichte zu erleichtern, hat sich Gronemeyer für den Anfang im Foyer entschieden, bei dem David Benito Garcia die Kinder mit seiner eigenen Geschichte anspricht. „Meine Eltern hatten früher wirklich ein Restaurant, in dem ich mithelfen musste.“ Der Schauspieler ist seit 2008/2009 festes Ensemblemitglied am Schnawwl. „Ich bin in Luxemburg geboren, aber meine Eltern kommen aus Spanien“, erzählte der sympathische 32-Jährige, der bereits als Jugendlicher in Jugendclubs Theaterluft geschnuppert hat und früh die Bühne für sich entdeckte. In der Schule wählte er den technischen Zweig, „weil ich dachte, dass ich dann später als Schauspieler vor der Kamera arbeiten könnte und gleichzeitig wüsste, wie das mit der Technik beim Film so funktioniert.“ Auch seine Kollegin Beate Anton hat ihre Liebe für die Harfe schon als Kind entdeckt: „Meine Mutter ist Geigenspielerin. Sie hat mich früher immer mit auf die Proben ins Orchester genommen. Damals ging so was noch. Dort habe ich die Harfe entdeckt. Und weil die Harfenistin in den Proben viele Pausen hatte und oft auf mich aufgepasst hat, wurden sie und ihr Instrument zu meinen Lieblingen.“ An die Probenzeit zu „Tölpelhans“ erinnern sich beide Darstellern gern. „Für mich ist es natürlich eine besondere Herausforderung, auf der Bühne auch Text zu sprechen“, erzählte Anton. Während der Probenzeit war sie schwanger und mit einem großen Bauch unterwegs. „Den Babybauch sah man aber hinter dem riesigen Kleid gar nicht“, schmunzelte Andrea Gronemeyer. „Erst am Ende, wenn sie als Prinzessin den Tölpelhans heiratet, haben die Kinder ihn entdeckt. Manche sagten dann: Das ging aber schnell! Für die Kinder war das überhaupt kein Problem. Und für uns auch nicht.“ Inzwischen ist die kleine Ava auf der Welt und der Grund, warum die Künstlerin das Gespräch pünktlich um 20.30 beenden muss – was aber den Fußballfans unter den Freunden und Förderern an diesem Abend des Deutschlandspiels gegen Ghana ganz gut gelegen kam. Im Anschluss gab es bei Brezeln und Sekt, Gelegenheit zu weiteren Gesprächen!  


Tölpelhans Biografien

David Benito Garcia
geboren 1977 in Luxemburg, absolvierte seine Schauspielausbildung in Freiburg. Darauf folgten zwei Jahre am Jungen Theater Konstanz, wo er in Grass’ Katz und Maus mitwirkte und zusammen mit dem Ensemble den Bensheimer Theaterpreis erhielt. Im Anschluss wechselte er die Sparten und spielte für zwei Jahre im Schauspiel Theater Konstanz, dort verkörperte er u.a. den Jane Sokolov in Dea Lohers Fremdes Haus und den Karl Moor in Schillers Die Räuber. David Benito Garcia ist außerdem in Film- und Fernsehen zu sehen. Seit der Spielzeit 08/09 ist er als festes Mitglied am Schnawwl engagiert.
David Benito Garcia wirkt mit bei:
Alles für das Feuer (Mark); Aussetzer (Christopher Neumann); Die Geschichte vom kleinen Onkel (UA) (Schauspieler); Eine Odyssee (Poseidon, Antinoos, Sirene, Freundin von Nausikaa); Kummer und Courage (DSE) (Spiel); Schneewitte (Schauspieler)


Beate Anton (Harfe)
Geboren 1977 studierte die Harfenistin zunächst Orchestermusik an der Musikhochschule Heidelberg-Mannheim, später an der Hochschule für Musik und Theater München bei Prof. Helga Storck, wo sie 2002 ihr Diplom erhielt. Sie war mehrere Spielzeiten am Nationaltheater Mannheim engagiert und spielt regelmäßig Aushilfe z.B bei der Deutschen Radio-Philharmonie, der Staatsoper Stuttgart, der Oper Frankfurt und an anderen Häusern.
Beate Anton ist ein häufiger und beliebter Gast am Schnawwl und der Jungen Oper. So ist sie bereits in Das Kind der Seehundfrau und in Alles für das Feuer zu sehen und zu hören.


Preise

Eintritt zu Begegnungen
10,- €


Für F&F Mitglieder Eintritt
frei !

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Begegnung vom 23.06.2010 mit dem Team von Tölpelhans im Schnawwl
Begegnung vom 23.06.2010 mit dem Team von Tölpelhans im Schnawwl


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