Begegnung vom 13.06.2007 mit Uwe Topmann und Andrea Gronemeyer im Schnawwl
Die ersten 65 Anmeldungen haben Glück. Dicht gedrängt sitzen 65 Freunde und Förderer zusammen mit 65 Schüler-Abonnenten auf Holzbänken in der Zuschauertribüne (gespendet mit Hilfe von unserem legendären Karl Böhler) und folgen gespannt und gebannt der Geschichte von Kohlhaas, dem Rosshändler, frei nach Motiven von Heinrich v. Kleist. Uwe Topmann weiß sein Publikum mit einer großen Erzählgabe, einer deutlichen, gut verständlichen Sprache und ausdruckstarker Mimik zu fesseln. Jung und Alt sind gleichauf begeistert und verlassen den Theatersaal lebhaft diskutierend. Die Freunde werden in der Pause mit einer köstlichen Erbeerbowle bewirtet und haben anschließend (wieder im Theatersaal) Gelegenheit zu einer persönlichen Begegnung mit dem Schnawwl-Schauspieler und der Schnawwl-Direktorin.
Uwe Topmann hat spät auf Umwegen zum Theater gefunden. Einer Ausbildung zum Möbelschreiner folgen Abitur, Studium an der Sporthochschule in Köln mit Schwerpunkt musische Erziehung und mit 30 Jahren eine dreijährige Ausbildung zum Schauspieler an der privaten Kölner Schauspielschule „arturo“. Eine erste Rolle ist in Bonn in „Romeo und Julia“. Andrea Gronemeyer - damals noch in Köln, aber schon auf dem Sprung nach Mannheim - entdeckt ihn für das Kinder- und Jugendtheater. Das Schnawwl ist seine erste feste Anstellung. Er hat hier in 850 Aufführungen mitgewirkt: Robinson und Crusoe, Hasse Karlsson, Klamm’s Krieg, Amazonen, Hilletje Jans, Eye of the Storm, Herr Meier und Herr Müller, ... .
Uwe Topmann liebt seinen Beruf. Er zieht mit Klamm’s Krieg in echte Klassenzimmer in der Metropolregion, ist fasziniert von den Reaktionen und Gesprächen mit seinem Publikum. Er kommt in Behinderteneinrichtungen mit szenischen Lesungen. Er leitet einen Spielzeitkurs beim Jungen Nationaltheater, macht workshops bei den Schultheaterwochen, macht mit bei der Jungen Oper (Schaf) und in Gemeinschaftsproduktionen mit dem Schauspielensemble Hilletje Jans).
Am Beispiel Uwe Topmann lernen die Freunde das ganze Panorama der Schnawwlarbeit kennen. Es ist fast atemberaubend zu hören, dass das Schnawwl auch Internationalen Gastspiele gibt; wie z.B. mitRobinson Crusoe in Indien. In acht Vorstellungen haben jeweils 400 Kinder dieses Stück mit größter Spannung auf Englisch verfolgt. In einer lebhaften Diskussion machen Gronemeyer und Topmann deutlich, dass die Stücke auch für Erwachsene spannend sein können (Kohlhaas), dass die Kinderstücke immer so angelegt sind, dass Erwachsene ihren Spaß haben. Die Freunde und Förderer danken mit großem Applaus für einen rundum gelungenen Abend.

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